Verfasst am: 15.05.2009, 20:23 Titel: Kurse für Anbahnen gestützter Kommunikation Raum München?
Hallo!
Ich hatte heute eine sehr interessante Unterhaltung mit einer anderen Mutter aus Florian's Wohnpflegeeinrichtung.
Sie hat mich gefragt, ob ich einverstanden wäre, wenn sie mit Florian ausprobiert, ob er auf gestützte Kommunikation anspricht. Sie hat mich darauf hingewiesen, dass es im positiven Fall nur dann Sinn macht, wenn ich dann auch den entsprechenden Kurs zum Anbahnen gestützter Kommunikation besuche.
Wer weiss, wo diese Kurse im Raum München oder noch besser München Ost abgehalten werden, was sie kosten, welchen Zeitumfang sie haben etc.?
Viele Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
Verfasst am: 16.05.2009, 18:06 Titel: Kurse für anbahnen gestützter Kommunikation im Raum München
Hallo Claudi!
Vielen Dank für Deinen Link.
Ich bin auch gleich draufgegangen, eine von den Ansprechpartnerinnen im Raum München kenne ich sogar. Frau Hück hat uns damals den Big Mack und das Zusatzschaltgerät für Florian vermittelt.
Ich werde sie gelegentlich mal anrufen und bezüglich der Kurse für das Anbahnen befragen.
Vielen Dank für Deine Hilfe und herzliche Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
Eine Frage: Meinst du gestützte Kommunikation oder unterstützte Kommunikation?
Ersteres findest du beim goggeln vielleicht unter FC (fascilitated communication). Es ist eine umstrittene Form von Kommunikation, bei der der Schreibende gestützt wird, Kritiker sagen deshalb, dass die Inhalte nicht von dem behinderten Menschen sondern vom Stützer kommen. Ich kenne ein Mädchen, dass mit FC schreibt und ich stütze sie auch, trotzdem sehe ich diese Verfahrensweise sehrkritisch...
Unter UK (unterstützte Kommunikation) fällt z.B. der von dir genannte Talker, aber auch Gebärden, Bildkarten (PECS) und so weiter.
Würde mich einfach interressieren welche Form die Betreuerin deines Sohnes meinte!
LG
Verfasst am: 17.05.2009, 16:02 Titel: Kurse zum Anbahnen gestützter Kommunikation Raum München
Hallo Tine!
Ich glaube, diese Mutter meinte Fascilitated Communication.
Sie hat mir auch davon erzählt, dass diese Form der Kommunikation umstritten sein soll, da man dabei dem Stützer unterstellt, dass die Inhalte von ihm so gedeutet werden.
Ich weiss auch noch gar nicht, ob Florian darauf überhaupt reagiert.
Fakt ist: Florian kann sich bisher eigentlich nur über Augenkontakt mitteilen. Er hat früher, als er bei uns daheim gewohnt hat, den linken Arm hochgehoben um damit auszudrücken: ja, finde ich gut, nochmal, bei nein hat er den Kopf weggedreht.
Diese Form der Kommunikation nützt er jetzt nur noch in wenigen Ausnahmefällen. Er hat eine massive Spastik in den Armen und es fällt ihm offensichtlich sehr schwer, den Arm hochzuheben. Die Betreuer in der Einrichtung haben aber überhaupt keine Zeit, seinen Big Mack anzubieten. Er wohnt mittlerweile mit 10 anderen Betreuten in der Gruppe, davon sind nur 2 Betreute, die sich sprachlich mitteilen können, alle anderen können überhaupt nicht sprechen.
Ich möchte das Angebot dieser Mutter wenigstens mal ausprobieren um zu sehen, wie Florian darauf reagiert. Wenn nichts dabei rauskommt, dann war's das wohl. Sollte er aber positiv darauf ansprechen, dann möchte ich einfach mehr darüber erfahren.
Viele Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
Hallo!
Das finde ich toll, dass dein Sohn sich durch solche Zeichen zumindest früher mitteilen konnte. Schade das das jetzt aufgrud der Spastik wohl nicht mehr geht...
Oftmals verstehen die Kinder, gerade wenn sie körperlich sehr stark eingeschränkt sind, mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Ich finde es aber sehr, sehr schade, dass der Big Mäck aufgrund von Zeitproblemen des Personals on deinem Sohn nicht genutzt werden kann. Die Pfleger können ja nichts dafür, dass der Betreuungschlüssel so schlecht ist, aber hierdurch geht für deinen Sohn schon eine wichtige Ausdrucksmöglichkeit und auch Lern- und Therapiemöglichkeit verloren.
FC isinnvoll auszuführen (wenn man dran glaubt und es anwendet) ist übrigens viel zeitintensiver als das anbieten eines Big Mäcks. Zumindest ist das meine Erfahrung.
Alles Gute für dich und deinen Sohn!
Ich mag übrgens das Bild in deinem Avatar, dein Sohn lacht dadrauf so schön!
LG
Verfasst am: 26.05.2009, 20:33 Titel: Kurse zum Anbahnen Gestützter Kommunikation
Hallo Tine!
Es freut mich, dass Dir Florian's Bild im Avatar gefällt.
Er lacht zum Glück viel und oft, er fotografiert sich auch recht gut.
Ja, Du sprichst mir aus der Seele. Ich sehe es ähnlich, dass die Handhabung des Big Mäcks schneller und einfacher zu bewerkstelligen wäre. Allerdings müßte nach meiner Meinung der Big Mäck immer eingeschaltet und für Florian mit den Armen erreichbar sein, dass er sich halt damit bemerkbar machen kann. Da fängt das Problem aber schon an. Bisher haben die Reha-Techniker keine Möglichkeit gefunden, an Florian's Sitzschale einen geeigneten Tisch anzubringen. Ohne Tisch fällt aber der Bigmäck runter. Ich habe mich auch entsprechend erkundigt. Mir wurde gesagt, dass für die Befestigung eines Tisches Armlehnen notwendig seien. Florian hat seine Arme entweder angewinkelt an den Körper gepresst oder seitlich weggestreckt. Seine Hände sind überwiegend zur Faust geformt und ab dem Handgelenk nach außen gedreht. Wenn er es ganz stark will und sich darauf konzentrieren kann, kann er seine Hand beispielsweise auf einen Teller legen, oder beispielsweise auf den Bigmäck, wenn er sich in erreichbarer Nähe befindet. Leider ist es im Essraum der Wohngruppe nicht möglich, Florian's Rollstuhl so an einen Tisch ranzuschieben, dass man den Bigmäck für Florian erreichbar auf dem Tisch abstellen kann oder dass Florian mit den Armen auf einen Gegenstand auf dem Tisch hinkommt.
Vorerst haben wir aber noch wesentlich wichtigere Probleme zu lösen. Florian's Sitzschale muss wegen der starken Spastik im Oberkörper erneut geändert werden. Wir sind uns derzeit noch nicht sicher, ob eine Änderung der Schale allein ausreicht, oder ob Florian zusätzlich muskelentspannende Mittel braucht.
Viele Grüsse
Marianne _________________ Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
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