Verfasst am: 20.01.2010, 15:01 Titel: Wie Melatonin retard (Circadin) verabreichen?
Hallo zusammen,
Julian soll nun gegen seine Schlafstörungen Melatonin nehmen. Wir haben Circadin 2mg Tabletten verschrieben bekommen.
Nun habe ich heute in der Packungsbeilage gelesen, dass man die Tabletten nicht teilen oder zermörsern soll und bin jetzt etwas ratlos, wie ich sie in den Zwerg reinkriegen soll. Bislang haben wir Tabletten immer aufgelöst in Saft mit einer Spritze gegeben.
Bevor ich nun einen Tag nach unserem Besuch dort schon wieder in der Kinderklinik anrufe, dachte ich, ich befrage mal den reichen REHAkids-Erfahrungsschatz...
Wie gebt ihr dieses Präparat? Was sagen eure Ärzte zum Auflösen von Circadin?
Und wenn ich schon am Fragen bin: Weiß jemand von euch, wie lange die Retardwirkung anhält?
Julian schläft nämlich meistens recht gut ein und bräuchte die Tabletten somit erst nachts, wenn er wach wird und nicht mehr zur Ruhe kommt. Kann ich ihm die um 3 oder 4 Uhr überhaupt noch geben, ohne dass sie in den Morgen reinwirken?
Vielen Dank für eure Hilfe!
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
Z.n. BNS-Epi mit weiterhin pathologischem EEG
globale Entwicklungsstörung, gesetzlich blind, geistig schwerbehindert, autistische Züge
aber: hüpft auf den Knien, "krabbelt", liebt Schwimmen und ist glücklich in seiner eigenen kleinen Welt
die Retardtablette würde ich nachts nicht mehr geben!! Das normale Melatonin kannst du auch um 3 oder 4 Uhr noch gut geben!! Dann nehme ich es selbst manchmal noch!!!
wenn du die Retardtabletten zerkleinerst, geht die Retardwirkung weg!!! Also ich habe keine Idee, deswegen können wir die Retardtablette leider auch nicht geben!!
lg,
Kerstin _________________ Kerstin (*1971) mit Benjamin (*12/03), Cerebralparese, Entwicklungsverzögerung, Mikrozephalie, Wahrnehmungsstörung, Dystrophie bei Eßstörung, Schlafstörung, posttraumatische Belastungsstörung, aber ein zufriedener, fröhlicher Kerl, PEG seit 4/07,
Hallo Kerstin,
genau das befürchtete ich eben, dass die Retardwirkung dahin ist, wenn ich die Tablette "zerstöre"...
Hm, eigentlich weiß der behandelnde Arzt, dass wir die Tabletten wenn dann nachts geben.
Muss ihn wohl doch nochmal anrufen...
Vielen Dank für deine Antwort!
Ratlose Grüße,
Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
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Eine Retardtablette besteht in der Regel aus vielen minikleinen Kügelchen (wie z.B Antra mups o.Ä.), beim Mörsern werden diese zerstört und die Wirkung ist nicht mehr gewährleistet. Man kann diese Tabletten allerdings (in den meisten Fällen) einfach in Wasser zerfallen lassen und dann verabreichen. Würde ich einfach mal versuchen! Dabei wird die Wirkung nicht aufgehoben. Allerdings kann es sein das sich die Tablette gar nicht erst zersetzt, dann klappt es nicht...
Und da es Retardtabletten sind, sollten sie so lange wirken, dass dein Zwerg damit über die Nacht kommt
Liebe Grüße _________________ ~ Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst sondern ein Geschenk das jedem von uns jederzeit genommen werden kann ~
ah, das ist ja interessant! Zerfallen wäre also okay, nur nicht zermörsern. Das wusste ich noch nicht. Vielen Dank!
Die Frage ist bei uns weniger, ob er damit über die Nacht kommt als vielmehr, ob sie zu lange in den Morgen rein wirken, da er mitunter erst gegen 3 oder 4 Uhr unruhig ist...
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
Z.n. BNS-Epi mit weiterhin pathologischem EEG
globale Entwicklungsstörung, gesetzlich blind, geistig schwerbehindert, autistische Züge
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Ja zerfallen ist okay, weil sich dann nur das "Bindemittel" (weiß nicht wie ich es sonst nennen soll ) zwischen diesen Minikügelchen auflöst und die Kügelchen an sich intakt bleiben.
