Hallo,
kennt jemand den Verein "Libelle" in Graz? Sie bieten sich mit allerlei Dienstleistungen für Kinder mit Autismus an. Hat jemand Erfahrung damit? _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
und, wie war's? Der Hintergrund meiner Frage: Wir haben dem Verein immer wieder empfohlen bekommen. Dann bin ich mit Lorenz ein mal dort hin. Angetroffen haben wir eine Psychologin, die kaum einen Blick auf den Jungen geworfen hat, aber gleich schon wusste, dass er Autist war. Sie wusste auch ganz genau, dass er mit der tollen Methode, die sie dort entwickelt haben, Lesen und Schreiben lernen kann - was ja schon eine kühne Annahme ist bei jemandem, der kaum 20 Wörter sprechen kann.
Mir war der Laden jedenfalls sehr suspekt. Aber vielleicht haben andere ja auch andere Erfahrungen gemacht, und wir hatten nur Peck mit dieser einen Frau.
Komisch finde ich allerdings auch, wie weihevoll dort immer von der "Frau Dr. Muchitsch" die Rede ist, die den Verein offenbar gegründet hat und deren Tochter ihn weiterführt. Es roch so ein bisschen nach Guru.
Und wie war es bei euch? Und habt ihr in OÖ vielleicht ein anderes Zentrum?
Schönen Gruß,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
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Verfasst am: 27.02.2010, 13:14 Titel:
Hallo Norbert,
ich muss sagen, ich war mit dem Verein sehr zufrieden. Sie haben sich viele Zeit genommen, wirkten auf mich sehr kompetent. Was mich allerdings verwundert hat war, dass wir die Diagnose relativ schnell hatten. Vlt. auch aufgrund dessen, weil wir von weit weg gekommen sind.
Es wurde ca. 1 1/2 Stunden das Kind getestet und dann wurde ich befragt, mündlich bekam ich die Bestätigung auf HFA schon zwei Tage später. Was ich hier so lesen, werden die Kinder intensiver getestet wie bei der Libelle.
Wie sie therapiemäßig drauf sind, da kann ich leider nichts dazu sagen, das kam für uns nicht in Frage, auch nicht einmal im Monat, wie uns angeboten wurde (allerdings nicht auf aufdringliche Weise). Dass die Tochter der Fr. Muchitsch dort arbeitet wusste ich auch nicht. Wie hieß denn die Dame, mit der du gesprochen hast? Gerne auch per pn.
Die Muchitsch wird sehr gespriesen, das hab ich ausch schon mitgekriegt. Hab aber auch schon von Leuten gehört, die mit ihr nicht zufrieden waren. Ich hätte es damals auch bei der Muchitsch probiert, aber da war erstens der Mann am Telefon dermaßen unfreundlich und ich wurde, trotz mehrmaliger Urgenz, nie zurückgerufen. Die Muchitsch dürfete damals länger krank gewesen sein. Wien wäre für uns doch einfacher gewesen wie Graz.
Alles in allem kann ich nichts negatives über den Verein sagen.
Wir waren vorher noch bei OA. Kaschnitz im LKH Graz, der hat uns dann an den Verein überweisen. Der ist etwas chaotisch, aber trotzdem ganz okay.
Welche Art der Therapie wurde euch denn da angeboten? _________________ Liebe Grüße
Elke
Sohnemann (5.03), Hypospadie, chron. Obstipation, Autismus-Spektrum-Störung
mit großem Bruder und großer Schwester
vielen Dank für deine Rückmeldung. Wie die Psychologin damals hieß, weiß ich nicht. ich hatte nicht das Gefühl, dass man sich den Namen merken müsste. Aber deine Erfahrungen machen mir Mut, es vielleicht noch einmal dort zu probieren.
Den Oberarzt Kaschnitz in Graz kenne ich nicht. Wir hatten die ersten Jahre mit einer Frau Maurer zu tun, die ganz in Ordnung war. Aber die Besuche waren sinnlos, denn das Lorenz nicht altersgemäß entwickelt war, wussten wir schließlich selber. Wir gehen deshlab schon lange nicht mehr in die Entwicklungsambulanz.
Wie die Therapie hieß, die uns Libelle angeboten hat, weiß ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass sie uns einen Namen genannt haben. Er sollte halt nur Lesen und Schreiben lernen, und das auf eine ganz besondere Art. Ein Blödsinn, würde jeder sagen, der sich mal die Mühe gemacht hat, auf Lorenz einzugehen.
