Verfasst am: 24.01.2010, 17:10 Titel: Emotionale Störungen bei behinderten Kindern
Hallo,
nachdem ich lange Stamm-User war bin ich nun auch Professional!
Ich arbeite nun als Psychotherapeutische Heilpraktikerin gemeinsam mit meinem Mann Ronald Hindmarsh (Schwerpunkt ADS/ADHS) in eigener Praxis. Mein Schwerpunkt sind Familien mit behinderten Kindern bzw. emotionale Störungen bei behinderten Kindern.
Mein Fokus liegt auf der emotionalen Stabilität der ganzen Familie.
Ein schönes Beispiel dazu:
Ein geistigbehinderter Junge zeigt plötzlich verstärkt Verhaltensauffälligkeiten:
schlimmere Schlafstörungen, extremere Eßprobleme, verstärkte Unruhe.
Seine ältere Schwester (16) hat seit einiger Zeit heftigen Liebenskummer und lebt diesen lebhaft und pubertär aus. Die Eltern sind zwar einigermaßen genervt aber durchaus verständnisvoll. Der kleine Bruder allerdings kann die Situation vom Verstand her nicht erfassen aufgrund seiner geistigen Behinderung. Stattdessen reagiert er emotional auf die Gefühle der Schwester: Er spürt ihren Schmerz und ihre Wut und zeigt mit seinen Mitteln (Verhaltensauffälligkeiten sind da auch Ausdruck von Emotionen) wie es ihm damit geht. Die Lösung hier war ein "Gespräch" zwischen den Geschwistern. Die Große hat dem Bruder erzählt wie es ihr geht, war dabei zwar traurig, aber auch liebevoll zu dem Bruder und hat
ihm damit fühlen lassen, dass ihr Kummer mit IHM NICHTS zut tun hat.
Emotional konnte der Junge also die Info aufnehmen und damit beruhigter reagieren. Somit konnten auch die Verhaltensauffälligkeiten vermindert werden und damit die Belastung der Familie insgesamt verringert werden.
Ich arbeite mit Ansätzen aus der Systemischen Familientherapie und mit auflösenden Methoden aus der Energetischen Psychotherapie.
Gern beantworte ich Fragen und nehme auch weiterhin im Forum als betroffene Mutter teil.
Die Ursachen zu sehen ist in der Tat oft schwierig - aber sehr wichtig um an Lösungen zu kommen. Um die zu finden ist es hilfreich eine andere Sichtweise einzunehmen und auch professionelle pädagogische und/ oder therapeutische Hilfe zu suchen. Dafür sind wir ja da
Lieben Gruß
Wiebke _________________ Wiebke Hindmarsh
Psychotherapeutische Heilpraktikerin
Emotionale Störungen bei behinderten Kindern
Familien mit behinderten Kindern
Trauerbegleitung
Bent 1.6.1993 - 11.8.2007 (MPS IIIA)
Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.
Marie v. Ebner-Eschenbach
wäre es dann auch damit zu erklären, dass mein Sohn nicht versteht worum es geht, wenn wir mit seinen Schwestern schimpfen müssen ???
Er kann das nämlich kaum ertragen.
Mittlerweile reagiert er auch schon, wenn jemand etwas lauter oder ernster jemand anderen anspricht.
Und wenn hier mal jemand weint, dann schreit er los und es kommen auch bei ihm dicke Tränen - es geht ihm dann richtig schlecht. Obwohl er mit der Situation nichts zu tun hat.
Liebe Grüße
Michaela _________________ Michaela (1967) mit T.
mit Tom (2003), frühkindlicher Autismus (auf hohem Funktionsniveau), getesteter IQ 61
A. (98), Asthma bronchiale und L. (94)
Ja, das könnte so sein - da du ja schreibst er reagiert direkt in der Situation und auch verstärkt bei Gesprächen die "ernster" sind.
