Verfasst am: 29.01.2010, 12:35 Titel: Ronald (Psychotherapeutischer Heilpraktiker ADS/ADHS)
Hallo!
Mein Name ist Ronald Hindmarsh, Vater von drei Kindern und seit 2005 Psychotherapeutischer Heilpraktiker. Ich kam auf dieses Forum durch meine Frau Wiebke , die hier schon sehr lange Mitglied ist, neuerdings auch als Professional.
Mein ältester Sohn Robin wurde 2002 von einer Bremer Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit ADHS diagnostiziert. Die Ärztin verschrieb Methylphenidat, allerdings erst nachdem wir als Eltern vier Abendveranstaltungen besucht hatten, in denen eine Vertreterin einer ADHS-Selbsthilfegruppe sehr ausführlich über Ursachen von und Umgang mit ADHS aufklärte.
Robin hatte definitiv Konzentrationsprobleme und war impulsiv. Nachdem er regelmäßig Methylphenidat bekam, nahm immer mehr ab. Eines Tages brach er entkräftet in der Schule zusammen, wir setzten die Medikamente aus. Der Versuch, die Medikamentöse Therapie nach ein paar Wochen mit einem anderen Methylphenidat-Präparat wiederaufzunehmen scheiterte: Er wollte keine Pillen mehr nehmen. Ich begann, mich zu fragen, ob man ADHS auch anders als mit Verhaltenstherapie und Medikamenten behandeln kann . Ich hatte beobachtet, dass Robin sich - trotz "genetisch bedingtem Botenstoffmangel" - super gut konzentrieren konnte und bei der Sache war, wenn ihn ein Thema interessierte. Als damals frisch gebackener NLP-Practitioner machte ich mich auf die Suche nach den psychischen Wirkfaktoren bei ADHS und Methoden, diese zu behandeln.
Ich begann, mich intensiv mit aktuellen kurzzeittherapeutischen Methoden (u. a. EFT, EDxTM, provokative Therapie, systemische Therapie, wingwave/EMDR) zu beschäftigen und bekam 2005 die Zulassung zum Psychotherapeutischen Heilpraktiker. Von Anfang an spezialisierte ich mich auf die Behandlung von ADS/ADHS-Symptomen. So konnte ich viele Erfahrungen mit betroffenen Kindern, Eltern und auch mit betroffenen Erwachsenen sammeln. Ich arbeitete mit allen mir bekannten Methoden und beobachtete, was ich mit welcher Methode bewegen konnte. Im Laufe der Zeit entstand daraus ein eigenes Kurzzeittherapie-Konzept für ADS/ADHS-Symptome .
Der Leidensdruck in von ADS/ADHS betroffenen Familien ist oft sehr groß. Ich kann gut verstehen, wenn Eltern und Ärzte in dieser Situation Medikamente zur Behandlung der ADS/ADHS-Symptome einsetzen wollen. Im REHAkids-Forum möchte ich, neben meinen persönlichen Erfahrungen, meine aus der beruflichen Praxis erwachsene psychologische Perspektive auf die ADS/ADHS-Problematik einbringen.
Liebe Grüße aus Bremen
Ronald Hindmarsh _________________ Ronald Hindmarsh
Psychotherapeutischer Heilpraktiker
Kommunikationstrainer
Im Laufe der Zeit entstand daraus ein eigenes Kurzzeittherapie-Konzept für ADS/ADHS-Symptome .
das hört sich interessant an,kannst du das in kürze mal erläutern?
l.g. _________________ Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
es waren zwar jede Menge Infos auf meiner Homepage, aber bislang noch keine detailierten Behandlungskonzepte. Dies habe ich nun nachgeholt.
Bezüglich der Entstehung von ADS/ADHS gehe ich von einer tiefenpsychologischen Sicht aus. Für die Behandlung nutze ich aber, anders als die Tiefenpsychologen, kurzzeittherapeutische Trauma auflösende Methoden wie EFT, EMDR und NLP in einem speziell für die ADS/ADHS-Behandlung entwickelten Gesamtkonzept. Ab sofort sind zwei detaillierte Versionen davon online:
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
ich versuche mal, die Verfahren kurz und verständlich zu erklären.