Schönen Gruß und warmen Sonntag,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Hallo Norbert! Ihrem Lorenz geht es hoffe ich so weit gut und Sie haben inzwischen eine -für Ihre Familie passende- Therapieform gefunden! Bin heute vormittags rein zufällig auf diese Seite gestoßen! Habe Ihren "Erfahrungsbericht" mit dem Autismus Verein Libelle gelesen und mich dabei köstlich amüsiert!! haha!
Also beim "Gurumäßig" alleine schon habe ich geheult vor lauter lachen!!
Lieber Norbert! Tut mir Leid, das bei Ihnen dieser Eindruck entstanden ist -so wie Sie o. berichten! Schade auch, das Sie den Namen von der Therapeutin nicht mehr wissen (tät mich nämlich echt interessieren!)
Aber vielleicht helfen Ihnen (oder eben auch anderen) meine ganz persönliche Erfahrung durch den Verein Libelle!
Mein Sohn Leon (31.12.2004) hüpft(im wahrsten Sinne!) seit über einem Jahr zur Therapie in die Libelle.
Hauptsächlich trainiert u arbeitet Frau Mag Krista Steinbäcker mit ihm (1mal in der Woche für eine Stunde).
Als sie Leon das 1. mal getroffen hat, konnte er nur wenige Worte sprechen und benennen war absolut unmöglich! (er wusste nicht was "Mama" od "Leon" od "oben" usw... bedeutet) Als hätte er gar nichts mitgekriegt! Er war nur fröhlich und hüpfte den ganzen Tag lachend vor sich hin - aber mit ihm "normal" zu kommunizieren war absolut unmöglich... Naja jetzt haben Sie eh ein ungefähres Bild... könnte ja noch 800 Seiten Beispiele bringen... kurz: Der letzte Entwicklungsstand diesen Dienstag: Leon kann vieles schreiben(vor einpaar Monaten noch nicht geredet!), kennt alle Buchstaben und Zahlen, kommt im Alltag mit -eh klar Hilfe, aber immerhin- super zurecht und das "soziale" Verhalten wird auch immer besser! Und das Beste! Leon hat nicht das Gefühl er fährt zur Psychologin oder in die Therapie! Er hat mit Frau Mag Steinbäckers Hilfe sich alles ganz ohne Druck und in fröhlicher Atmosphäre angeeignet. Vor einem halben Jahr hätte er auf eine einfache Frage wie: "Möchtest du noch etwas Saft trinken?" nicht antworten können! Er hat nichts verstanden! Mit 7Jahren -wenn es so weiter geht- wird er "ganz normal" in die Schule gehen können! (Auch ich genieße die wöchentlichen Sitzungen so! Tut der "Mamapsyche" echt gut wenn sich wer um sie kümmert der weiß wie es mit so einem Zwergerl sein kann und verständnisvolle Ratschläge gibt!) Und glauben Sie mir! Ich bin die absolut unesoterischste Person überhaupt!! Haha!! Herzlichst alles Gute an alle Autisten Mamis und Autisten Papis !!! Beste Grüße, Silke
Anmeldedatum: 18.11.2006 Beiträge: 4343
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Verfasst am: 28.05.2010, 21:10 Titel:
Hallo Silke,
hier ist es üblich, dass alle per Du sind, ich hoffe also es ist okay !
Freut mich, dass ihr so gute Erfolge habt, mit der Therapie dort! Der Name eurer Therapeutin sagt mir nichts, bei uns waren damals bei der Austestung eine Fr. Mag. Lagger und Fr. Mag. Mayer, die waren beide wirklich sehr nett.
Ich hätte auf alle Fälle dort auch eine Therapie gemacht, wenn wir in der Nähe wohnen würden.
Fängt dein Sohn im Herbst mit der Schule an? _________________ Liebe Grüße
Elke
Sohnemann (5.03), Hypospadie, chron. Obstipation, Autismus-Spektrum-Störung
mit großem Bruder und großer Schwester
euer Fall klingt ein bisschen nach Wunderheilung: Steh auf, nimm dein Bett und geh! Heißt du eine Ahnung, was das Geheimnis hinter deren Methode sein könnte. Wie gesagt: die Psychologin seinerzeit machte auf mich keinen sehr wundertätigen Eindruck. Eher im Gegenteil.
