Verfasst am: 14.07.2009, 22:11 Titel: Bündnis für pädagogisch sinnvolle Einstellungspraxis
Hallo zusammen,
ich bin Sonderpädagoge (Körperbehindertenpädagogik) im ersten Dienstjahr und Mitbegründer von BffE (Bündnis für faire und pädagogisch sinnvolle Einstellungspraxis), ein Bündnis aus Eltern, Menschen mit Behinderung, LehrerInnen, StudienreferendarInnen, StudentInnen und den Verbänden BLLV, VDS, BEV, NEV und der GEW in Bayern hinweisen, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, die repressive und absolut nicht nachvollziehbare Einstellungspraxis im Förderschulwesen mit fatalen Folgen vor allem für Schüler mit besonderem Förderbedarf zu verbessern. Auf unserer Homepage http://www.sopaed.net findet man Informationen zur derzeitigen Einstellungspraxis, unserem Bündnis, bereits erfolgten Aktionen zur Verbesserung der Situation, geplanten Aktionen und Möglichkeiten, das Bündnis zu unterstützen.
Vielen Dank für einen Besuch und Eure Unterstützung!
darum das die lehrer immer befristet eingestellt werden?
und dann um die durchschnittszensur,wann man eine stelle kriegt?
entscheidet das nicht der arbeitgeber?
ich hab das bestimmt mißverstanden,darum frag ich mal nach
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Es geht um die Junglehrer, die in Bayern im Förderschulwesen eingestellt werden. Das Kultusministerium bestimmt je nach Bedarf die Einstellungsnoten - das Kumi legt damit fest, wer die staatlichen Angebote je nach Note erhält. Es gibt Planstellen (sofortige EInstellung ins Beamtenverhältnis), Angestelltenverträge und befristete Jahresverträge. Arbeitgeber ist in diesem Fall immer das Land Bayern (Die Regierungen der Regierungsbezirke). Alle, die kein staatliches Angebot erhalten, weil sie zu "schlecht" sind, haben dann noch die Möglichkeit, sich im Privatschuldienst zu bewerben. Da bestimmt dann der Arbeitgeber, also die jeweilige Schule, ob man genommen wird oder nicht.
Nun ist es aber in Bayern so, dass es noch nicht mal genug Sonderpädagogen für den eigentlichen Bedarf gibt - man bedient sich dann bei den Volks- und Grundschullehrern, die die Lücken schließen. Jeder erhält in der Regel einen Job. Leider vergibt das Kultuministerium seit einigen Jahren überwiegend nur befristete Jahresverträge im Angestelltenverhältnis. Das bedeutet, dass sehr viele Lehrer aufgrund der gesetzlichen Regelungen zu befristeten Arbeitsverhältnissen nach ein oder zwei Jahren die Schule wechseln müssen - wir sprechen in Bayern vom Lehrerkarusell, das sich jedes Jahr aufs neue dreht. A geht von Schule X zu Schule Z, B geht von Schule Z zu Schule X - und das jedes Jahr, immer wieder. Pädagogisch ist das der totale Wahnsinn - es ist mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, dass Klassen jedes Jahr einen neuen Lehrer bekommen, sondern Gang ung Gebe. Schulleiter können nicht vorausschauend planen, Kollegien arbeiten jedes Jahr neue Mitarbeiter ein, um sie dann am Ende des Schuljahres wieder weggehen zu sehen, Eltern haben jedes Jahr neue Ansprechpartner etc. Sinnvolle Schulentwicklung ist unter den gegebenen Umständen kaum möglich.
Ein weiteres Schmankerl dieser Einstellungspraxis: Lehrer mit der Fachrichtung Körperbehindertenpädagogik, Geistigbehindertenpädagogik und Gehörlosenpädagogik werden kaum gebraucht - leider sind gerade die beiden erstgenannten die Studiengänge, die am meisten belegt werden. Doch Stellen an K- oder G-Schulen gibt es so gut wie keine. Also setzt man diese Fachrichtungen eben da ein, wo Not am Mann ist: an den Förderzentren und den V-Schulen. Dort erhalten die jungen KollegInnen dann in der Regel befristete Jahresverträge und haben keine Chance verbeamtet zu werden - da sie jedes Jahr nach ihrer Fachrichtung beurteilt werden und da die Einstellungsnoten utopisch sind. Es kann also passieren, dass ein junger G-Lehrer 5 Jahre an einem Förderzentrum "Lernen" arbeitet und nicht verbeamtet wird, während die Junglehrer, die "Lernen" studiert haben sofort mit weit schlechteren Noten verbeamtet werden.
Also, es geht uns darum:
- Wir fordern die Abschaffung der pädagogisch sinnlosen und demotivierenden befristeten Jahresverträge. Alle jungen Sonderpädagogen in Bayern werden dringend gebraucht und benötigen Planunssicherheit - Bildung für besondere Schüler leidet extrem unter dieser Praxis.
- Wir fordern im gleichen Zug mehr Planstellen und ein Ende der Benachteiligung der betroffenen Fachrichtungen - d.h. eine Einstellungsnote für alle, da auch alle überall eingesetzt werden.
- und wir forden vehement eine Beteiligung der Sonderpädagogik an der Inclusionsdebatte - wir warnen vor der Gefahr, dass unter dem Deckmante der "Inclusion" weitere Bildungssparprogramm entstehen - "Inclusion" benötigt dringend sonderpädagogische Kompetenzen an allen Schularten etc.
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Wäre toll, wenn sich hier viele Eltern mit den Eltern besonderer Kinder in Bayern solidarisieren würden - unser Bündnis ist eine tolle Sache, da alle an der Bildung Beteiligten gemeinsam mit den Eltern für bessere Bildungschancen für ihre Kinder streiten - so sollte es sein! _________________ Meine Vorstellung
BffE - Unterstütze Schüler mit besonderem Förderbedarf
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen