Verfasst am: 23.12.2009, 10:45 Titel: Probleme mit ständig suppender PEG
Hallo,
ich habe heute mal eine Frage an euch...
Einer unserer Bewohner hat seit etwa 1,5 Jahren eine PEG. Anfangs war das noch ganz unproblematisch, aber vor etwa 6 Monaten fing diese dann ewig an zu suppen. Also so, dass fast immer Nahrung, Magensäure etc. aus dem Stoma wieder austritt. Dadurch ist inzwischen natürlich auch die Haut ganz gereizt.
Nach langem hin und her probieren hat er dann letzte Woche eine neue PEG bekommen, CH 14. Hätte ja sein können, dass der Schlauch undicht ist oder sonstwas. Geholfen hat´s allerdings nichts, es ist eher noch schlimmer als vorher. Halteplatte außen ganz fest anziehen bringt nur bedingt was, oft haben wir auch damit die gleiche Sauerei. Im Liegen sondieren hilft ein wenig, aber der Bewohner ist recht mobil und bleibt danach nicht liegen, sondern setzt sich direkt wieder hin, ist also auch keine Dauerlösung. Tja, und inzwischen sind wir eigentlich alle ziemlich ratlos, es ist sogar schon in der Überlegung das Stoma zuwachsen zu lassen und ein ganz neues anzulegen, aber das ist ja auch wieder eine erhebliche Belastung für ihn.
Habt ihr noch Ideen? In ärztlicher Betreuung ist er, eine speziell qualifizierte Krankenschwester haben wir auch, aber langsam weiß keiner mehr weiter...
Danke schonmal für eventuelle Antworten!
LG Alex _________________ Seit dem 09.07.2007 staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger
es klingt ein bisschen danach, als ob das Stoma wegen ständiger Entzündung zu weit wäre und sich nicht schön anlegt um den Schlauch. Das ist gerade nach frischer PEG-Anlage häufig. Hier sind gesammelte Tipps dazu: http://www.sondenkinder.de/08-01-22.....-aus-nach-peg-anlage.html
Auch wenn es bei Euch nicht um eine frische Anlage geht, könnten die Tipps vielleicht helfen.
Ich denke, man muss vor allem das, was durchtritt, wenig sauer und damit weniger reizend machen und das Gewebe pflegen. Also Säureblocker (erhöhen) von innen sozusagen und Ulcogant von außen.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
danke dir! Hab mich da jetzt mal durchgelesen und werde das nun wohl mit dem Arzt besprechen müssen. Er bekommt im Moment 2 mal täglich 20mg Nexium und 3 mal 20 Tropfen MCP, daran darf ich so einfach ja nichts drehen.
Ist das Ulcogant Gel auch verschreibungspflichtig? Ich vermute mal ja?
LG Alex _________________ Seit dem 09.07.2007 staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger
meine Tipps waren auch nicht dazu gedacht, selbst Medikamente zu geben oder zu erhöhen. Aber die Tipps kann man ja den Ärzten geben. Vielleicht auch das ausdrucken, was auf Sondenkinder.de steht. Ulcogant ist rezeptpflichtig.
Übrigens brauchen mehrfachbehinderte Menschen oft mehr Säureblocker. Meine Tochter bekommt mit knapp 20 kg schon 3 x 20 mg Omeprazol. http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic24674.html
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
schon klar, dass ich das selbst nicht darf, werd mich auch hüten, mit irgendwas zu experimentieren. Aber manchmal gibt´s ja gute Tipps (z.B. deinen mit dem Teebaumöl zur Stomapflege), die ohne rezeptpflichtige Medikamente auskommen
3x20mg Omeprazol bei 20kg? Bei uns sind´s ja jetzt 2x20mg bei gut 50kg, wenn ich das hochrechne kommt da ja einiges mehr bei raus.
Danke nochmal, werde dann nach den Feiertagen mal mit dem Arzt sprechen.
LG Alex _________________ Seit dem 09.07.2007 staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger
daher habe ich den anderen Thread auch noch verlinkt. Da kannst Du auch die Grundlagen für die höhere Dosis Säureblocker ausdrucken.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
bei Menschen, bei denen abzusehen ist, dass sie nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft sondiert werden müssen, wovon man nach 1 1/2 Jahren schon fast ausgehen könnte, wird die PEG oftmals durch einen sog. Button ersetzt. So wird das bei den Kindern, mit denen ich arbeite jedenfalls meistens gemacht. So ein Button sieht fast aus wie ein Verschluss wie z.B. an einem Wasserball.
