Verfasst am: 21.06.2009, 19:09 Titel: Bitte um Rat und Hilfe beim Kauf eines Absauggeräts
Hallo zusammen,
mein Sohn hat eine Schluckstörung (Dünndarmsonde) und bekommt beim "normalen Essen" immer wieder mal ein Stück Brot etc. in die Luftröhre. Bisher haben wir das meist durch beherztes 'Kindumdrehen und feste auf den Rücken klopfen' herausbekommen. Vor kurzem hat dann nur noch der Notarzt ein großes Stück aus der Luftröhre entfernen können. Der Schreck sitzt uns noch in den Knochen, deshalb meine Frage:
Welches Gerät ist handlich, klein und kann für den Notfall immer in der Tasche dabeisein? Wie funktionieren diese Geräte, sind sie teuer und bezahlt sie die private Krankenkasse?
Ich freue mich, wenn ihr mir helfen könnt. Herzlichen Dank vorab,
Miriam _________________ Miriam (*74), Christian (*74), Vincent (*03) und Benedikt (*15.01.07: schwere Asphyxie, häufig Pneumonien, PEG von 2007 bis 2010, schwere Schluckstörung)- eine fröhliche Familie
Hallo Miriam,
die "Absaugpumpe MANUVAC der Firma Weinmann" ist handlich, klein, stromunabhängig und kann für den Notfall immer in der Tasche dabeisein, sie wiegt knapp 1.400 g. Wir hatten dieses Gerät für unsere Tochter für unterwegs und ein Absauggerät an der Steckdose zu Hause.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Saugleistung stark genug ist, um z.B. ein größeres Stück aus der Luftröhre zu bekommen, weil das Gerät manuell zu bedienen ist, d.h. entweder von Hand, Knie oder mit dem Fuß muß das Pedal betätigt werden und gleichzeitig absaugen. Trachealsekret konnten wir gut absaugen.
Weil wir doch immer häufiger endotracheal absaugen mußten, haben wir dann das ACCUVAC Rescue von Weinmann bekommen. Wir haben es am Rollstuhl unserer Tochter befestigt, da es doch ziemlich schwer ist. Bei dem Gerät ist die Saugleistung je nach Bedarf einstellbar. Zu Hause hatten wir ein Standgerät von Atmos. Das hat auch sehr gut funktioniert. Es gibt von Weinmann auch noch das ACCUVAC Basic, Du kannst ja mal googeln und Dir die Geräte ansehen. Alle Geräte wurden von der Krankenkasse bezahlt.
Ich kann Euch nachempfinden, wie Euch der Schreck in den Knochen gesessen hat oder noch sitzt. Ich habe Nadja mit einem Watteträger mit Holzstiel den Mund ausgepinselt. Dabei ist der Holzstiel gesplittert und die Watte mit dem Stück Holz hinten im Rachen steckengeblieben, ich hatte den abgebrochenen Stiel in der Hand. Natürlich habe ich sofort versucht, mit dem Finger den abgebrochenen Teil rauszubekommen. Habe ihn aber nur noch weiter nach hinten geschoben und konnte ihn nicht mehr fassen, weil Nadja den Mund nicht so weit aufbekam und immer wieder zubiß. Gott sei Dank hatte ich noch dickere Absaugkatheter und habe mit höchster Saugleistung den Katheter immer wieder über die Zunge in den Rachen geschoben, bis daß ich den Holzstiel samt Watte im Katheter hatte. Weil sie in der Sauerstoffsättigung immer weiter runter ging, hatte schon auf 8 l Sauerstoffgabe hochgedreht, habe ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Ihr Gesicht war ganz blau. Ich glaube, es war Rettung in letzter Sekunde und ich dachte nur, bis daß der Notarzt hier ist, ist sie erstickt.
Ich habe Todesängste ausgestanden, es hat mir fast den Boden unter den Füßen weggerissen, so habe ich gezittert. Ich habe nie wieder Watteträger mit Holzstäbchen genommen, nur noch mit Plastikstäbchen. Da konnte so etwas nicht passieren.
Ich hoffe, ich konnte Euch so ein wenig weiterhelfen.
Liebe Grüße
Helga
_________________
Nadja 05.02.1989-26.05.2006
Stefanie 19.01.1967-29.05.1986
beide MPS III A
wir haben auch eine Handabsaugung Res-Q-Vac, aber ich bekomme da das normale Lungensekret schon nur geradeso raus. Für richtige Brocken reicht das sicher nicht. Die kleinste elektrische Maschine, die ich kenne, ist die Medela Clario, aber die ist schon nicht mehr so handtaschentauglich, wenn man sie nicht ständig braucht.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
die mir bekannten Abauggeräte, für den häuslichen Gebrauch / Anwendung, sind nur für Flüssigkeiten / Sekret geeignet.
Um feste Fremdkörper, aus der Luft- Speiseröhre / Körperinneren zu entfernen, bedarf es mehr.
Welche Hilfsmittel hat der Notarzt eingesetzt?
Da ist eigentlich schon der Hinweis! Der Notarzt, Fachmann, Mediziner hat es gemacht. Ich glaube nicht, dass es für dieses Problem freiverkäufliche Geräte gibt.
