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An die Eltern von älteren Kindern (fast) ohne Lautsprache
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Fredi
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BeitragVerfasst am: 24.02.2009, 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo beck

Huch, Inge, was machst du denn für Sachen??? Trainingslauf im Sturm??? Shocked

Wieviel übt ihr eigentlich mit euren Kindern zuhause???
In den Therapien macht Henry eigentlich immer ganz gut mit. Hier zuhause gestatlltet sich das leider etwas schwieriger Rolling Eyes Das Padovanturnen kriege ich grad noch so hin, aber wenn ich dann die Lautkarten auspacke, wird es schon kritisch. Und mit Zwang läuft bei ihm gar nix. Dabei hat man mir gesagt, dass das Üben das A und O ist, damit es sich besser einprägt und besser bzw. schneller abgerufen werden kann.

Liebe Grüße
Anna

_________________
Anna (36) mit Henry (06/04), globale Entwicklungsretardierung

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic14933.html
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IngeH
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BeitragVerfasst am: 24.02.2009, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Anna,
wir haben vor einiger Zeit aufgegeben "zu üben". Wir nutzen den talker spielerisch bei gesellschaftsspielen, am Tisch, im Alltag. Es soll Kommunikation sein und nicht Therapie.

Und siehe da, es wurde mehr Kommunikation, mehr Nutzung des Talkers, mehr Gebärden, auch mehr Laute. Alles kam, was vorher verweigert wurde.

Aber in den ersten Jahren habe ich ganz strikt, geturnt, Lautkarten genutzt usw, bis irgendwann ein totales Dichtmachen kam.

Je mehr Druck wir rausnehmen, desto besser geht es bei uns zur Zeit. Was nicht heißt, daß wir nur Wildwuchs machen. In der Therapie wird gearbeitet, zu Hause zu bestimmten Zeiten (Motomed uä) aber bei der Kommunikation sind wir nur auf Vergnügensbasis geblieben.

Das war wahrscheinlich der richtige Weg für uns, aber das heißt nicht, daß er das für Euch auch ist. Nur sollte man das auch im Hinterkopf behalten, daß manchmal "gut gemeint" eben das Gegenteil von Gut ist und man ein Kind auch übertherapieren kann, was dann negative Folgen haben kann.

Liebe Grüße

PS Trainingslauf im Sturm, ja, hab ja keine Wahl, hier an der Küste stürmt es im Winterhalbjahr nunmal oft und am Sa und dann wieder in 4 Wochen sind Marathons.... (ich brauch das manchmal vor den heimischen Problemen wegzulaufen Wink -> nur um dann wieder mit neuer Kraft nach HAuse zu kommen)

_________________
Liebe Grüße von Inge
mein besonderes Kind wurde 05.97 geboren und hat eine beinbetonte Tetraspastik ist ein Läufer aber hat keine Lautsprache, er hat noch 3 ebenso wunderbare jüngere Geschwister, die beiden Jüngsten mit AVWS
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Marianne56
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BeitragVerfasst am: 24.02.2009, 10:11    Titel: An die Eltern von älteren Kindern fast ohne Lautsprache Antworten mit Zitat

Hallo Simone!

florian ist mittlerweile 25 und lebt, um es so auszudrücken, fast ohne Lautsprache.

Aber in Wirklichlkeit ist seine Ausdrucksfähigkeit gar nicht so eingeschränkt. Er hat in den letzten 25 Jahren gelernt, durch seine Mimik und seinen Augenausdruck klar und deutlich zu zeigen, was er denkt. Wenn er sehr fröhlich ist, dann äußert sich das außer einem glücklichen Gesichtsausdruck auch in einer Fülle von Juchzern, Glucksen, Jubeln etc.

Bei negativer Gefühlsstimmung bekommt sein Gesicht einen Ausdruck von der sog. "Schippe" bis zum Ausdruck grenzenloser Enttäuschung, und er kann dann auch mit seiner Stimme ausserordentlich schimpfen.

Wir haben von Anfang an mit ihm immer so gesprochen, als könnte er uns verbal antworten. Er hat auch als jüngeres Kind sowas wie "Ama", gesagt. Wenn er uns etwas mitteilen wollte, dann hat er beispielsweise klar in Richtung des Kassettenrecorders, der Haustür, etc geschaut. Er kann sich sehr gut räumlich orientieren und hat so seine Augensprache angewandt.