Gruß,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Liebe Elke! Du hast auch einen Nico!! Leons großer Bruder (8 j) heißt auch Nico. Dein herziger Kerl grinst ganz frech - voll süß! Ihr habt bestimmt in Eurer Nähe auch tolle Therapiemöglichkeiten gefunden - oder? Erzähl mal - tät mich interessieren! Wird Nico in die Schule gehen können? (bin nicht im Bilde - hab gestern nur Beiträge über Libelle gelesen...)Die Frau Lagger kenn ich auch - dafür die Muchitsch nicht (daß durch sie die "Methoden" entwickelt wurden weiß ich jetzt!! Sie war nie im Gespräch... Aber morgen -zufällig- sehe ich sie das 1. mal in Graz bei einem "Familientrainingstag"...) Wegen Schulbeginn: Nö. Leon wird heuer (31.12.) erst 6, das heißt, daß er bei seinem Schulbeginn mit 7, eigentl dann eh schon 7 1/2 ist.
Es klingt bestimmt total arg für "Außenstehende" (also Du Elke verstehst die Logik hinter dieser Methode, das ist mir total klar! Aber meinem Umfeld mußte ich es schon erklären!!) Leon wird seit vorigem Jahr bis zu seinem Schulbeginn (2012) auf das Bildungniveau eines Ende 1.Klasse/ Anfang 2.Klasse Schülers gebracht, damit er sich dann, wenn er in die Schule kommt, NUR NOCH AUF DAS SOZIALE KONZENTRIEREN MUß! Das ist für so ein Zwergerl dann eh Arbeit genug - und jetzt ist das üben, schreiben, usw ein lustiges Spiel für ihn. Er findets lustig! Meine Freundin ist Lehrerin und hatte "so ein" Mäderl schon in der Klasse(auch von Libelle ... haha! klingt wie Epidemie! haha!!) Also mit Helga(Lehrerin) und dem Mädchen hats funktioniert! Herzlichst liebe Grüße! Silke
Hallo Norbert! Du wirst es nicht glauben! Aber genau mit dieser Reaktion von Dir habe ich gerechnet. Nocheinmal: Es gibt keine Wunderheilung. Bei diesen Übungmethoden arbeiten weder Gurus noch Esoteriker (und für alle Fälle: Schamahnen habe ich auch keine gesehen, Jesus ist mir Gott-sei-Dank auch nicht über den Weg gelaufen...)
Nö im Ernst jetzt: Es liegt in der Natur dieser Einstellung - "Ich geh dann mal mit meinem Sohn da hin, weil die könnten Wundertaten oder so vollbringen und innerhalb von 2Wochen ist alles bestens..." - daß man dann enttäuscht wird.
"Geheimnis" tät ich Dir für Dein Kind sofort verraten! Aber da muß ich auch leider sagen: gibt es keines. Es gibt eben nicht für ALLE Autisten EIN Patentrezept.
Eben deswegen gehen die Therapeutinnen dort auf jedes Kind, deren Eltern, Geschwister(werden nat auch integriert) und deren Lebensumstände/Bedürfnisse einzeln u gezielt ein. Ich selber, mein Mann und unser "großer" Sohn binden die
in der Therapie gezeigten Übungen und "Aufgaben" gezielt in den Alltag ein und spielen tun wir sowieso gerne miteinander, also haben wir die Spiele, welche wir im Verein immer spielen... auch für zu Hause gekauft - dem "großen" Nico gefallen die Spiele auch... Es dreht sich halt NICHT mehr um Leon als um uns...
Autisten vergessen/verlernen ja bekanntlich schwer angeeignete/antrainierte Dinge ziemlich schnell wieder, wenn man nicht dranbleibt... Also den Leuten bei der Libelle fällt sehr wohl auf, daß wir -die Familie selber- die Protagonisten in seinen Erfolgen sind! Sie unterstützen uns und zeigen halt einfach nur was möglich sein könnte. Und eventuell helfen würde... Ich mache auch keine Werbung jetzt und bestehe schon gar nicht darauf, daß immer alles super ist! Aber dann überlegen wir uns halt wieder was neues! Und was ich schon "Rotz und Wasser" geheult habe bei Frau Steinbäcker! Die arme! haha!! Sie ist aber auch da wenn man mal schnell ins Telefon heulen muß und "Mordgedanken" hat) Und nein Robert: Frau Steinbäcker gehört keiner Sekte an! haha! War Scherz entschuldigung!! Auf alle Fälle Euch viel Erfolg (jeder Buchstabe, jedes Wort und jeder Blickkontakt ist ein Erfolg für mich und es ist bei uns nicht alles bestens aber o.k. - naja o.k. ist doch eh o.k. ! Es muß nicht immer alles super sein.)
Beste Grüße, Silke!
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