Meine Empfehlung, setze dich mit deinem Hausarzt in Verbindung und berate dich mit ihm, was möglich ist.
Einen tiefsitzenden, verkeilten Knochen wirst du eh nicht mit Klopfen heraus bekommen. Einen großen Brotkrümel, Apfelstück usw. auch nicht. Hier können laienhafte Versuche auch sehr viel zerstören (Perforation Luft- Speiseröhre).
Also Beratung vom Fachmann
Ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Können wahrscheinlich alle hier. Egal ob mit oder ohne besonderem Kind.
Grüße _________________ Yo, wir schaffen das !!! (Bob der Baumeister), Außendienst-Mitarbeiter / Anpasser der Fa. SMB Sanitätshaus Müller Betten GmbH & Co. KG für Baden-Württemberg, Niederlassung Schwäbisch Hall
also mir fehlt nur eine an. Clario von Meleda. ich Leibe die: sie ist klein akku reicht für 5 Stunden Dauer Arbeit und sie passt in handtasche Nellie das kommt auf die handtasche große an . wir haben sie immer in Tomasz Felix rucksack drin der ist für Kinder die in KiGa gehen zu beischpiel.
wenn eine Brauch dem sani haus der die absaugen hat zu verkaufen kann sich bei uns melden. hat lange zeit gedauert dem distributor zu finden.
LG Magdalena _________________ Magdalena&Bernd mit Tomasz (17/12/04) *26 08 09 "Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen (...) Du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat (...)." Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben" Jonathan 05/05/09
Verfasst am: 28.06.2009, 17:25 Titel: danke an alle und noch eine frage
Liebe Eltern,
danke für eure Antworten und Tipps. Ich werde mir die Geräte mal aufschreiben und mit unserer Kinderärztin sprechen.
Ich habe auch wirklich Angst, im Notfall bei meinem Eigeneinsatz etwas zu verletzen. Daran habe ich auch schon gedacht.Außerdem bin ich in so einem Moment doch selbst so nervös, dass ich wahrscheinlich ziemlich hilflos wäre, oder? Hat einer von euch schon einmal erste Hilfe beim Verschlucken geleistet?
Und:am Freitag waren wir zum Kontrolltermin bei unserem Gastroenterologen, der mit einem Holzstab den Gaumen- und Rachenraum Benedikts untersucht hat und festgestellt hat, dass da keinerlei Empfindung ist. Das heisst, dass er beim Verschucken nicht reagiert, erst wenn er keine Luft mehr bekommt. Leider ist das bisher keinem wirklich aufgefallen und jetzt sollen wir sicherheitshalber auf breiige Nahrung umstellen. Allerdings könne die auch in die Luftröhre gelangen...!?
Habt ihr Tipps? Wir wissen gerade nicht so recht weiter und waren so froh, dass der Kleine mit viel Training Stücke geschluckt hat. Und wirklich sicher wirkt unser Arzt auch nicht. Er meinte, im Notfall hätte ich ca. drei Minuten bis der Arzt da ist. Aber der könne dann auch nur helfen, wenn das Stück nicht schon zu tief sei!! Toll....sehr beruhigend.
Habt ihr Erfahrung damit? danke schon einmal und viele Grüße von einer ziemlich nervösen Mama _________________ Miriam (*74), Christian (*74), Vincent (*03) und Benedikt (*15.01.07: schwere Asphyxie, häufig Pneumonien, PEG von 2007 bis 2010, schwere Schluckstörung)- eine fröhliche Familie
ich kann Bernhards Bedenken voll und ganz verstehen aber auch Deine Sorge, wie Du Deinem Kind notfallmäßig helfen kannst, bis daß ärztliche Hilfe da ist.
Mich würde auch interessieren, wie der Notarzt das Stück Brot bei Eurem Sohn entfernt hat.
Ich habe für unsere Kinder die Absauggeräte auch zum Absaugen von Schleim verordnet bekommen. Da die MPS-Kinder durch ihre Erkrankung im Spätstadium den zähen Schleim durch Husten nicht mehr nach oben befördern können, habe ich in einer Notfallsituation unsere Töchter über die Nase blind endotracheal abgesaugt und so die Atemwege wieder freibekommen. Natürlich hat es sich hierbei nicht um so feste Bestandteile wie ein Stück Brot gehandelt, zeitweise aber auch um aspirierte, fein pürierte Kost bzw. Sondennahrung.
Ich habe diese Absaugtechnik tagtäglich über Jahre hinweg praktiziert und mit viel Glück ja auch den abgebrochenen Watteträger entfernen können. Ich denke, jeder muß für sich entscheiden, ob er sich das zutraut, aber es ist ja auch nicht einfach und kaum auszuhalten, wenn man hilflos danebensteht und es eine Ewigkeit dauert, bis daß der Notarzt da ist und der auch nur dann helfen kann, wenn das Stück nicht schon zu tief ist, wie Dein Arzt gemeint hat.
Ich würde Dir auch raten, Dich mit Deiner Kinderärztin zu besprechen.
Ich habe Dir noch eine pn geschrieben.
Liebe Grüße
Helga
_________________
Nadja 05.02.1989-26.05.2006
Stefanie 19.01.1967-29.05.1986
beide MPS III A
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen