Ups, so viele Antworten... dann mal der Reihe nach:
renate roosemont hat folgendes geschrieben:
...diese Geschichte werde ich mir ausdrucken! Sehr gut gemacht!
Danke - auch für das Lob aller anderen, denen die Geschichte gefallen hat (oder auch nicht ).
dagmar neo frea hat folgendes geschrieben:
ein sehr beeindruckendes szenario
ich hoffe auf mehr
Hmm, eine Kurzgeschichte allein macht mich noch lange nicht zum Schriftsteller. Zudem fiel es mir ganz schön schwer, die beschriebene Entwicklung "glaubhaft" zu machen und darüber hinaus auch eine gewisse Spannung aufzubauen. Da habe ich einige Tage dran gefeilt... und dann hat man den Text in nur fünf Minuten gelesen!
saskia und a. hat folgendes geschrieben:
Hallo Markus, "deine" Kurzgeschichte erinnern doch sehr stark an die Ausgangssituation des Buches "Geschwindigkeit des Dunkels" und an die Beschreibung der Problematik der menschlichen/politischen Entwicklung der Gesellschaft in der Zukunft
Stimmt, in Die Geschwindigkeit des Dunkels ging es auch um eine Zukunftsvision. Allerdings wurden Behinderungen dort konstruktiv zu lösen versucht (Heilung) anstatt destruktiv (Tötung), wie es sich momentan in unserer Zeit abzeichnet. Das Buch war auch keine Vorlage für meine Idee. Letztere entstand vielmehr aus der Überlegung... oje, diesen Gedanken auszuführen wäre beinahe wieder eine Kurzgeschichte! Zusammengefasst interessiere ich mich für die Entwicklung der Gesellschaft, die Psychologie des Menschen (insbesondere auch Gruppendynamik, Herdenphänomene, angeborene "tierische" Instinkte und den Widerspruch aus moralisch motiviertem "Vordenken" und tatsächlichem Handeln). Das ganze im Kontext von Gier, Macht und dem monetären System. Was daraus sehr wahrscheinlich werden wird, beschreibt der folgende, inzwischen ziemlich bekannte Witz:
Treffen sich zwei Planeten:
"Na, wie geht's?"
"Oje, mir geht's gar nicht gut. Ich hab Homo Sapiens!"
"Oh, das hatte ich auch mal, das ist echt fies! Aber nimm's gelassen, das geht von ganz alleine wieder weg." _________________ Liebe Grüße
Markus
Ich kann auch die Seiten der Abtreibung verstehen. Wir konnten mit einem behinderten Kind leben, aber viele können es auch nicht.
@ all: Das wäre mir noch wichtig hinzuzufügen: Ich kritisiere niemanden im Sinne der Eltern als Einzelpersonen, wenn sie sich für eine Abtreibung entscheiden sollten, z.B. weil ihnen bewusst ist, dass sie das alleine nicht bewältigen können und ihr Umfeld (u.a. übrige Familie) ihnen noch zusätzlich Steine in den Weg legen würde anstatt zu helfen. Das täte weder den Eltern noch dem Kind gut.
Ich kritisiere vielmehr jenes Umfeld, das lieber ausgrenzt anstatt zu helfen. Hilfe anzubieten (und zwar ernstgemeinte!) bedeutet Mut zu haben und sich Herausforderungen zu stellen. Eltern tun das jeden Tag 24 Stunden lang inkl. Wochenende. Ich schließe daraus, dass viele Menschen zu feige für so etwas sind und ihre persönlichen Ängste hinter einer Fassade aus vermeintlicher Überlegenheit zu verbergen versuchen. _________________ Liebe Grüße
Markus
Behinderte und kranke Menschen belasten die Gesellschaft und verursachen Kosten.
Das ist genau der Punkt: "Wir" verursachen Kosten, ergo geht es gar nicht ums Überleben der Menschheit im Sinne von Nahrung, Kleidung, Unterkunft, etc., sondern mal wieder nur ums Geld. Die Produktivität ist schon lange groß genug (eigentlich sogar zu groß), aber das soziale System bittet nur die im wirtschaftlichen Sinne arbeitenden Menschen zur Kasse, nicht aber die Maschinen, die inzwischen die meiste Arbeit verrichten und das Geld für die Firmeninhaber und Aktionäre nur so fließen lassen.
