Verfasst am: 17.06.2009, 14:31 Titel: sprachliche/motorische Defizite- Erfahrungen bei Einschulung
hallo,
meine 5jährige Tochter hat logopädische (Satz u. Grammatik)Defizite sowie in der sensorischen Wahrnehmung. Laut Ergotherapeuten ist ein Entwicklungsrückstand von ca. 1/2 - 3/4 Jahr gegeben. Ansonsten ist sie absolut ein helles Köpchen, dass alles kapiert, speichert und auch korrekt wieder einsetzen kann im Alltag.
Meine Frage ist jetzt, hat jemand dies bei seinem Kind auch gehabt und wie hat sich dies hinsichtlich einer Einschulung in eine Regelschule ausgewirkt?
Ich weiß natürlich, dass hier keiner eine Fernprognose etc. geben kann, aber mich würden eure Erfahrungen sehr interessieren. Vorab schon mal einen herzlichen Dank für eure Antworten.
wir waren in einer ähnlichen Situation. Die Problematik bestand im Sprechen (wobei die Sprechproblematik meines Sohnes von seinem ADHS kommen, aber ähnlich wie bei deiner Tochter sind), dazu große Probleme in der sensorischen Wahrnehmung (neben weiteren Wahrnehmungsproblemen).
Wir haben, nach hartem Kampf, die Rückstellung durchbekommen (haben mit Hilfe der Ärzte, der Therapeuten und des Kiga's genau einen Plan aufgestellt, wie diese Rückstellung in Verbindung mit den Therapien meinem Sohn helfen kann).
Jetzt, ein gutes Jahr später, sind die sprachlichen Defizite weitenstgehend behoben. Die Wahrnehmungsprobleme haben sich gut gebessert, sind aber noch vorhanden.
Nach RS mit allen, auch der Schule und der Schulärztin, werden wir unseren Sohn in die ganz normale Regelgrundschule vor Ort einschulen. Er wird weiter die Ergotherapie benötigen um u.a. seine Wahrnehmungsprobleme zu beheben, aber wir sind aller guter Dinge, daß er die Schule gut meistern wird. _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
Hallo,
unser Sohn wird auch nach den Ferien eingeschult. Er hat erhebliche sprachliche Defizite (spricht nur ca. 75 Wörter). Am Anfang wollten wir ihn in der Sprachheilschule einschulen lassen. Aber nach 2 Jahren wechseln die Kinder in die Regelschule. Das hätte Luca nicht aufgeholt. Dann haben wir uns eine Körperbehinderten-Schule angeschaut, weil die dort mit Sprachcomputern arbeiten. Das war dann genau das richtige für Luca. Allerdings wurden uns erst mal Schwierigkeiten gemacht, weil Voraussetzung für eine Einschulung erhebliche motorische Defizite sind. Die hat unser Sohn allerdings aufgeholt. Also wurde seitens der Schule in den Krümeln gesucht und gefunden. Luca hat noch erhebliche Defizite in der Mund- und Feinmotorik.
Als Alternative hatten wir uns auch die Schwerpunktschule am Ort angeschaut. Allerdings wurde mir direkt von der Direktorin gesagt, daß die Schule zwar mit sämtlichen Ärzten und Therapeuten zusammenarbeitet, aber eine Förderung wie in den Förderschulen nicht gewährleistet werden kann.
Eine Rückstellung um ein Jahr ist in Rheinland-Pfalz nur noch aus gesundheitlichen Gründen möglich. Eine Sprachentwicklungsverzögerung gehört allerdings nicht dazu.
Gruß
Alexa _________________ Alexa mit Luca (* 2003); Sprachentwicklungsstörung; ohne Ursache
wenn deine Tochter jetzt fünf ist, wird sie wohl 2010 in die Schule kommen. Ich würde bis zur Einschulungsuntersuchung abwarten. Im Vorschulalter machen viele Kinder nochmal einen großen Entwicklungssprung. Mein Mika z.B. hat innerhalb eines Monats jetzt sprachlich so gut zugelegt. Auf einmal ist die Grammatik besser, er verwendet häufig die richtige Präposition und fragt uns Löcher in den Bauch. Vorher dachte ich immer, man dauert das alles lange. Und plötzlich ein Riesensprung.
Wenn deine Tochter ein helles Köpfchen ist, tust du ihr auch nicht unbedingt einen Gefallen mit einer Rückstellung. Sie kann sich auch ganz doll langweilen im Kiga.
Logo und Ergo kann ja nach der Einschulung fortgeführt werden.
Gruß
Katrin _________________ LG
Katrin
Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
Hallo,
so wie Katrin es beschreibt ist es bei uns gekommen. Das letzte halbe Jahr im Kiga war nicht einfach, denn durch die Rückstellung ist mein Junge jetzt der älteste im Kiga und durch die ganzen Therapien kann ihn das normale Vorschulprogramm dort auch nicht viel locken, die Kindergärtnerinnen sagen, man merkt einfach, daß er ein Therapiekind ist und er viele Dinge dort schon gelernt hat, die im normalen Vorschulprogramm jetzt erst laufen.