Melatonin ist ja ein Hormon, also ein Schlafhormon und wird bei einem gestörten Tag-Nacht Rhythmus gegeben. Ist also keine Schlaftablette die man so nimmt und bums einschläft, sondern es unterstützt den Körper in den "gewohnten" Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden. Also nicht das du denkst es wirkt nicht- im Gegenteil!
Allerdings sollte man es dann generell vor dem Schlafengehen geben und nicht als Bedarfsmedikation. Oder halt als Bedarfsmed. am Abend. Wenn du es erst um 3 oder 4 gibst, dann bekommt dein Zwerg ja nen ganz schiefen Schlafrhythmus
Liebe Grüße _________________ ~ Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst sondern ein Geschenk das jedem von uns jederzeit genommen werden kann ~
Hallo Saskia,
das wird ja immer komplexer
Um Himmels Willen will ich ihm natürlich nicht angewöhnen, dass man erst mitten in der Nacht richtig müde wird
Eigentlich hatte ich es mit dem Neurologen so besprochen, dass ich es bei Bedarf nachts gebe, wenn Julian nicht zur Ruhe kommt. Meine Vorstellung war, dass das Zeugs ihn müde macht, aber natürlich nicht, dass es so seinen Schlafrhythmus durcheinanderbringen würde. Denn abends schläft er meistens gut ein.
Ich sehe schon, ich komme um eine telefonische Nachfrage doch nicht rum...
Danke dir für die vielen Infos!
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
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wir haben auch Circadin zuhause. Aus eigenen Versuchen kann ich dir sagen, in den Tabletten sind weder Kügelchen drin, noch lassen sie sich so ohne weiteres in Wasser auflösen. Die muss man schon zerstampfen und dann ist der Retardeffekt dahin.
Unser Sohn hat diese Schlafprobleme nicht immer, er hat auch kein Problem einzuschlafen, sondern mitten in der Nacht aufzuwachen und dann nicht mehr einschlafen zu können. Ich habe (auf eigene Kosten) sublinguale Melatonin-Tabletten besorgt, die sich unter der Zunge rasch auflösen. Die gebe ich ihm bei Bedarf nachts.
Ein Müdigkeitsüberhang am nächsten Tag kann eigentlich nicht am Melatonin liegen(vielleicht, wenn man die Tabletten erst am frühen Morgen geben würde), zumindest hat mir das unser Neurpädiater gesagt, da die Halbwertszeit bei ungefähr einer halben Stunde liegt.
LG, Gudrun _________________ Sohn (*1996) Frontallappenepilepsie, kortikale Dysplasie
wie Gudrun schon schreibt, lassen sich die Tabletten nicht auflösen!!! Das haben wir auch probiert!! Eben weil sie sich so langsam auflösen, entsteht die Retardwirkung!!!!
und nochmal: das normale Melatonin nehme ich öfter erst um 3 oder 4 Uhr, zum wieder einschlafen!! Wenn er dann nicht um 6 Uhr topfit sein muß, ist das kein Problem, weil eben die Halbwertzeit so kurz ist!!!! und ich nehme es nicht regelmäßig, sondern eben bei Bedarf!!!!!! ich habe bis jetzt keine Nebenwirkungen gemerkt und nehme es wirklich schon lange!!!!
lg,
Kerstin _________________ Kerstin (*1971) mit Benjamin (*12/03), Cerebralparese, Entwicklungsverzögerung, Mikrozephalie, Wahrnehmungsstörung, Dystrophie bei Eßstörung, Schlafstörung, posttraumatische Belastungsstörung, aber ein zufriedener, fröhlicher Kerl, PEG seit 4/07,
vielen Dank für die Info! Das werde ich mit unserem Neuropädiater besprechen.
Unsere Jungs scheinen ja ähnliche Schlafprobleme zu haben, für die sich Tabletten ohne Retardwirkung anscheinend besser eignen.
Die Retardtabletten haben wohl eine Halbwertszeit von mehreren Stunden, deshalb meine Befürchtung, dass er bei sehr später Gabe einen Überhang in den Morgen hinein haben könnte.
Hm, jetzt überlege ich gerade: Wenn ich ihm die Retardtabletten zermörsert gebe (also ohne Retardwirkung), ist dann die Dosis zu hoch, weil die 2mg direkt wirken?
Du liebes Bisschen, ist das alles kompliziert
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
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