Aufgrunddessen haben viele Menschen nichts (mehr) im wirtschaftlichen Sinne zu tun und hätten somit eigentlich genügend Zeit, sich um andere Menschen zu kümmern. Viele hätten daran sogar ernsthaft Interesse. Dummerweise fördern die Behörden soziales Engagement nicht, sondern schikanieren die Arbeitslosen viel lieber mit allerlei sinnfreien Beschäftigungsprogrammen. So ist der soziale Gedanke zur Arterhaltung ("Art erhalten in ihrer ganzen Vielfalt") inzwischen nicht nur verloren gegangen, sondern hat sich durch die Vermischung "menschlicher" Instinkte mit einem "unpassenden" Umfeld sogar ins Gegenteil verkehrt.
Daran sieht man, dass die Evolution nicht so schnell hinterher kommt, wie der Mensch das Leben aller (Un-)Beteiligten auf diesem Planeten verändert. Und genau das wird dieser Art früher oder später das Genick brechen.
Mirianna1 hat folgendes geschrieben:
Wir ALLE müssten uns vermehrt zusammentun und öffentlich kämpfen. [...] Wir sind doch letztendlich eine große Gruppe und könnten viel erreichen.
Genau aus so einer Überlegung heraus bin ich vor einigen Monaten dem VdK beigetreten. _________________ Liebe Grüße
Markus
ich kenne den Vdk, habe aber noch nicht wirklich viel von diesem Verband in der Öffentlichkeit gehört.
Kämpft der Vdk in der Öffentlichkeit und deckt er die Missstände auf?
Hier im Forum werden viele Ungerechtigkeiten und Missstände aufgezeigt, aber das war es dann schon.
Zum Kämpfen reicht die Kraft irgendwie nicht mehr.
Das ist SEHR schade, denn ich denke, wir Angehörigen von behinderten Menschen haben eine große Macht, und die sollten wir auch demonstrieren.
Unser Ärger sollte nicht einfach so im Sand verlaufen.
Wir sind es unseren Kindern und der nachfolgenden Generation schuldig, dass wir uns gegen die Herren der Politik und allen anderen Dumpfbacken wehren.
LG
Mirianna _________________ Sohn (19), Autismus, Intelligenzminderung, Epilepsie
Hallo guten Morgen,
der VDK ist ne gute Sache und macht sich für Behinderte stark, bin seit 5 Jahren Mitglied,
Markus wenn dir das Buch Geschwindigkeit des Dunkels gefallen hat ( mir hat es nicht so gefallen , weil genau das wäre mein Traum für meinen Sohn , so makaber das klingt den Autismus heilen und er könnte seine Intelligenz uneingeschränkt einsetzen wie eben der Mann im Buch)
lese mal das Buch
Replik Jonas 7
was ich auch erwähnt habe, dieses Buch las Alex in der Schule hat mich aber total bewegt und hat jetzt nichts mit Autismus zu tun, sondern eben
lebenswertes Leben bzw Ersatzteillager Mensch,
das Buch ist meiner Meinung nach echt empfehlenswert
Anmeldedatum: 18.11.2006 Beiträge: 4343
Wohnort: Österreich
Verfasst am: 02.02.2010, 12:44 Titel:
MarkusB. hat folgendes geschrieben:
Aufgrunddessen haben viele Menschen nichts (mehr) im wirtschaftlichen Sinne zu tun und hätten somit eigentlich genügend Zeit, sich um andere Menschen zu kümmern. Viele hätten daran sogar ernsthaft Interesse. Dummerweise fördern die Behörden soziales Engagement nicht, sondern schikanieren die Arbeitslosen viel lieber mit allerlei sinnfreien Beschäftigungsprogrammen. So ist der soziale Gedanke zur Arterhaltung ("Art erhalten in ihrer ganzen Vielfalt") inzwischen nicht nur verloren gegangen, sondern hat sich durch die Vermischung "menschlicher" Instinkte mit einem "unpassenden" Umfeld sogar ins Gegenteil verkehrt.
In Österreich ist es so, dass viel Arbeitslose eine Ausbildung zum Altenfachbetreuer machen (müssen), weil da Bedarf besteht. Allerdings glaube ich nicht, dass dafür wirklich alle geeignet sind, viele machen die Ausbildung nur, weil sie Geld dafür kriegen und sagen, dass sie in den Bereich sowieso nie arbeiten werden.
Da werden dann Leute auf alte Menschen losgelassen, die sie eigentlich nicht wirklich dazu berufen fühlen, toll, wenn man sich dann als alter Mensch von so jemanden betreuen lassen kann!
Für den Staat siehts gut aus, weil die aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen und wir haben einen Haufen wirklich "guter" Altenfachbetreuer !
Sowas kann man einfach nicht erzwingen! _________________ Liebe Grüße
Elke
Sohnemann (5.03), Hypospadie, chron. Obstipation, Autismus-Spektrum-Störung
mit großem Bruder und großer Schwester
Der Mensch – ein in diesen Texten kaum mehr auftauchender Begriff – erfährt durch seine Transformation zum Humankapital eine der ökonomischen Verwertungslogik gehorchende Verdinglichung. Mit diesem Begriff verschwindet jede Idee von Subjektsein, weil nicht mehr der Einzelne, sondern eine vom Subjekt abgetrennte Maßgabe der Anpassung zum Ideal erhoben ist. Das Bildungssubjekt wird zum Bildungsobjekt. LOHMANN nennt dies eine „marktgerechte Verwarenförmigung“ (Lohmann, 2007: 4).
ich hab jetzt noch nicht wirklich drüber nachgedacht,aber finde es passt trotzdem irgendwie in den thread
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Kämpft der Vdk in der Öffentlichkeit und deckt er die Missstände auf?
Das sicher auch, aber eher konkret als "Hauptsache medienwirksam". So wird z.B. dafür gesorgt, dass der Staat nicht permanent an den Renten spart. Mehrjährige Nullrunden bei gleichzeitig vorhandener Inflation bedeutet ja Rentenverlust. Dazu kommen Berechnungsfaktoren, welche die Rente nicht mehr steigen, sondern sinken lassen. Was dann droht ist Armut im Alter. - Dieses Thema finde ich deshalb besonders wichtig, weil es ausnahmslos alle Bürger dieses Landes betrifft, die irgendwann einmal Alters-, Früh- oder Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten.
Weiterhin sind die VdK-Mitglieder rechtsschutzversichert und wenn sich eine Behörde dumm stellt, bekommt sie eben direkt Mehrarbeit serviert. Das macht schon Eindruck, wenn ein größerer Sozialverband Klage einreicht und nicht irgend ein "dummer Antragsteller", der nur die Hälfte von dem, was ihm rechtlich zusteht, beantragt hat, und der trotzdem noch verarscht wird.
Das sind die beiden für mich interessanten Bereiche, aber es gibt noch zahlreiche andere Betätigungsfelder. _________________ Liebe Grüße
Markus
Markus wenn dir das Buch Geschwindigkeit des Dunkels gefallen hat...
Mir hat zwar das Buch gefallen, aber nicht der Schluss. - Wie auch aus der Autobiografie Schau mich an! hervorgeht, ist ein Gewinn an Fähigkeiten offenbar immer auch mit einem Verlust anderer Fähigkeiten verbunden, weil das Gehirn eben nur begrenzt leistungsfähig ist. Der Autor verlor beispielsweise seine Fähigkeit, komplizierte elektronische Schaltungen zu entwickeln, als er lernte, besser mit Menschen umzugehen. Ähnliches hatte ich auch aus dem Buch Die Geschwindigkeit des Dunkels herausgelesen - von den Verlierern der dort beschriebenen Behandlung ganz zu schweigen. _________________ Liebe Grüße
Markus
ich habe Deinen Text gerade mit Schaudern gelesen. Und vieles an dieser "Fiktion" erleben wir doch schon in irgendeiner Form.
Ich finde, der Text hat einen Schubs verdient!
Liebe Grüße
Anita _________________ *1968
*1966 Mann
*1996 Sohn Asperger ICD-10 F84.5 hoher IQ
*1998 Tochter Verdacht auf Asperger, Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter Verdacht auf Asperger, ADS F90.0 G, hoher IQ, starke Brille wegen Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn Verdacht auf Asperger Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
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