Und so ist grade im letzten halben Jahr die große Langeweile bei ihm eingetreten (hätte ich vorher nie geglaubt!).
Trotzdem war die Rückstellung für uns die richtige Entscheidung. Denn letztes Jahr wäre er in der Schule mit seinen Problemen einfach untergegangen. Vorschulen oder ähnliches gibt es bei uns nicht. Und jetzt können wir uns alle die Einschulung und den Schulalltag sehr gut bei ihm vorstellen.
Klar, die Therapien können auch in der Schulzeit weiterlaufen (Ergo wird bei uns ja auch weiterlaufen), aber ich finde es trotzdem gut, daß wir das meiste an Therapien vor Beginn der Schule abgehakt haben. Das war unser Ziel, auch um Druck aus der ganzen Schulsituation rauszunehmen (was in unserem Fall, einem ADHS-Kind ja nochmals etwas wichtiger ist).
Außerdem finde ich es positiv, grade im Kiga, daß er jetzt auch mal zu den Kindern gehört, die im Vorschulprogramm vorneweg sind. Er genießt das, ohne vor seinen Kiga-Freunden anzugeben. Einfach auch mal vorne zu sein.
Das letzte halbe Jahr war nicht einfach, fast jeden Morgen Diskussionen, daß der Kiga langweilig ist und er "blau" machen will, aber jetzt sind es noch 3 Wochen und dann ist Ende und wir haben auch dieses geschafft. _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
klingt ja alles supi bei euch. Ich finde es schön, wenn man irgendwann merkt, daß die ganze Rennerei zu den Therapien und Förderprogrammen auch auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Wir merken das im Moment ja auch sehr deutlich. Und haben noch ein jahr Zeit bis zur Schule.
Wir hoffen auf nochmalige Sprachheilreha und dann ist Mika hoffentlich ganz fit.
Gruß
Katrin _________________ LG
Katrin
Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
Hallo Katrin,
ja, es hört sich alles gut bei uns an. Jeder bestärkt uns, daß es gut in der Schule funktionieren wird. Ich bin gespannt, wie es am Ende wirklich aussieht .
Wir sind jetzt 4 Jahre zum großen Teil 3-4x in der Woche jeweils 25km ein Weg gefahren, also ziemlich anstrengend das ganze, für meinen Kleinen, aber auch für uns. Aber gut, daß es sich gelohnt hat, es war immer unser Ziel, vor Schulbeginn das ganze zum allergrößten Teil geschafft zu haben, und es ist uns gelungen. Das ist super und darauf sind wir sehr stolz.
Mal sehen, was in der Schule dann auf uns zukommt.
Wir waren ja im Januar 09 in Werscherberg, das hat uns den allerletzten Schliff dort gegeben, nicht nur in der Sprache, in allem.
Welche Schule plant ihr für Mika? _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
er soll in die ganz normale Regelgrundschule hier in unserem kleinen Städtchen gehen.
Rückstellung würde glaube ich gar nicht gehen. Er kann es im Moment kaum erwarten, daß im Kiga im August die Vorschule losgeht. Und er erzählt jedem, daß er noch ein Jahr hat bis zur Schule. Also eine Rückstellung wäre für ihn sicher psychisch nicht leicht zu verkraften.
Unser Antrag auf die Reha läuft, wir waren ja letztes Jahr schon einmal. In Thalheim. Das hat auch schon sehr viel gebracht.
Im Moment fahren wir jeden Tag 12km eine Strecke, um zu Therapien, Musikförderung und Turntraining zu kommen. Die FF beenden wir Ende August, dafür soll er aber Ergo bekommen. Das wäre dann aber bei uns im Städtchen.
Gruß
Katrin _________________ LG
Katrin
Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
Hallo Katrin,
das hört sich gut an mit der Regelgrundschule!
Mein Junge wird auch bei uns in die ganz normale Regelgrundschule gehen. Wir sind super stolz auf ihn, daß er das gepackt hat. Vor gut einem Jahr haben wir noch nicht daran geglaubt. Unsere Ärzte und Therapeuten schon, die haben schon immer gesehen, wieviel in meinem kleinen Wirbelwind steckt, aber ich war da schon sehr kritisch. Aber egal, jetzt haben wir es gepackt.
Ich habe gelesen, daß ihr in Thalheim ward. Wir waren ja in Werscherberg. Im großen und ganzen hört sich beides sehr ähnlich an, auch wenn wahrscheinlich manches doch anders ist.
Ergo bekommt mein Junge schon lange und wird uns auch noch in der Schule weiter begleiten. Ergo bringt ihm aber sehr viel. _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
ja, ich denke in Sachen Feinmotorik und wie fasse ich einen Stift so an, daß mir nicht gleich die Hand wehtut, hat er noch Nachholbedarf. Außerdem Konzentration.
Bei ihm wurde ja auch schon der Verdacht hinsichtlich ADHS geäußert. Ich sehe das aber nicht. Wir kommen gut mit ihm zurecht und er gilt allg. als sehr freundliches, fröhliches und aufgeschlossenes Kind. Und mit der Konzentration ist es auch schon besser geworden, je mehr er reden kann und je älter er wird.
Gruß
Katrin _________________ LG
Katrin
Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
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