Geistig behinderte Kinder sind emotional natürlich genauso bedürftig wie wir alle - nur sie sind ihren Emotionen noch viel ausgelieferter, als ein Kind dass sich Situationen verstandesmäßig erklären kann. Also die geistige/kognitive Leistung ( Aha, das hat jetzt nicht mit mir zu tun- Mama und Papa haben mich lieb, aber schimpfen jetzt grad mit den Schwestern) kann dein Sohn möglicherweise so nicht erbringen.
Die Lösung liegt dann auch auf der emotionalen Ebene - da kann er fühlen
und emotional aufnehmen worum es geht.
Herzlich
Wiebke _________________ Wiebke Hindmarsh
Psychotherapeutische Heilpraktikerin
Emotionale Störungen bei behinderten Kindern
Familien mit behinderten Kindern
Trauerbegleitung
Bent 1.6.1993 - 11.8.2007 (MPS IIIA)
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Marie v. Ebner-Eschenbach
Können unberechtige (also ohne vorherige reizung) auftrettende Wutanfälle ein Zeichen von ablehnung sein!
Unser kleiner macht einer schwester das Leben echt zur Hölle, hat sich zB letzte Woche in einer Nacht 5mal die TK gezogen, bei allen andern ist er das brave Lämchen doch sobald sie alleine mit ihm ist fängt er an sie zu reizen, zu hauen zu beisen und hört kein bischen mehr! Der rest des Pflegeteams kennt diese Sachen nicht bzw nur wenn er vorher durch etwas gereizt wurde _________________ Liebe Grüße Nicole
ich gehe immer davon aus, dass das Verhalten eines Kindes Sinn macht:
Aus der Sichtweise deines Sohnes müsste es also einen Grund für dieses Verhalten geben. Der Grund könnte Ablehnung sein, genauso kommen aber auch andere Gründe in Frage. Vielleicht erinnert ihn irgendetwas an der Schwester (z.B: Aussehen, Brille, Verhalten oder auch Sprechweise) an eine Person mit der er nicht so tolle Erlebnissse hatte? Vielleicht hat diese Schwester zu einer Tageszeit Dienst in der besonders unangenehme Dinge anstehen, die Dein Sohn so garnicht mag?
Wenn Du versuchst sein Erleben aus seiner Sicht - mit all den Einschränkungen - wahrzunehmen, kommst Du leichter der Sache auf den Grund.
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Wiebke _________________ Wiebke Hindmarsh
Psychotherapeutische Heilpraktikerin
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Bent 1.6.1993 - 11.8.2007 (MPS IIIA)
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Marie v. Ebner-Eschenbach
Ja vielleicht erinnert sie ihn echt an eine schlechte erfahrung das kann sehr gut sein, da wir eine 24Std betreuung haben und die besagte Schwester alle Schichten macht kann es daran nicht liegen.
Werden versuchen dran zu arbeiten wenn nicht wird uns die besagte Schwester wohl leider verlassen müßen da es für alle beteiligten so nicht gerade angenehm ist.
Für mich ist es am wichtigsten das Noah mit dem Schwestern gut klar kommt _________________ Liebe Grüße Nicole
ich bin noch neu im Forum und weiß nicht, ob man die Profis, die sich hier vorstellen, einfach mit kostenlosen Fragen nerven darf. Wenn nein, bitte ich um kurze abschlägige Antwort. Dann weiß ich Bescheid.
Unser 16-jähriger Sohn Lorenz (nach den internationalen Diagnose-Kriterien wohl frühkindlicher Autist) lacht immer, wenn andere Kinder weinen. Das wr schon immer so. Es kommt natürlich nicht so gut an. Er lacht zB auch über Hunde, obwohl er Angst vor ihnen hat. Lachen kann er allerdigns auch, wenn im Fernsehen Verfolgungsjagden stattfinden und die Autos durch die Luft fliegen.
Was mag in ihm vorgehen, wenn er lacht?
Schönen Gruß
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
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