Das Familienstellen nach Bert Hellinger ist wohl die bekannteste von vielen Formen der systemischen Aufstellung. In anderen Formen werden nicht nur Familienangehörige, sondern z. B. auch Organisationen, Länder oder auch Persönlichkeitsanteile aufgestellt.
EFT („Emotional Freedom Techniques“ nach Gary Craig, USA) ist eine von vielen Varianten der Klopfakkupressur. Mit EFT kann man z. B. Höhenangst oder Prüfungsangst innerhalb von 1-2 Sitzungen nachhaltig auflösen. EFT eignet sich auch zur Selbstanwendung. Es gibt mittlerweile viele Bücher dazu bei amazon.de und auch zahlreiche Beschreibungen im Internet.
EMDR („Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ nach Francine Shapiro) ist eine schnell und effizient wirkende Methode zur Traumabehandlung, in das Trauma durch eine "wache REM-Phase" (die Augenbewegungen, die man normalerweise in bestimmten Schlafphasen macht) aufgelöst wird. Auch zu EMDR gibt es viele Bücher.
Liebe Grüße
Ronald _________________ Ronald Hindmarsh
Psychotherapeutischer Heilpraktiker
Kommunikationstrainer
interessanter Ansatz...
Darf ich fragen, wo Du die EMDR-Ausbildung gemacht hast? Das kann ich in Deiner Vita nicht erkennen.
D.h. Dein Ansatz beruht darauf, das ADS durch Traumata ausgelöst wird?
Oder gehst Du davon aus, dass ADS biologische Ursachen hat, sich aber die Beziehungsprobleme durch Traumabehandlung behandeln lassen?
Nur dann ist doch die eigentliche Ursache nicht behandelt, oder?
Oder siehst Du ADS als Beziehungsproblem zwischen Eltern und Kindern?
Wie gehst Du weiter vor, wenn sich die Beziehung durch die Therapie verbessert hat, aber die Konzentrationsprobleme geblieben sind?
VG
Erica _________________ Mama von Lena (10 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
ich hätte da noch eine Frage zu einem Satz aus dem Konzept für Kinder und Eltern, ich zitiere das hier mal zum besseren Verständnis:
______________________
"Nachbereitung
Die weitere Behandlung richtet sich nach Entwicklung und Befindlichkeit des Kindes und der Eltern. Sie umfasst neben der Supervision der Selbstanwendung von EFT/EMDR ggf. die Behandlung der Probleme, die nicht in Selbstanwendung aufgelöst werden konnten."
_________________________________
Bedeutet das, dass die Eltern und Kinder nach der Therapie EMDR alleine und selbstveratwortet zu Hause durchführen?
Das würde mich interessieren, wenn ich es richtig verstanden habe und es so sein sollte, wie das geht, auch bezogen auf die verschiedenen Altersgruppen.
VG
Erica _________________ Mama von Lena (10 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
Anmeldedatum: 27.04.2006 Beiträge: 10423
Wohnort: Mannheim (aber Azubi in Schwarzenbruck bei Nürnberg)
Verfasst am: 03.02.2010, 11:13 Titel:
Hallo Ronald,
was du schreibst finde ich sehr interessant denn es gibt ja wirklich viele ADHS Betroffene die auch Traumata erlebt haben. Ich u.a. auch. Ich komme zwar mit dem MPH gut zurecht dennoch suche ich nach einer anderen Methode als der Tiefenpsychologie. Davor habe ich mich bisher immer gedrückt.
LG
Sarah _________________ 15.10.1986 30.SSW (Zwilling Jennifer, +27.10.86) Transsexualität (FzM m. Hormontherapie), ICP v. Typ komplette therapieresistente Tetraparese (Rollifahrer m. Restgehvermögen), chr. obstruktive Bronchitis, chr. Sinusitis, ADHS, psychosomatisches Syndrom, wiederkehrende Schmerzepisoden und einige Kleinigkeiten
was du schreibst finde ich sehr interessant denn es gibt ja wirklich viele ADHS Betroffene die auch Traumata erlebt haben. Ich u.a. auch.
da stellt sich mir nur die Frage, ob es dann eigentlich wirklich ADS ist, wenn es klar einzugrenzende Traumata gegeben hat.
Sind dann die Symptome nicht eher Trauma-Nachwirkungen, die können ja ähnlich aussehen wie bei ADS?
VG
Erica _________________ Mama von Lena (10 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
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