Verfasst am: 08.09.2009, 19:37 Titel: OP bei extrem spastischem Knicksenkfuß? Fersenverlängerung?
Hallo zusammen,
hatte heute mal wieder Termin in der Kinderorthopädie hier in der Karlsruher Kinderklinik mit meinem Sohn Julian (10).
Julian hat ja unter all seinen anderen Krankheiten auch eine leichte Skoliose und einen starken Knicksenkfuß.
Heute empfand der Arzt den linken Knickfuß sehr extrem, er nannte es einen extrem spastischen Knickfuß,
und er riet mir (am besten so schnell wie Möglich!)zu einer OP, eine sog. Versen Verlängerung. Dafür würde man ein Stück Knochen aus dem Becken entnehmen, und diesen in der Verse einsetzen. Da Julians ganzer Fuß extrem eingeknickt ist und auch die Sehnen stark verkürzt sind, würde man auch eine Sehnenverlängerung vornehmen. Außerdem empfahl er irgend ein Mittel zu spritzen, ich weiß jetzt nicht mehr wie das hieß.... irgendwas mit Bordolum oder so... ? um alles etwas weicher zu machen.
Julian hat schon immer eine komische Gangart, er kann auch nicht abrollen, er stapft mehr mit den Füßen.
1-2 Nächte müsse man im KH sein, danach würde der Fuß für 4 Wochen in Gips ruhig gestellt werden.
Das Julian an Krücken laufen kann bezweifle ich, dafür bräuchten wir dann auf jeden Fall einen Rolli.
Wir haben uns nun für Freitag bei dem Orthopäden meines Mannes einen Termin gemacht um eine 2. Meinung einzuholen.
Weil irgendwie finde ich das jetzt so schnell mit der op !?
erst verschreibt man ihm keine Einlagen mehr, und immer wenn ich nach Stabilschuhen fragte blockte man ab....
und jetzt am besten sofort op?
Der Arzt sagte, ich solle das nicht mehr lange raus schieben.
Dabei war ich doch vor 6 Monaten erst bei seinem Kollegen ?
Hat jemand Erfahrung damit?
Gibt es nicht die Möglichkeit den Fuß erstmal mit Schienen oder eben Stabilschuhen zu stabilisieren bevor man so eine groß OP macht?
Ich bin jetzt echt durcheinander.....
über jede Antwort bin ich dankbar!
Viele Grüße Tamara _________________ Viele Grüße Tami mit Julian *3/99 perinatale Asphyxie, Apgar 3-3-5, Ph 6,93, Be Wert -20,geblieben sind ein Tourette Syndrom, ADHS, Muskelhypotonie, Mikrozephalie, Entwicklungsverzögerung, komplexe Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung, Koordinationsstörung, Lernbehinderung, Knick-Senk-Füße
und Mareen *Mai 2008 - geplanter Kaiserschnitt und gesund
ja genau Danke dir das war es!!! da werde ich gleich mal suchen danach!!! _________________ Viele Grüße Tami mit Julian *3/99 perinatale Asphyxie, Apgar 3-3-5, Ph 6,93, Be Wert -20,geblieben sind ein Tourette Syndrom, ADHS, Muskelhypotonie, Mikrozephalie, Entwicklungsverzögerung, komplexe Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung, Koordinationsstörung, Lernbehinderung, Knick-Senk-Füße
und Mareen *Mai 2008 - geplanter Kaiserschnitt und gesund
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Wohnort: Mannheim (aber Azubi in Schwarzenbruck bei Nürnberg)
Verfasst am: 08.09.2009, 20:33 Titel:
Hallo Tami,
so wie du es beschreibst denke ich nicht dass ihr auf Dauer ohne eine Op rum kommt, wichtig ist dass diese noch vor dem 12. Lebensjahr gemacht wird. Danach ist sehr sehr doof. Komisch finde ich allerdings auch dass man nicht schon viel früher mit Orthesen o.ä. versorgt hat.
