oder umgedreht,würde man alle menschen auf der welt beklopfen und besprechen,hätten wir weltfrieden
Hallo, Dagmar!
Warum diese Ironie?
Wie gesagt - ich habe schon EMDR durch, ich habe mich auch erst gefragt, wieso ein Trauma "aufgelöst" werden soll, nur weil ich unter Anleitung eines Therapeuten die Augen in einer bestimmten Art und Weise hin und her bewege.... Liest man sich die wissenschaftlichen Hintergründe mal durch, dann ist das gar nicht mehr SO schrecklich unlogisch, nur man MUSS eben erst mal was drüber lesen oder sich erklären lassen....
Beim EMDR war es nicht alleine die Augenbewegung, es gehörte noch ein wenig mehr dazu - ebenso wird es beim "Klopfen" sein, Ronald schrieb ja auch schon, dass zu dem Klopfen auch bestimmte "Sätze" gehören, ich glaube er nannte sie "Beliefs".
Natürlich kann man sich jetzt wie beim Huhn und beim Ei fragen, was denn nun zuerst da war - die "schwächenden Emotionen" oder das Verhalten, das als ADHS diagnostiziert wird.... Bedingt sich ja gegenseitig....
Aber ich finde, man sollte halt BEVOR man solche Therapieansätze als "lächerlich" einstuft, vielleicht doch erst mal ein wenig darüber lesen... Und Ronald halt wirklich viel auf seiner Homepage beschrieben und erklärt....
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
eigentlich war das nicht ironisch nachgefragt,sonder ehrlich gemeint,also ob,wenn dann jeder beklopft und besprochen würde, weltfrieden möglich wäre
ich halte das für eher unwahrscheinlich,was für mich jetzt aber wieder nebesächlicher wäre wie meine andere frage
die ist ,falls das jetzt nicht deutlich gewesen ist,wird man beklopft gegen berechtigte negative emotionen,damit hätte ich dann schwierigkeiten,weil das dann meinem menschenbild wiedersprechen würde.
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Diese Frage wird Dir wohl nur Ronald endgültig beantworten können.
Ich kann Dir nur von meinem EMDR und der dazu gehörigen (Hypno)Therapie sagen - man kann einen Menschen niemals zu etwas zwingen, dass er nicht möchte. Im Fall der Hypnose z.B. ist das, was in Filmen gerne mal so effekt-heischend dargestellt wird - die Ermordung eines Menschen unter Hypnose z.B., oder auch andere Verbrechen - nicht möglich.
Ebenso wird es mit dem Klopfen auch sein - BERECHTIGTE Gefühle wird man damit nicht beseitigen können (und wollen)...
Ich frage mich nur die ganze Zeit - wenn Du doch vom Beklopfen auf den Weltfrieden schließt, muss man das dann nicht auch vom MPH annehmen? Also wenn alle MPH nehme, müßte doch dann auch alles "Friede, Freude, Eierkuchen" sein, oder nicht?
GLG Anja
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
ich stutze eher bei etwas anderem.
Wenn ich davon ausgehe, dass ADS eine Folge von Traumata ist, dann ist eine Traumatherapie angezeigt und das ist in der Regel keine Kurzzeittherapie, sondern beinhaltet auch EMDR, aber eben eingebettet in eine Traumatherapie mit mehreren Phasen wie Stabilisierungsphasen, der Integration des Traumas in das jetzige Leben, etc.
Und dann ist es mir auch lieber, man hat EMDR auch gelernt, wenn man es anwendet...
VG
Erica _________________ Mama von Lena (10 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
Erica - auch mal die Frage an Dich - wie lange ist denn nun Kurzzeittherapie??? So im Groben wenigstens.... _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
so genau weiß ich das nicht, aber ich denke schon, dass für eine Traumatherapie, zumal bei ADS-Kindern ja auch die Eltern noch mit einbezogen werden sollen, mehr als 10 bis 20 Stunden nötig sind.
Außerdem muß man doch sicher noch eine Pufferzeit einkalkulieren, in der ein Kind den Therapeuten kennenlernt und Vertrauen fasst, das geht ja auch nicht von heute auf morgen.
Dann noch Zeit, um das exakte Trauma und die "Sätze" herauszufinden, die Stabilierungsphase, die Integrationsphase und was alles noch so dazugehört.
Ich denke, da braucht man mehr als 10-20 Stunden für eine Familie mit einem ADS-Kind samt Trauma...
Wie ist denn Deine Erfahrung damit?
