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Zu niedriges CO² unter Teilbeatmung
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Freyja
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 15:28    Titel: Zu niedriges CO² unter Teilbeatmung Antworten mit Zitat

Kennt sich jemand mit Beatmung aus ?

es geht um folgendes.

tracheotomiertes 2,5 jähriges Kind, früher vollbeatmet, jetzt 12- 15h pro Tag Beatmung, Rest feuchte Nase. Respiratorische Insuffizienz.

Maschineneinstellung, Druckkontrolliert, APCV, Peep 4, Pinsp 15, InspTi 0,7, Kurve3, Frequenz 20

Kein O2 Bedarf

Unter Belastung, Erschöpfung Apnoen, Bradypnoe, teils pressende Exspiration. Wenig Sp02 abfälle, sonst SPo2 95-98.

Jetzt CO2 Messungen, Unter maschineller Beatmung CO2 29 bis 33. Evtl Frequenz runter-> würde CO2 ansteigen lassen. Das kann man ja neu einstellen lassen nach AO.

Problem:

Aber an feuchter Nase ebenso wenig CO2 Werte. Teils Frequenz bis 60 dabei CO2 40-> Kind dabei angestrengt.

Teils Frequenz 40 und dabei CO2 25- 29. Dabei gute SPo2 WErte. Auskulation leichtes Brummen bds in tieferen Abschnitten, kein Giemen.

Unter Erschöpfung leicht pressende Ausatmung.

Fragestellung: Krampfbereitschaft durch niedriges CO2 (schlecht einstellbare Krämpfe), Lungenveränderungen? -> verkrampfte Bronchien, Spasmen, dadurch verlängerte Exspiration und deshalb CO2 zu niedrig ?
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freyja,

unsere Tochter hat auch meist zu niedriges CO2 an der Beatmung und spontanatmend auch eher niedrig. Bemerkt haben wir es ungefähr mit 2,5 Jahren. Schau mal hier: http://forum.tracheostoma-kinder.de.....wtopic.php?f=28&t=139
An der Beatmung nachts sind es mittlerweile so 25-35. WIr haben allerdings die Frequenz nur noch auf 14. Spontanatmend ist es Mitte 30.

Auf einer Fortbildung zu Langzeitbeatmung im Kindesalter habe ich aber auch gelernt, dass ein niedriger CO2 durchaus gewünscht ist, wenn es um die Erholung in der Beatmungszeit geht. Denn wenig CO2 = wenig Atemantrieb und damit lässt sich das Kind beatmen und triggert nicht viel mit, daher mehr Erholung. Das wird insbesondere bei Muskelkranken angestrebt, diese also auch etwas überzubeatmen. Linn braucht ihre Beatmung, um fit für den Tag zu sein, daher ist es vermutlich auch günstig.

LG
Nellie

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Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus
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Mama Ursula
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freyja!

Wie Nellie schon ganz richtig geschrieben hat - unter der kontrollierten Beatmung sind bei Kindern zur Erholung sehr niedrige CO² durchaus gewünscht, um die Spontanatmung auszuschalten. Ansonsten hilft wie von Dir schon beschrieben eine Frequenz- und/ oder Druck-Reduktion.

Um unter Tage bei Spontanatmung die CO² höher zu bekommen, hilft oft etwas mehr Totraum. Diesen erreicht man, entweder durch eine Gänsegurgel (zum mal ausprobieren, nicht auf Dauer geeignet) oder durch eine Rüsch-Kanüle, die meist länger ist und dann so "gedreht" wird, daß in der Trachea die gleiche Länge wie bislang ist, der Rest "hängt über" und vergrößert so den Totraum, was häufig zum CO²-Anstieg führt Wink

Aber was sagen die Docs dazu?

Grüßle
Ursula

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Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal,

achja, was auch helfen kann, ist ein Membran-Sprechventil wie das Passy Muir Ventil. Allerdings lässt sich der etCO2 damit nicht mehr gut messen, weil man es über Mund, Nase und oft auch Stoma irgendwie einfangen müsste, nur eben nicht bequem auf der Kanüle. Da ist die Zeit der Ausatmung länger und es kann sich mehr CO2 ansammeln, weil der Weg ja nach oben länger ist, also gleiches Prinzip auch wie bei Ursula mit dem größeren Totraum.
Außerdem gibt es dann eben auch einen PEEP durch das Ventil, was wir nichttracheotomierten mit dem Kehlkopf machen.

LG
Nellie

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Freyja
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben den Doc noch nicht bezüglich CO2 gefragt.

Zumindest ist es so, dass wenn das CO2 weniger als 25 ist, die Kinder mehr krampfen können. Das Kind krampft teilweise täglich, sehen aus wie Schreck-krämpfe, aber kein BNS, schlecht einstellbar.
Sehr niedrige CO2 Werte können Spasmen hervorrüfen bis zum Bronchospasmus.

Habe gegoogelt, Asthmatiker haben oft sehr geringe CO2 Werte durch die pressende Ausatmung, oder bei Lungenschäden.

