ich habe erst die ersten 3 Kapitel gelesen. Ich habe meine emotionale Stärke überschätzt. Nach den ersten Kapiteln kam alles wieder so hoch, die ersten Jahre eben.
Es war alles schon soweit weg und man ist ja eigentlich stets mehr mit der Gegenwart oder der Zukunft beschäftigt.
Ich habe das Buch erst mal weggelegt.
LG Katrin _________________ Katrin (66) Stephan (90) Cohen-Sydrom, seit August 09 in einem Wohnheim an der WfbM, Januar 2009 Eltern-Selbsthilfegruppe gegründet,
ich habe erst die ersten 3 Kapitel gelesen. Ich habe meine emotionale Stärke überschätzt. Nach den ersten Kapiteln kam alles wieder so hoch, die ersten Jahre eben.
Es war alles schon soweit weg und man ist ja eigentlich stets mehr mit der Gegenwart oder der Zukunft beschäftigt.
Ich habe das Buch erst mal weggelegt.
Ich habe das Buch heute Morgen bekommen und nur die ersten zwei Seiten mit der Danksagung gelesen und da schon das erste Mal geheult....
Hätte ich selber dieses Buch vor einigen Jahren geschrieben, meine Aufzählung hätte nur aus sehr wenigen Punkten bestanden. Wir sind überall gegen Mauern gerannt, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Beschwerden, böse Blicke, nahezu vollständige soziale Isolation... Gute Worte, freundliche Blicke, wie die Autorin im letzten Punkt der Danksagung schreibt, waren die Ausnahme...
Als wir uns 2004 für eine Fremdunterbringung entschieden haben, der Spruch von meiner eigenen Schwester, ich wolle meinen Sohn ja nur abschieben, um mir ein schönes Leben ohne ihn zu machen, das würde er spüren und nur deshalb würde es ihm schlecht gehen. Das hat mir damals sehr wehgetan und ich hatte massive Schuldgefühle (die hatte ich ohnehin), obwohl mir mein Verstand gesagt hat, dass dieser Spruch absolut ungerechtfertigt ist.
Aber heute weiß ich, dass unser Schritt der absolut richtige war, dass ich mir keine Selbstvorwürfe mehr machen muss. Uli hat am Mittwoch seinen Hauptschulabschluss bestanden, seine beruflichen Perspektiven sind sehr ermutigend und er ist ein richtig vernünftiger junge Mann geworden, teilweise vernünftiger als gleichaltrige gesunde Jugendliche. Er wird immer Autist bleiben, aber die tolle Entwicklung, die er gemacht hat, nur deshalb machen konnte, weil ich ihn losgelassen und ihn in die Hände von Profis gegeben habe, wäre hier zu Hause nie möglich gewesen.
Neulich sagte er zu mir: Mama, ein Gutes hatte das mit der ganzen Psychiatrie. Früher war ich sehr schwierig, und jetzt bin ich fast normal." Ich war zu Tränen gerührt (sie fließen jetzt beim Schreiben schon wieder ), diese Selbsterkenntnis ist so toll. Ich bin sehr glücklich über die Entwicklung, die er gemacht hat und den Mitarbeitern der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung unendlich dankbar für die geleistete Arbeit, die mit Sicherheit alles andere als leicht ist.
Ich bin mir sicher, dass es bei bei mir beim Lesen des ganzen Buchs noch so manches Mal Tränen geben wird, es ist zum Teil so lange her und doch immer noch so nah, als wäre es gestern gewesen.... Aber ich denke, das ist normal, das Geschehene hat unser Leben so massiv beeinflusst, dass man es (sinnbildlich) nicht mal eben schnell in den Müll werfen kann.
Ich werde jetzt eine ambulante Psychotherapie beginnen, meine Psychotherapeutin hat früher im hiesigen Autismuszentrum als Psychologin gearbeitet und Uli 2001 diagnostiziert. Ein Erstgespräch hatte ich bereits und bin schon nach diesem einen Gespräch sicher, dass ich bei ihr in den allerbesten Händen bin.
Vielleicht kann ich das Buch dann auch ohne viele Tränen lesen, das Geschehene als Bestandteil meines Lebens akzeptieren, ohne dass es mich immer wieder runterzieht und depressiv macht. Und ich kann das Buch dann aus dem Blickwinkel sehen, dass das alles zwar sehr schlimm war, aber vorbei ist und es sich zum Guten gewendet hat. Insofern dürfte es sich zumindest für mich lohnen, die bei Lesen mit Sicherheit hochkommenden Emotionen auszuhalten.
Nachdenkliche Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, komplexe PTBS, EM-Rentnerin , GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Hallo,
ich habe das Buch auch grad ausgelesen. hab natürlich auch viel geweint und mir überlegt, ich hätte es später lesen sollen - nicht grad nach der Hemisphärotomie meines Sohnes damit anfangen.... Naja.
Doch teilweise musste ich auch schmunzeln wie über die Erzählung der Krankenhaus-Sitten.... Alles in allem hat mich ihre Geschichte sehr angerührt und das Ende des Buches irgendwie beruhigt und mir keine Angst mehr gemacht.
Viele Grüße
Sandra _________________ Sandra *78 mit Paul Maurice *11/08 Hemimegalenzephalie rechts, therapieresistente Epilepsie, Hemisphärotomie in Bethel am 23.6.09 ** seitdem anfallsfrei
allgemeine Entwicklungsverzögerung, Hemiparese, seit 01/10 Shunt nach Zystenbildung, Shunt-Revisionen 01/10 und 07/10
ich werde das buch wahrscheinlich nächste woche in angriff nehmen
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
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