LG
Erica _________________ Mama von Lena (10 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
ich hatte ja schon mit ronald kontakt und er hat mich sehr intensiv und lange nachdenken lassen. genau genommen denke ich noch
ich glaube das er mit dem was er mir schrieb durchweg recht hat. mir fehlt aber irgendwie das ende der denkschleife .
deswegen würde ich gern auch fragen stellen
ronald- ist der körperliche kontakt für die therapie wichtig? was machst du wenn ein patient aufgrund seines traumas nicht beklopft werden kann?
in wieweit ist es möglich, das rein durch die behandlung eines elternteils die symptomatik beim kind besser wird?
wo findet man menschen wie dich in der eigenen umgebung?
und- auch enorm wichtig : was kommen für kosten auf die letern zu? _________________ Liebe Grüße, Michaela
"Ja, ich lebe in meiner eigenen Welt. Das ist okay, da bin ich wer!"
ich war gerade mit meiner Frau essen und habe den Hauptteil der Diskussion verpasst Also versuche ich mal eine Sammelantwort:
Behandlungsdauer
Ich bin gerade dabei, das Behandlungskonzept bei einer Krankenkasse einzureichen. Ich habe eine Klientenfamilie, die innerhalb der nächsten drei Monate keinen Therapieplatz für ihren ADS-Sohn findet. Falls der MD mein Therapiekonzept gutheißt, bekomme ich als Psychotherapeutischer Heilpraktiker vielleicht eine Chance. Im Antrag werde ich 20 Sitzungen beantragen, Termine für beide Elternteile inklusive. Ich denke nicht, dass ich mehr brauche, eher weniger. 20 Stunden sind in der Psychotherapie der Umrechnungskurs für 1 Peanut
Umgang mit "berechtigten" schwächenden Emotionen
Im Beispiel ginge es in der Tat darum, zunächst den Vater zu behandeln, dass er wieder frei wird, mehr für seine Familie und weniger für seinen Arbeitgeber da zu sein. Ich hatte einen ähnlich gelagerten Fall in der Praxis, stark verkürzt war das so: Die schwächende Emotion des Vaters war, dass er sich von seinem Vater (also dem Großvater des ADS-Kindes) nicht als Person gesehen gefühlt hat, sondern nur für seine Leistung. Dies hat ihn
1) dazu getrieben, ohne Ende Leistung zu zeigen – für den Arbeitgeber - und
2) die Freude über die Zeit mit seinem eigenen Sohn verdorben.
Die Lösung war, dass der Vater zusammen mit dem Großvater "unser Gefühl, nicht gesehen zu werden" durch "Wir-Klopfen" (das ist eine unserer kleinen Erweiterungen des EFT-Protokolls) in der Aufstellung aufgelöst hat. Er hatte dann das Gefühl von Frieden. Drei Wochen später hat er mir dann ganz gelassen erzählt, was alles anders geworden ist (Auszug):
1) Er schnappt sich sein Kind und geht mit ihm zu McDoof
2) Er nimmt kein Handy mit in den Urlaub und ist für die Firma nicht erreichbar.
3) Er schläft durch.
4) Er deligiert Teile seiner seine Arbeit in der Firma.
Ohne Entmachtung der o.g. schwächenden Emotion hätte er vermutlich etwas länger für diese Veränderungen gebraucht...
Zur Ausgangsfrage: Im Prinzip sind alle schwächenden Emotionen in der Familie berechtigt, weil sie aus triftigem Grund vorhanden sind. Das Verhalten des Vaters war ein "Abwehrmechanismus" und kompensierte seine schwächenden Emotionen, die er dann nicht mehr so doll gespürt hat. So gesehen sind die Abwehrmechanismen genauso berechtigt wie die schwächenden Emotionen, sie schützen die verletzte (Trauma = Verletzung) Seele. Gegen die Abwehrmechanismen anzurennen schafft keinen Frieden. Deshalb lieber die schwächenden Emotionen
Phasen der Traumatherapie
Was Du schreibst, Erica, trifft sicher auf Traumata der Klasse Flugzeugabsturz, Erdbeben und Tsunami zu. Ich habe schon hunderte von Traumata in der Praxis bearbeitet. Ja, es gab schon Tränen, manchmal auch Zittern (berechtigterweise!), aber abgekippt ist bisher niemand. Im Übrigen nutze ich in kritischen Fällen lieber BEFT als EMDR, das ist nach meiner Erfahrung schonender, vor allem wenn es heftiger wird. Die schlimmste "Nebenwirkung", die ich auch schon einige male berichtet bekommen habe ist, dass der Klient drei Tage lang brauchte, um sich "neu zu sortieren". Danach war es OK.
