Verfasst am: 22.10.2009, 12:04 Titel: Förderung des Greifens
Hallo!
ich habe eine schwerbehinderte Tochter sie ist jetzt 20 MOnate alt.
Was kann ich mit ihr Spielen umdas Greifen zu fördern?
Sie hat ihre Hände immer ganz weit auseinander und nicht vor dem gesicht wie es eigentlich sein müsste. ich habe keine Ahnung was ich mit ihr machen kann damit sie lernt hre Hände vors Gesicht zu halten und mit ihnen zu spielen. Könnt ihr mir da weiter helfen?
Danke
viele sehbehinderte Kinder beginnen das Greifen und Fühlen im "Little Room". Zu diesem Thema gibt es schon viele Einträge in diesem Forum und evtl. auch ein Foto.
Ansonsten macht ihr sicher auch Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis. Dort wird das Greifen ja angebahnt. Vielleicht braucht deine Tochter noch etwas. Meine Tochter hat zuerst Tücher und weiche Materialien bevorzugt. Aber da ist jedes Kind anders.
Hallo Rebekka,
der Tipp mit "little Room" ist sehr gut-
auch Baby Spielwiese mit mehreren Spielzeugen
über das Kind hängen, ist gut. vielleicht lustige
bunte Sachen, die auch Geräusche machen, drüber
hängen, die zum Hingreifen animieren.
Von Chicco gibt es viel Spielzeug, das "Krach" macht
und zum Hingreifen motiviert.
einfach ausprobieren, auf was sie reagiert:
Sachen, die Geräusche machen oder bunt, neonfarbig
oder Kontrastreich (liniert schwarz-weiß) sind.
Trommeln, Musik machen, das hat unser Kleiner geliebt,
bzw heute noch!
Weiche Bälle, Servietten zum runterschmeißen vom Hochstuhl
fand er superlustig.
LG Uschi _________________ Uschi mit Korbinian (*2.12.04)
schwerer Sauerstoffmangel vor der Geburt mit Hirnblutungen und
Hirnschädigung, Tetraspastik beinbetont,
Absencen Epilepsie,visuelle Wahrnehmungsst., starke Entwicklungsverzögerung und immer gut drauf
Das Leben bedeutet Risiko. Mehr Risiko bedeutet auch mehr Leben.
Um überhaupt greifen zu lernen, ist es wichtig, dass die Hände sich treffen können. Das heisst, deine Tochter sollte (zumindest zeitweise) so gelagert werden. dass ihre Hände sich ohne Anstrengung berühren können.
Dazu eignet sich je nach Grösse einer Tochter ein einfaches Stillkissen, in das du sie heineinlegst, so dass ihre Schulter nach vorne gehalten werden, oder ein Autositz /Babywippe mit entsprechenden Rollen (Windel, Handtuch) rechts und links unter dem Körper. Wichtig ist, dass sie sich sicher gehalten fühlen kann, damit sie sich ganz auf ihr Spiel konzentrieren kann und nicht ständig "balanzieren" muss.
Dies alles sollte aber nur immer für kurze Zeit so ausgepolstert werden, denn neben dem Greifen soll deine Tochter ja auch das Bewegen, rollen etc. lernen können. Dazu ist es wichtig, dass sie auch einfach auf einer ebenen Fläche liegt.
Bei Speilzeugen über dem Kopf finde ich immer, dass weniger besser ist, denn machmal sind Kidner schon alleine mit der Entscheidung " Welches Spielzeug nehme ich?" total überfordert.ein Bündel bunte Herbstblätter, aufgefädelte Kastanien, Putzschwämme mit versch. Oberflächen, glänzende Löffel oder z.B. eine Gold-silberne Erste-Hilfe-Decke aus dem Verbandskasten, können sehr anregende Spielzeuge sein.
Viel Mut und Spass beim Ausprobieren ! _________________ Cordula (65) + Stephan (68) mit Ira (86), Marvin (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), Jakob (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + Konrad 10/07 (GS, OSAS, Laryngomalazie,Tracheostoma)
Anmeldedatum: 02.11.2008 Beiträge: 1696
Wohnort: Österreich
Verfasst am: 24.10.2009, 17:16 Titel:
Hallo Rebekka!
