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HURRA - jedes Kind hat nun das Recht auf Regelschulbesuch!
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
alles eine Frage der Barriere, des Personals, des richtigen Lernstoffs und und und. Solange diese Dinge nicht auf JEDES zugeschnitten sind. Nützt die Gesetzgebung relativ wenig. Nichts desto trotz wird die Integration um ein Vielfaches erleichtert. Für die jenigen, für die es sinnvoll ist, soll es auch so sein.
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eli
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

eli hat folgendes geschrieben:
Hallo,

es stellt sich mir doch eine Frage....trotz Integration, lernt man denn als besonderes Kind auf einer Regelschule gut?

Integration ist ja nochmal was anderes wie effektives Lernen. In größeren Klassen und geringerem Personalschlüssel wird doch von jedem Kind mehr Selbständigkeit vorausgesetzt. Natürlich kann eine besonderes Kind integriert werden. Das hängt nur vom Willen des Pädagogen ab. Aber kann er sich auch ausreichend kümmern?

Ich würde mir stets die Frage stellen, würde mein Kind auf einer speziellen Schule (bei meinem Sohn wird es ein KB-Schule) nicht mehr lernen als auf der Regelschule? Integration kann und darf nicht alles sein, man muß sich auch intensiver um diese Kinder kümmern oder?

Wie läuft das bei Euch mit den integrierten Kindern auf der Regelschule?
Und hat man ein verhaltensproblematisches Kind, dann wird es nochmal schwerer auf der Regelschule. Da fehlt meist die Toleranz.

LG Petra

_________________
E. (01/04): Panayiotopoulos-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Teilleistungsstörungen, leichte Ataxie, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, V.a. Autismus
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eli
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ups jetzt wollte ich noch was ergänzen......dann kommt mein Text nochmal..... Very Happy
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E. (01/04): Panayiotopoulos-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Teilleistungsstörungen, leichte Ataxie, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, V.a. Autismus
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Sabine
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Wohnort: Menden-Lendringsen

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich hoffe auch, dass das Kind jetzt nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird und es womöglich im Zuge der vielgeliebten Integration nun zu einer Auflösung aller Förderschulen kommt. Ein mehrfach behindertes Kind wie Jan-Paul kann keine Regelschule besuchen, es sei denn, man reißt sie ab und baut sie komplett neu wieder auf mit Therapiebad, Snoezelen-Raum, Fahrstuhl, Bällebad, Therapieräumen usw. Cool
Ein normal entwickelter Schüler, der weder körper- noch geistig behindert ist, braucht das doch alles gar nicht. Soll man nun wegen einem Schüler eine ganze Schule umbauen?! Das bezahlt doch keiner!
Ja, in anderen Ländern werden viele behinderte Kinder integrativ beschult. In Italien gibt es meines Wissens z. B. gar keine Sonderschulen, alle Kinder besuchen Regelschulen - mit dem Erfolg, dass mehrfach behinderte Kinder nicht beschult werden, weil es kein ausgebildetes Personal und keine passenden Einrichtungen für sie gibt. Die müssen dann halt zu Hause bleiben, wo sie entweder rund um die Uhr von der Familie versorgt werden oder kommen gleich ins Heim. So eine "Integration" wünsche ich mir nicht. Schlimm genug, dass die Heilpäd. Kigas hier in NRW alle nach und nach abgeschafft werden, die I-Kigas sich aber weigern, mehrfach behinderte Kinder aufzunehmen, weil sie mit ihnen nicht zurecht kommen.
Es gibt genügend mehrfach behinderte Kinder in NRW, die gar keinen Kiga besuchen können, weil es keine HPZs in ihrer Gegend gibt und die I-Kigas sie nicht aufnehmen können oder wollen. Was hier gerade passiert, ist eher Ausgrenzung als Integration.
Ich wünsche mir jedenfalls keine Integration, die schwer behinderte Kinder außen vor lässt. In den Medien wird immer von DEN behinderten Kindern gesprochen - so als wären alle Kinder gleich schwer oder leicht behindert. Die Behinderungen sind vielfältig und darauf muss dann auch die Schule abgestimmt sein.

LG
Sabine

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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Andrea5
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo alle Zusammen,

ich bin weiterhin grundsätzlich für Integration in den allgemeinbildenden Schulen.
Wir wohnen in Niedersachsen und die sind eben ein Entwicklungsland in puncto
Integration in der Schule. Und das haben wir am eigenen Leibe erfahren müssen.

