Verfasst am: 02.01.2010, 23:08 Titel: Neu und Fragen zur verbalen Dyspraxie
Hallo alle zusammen,
wir sind ganz neu hier. Mein Sohn Julius ist 29 Monate alt und hat durch seine Logopädien die Diagnose verbale Dyspraxie erhalten, welche aber noch etwas wackelig ist. Vielleicht könnt hier ja aus Eurer Erfahrung uns helfen? Nun zu unsere Geschichte:
Er fing ganz normal mit ca. 12 Monaten an ein paar Wörtchen zu sprechen: Mama, Arm, da, Lampe, Decke und noch ein paar mehr. Dann von einem Tag auf den anderen war alles weg. Einfach so. Wir dachten uns zuerst, dass er vielleicht erstmal "anderes" zu tun hat: wachsen, selber essen lernen etc. Aber als dann ein halbes Jahr nichts passierte haben wir uns ins SPZ überweisen lassen. Erste Untersuchung und gleich ein Volltreffer: die Ohren. Paukenerguss auf beiden Seiten. Therapie Kochsalzlösung und mit 24 Monaten waren Paukenröhrchen geplant. Allerdings haben wir dann nochmal mit 23 Monaten die Ohren untersuchen lassen und siehe da, wieder alles gut. Schön, aber er sagte immer noch kein Wort. Einen Monat später mit 24 Monaten waren es dann ungefähr 5 Wörter. Ich habe mich dann zu einer Logopädien überweisen lassen, die dann aufgrund meiner Erzählungen auf verbale Dyspraxie getippt hat. Nun ist das aber so, dass er in den letzten 3-4 Monaten ca. 70-80 Wörter gelernt hat und 2- Wortsätze bildet. Zudem wurde er auf weitere Behinderungen getestet, wobei heraus kam- ich hoffe ich formuliere das nicht überheblich- in alles anderen Bereichen seiner Alterklasse um ca. 8-12 Monate voraus ist. Ach so, er geht seit 4 Monaten zweimal die Woche zur Logopädie.
Nun stehen wir ein bissl blöd da. Wir haben ein cleveres Kind, welches unheimlich kämpft. Er muss seine Sprache wie eine Fremdsprache lernen, er kämpft jeden Tag, weil er es so sehr will und schafft es unterdessen auch ganz gut. Manchmal tut er mir so leid, dann will er mir was erzählen und kann aber die Worte nicht sagen. Seine Worte sind nicht alle klar verständlich, sondern er sagt zu Hund- Hu, zu zu- tu, zu blau- bau. Allerdings gibt es auch ganz viele korrekte Worte.
Aus Eurer Erfahrung: was hat er? Einfach monatelang schlechte Ohren oder wirklich eine Sprachstörung?
Wie kann ich ihm helfen? Ich bin für jeden Tipp dankbar.
Liebe Grüße
Sophie
Sind denn in eurem SPZ weitere Untersuchungen gemacht worden?
Was mich etwas irritiert ,ist: er hat ja "normal" angefangen ,aber dann war von einem Tag auf den anderen alles weg,nicht? Hat er dann gar nicht "gesprochen" oder kamen si Babybrabbellaute schon ,weißt du was ich meine?
LG Conny _________________ mit C.(*99) u.a.therapieresistente Epilepsie mit täglichen Anfällen
(Medikombi, ketogeneDiät 7/08 bis 11/09 und wieder ab 3/12)
Danke für Deine Antwort. Doch, er hat Laute von sich gegeben. Aber nicht so diese typischen Silbenverdopplungen.
Genau das ist unser Problem, dass er schon mal gesprochen hat. Niemand kann uns darauf eine Antwort geben. Im SPZ wurden keine weiteren Untersuchungen gemacht. Dort steht fest, dass er ca. 8 Monate aufgrund des Paukenergusses schlecht gehört hat und dass das der Grund der Verzögerung ist.
Nochmal zur Erklärung: als Baby hat er Laute von sich gegeben, aber keine Silbenverdopplung, dann mit 12 Monate normaler Sprachbeginn, dann mit 15 Monaten alles weg, mit 21 Monaten Diagnaose Paukenerguss. Mit 23 Paukenerguss wieder weg. Nun mit 29 Monaten ca. 80 Worte.
seid Ihr denn noch weiter im SPZ in Behandlung,bzw sollt Ihr euch dort wieder vorstellen?
Natürlich kann der Paukenerguss und das schlechte Hören der Grund für die Verzögerung sein ,aber ich höre deine Sorge heraus,das doch noch was anderes /mehr dahinter stecken könnte,nicht?
Wurde denn mal ein EEG geschrieben?
LG Conny _________________ mit C.(*99) u.a.therapieresistente Epilepsie mit täglichen Anfällen
(Medikombi, ketogeneDiät 7/08 bis 11/09 und wieder ab 3/12)
Hallo Conny,
nein- wir sind nicht mehr im SPZ in Behandlung. Da hieß es damals es sind definitiv die Ohren und Schluss aus. Ich habe mich selbst darum gekümmert, dass mein Sohn einer Logopädin vorgestellt wird. Weder das SPZ noch der KiA hielten das für nötig.
Wir stehen halt etwas ratlos da. Er lernt das Sprechen nun mit Hilfe von GuK, was gut funktioniert. Keiner kann uns beantworten, wie ein Kind seine Sprache verlieren kann. Es ist halt alles so unvorstellbar.
Liebe Grüsse Sophie
wie schätzt denn die Logopädin sein "momentanes Sprachalter "ein?
Ca 80 Worte klingt für mich nicht so wenig ,aber ich habe auch nicht mehr wirklich präsent,was der Durchschnitt mit 29 Monaten ist _________________ mit C.(*99) u.a.therapieresistente Epilepsie mit täglichen Anfällen
(Medikombi, ketogeneDiät 7/08 bis 11/09 und wieder ab 3/12)
Ja, es sind garnicht soooo wenige Worte. Er hat wie gesagt vor 4 Monaten kaum was gesagt und nun doch soviel dank GuK. Ich glaube er ist vom Alter her nur noch 3-4 Monate zurück. Problem ist glaube ich eher, dass er nicht wirklich nachsprechen kann, sondern man erzählt ihm was und erklärt- er sagt nichts- und dann aufeinmal Tage oder Wochen später zeigt er aus dem Fenster und sagt: mehr S(ch)nee! Einfach so. Genau das, was wir uns irgendwann mal im Bilderbuch angeschaut haben. Er kann eigentlich einfache Wörte wie Ente, Ball oder Saft nicht sagen, sagt aber so tolle Sachen wie "ich auch" oder "noch mehr Eis". Es ist verrückt. Sowas hat seine Logopädin auch noch nie erlebt.
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