Bei jeder Mahlzeit wird der Schlauch an diesen Verschluss mit einer Drehung "angeschraubt" und nach der Mahlzeit wieder abgedreht. Geht ganz einfach.
Der Vorteil eines Buttons ist, dass er wirklich dicht ist, dass keine verschiebbare Außenplatte mehr da ist, unter der sich gerne mal Entzündungen und Reizungen bilden, und dass nicht ständig ein Schlauch dran hängt. Gut geeignet und auch angenehmer für mobile, aktive Menschen mit Sonde.
Vielleicht wäre das etwas für den Bewohner in Eurer Einrichtung.
Viele Grüße
und noch ein schönes Rest-Weihnachtsfest
Andrea _________________ Andrea mit Colin (14. März 03), Duchenne-Muskeldystrophie, globale Entwicklungsverzögerung, Verdacht auf ADHS, Jannika (26. Sept. 05), ganz fitte kleine Maus
bei Benjamin hat auch Ulcogant von außen am besten geholfen!!
und ich würde die innere Halteplatte nicht komplett fest ziehen, da das die Magenschleimhaut reizt!! wir haben das am Anfang auch gemacht in der Hoffnung, daß dann die Entzündung besser wird, aber sie wurde ua erst besser, als wir die den Schlauch immer 1 cm rein geschoben haben. Außderm befestigen wir den Schlauch mit einem Streifen Pflaster auf dem Bauch, damit die Sonde sich nicht ständig im Stoma bewegt!!! außderm muß man dann auch nicht so aufpassen, daß man nicht aus Versehen an der Sonde zieht!!
lg,
Kerstin _________________ Kerstin (*1971) mit Benjamin (*12/03), Cerebralparese, Entwicklungsverzögerung, Mikrozephalie, Wahrnehmungsstörung, Dystrophie bei Eßstörung, Schlafstörung, posttraumatische Belastungsstörung, aber ein zufriedener, fröhlicher Kerl, PEG seit 4/07,
danke euch für die weiteren Antworten
Inzwischen gibt´s auch noch einen ganz anderen Ansatz... Es steht nun der Verdacht auf eine Magenentleerungsstörung (oder so ähnlich) im Raum und dass dieses ständige Suppen dann vielleicht durch eine Überfüllung des Magens kommen könnte. Angedacht ist jetzt, in kleineren Portionen zu sondieren und auch die Medikation zu ändern (statt MCP jetzt Motilium-Tropfen)...
Andrea, ja an einen Button hatte ich schon gedacht. Aber der Arzt meint, dass das das aktuelle Problem nicht lösen könnte und möchte momentan erstmal auf jeglichen operativen Eingriff verzichten, ist ja auch immer mit Risiken verbunden. Ich werde das aber mal im Auge behalten.
Kerstin, danke für deinen Erfahrungsbericht. Ganz festziehen ist also auch nicht gut? Muss ich nochmal genau nachfragen, denn das sollten wir ja jetzt machen...
LG Alex _________________ Seit dem 09.07.2007 staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger
ich bin nicht wirklich versiert in der Sondierungsthematik, und vielleicht ist das auch ganz falsch, was ich meine. Aber bei Josy ist es auch so, dass sie einen Button hat, und wir haben *toitoitoi* keine Probleme mit dem Stoma. Es ist nur selten mal etwas gerötet, aber ansonsten problemlos *hoffentlich verschreie ich es nicht gerade*. Die PEG fand ich ehrlich gesagt fürchterlich, und bei uns war von Anfang an klar, dass wir nach ca. drei Monaten auf einen Button wechseln. Das Wechseln ist auch eigentlich einfach bzw. keine größere Op. Ich würde es sofort wieder machen, weil die Pflege leicht ist. Bei uns ist es allerdings so, dass ich den Schlauch dran lasse, und ihn in der Pampers festklebe, damit er nicht verrutscht. Dann noch das Schlauchende in der Hose verstecken und fertig. Reinigen tun wir nur mit ganz wenig Octenisept, dann noch eine Manschette drum (Schlitzkompresse o.ä.), damit es nicht reibt, und fertig. Wenn es derart große Probleme mit der Nahrungsgabe gibt, würde ich es schon machen, weil sich danach einiges sehr schnell sehr viel bessern kann. Jedenfalls spätestens dann, wenn auch bei kleinen Mengen immer wieder was rauskommt.
Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen
LG
Sandy _________________ Joselyne
*08.05.07
1945g und 43 cm pures Glück..
Da werden Hände sein, die dich tragen, Arme, in denen du geborgen bist und zwei Menschen, die dir ohne Worte sagen, dass du auf dieser Welt willkommen bist.
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