Mit einem Schüler, 7 Jahre, wollen wir sobald wie möglich in die UK einsteigen. Vielleicht erst einmal ein paar Eckdaten: kein Kiga-Besuch, jetzt KB-Schule, geistige Behinderung, sehr kommunikationsfreudig, Migrationshintergrund, Eltern sprechen kein Deutsch, Kind hat guten, aber nicht altersgerechten passiven Wortschatz, spricht teilweise schwer verständlich, möchte gerne erzählen, jedoch fehlt das Vokabular häufig, Ausgleich mit Gestik und Mimik (toll ), fehlendes Kleinhirn, läuft wackelig, aber ohne Hilfsmittel.
Gebärden sind bei diesem Kind sicher optimal, ein Nachteil ist jedoch, dass längst nicht alle Mitschüler in der Lage sind, die Gebärden zu erkennen. Er soll sie natürlich trotzdem gebrauchen (Spezialistin ist im Klassenteam), aber Bilder zur Veranschaulichung wären für den Schüler (und seine Mitmenschen) auf jeden Fall angebracht. Wir haben überlegt mit PCS-Symbolen zu arbeiten. Momentan ist noch unklar, wie man das am besten organisiert:
- Symbolkarten mit verschiedenen Tätigkeiten (Dreirad fahren, kochen, Polizei spielen etc.,), Mappe mit Klett
- verschiedene große Karten, z.B. eine fürs WE, auf der dann Tätigkeiten/ Familienmitglieder etc. symbolisch/ Fotos abgebildet sind
Letzterer gefällt mir gut, weil der Schüler sich so zu Hause auch mal Bücher vorlesen könnte. Dort wird ja gar kein Deutsch gesprochen und allgemein auch nicht so viel gelesen. _________________ Sonderschullehrerin
Und dann wäre ein Talker ideal. Die Geräte, die du oben genannt hast, sind relativ teuer und müssen immer individuell besprochen werden. das wird Grenzen bringen im Alltag.
Am besten fangt ihr mit Gebärden und Mappe an und macht dann eine Talkerberatung. Durch das Ausprobieren werdet ihr schnell sehen, was für ihn geeignet ist.
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Sonderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Talker habe ich auch angedacht. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass der Schüler mit dem teuren Ding hinfällt, finde ich das nicht so ideal . Er kann ja sprechen. Wenn man sagt, "XY, sag mal 'Ba-na-ne' ", dann spricht er das auch nach, wenn auch nicht immer ganz perfekt. Bei einem Talker würde seine Sprache ja ganz ersetzt. Das fänd ich persönlich schade. Er ist wirklich sehr sprechfreudig, will es auch partout, spielt für sein Leben gern Memory, weil er da neue Wörter lernen kann , echt süß
Die Kommunikationsmappen kenne ich aus der Uni. Das wäre sicher etwas, nachdem man ein paar Symbole eingeführt hat. Die Mappe kann man ja immer mehr erweitern.
Wenn er einen Talker hat, heißt das nicht, dass er nicht mehr sprechen wird. Das ist ein Irrglaube. Er kann sich ja ein Wort immer wieder anhören und dann auch nachsprechen. Mit dem talker dauert das Sprechen ja länger, als wenn er es selbst sagen würde. Es würde ihm ja als Hilfe/ Unterstützung / Anregung dienen. Also keine Angst!
Aber Kommuniaktionsmappe und Gebärden find ich auch super, denn man sollte immer ne Kombi haben. Der Talker kann auch mal ausfallen (Akku o.ä.) und dann hat man mit Mappe etc. Alternativen. Und wenn ihr Gebärden lernt, können die Anderen doch mitlernen, so dass sie ihn dann auch verstehen. Bei mir in der Klasse machen alle Kinder die Gebärden mit, auch wenn sie sie nicht alle bräuchten! Aber es macht ihnen auch Spaß!
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