Verfasst am: 01.09.2005, 12:07 Titel: Was sollen wir glauben? (schwerhörig o. entwicklungsverz.?)
Hallo,
wir wissen schön langsam nicht mehr weiter! Bei Lena haben Sie vor 14 Tagen eine Tief- und Mittelohrschwerhörigkeit festgestellt. Laut der HNO-Ärztin ist dies wahrscheinlich der entscheidene Punkt dafür, dass Lena nicht spricht(Nur mama,dada,ja,nana etc.). Sie hört zwar schon manche Sachen, aber sie versteht nicht alles, was wir Ihr sagen und hört auch nicht alles.
Der selben Meinung wie die HNO-Ärztin sind unsere Logopädin und unsere
Ärztin in der Haunerschen Kinderklinik in München.Diese meint zwar auch noch,dass Lena auch sonst noch eine kleine Entwicklungsverzögerung hat.Diese sei aber nicht dramatisch.
Also sagen 3 Fachleute die Schwerhörigkeit sei der entscheidene Punkt für das nicht sprechen von Lena.
Den Termin für die genaue Untersuchung in Großhadern ist aber erst am 19.09.05.
Aber seit meine Frau gestern bei der Kiga-Voruntersuchung mit Lena bei unserem Ki-Arzt war, sind wir wieder völlig hilflos. Er sagte, dass er nicht glaube, dass die Schwerhörigkeit schuld für das Nichtsprechen von Lena sei. Er habe zwar einen Verdacht, den er uns aber nicht sagen will. Wir glauben er vermutet einen schweren genfehler bei Lena.
Als ich daraufhin ihn anrief und ihm sagte,dass meine Frau immer mit den Nerven am Ende sei, sagte er nur, dann müssten wir unseren einen anderen Ki-Arzt suchen.
Dies werden wir nun auch machen, aber er hat auch 15 Jahre Erfahrung mit Entwicklungsverzögerten Kindern. Er sollte doch wissen, wie man mit Eltern von Kindern wie Lena umgeht.
Nun meine Fragen
-Wer von euch hat auch ein kind mit einer Tief.- und Mittelohrschwerhörigkeit und das Kind spricht auch nicht?
-Bei wem wurde es nach der Behebung mii Hörgerät oder Operation besser mit dem Sprechen?
-Warum sind manche Ki-Ärzte so herzlos?
Liebe Grüße
Ingo,Sonja und Lena
ihr habt ja einen besonders "netten" Kinderarzt... Wenn er euch schon sagt, dass er einen Verdacht hat, sollte er diesen auch begründen.
Mir sind zwei Kinder bekannt, die geistig normal entwickelt sind und Probleme mit dem Sprechen hatten. Beiden konnte mit Hörgeräten geholfen werden - in kurzer Zeit purzelten die Worte nur so aus ihnen heraus... .
Wichtig ist, abzuklären, ob Lena tatsächlich alles VERSTEHT, was ihr von ihr wollt. Zwischen VERSTEHEN und HÖREN besteht nämlich doch ein großer Unterschied. Ein geistig normal entwickeltes Kind mit Hörschwierigkeiten versucht unter großer Anstrengung doch zu verstehen, was man von ihm will - so war es zumindest bei den beiden Kindern, die ich kenne. Sie machten durch Zeigen und Rufen auf sich aufmerksam und versuchten unter großen Mühen, Wörter zu formulieren. Sie schauten ihre Eltern konzentriert an und versuchten zu raten, was sie von ihnen wollten. Wie alt ist Lena denn jetzt? Die beiden Jungs, die ich kenne, sind heute knapp drei und sechs Jahre alt.
Den Kinderarzt würde ich auf jeden Fall noch einmal löchern und bei dem Termin in Großhadern auch das Thema "geistige Behinderung" ansprechen - auch wenn es euch schwer fällt. Nur durch Offenheit und ein klares Gespräch sowie klare Worte kommt ihr meiner Meinung nach weiter.
Lieben Gruß,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Unsicherheit eine sehr belastende Situation ist. Ich kann gut verstehen, dass Sonja mit den Nerven am Ende ist, mir ging es nicht viel besser.
Von eurem Kinderarzt ist es nicht gerade feinfühlig, so eine allgemeine Aussage zu machen, über die Einzelheiten sich aber auszuschweigen. Er hätte leiber nichts sagen sollen.
Gibt es außer dem sprachlichen Rückstand ander Auffälligkeiten bei Lena, vielleicht irgendetwas, was der Kinderarzt abgetestet hat? Wie alt Lena ist, würde mich auch interessieren.
Die Zahl der möglichen Ursachen für Entwicklungsstörungen ist wirklich groß, manche können ein ganzes Leben veränderen, andere lassen sich mit angemessener Förderung ganz gut kompensieren. Das ist sowieso noch von Fall zu Fall ganz unterschiedlich. Daher solltet ihr im Moment noch nicht so viel Angst haben. Ich weiß, dass hört sich so einfach an.
Was soll in Großhadern eigentlich untersucht/getestet werden?
Ich wünsche euch, dass ihr die Hoffnung behaltet und dass eure Geduld nicht auf eine zu harte Probe gestellt wird, bis ihr Gewissheit haben werdet.
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