Die Vermutung ist halt, dass die Ausatmung teils pressend ist, teilweise bei Erschöpfung hörbar, dadurch verlängerte Ausatmung = weniger CO2.

Habe mit Pflegedienstleitung gesprochen, optimal ist CO2 von 40. An der Beatmung könnten wir die Frequenz vielleicht von 20 auf 19 oder 18 runter setzen, solange bis keine Triggerung, das aber nur nach Arztabsprache, somit würde der CO2 wieder ansteigen. Das ist kein Problem.

Wir probieren das mal aus mit mehr Totraum.

Bis vor Kliniksaufenthalt hatte sie 5 mal mit Salbu inhaliert, vielleicht ist das einfach wieder notwendig, die Bronchien wären nicht mehr so verengt, und somit keine pressende Ausatmung mehr.
Mal Doc fragen.
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freyja,

warum wäre die verlängerte Ausatmung weniger CO2? Ist es nicht die Frequenz, die es reduziert?

LG
Nellie

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Freyja
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

An der feuchten Nase meine ich. Unter Erschöpfung ist die Ausatmung teils gepresst. Dadurch tut sie quasi länger ausatmen , bedeutet mehr CO2 abatmen.

Habe noch einen guten Link gefunden, weiter unten steht was zur CO2 konzentration.
http://www.yoga-praxis.de/FreiesAtm.....sAtmen/ArtikelAtemlos.htm

da steht auch dass der Normalwert von 40 nicht allzu weit unterschritten werden darf.
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freyja,

ich denke, man kann sich nicht an die allgemeinen Vorgaben halten. Dazu braucht es schon Experten in der Beatmung und Betreuung der Tracheotomierten. Alle bei uns fanden das so ok, nachdem es nicht mehr unter 20 war.

LG
Nellie

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Mama Ursula
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freyja!

Erzähl mal noch was mehr zu Deinem Kind - Grundkrankheit..., denn das beeinflußt nicht unwesentlich die gewünschten Beatmungsparameter...

Und insgesamt kommt es da auch einfach auf Euer Team an...
Ich habe in der häuslichen Pflege Frequenz-Anpassungen unter den tollen Kontrollmöglichkeiten, die Ihr auch habt, immer selbstständig vorgenommen. Wöchentlich teilte der PD dann dem behandelnden Arzt die Beobachtungen und Änderungen in einer eMail mit Wink Daraufhin wurde die Anordnung geändert...
Wir bekamen viele Patienten Heim mit der Aufgabe, die Beatmung den alltäglichen Bedürfnissen anzupassen, das ist nämlich unter Klinikbedingungen kaum hinzubekommen, weil da die Kids einfach "anders" sind Wink
Wir haben auch schon mal alles incl. Beatmungsmodus über den Haufen geschmissen Laughing Aber das muß vorher zwischen Arzt und PD abgesprochen sein...
Der PD übernimmt dabei viel Verantwortung und muß echt über Beatmung bescheid wissen Rolling Eyes

Würde morgen einfach kurz Rücksprache mit dem Doc/ der Klinik halten - denn so einfach läßt sich der Totraum ja gar nicht vergrößern (außer mit der Gänsegurgel) und einen Kanülen-Typ-Wechsel haben selbst wir immer ERST besprochen und anordnen lassen (also, versuchsweise Wechsel auf Rüsch 5,0 mit 3,2cm Einstellung. Bei CO²-Werten >60 oder SaO²-Werten <87 wird zurück gewechselt auf bisherige Kanüle Shiley 5,0)

Das mit den Krämpfen weiß ich zwar theoretisch auch, mußte ich aber noch nie konkret beobachten Rolling Eyes Ist dann auch für Euch ein wichtiger Parameter, ob´s mit höheren CO² wirklich weniger wird, denn nur dann ist ja wirklich die Atmung/Beatmung der "Auslöser".
Diese "Schreck-Krämpfe" gibt es ja auch ohne CO²-Beteiligung Sad

Wünsche Euch viel Erfolg!

Grüßle
Ursula

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Freyja
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009, 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist ja gar nicht mein Kind Wink
Ich bin vom Pflegedienst und betreue das Kind.
Trisomie 13. Die Kinder versterben am schlechten Herz oder am Versagen der Atmung..

habe noch etwas gegoogelt.
Sie hat quasi eine respiratorische Alkalose.
Da ist CO2 erniedrigt, der PH Blutwert ändert sich, dadurch andere Zellaktivitäten und dadurch Kaliummangel.
Sie hat nachgewiesenen Kaliummangel.

respiratorische Alkalose ist die Ursache einer Hyperventilation
"Durch eine reflektorische Reizung des Atemzentrums (AF hoch) bei Erniedrigung des arteriellen O2-Drucks", durch AF hoch, vermehrte Abatmung CO2.

Also wird sie, um den o2 zu halten, die AF erhöhen, dadurch schauft sie zuviel CO2 ab.. Die Atmung wird flacher, je höher die AF ist.

Sie ist halt ateminsuffizient..
Arme und Beine relativ steif, Rumpf hypoton. Die Atemmuskulatur ist zu schlaff.

Am Fr sprechen wir mit dem Doc.
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