Traumatherapie und Weltfrieden
Bhudda sagt: "Willst Du die Welt verändern, verändere Deine Familie. Willst Du Deine Familie verändern, verändere Dich selbst"
Geistig/körperlich behinderte Geschwisterkinder
Zitat:
Die Situation wird ja nun durch das Vorhandensein von 3 Geschwistern, davon eine geistig und körperlich behinderte Schwester nicht unbedingt einfacher. Man hat ja als Mutter NIE die Zeit, die man für jedes einzelne Kind bräuchte...
Wohl wahr! Ich habe das mit meiner Frau Wiebke erlebt, durch die ich hier überhaupt erst hergefunden habe. Sie hat zwei Söhne, der jüngere war schwerst mehrfach behindert (MPS IIIa) und ist vor 2 ½ Jahren 14-jährig gestorben. Jetzt ist sie als Psych. HP in Gemeinschaftspraxis mit mir tätige und an der Entwicklung der oben genannten Methoden und Konzepte beteiligt. Ihr Spezialgebiet sind emotionale Störungen bei behinderten Kindern. Hier ihre Vorstellung als Professional bei REHAkids: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic63829.html
Liebe Grüße - Ronald _________________ Ronald Hindmarsh
Psychotherapeutischer Heilpraktiker
Kommunikationstrainer
Ich würde mich gern in diese interessante Diskussion auch einklinken, auch wenn ich wohl wegen Notfallmedikamenten nicht mehr ganz so strukturiert schreiben kann wie sonst vormittags ohne.
Erstmal herzlich willkommen in diesem Forum, Ronald! Ich finde deinen Ansatz sehr spannend, sehr. Im Moment denke ich gerade selbst arg über das Verhältnis von AD(H)S zu posttraumatischen/dissoziativen Störungen, da ich bis vor meinem Klinikaufenthalt erstere Diagnose habe und inzwischen eine DIS. Von ADHS keine Rede mehr. Die Konzentration ist viel besser geworden.
Ich habe in der Klinikzeit viele, viele komplex traumatisierte Menschen kennengelernt, die allesamt auch ADHS haben können, eben schlicht weil sie durch ihre Lebensgeschichte eine gewisse Aufmerksamkeit brauchten, um die Welt um sich im Auge zu behalten. Wie die Erdmännchen, immer gucken! Insofern weiss ich, dass ich kein ADHS habe und suche im Moment ambulante Traumatherapie. Und das ist kompliziert, leider...
Ich werde mich morgen nochmal melden, ich merke, Notfallmedikamente machen einen nicht so schreibsam...
Viele Grüße
Ninetta _________________ ISK, PTBS, div. kleinere Baustellen, aber sonst gesund. Lehrerin mit Inklusionskindern in ihren Klassen.
Ich denke, da braucht man mehr als 10-20 Stunden für eine Familie mit einem ADS-Kind samt Trauma...
Wie ist denn Deine Erfahrung damit?
LG
Erica
Hallo, Erica!
Erst einmal Danke für die "zeitangabe", Ronald hat sie ja ähnlich hoch angesetzt.
Meine Erfahrung mit EMDR ist durchaus positiv, allerdings nicht mit dem, was Ronald beschreibt, vergleichbar denke ich... Bei mir lief das alles im Rahmen einer stationären Therapie ab (ich war 13 Wochen dort), es ging eben darum, Traumata zu therapieren. Ambulant hätte ich das nicht machen wollen/können, mir ging es zeitweise extrem schlecht zwischen den Sitzungen, ich war froh, mich nicht auch noch um meinen Alltag kümmern zu müssen.... Das hätte ich zu der Zeit auch niemals geschafft...
Und ich habe zugegebenermaßen auch DANACH lange gebraucht, bis ich wieder "normal funktionsfähig" war. Ist aber eine kompliziertere Geschichte, die hier in aller Ausführlichkeit sicherlich nicht hingehört.
Wie gesagt - EMDR in Kombi mit klinischer Hypnose durchaus "empfehlenswert", wenn man es denn so nennen möchte....
@Ronald - auch ein Danke an Dich für die Antwort. Ich sehe schon, ich kann mir dann aussuchen, zu wem wir zuerst kommen - zu Dir oder zu Deiner Frau...
Ich finde Eure Therapieansätze wie gesagt ganz toll, aber Ihr seid leider viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel zu weit weg.....
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
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