Wir haben natürlich auch versucht, UK mit ihm anzubahnen. Das hat eine ganze Zeit lang gut funktioniert, solange er noch in der Behindertenschule war, wo das regelmäßig mit ihm geübt wurde. Mit dem Wechsel in die Erwachsenen-Einrichtung muss man da aber massive Abstriche machen. Es war ihm irgendwann auch lieber, wieder mit seinen eigenen Möglichkeit en zu arbeiten, also mit seinem Gesichts- und Augenausdruck.

Ich mußte auch erleben, wie in seiner Gruppe ein Betreuter aus Frust seine Betreuer verbal auf das wüsteste beschimpft hat, und da wurde mir bewußt, wie mit der Fähigkeit Sprache auch im negativen Sinn umgegangen wird.

Natürlich würde ich mir von Fall zu Fall auch wünschen, dass sich Florian auch verbal äußern könnte, aber wenn man ein so schwerstbehindertes Kind hat, dann wird man automatisch bescheidener in seinen Wünschen. Noch wesentlich wichtiger als Sprache erscheint mir ein harmonisches Umfeld und das Verständnis und der Respekt unserer Gesellschaft Behinderten gegenüber.

Viele Grüsse

Marianne

_________________
Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter

Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.
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Simone_Annabelle
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BeitragVerfasst am: 05.03.2009, 05:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hatte in den letzten Tagen keine Zeit und habe deswegen nicht weitergeschrieben - danke für die Antworten!

@IngeH: Ich bin beeindruckt von den beschriebenen Möglichkeiten eines Talkers - ist sicher eine gute Alternative für eine nonverbale Person. Ich kann´s mir halt im praktischen Gebrauch noch nicht so richtig vorstellen, da ich einfach noch niemanden gesehen habe, der einen Talker verwendet hat. Im Idealfall würde die betreffende Person dadurch richtige Unabhängigkeit erlangen und sich im öffentlichen Leben auch dort bewegen, wo sie niemanden kennt. Vielleicht muss ich einfach aufmerksamer sein!

@Marianne: ich stimme Dir zu, dass eine behinderte Person von dem Verständnis und dem Respekt, den sie erfährt, abhängt. Das ist auch eine große Sorge von mir - mein kleines Mädchen ist ja im Moment sehr behütet und hält sich nur in einem genau definierten Umfeld auf. Ich merke aber schon, dass Kinder sie neugierig anschauen und dann oft als uninteressant abtun, weil sie eben nicht offensiv aus sich herausgehen kann (und eben auch nicht verbal ausdrücken kann).

Wobei wir alle wohl lernen müssen, damit umzugehen - das gehört einfach zum Leben dazu, befürchte ich.

@Fredi: Wir haben gerade mit Taktkin angefangen, aber Annabelle lässt uns - die Logopädin und mich - noch nicht so richtig an ihren Mund heran. Ich versuche es trotzdem immer wieder. Padovan machen wir nicht mehr. Ansonsten versuche ich auch zuhause, ihre Wahrnehmung immer wieder zu stimulieren (Schaukel, Sandwanne, Wasserspiele,... - was uns halt einfällt).

lg, Simone

_________________
Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
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Marianne56
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BeitragVerfasst am: 06.03.2009, 20:01    Titel: An die Eltern von älteren Kindern fast (ohne) Lautsprache Antworten mit Zitat

Hallo Simone!

Was ich Dir auf jeden Fall sehr empfehlen kann, ist rythmische Musik. Darauf hat Florian bereits als ganz kleines Kind angesprochen. Damals waren das die einschlägigen Kinderlieder und Verse. Später kamen dann beispielsweise alle Situationen dazu, wo geklatscht wurde. Da hat er regelrecht gekreischt. Seine Stimme wurde dadurch total stimuliert. Jetzt,mit 25 liebt er das Trommeln...

Bezüglich der Stimulation im Mundbereich ist eine elektrische Zahnbürste sehr vorteilhaft. Und etwas, worauf die Kinder nach Herzenslust rumkauen können, aber so sie nichts unkontrolliert abbeissen können, wegen der Gefahr des Verschluckens.

Viele Grüsse

Marianne

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Marianne, 53, Alois,58, mit Florian, 26, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 24, gesund und munter

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