Die Grundschule bei uns im Dorf will Ben nicht aufnehmen. Kann zwar Antrag auf
Integration stellen (unser gutes Recht). Da kann ich aber jetzt schon sagen, der
würde dort abgelehnt werden.

Mit integrativer Beschulung sieht es auch mau aus. Wenn dann geht es nur privat.
Gibt es bei uns. Bloß lt.Schulamt darf dort im Moment kein GB-Kind beschult werden, weil da noch kein Antrag von dieser freien Schule vorliegt. Da geht nur
LB. Von der Klassenstärke her würde dort eine Integration klappen (10 Kinder),
aber dann ist aber auch die Förderung dementsprechend. Wahrscheinlich können
sie nur ein GB-Kind nehmen oder 2 LB-Kinder. Und mit fünf Stunden pro Woche
plus Schulbegleitung sieht es nicht gerade toll mit der Förderung aus.

Letzt endlich bleibt für Ben nur die Waldorfförderschule. Die Aussichten sehen
gut aus, daß er dort aufgenommen wird. Und das ist immer noch besser als
unsere staatliche GB-Schule (dort könnte Ben nämlich leicht unterfordert sein,
steht zwischen sehr leichter GB und schwerer Lernbehinderung), wo leider die
Durchlässigkeit zum Förderschulabschluß Lernen und dem Hauptschulabschluß
fehlt. Auf der Walddorfförderschule kann er ohne die Schule zu wechseln einen
Hauptschulabschluß machen, wenn er es kann.

Ich bin der Meinung, wenn jedes Kind mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen
kann, dann muß auch die Förderung auch dahin. Ein Arbeitskollegin (wohnt in
Schleswig-Holstein und die Tochter hat Förderung Lernen) hat ihr LB-Kind inte-
grativ in einer normalen Grundschule. Und das ist hier wohl die Regel. Hier wird
eine Grundschule für Integration bestimmt und dort werden die Kinder mit
sonderpädagogischen Förderbedarf eingeschult, wenn die Eltern es wollen.
Diese Schule muß aber nicht die nächstgelegene Grundschule sein.

Bei uns gibt es ein regionales Förderkonzept, aber da sind GB-Kinder im Moment
noch von ausgeschlossen (besuchen aber Kooperationklassen, Unterricht mit
Regelkindern in Kunst, Sport etc.)

Bis Niedersachsen da mal in die Puschen kommt mit Integration, ohne das man
alles einklagen muß, das wird wohl noch dauern. Ich finde, was hier abgeht
eh skandalös. Evil or Very Mad

LG
Andrea

_________________
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), AVWS,
LRS, hypoton /Ben 01/04 KISS(KIDD) , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, starke Sprachverzögerung, Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)
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ju+ju
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Beiträge: 4638
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich bin auch der Meinung, dass man die Vor- und Nachteile der integrativen Beschulung sehr differenziert sehen muss.

Julian wird sicherlich auch ein Kind sein, für das eine integrative Beschulung nicht das richtige wäre. Abgesehen von der von Sabine genannten Ausstattung einer Schule, die den Ansprüchen eines mehrfachbehinderten Kindes Rechnung trägt, wäre er sicherlich allein aufgrund der Kombination von geistiger Behinderung und Blindheit mit einer Klassengröße, wie man sie in Regelschulen findet, total überfordert.

Mit Sicherheit ist es so, dass die meisten Eltern ihr Kind gut einschätzen können und insofern die richtige Schule wählen. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht (bin Lehrerin), dass es eben auch Eltern gibt, die das nicht können und ihrem Kind dann mehr schaden als nützen, weil sie es unbedingt in der Regelschule sehen wollen.
Ich habe mein Referendariat an einer Schule mit Außenklasse gemacht. Vier geistig behinderte Kinder, eine ständig anwesende Sonderpädagogin samt Assistentin, eigener Klassenraum und kleine Kooperationsklasse. Für drei der vier Kinder war das sicherlich eine prima Sache, und für die Kooperationsklasse auch. Aber für das eine schwer mehrfachbehinderte Mädchen in der Klasse fehlte schlicht und einfach die Ausstattung.

Ich halte es also für absolut wünschenswert, dass die Möglichkeiten integrativer Beschulung ausgebaut werden. Aber ich halte nichts davon, alle behinderten Kinder intergrativ zu beschulen, denn man muss realisitisch sehen, dass das nicht immer zum Wohle des Kindes ist.