LG
Sarah _________________ 15.10.1986 30.SSW (Zwilling Jennifer, +27.10.86) TS (FzM m. Hormontherapie), ICP v. Typ Tetraparese Läufer bis 08/2003, d. psychosomatisches Syndrom Rollifahrer geworden, chr. Sinusitis, ADHS m. massiven Schlafstörungen, wiederkehrende Schmerzepisoden, Refluxösophagitis
Wir stehen im Grunde vor der gleichen Entscheidung.
Dustin ist knapp 10 Jahre alt und kann nicht laufen.
Wir holen uns auch eine 2. Meinung, da wir große Angst vor den OP-Risiken
haben.
Dustin bekommt seit 2 Jahren Botox und ist schon von kleinauf mit Orthesen versorgt.
Verfasst am: 09.09.2009, 09:49 Titel: OP bei extrem spastischem Knicksenckfuß? Fersenverlängerung?
Hallo Tamara!
Ich kann Deine Bedenken gegen eine OP gut verstehen.
Ich würde mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen.
Es ist nur nicht ganz leicht, einen Orthopäden zu finden, der zum einen wirklich kompetent ist und zum anderen nicht nur auf seinen eigenen Profit schaut.
Bei uns steht im kommenden Februar auch eine ähnliche OP an, Dr Nader sprach von einer sog. Triple-Arthodese. Florian (26) hat am rechten Fuss unterhalb des Knöchels einen ganz spitzen Knochen rausstehen. Ausserdem ist der komplette Fuss total deformiert, steht stark nach außen, die Fusssohle droht komplett zu kippen. Außerdem drückt die Grosszehe so stark auf die daneben liegende kleine Zehe. Florian muß daher seit Dezember vergangenen Jahres ständig einen Mullverband tragen, da er sonst einen Dekubitus bekommt.
Wir haben uns zu dieser OP entschlossen, weil Florian auch nicht mehr annähernd in normale Schuhe rein kommt. Im Winter geht's grade noch so mit Hüttenschuhen. Aber was tun im Sommer bei 30 Grad und mehr?
Florian besucht aber ausgesprochen gerne Veranstaltungen, Konzerte etc.
Dr Nader von der Kinderorthopädie in Vogtareuth hat uns gesagt, dass es bei diesem Krankheitsbild zu inneren Druckstellen mit Entzündung kommen kann. Dann kann man nicht mehr operieren.
Nach Dr Nader's Aussage wird Florian nach der OP 6-8 Wochen einen Gips bis zum Oberschenkel tragen müssen. Anschließend insgesamt 6 Monate Orthesenversorgung. Laut Dr Nader haben wir gute Chancen, den Fuss nach der OP wieder gerade zu bekommen.
Viele Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
danke erstmal für eure antworten. Bin mal gespannt, was der Arzt am Freitag dazu meint.....
hat dieses Botox keine Nebenwirkungen? _________________ Viele Grüße Tami mit Julian *3/99 perinatale Asphyxie, Apgar 3-3-5, Ph 6,93, Be Wert -20,geblieben sind ein Tourette Syndrom, ADHS, Muskelhypotonie, Mikrozephalie, Entwicklungsverzögerung, komplexe Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung, Koordinationsstörung, Lernbehinderung, Knick-Senk-Füße
und Mareen *Mai 2008 - geplanter Kaiserschnitt und gesund
Botox sorgt lediglich dafür, dass die Muskelspannung nachläßt. Die Wirkung von Botox läßt auch nach ca 3 Monaten wieder nach. Es muß in regelmäßigen Zeitabständen wieder nachgespritzt werden.
Es reagieren auch nicht alle Kinder gleich auf die Botoxgabe.
Was bekannt ist: Falls ein Kind zu der Zeit, wenn Botox gespritzt wird, einen unerkannten Infekt im Körper hat, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.
Viele Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
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