Uns wurde gesagt, wir sollen Lara dazu in Seitlage drehen und ihr Spiezeug zwischen die Hände, die sich ja so mühelos und zufällig treffen geben. Wir machen das immer wieder, ein bißchen hilfts natürlich, Wunder darf man davon aber auch keine erwarten....
Im KH hatten wir mal eine Therapeutin, die hat ihr die Hände in Seitlage zusammengebunden (nur ganz leicht), das hat auch geholfen, weil sie nicht gleich automatisch auseinander waren sondern sich erst mal befühlt hatten um zu schauen was da los ist - das toleriert sie aber nicht mehr.
Lara dreht sich immer gleich wieder auf den Rücken zurück und fuchtelt dann auch eher mit beiden Händen seitlich herum. Man muss also auch bei ihr bleiben um sie seitlich spielen lassen zu können.
Auch die Bauchlage würde angeblich helfen, zur Mitte zu finden, bezüglich Greifen bringt die aber wohl eher nichts...
Bei Lara ist das Problem, dass sie glaubt dass Seit- und Bauchlage zum Schlafen da sind.....
lg
Yvonne _________________ Lara (11.01.2008), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma
Hallo, schaut hier einmal das Buch an . Da sind ganz viel tolle Ideen drin -diese sind auch gut zu adaptieren (anzupassen) für Kinder mit Seheinschränkungen.
- verschiedene Lagerungsmöglichkeiten Seite und Spielideen (leider in English aber tolle Bilder): 90-91, 98, 104 (tolle Idee mit Hängematte),140,166-171
wichtiges ist zu beachten:
-gute Lagerung (wurde ja schon benannt): Rückenlage -leicht erhöht mit Unterstützung so dass es leichter ist die Hände zusammen zu führen :möglich mit Sitzsack, Stillkissen oder spezielle Lagerungsmaterialien (Enste, Vacu-Tec), Bauchlage - mit viel Unterstützung -fraglich wenn zu viel Unterstützung ob sich das Kind noch auf die Feinmotorik konzentrieren kann, Seitlage - super geeignet
- Spielmaterial was schnell eine Rückmeldung gibt: Massagekäfer, Knisterfolie (Rettungsfolie, mein Lieblingsspielzeug , Erbsen, Sand (da Bitte nur unter Beobachtung) oder auch matschen mit Creme, Rasierschaum oder auch Schlagsahne (schmeckt besser ), lustig sind auch verschiedene Ketten mit Rasseln dran oder auch verschiedene Stoffe (Wolle, Lammfell, künstliches Gras, versch. Teppiche sind da super)
- in der Badewanne eine gute Sitzpostion (am besten mit Hilfsmittel) und dann können die Hände ganz toll planschen -ev. unter Wasserhahn -gibt mehr Rückmeldung
- in eine große Kiste - Sitzpostion / halb liege Position und dann viele Kastanien, Knisterfolie, Erbsen....
- Schultertuch - in Seitlage: Mitte des Tuchs begibt im Rücken und zieht vor zu den Armen - um jeden Arm wird eine Schlaufe gebildet und dann nach vorn zusammengeknotet (schwer zu erklären) -dies ist ähnlich auch im sitzen möglich (je nachdem wir die Rumpfstabilität vorhanden ist)
erklärt in folgenden Buch (event. hat das die Physio. oder Ergotherapeutin): Therapie- und Alltagshilfen für zerebralparetische Kinder
- was auch toll ist - gut >Ausgangsstellung hier in Rückenlage und Seitlage: die Finger mit etwas ganz leckeren bestreichen und dann zum Mund führen zum abschlecken und schauen ob das Kind es dann nachahmt
- gr. Sack z.B. Bettbezug diesem Mit Luftballons oder kleinen Bällen füllen und dann das Kind rein: gemeinsam, alleine und los geht es mit schütteln, ziehen oder ganz vorsichtig
- Bällebad
so das waren so meine Ideen!
Ich hoffe ihr könnt damit etwas anfangen!
LG Mone80 _________________ Ergo.-Castillo Morales, Sensorische Integration, Psychomotorik,...,Schwerpunkt:Säuglinge/Kleinkinder - ca. 16 Lebensjahr, Die "Besonderen Kinder" liegen mir besonders am Herzen! Praxisarbeit/Praktisch Bildbaren Schule/Lernhilfeschule
"Jeder kann etwas ganz besonderes, man muß sich nur die Zeit nehmen und die Arbeit machen danach zu suchen."
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