LG Jule

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J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
Z.n. BNS-Epi mit weiterhin pathologischem EEG, globale Entwicklungsstörung, blind, keine Sprache
aber: hüpft flott auf den Knien, macht erste Schrittchen, liebt den KiGa, Rollifahren und Schwimmen und ist glücklich in seiner eigenen kleinen Welt Very Happy
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Alexandra30
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Huhuu,

bei uns scheitert es allein schon an der Klassengröße!!
Bei uns gibts kaum eine Klasse unter 30 Kinder!!!!Da wäre Chantal schon nach einer Stunde völlig überfordert.

Und sie würde definitiv NICHT so viel lernen wie in der förderschule,da bini ch mir sicher.
Sie wächst hier auich mit gesunden Kindern,Geschwister und Nachbarkindern auf und ich muss ehrlich sagen,dass sie da nicht sehr viel von profitiert.
WEnn die kids zusammen spielen,gibt es mit Chantal nach wenigen Minuten Theater,es klappt einfach nicht....

lg
alex

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Alexandra mit 2 Jungs (13 und 10 Jahre) und Pflegekind (7 Jahre), FAS Syndrom,geistig behindert,Schlafstörung,Zöliakie,Essstörung.
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MamaAlexa
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Sohn wurde letztes Jahr in einer K-Schule angemeldet, weil das die einzige Schule ist, die mit Sprachcomputern arbeitet. Luca hat in der kurzen Zeit so tolle Fortschritte gemacht. Er hat seinen Wortschatz verdoppelt.

Luca hätte auch in unserem Ort auf die Schwerpunktschule in eine I-Klasse gehen können. Was hätte ihm das aber gebracht? In diesen Klassen sind 15-20 Kinder (in den Regel-Klassen sind es meist 25-30), die Förderlehrer kommen nur 2 mal in der Woche (was macht mein Sohn an den restlichen 3 Tagen?) und die Lehrer haben von einem Sprachcomputer noch nie etwas gehört.

Ich würde immer wieder die Förderschule vorziehen.

Gruß
Alexa

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RenateKN
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich verstehe jetzt garnichts mehr...
da freut man sich dass es nun eine gesetzliche Grundlage gibt die die Eltern stärkt welche einen Regelschul-Besuch für ihre behinderten Kinder wollen und dann gibt es hier im Forum nun Eltern die dies nun wieder nicht gut finden, dabei ist doch der Konsens dass Eltern nun nicht mehr übergangen werden können vom Schulamt, allein darum geht es!! Ich habe hier dutzende von Beiträgen gelesen wo Eltern verzweifelt versuchen zu verhindern dass ihre Kinder in GB oder KB Schulen kommen und einfach vom Schulamt übergangen werden, die Kinder also gegen den Willen der Eltern in andere Schulen gesteckt werden.
Ist es wirklich so, dass wir Deutsche zu dumm sind um uns über neugewonnene Demokratie und mehr Elternrechte zu freuen?
Es geht doch hier nicht um schwerbehinderte Kinder und Kinder welche einen Regelbesuch nicht verkraften würden, welche natürlich immer noch viel besser in einer Förderschule aufgehoben sind sondern um die [b]FREIHEIT selbst zu entscheiden was für das eigene Kind besser ist OHNE Angst dass man übergangen wird.[/b]
Ich kann nur meinen Kopf schütteln.
Dann soll doch bitte niemand mehr jammern wenn das eigene Kind einfach über Euren Kopf in eine Schule gesteckt wird welche Ihr nicht für Euer Kind haben wolltet.
Ts ts ts ts manchen Menschen kann man garnichts recht machen.
Dieses Gesetz bedeutet doch nicht dass nun ALLE behinderte Kinder in Regelschulen sollen.

_________________
Tochter 71, herzkrank, Sohn 75, ADHS, Enkelin 94, gesund, Enkelin 03, auditative Wahrnehmungsstörung, Enkel 08, Frühchen 34. SSW, Fehlstellung am kleinen Finger beider Hände, andere "Fehlerchen" haben sich jetzt zu unserer Freude als nicht besorgniserregend herausgestellt
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Alexandra30
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BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

Renate,ich habe ja gesagt,dass ich auch FÜR Integration bin,WENN das kind es packt!!!!!
ICH erlebe es aber momentan genau ANDERSRUM, die Gutachterin WILL,dass meine kleine an die Regelschule geht!!!!!!
Und SO gehts ja dann auch nicht!!!!!
Ich begrüße es durchaus,dass es die Integration geben soll,wenn es auch noch lange dauern wird,diese umzusetzen,ABER nicht für ALLE!!!!!!
Ich finde,Eltern können am besten entscheiden,auf welche SChule ihr Kind gehört!!!!!
Momentan kümmert man sich um UNSERE Meinung gar nicht - leider!!!!!!

lg
alex

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