Hallo, super spannend bei Euch mit zulesen. Mich würde interessieren was Ihr für eine Bürste mit Infrot habt?
Viel Spaß weiter am entdecken der verbalen Kommunikation!
Mone80
Ergo. _________________ Ergo.-Castillo Morales, Sensorische Integration, Psychomotorik,...,Schwerpunkt:Säuglinge/Kleinkinder - ca. 16 Lebensjahr, Die "Besonderen Kinder" liegen mir besonders am Herzen! Praxisarbeit/Praktisch Bildbaren Schule/Lernhilfeschule
"Jeder kann etwas ganz besonderes, man muß sich nur die Zeit nehmen und die Arbeit machen danach zu suchen."
das sind ja super Fortschritte
Ich habe es ja gesagt: KoArt ist ja dem niederländischen Dyspraxie-Programm sehr, sehr ähnlich und es funktioniert! Die Kinder finden dieses "Laute-lesen" richtig gut und arbeiten eigentlich immer super mit. Und auch wenn manche Laute bzw. das Zusammenschleifen der laute zu Silben und Wörtern etwas dauern kann - die Fortschritte kommen.
Viel Glück weiterhin!
LG
Aila
Liebe Aila,
danke für die guten Wünsche. Das Schwierige ist eher das Anbahnen der Buchstaben - für das Einüben haben wir ja jetzt tatsächlich das Programm. Im Moment sind wir am Überlegen, ob es besser ist, "W" oder "B/P" anzupeilen. Annabelle hat mit "U-A-U-A" begonnen, woraus sich dann die Silben "WA" "WA" "WA" (kann sie getrennt sagen) ableiten ließen. Dieses "WA" "WA" liegt aber nahe bei "BA" "BA", und oft "passiert" es ihr schon, dass so ein "BA" herauskommt. Manchmal auch auf Aufforderung; ich versuche es ihr jetzt vor dem Spiegel bewusst zu machen, dass in einem Fall die Zähne zu sehen sind und im anderen nicht.
Das "B" wäre jedenfalls klar unterschiedlich zum "M" und daher vielleicht leichter - wie auch immer. Danke noch einmal für Deine Beratung, die mich wirklich sehr bei meiner Suche nach der richtigen Therapeutin angespornt hat. Unsere Logopädin ist jung und sehr engagiert, und ich hoffe, dass wir mit ihr weit kommen können.
@Mone80: Die Bürste ist von CIATRONIC, und eigentlich sehr simpel. Sie hat einen Modus, in dem sie nur warm wird (Infrarot eben), einen reinen Vibrations- und einen kombinierten Modus (also warm + Vibration).
Wir brauchen sie jetzt nur mehr wenig, weil ich Annabelle in der Zwischenzeit verbal die Anweisung geben kann den Mund aufzumachen, wenn sie wieder verkrampft erscheint. Das funktioniert, und ich hoffe, dass sich die Spannung im Laufe der Zeit überhaupt abbauen wird (zumindest im Bereich des Kaumuskels - bei den Lippen versuchen wir eher, Spannung aufzubauen!)
Danke auch Dir für Dein Interesse. Heute waren wir bei meiner Oma, und die war ganz ergriffen vom neuen Wort "Mama". Und als wir es meiner Mutter vorführten, meinte sie "Annabelle, du lernst ja sprechen mit dem Mund!" (ist nun einmal bei ihr nicht selbstverständlich )
lg, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
mich freut es wirklich, wenn ich helfen konnte Ich weiß ja, wie schwierig es ist, gerade für sprechdyspraktische Kinder den richtigen Therapeuten zu finden. Aber wie es scheint, habt ihr ja für Annabelle jetzt den richtigen Weg gefunden!
Was die unterschiedlichen Sprachlaute angeht: das Anbahnen der Laute ist wirklich nicht immer leicht, aber auch das "Zusammenschleifen" von Einzellauten zu Silben dauert oft lange. Es kommt auch immer vor (ist sozusagen typisch Dyspraxie), das der eben noch richtig gesprochene Laute auf einmal "falsch" gesprochen wird. Dann wird plötzlich aus PAPA z.B. BABA oder PABA.
Das macht aber nichts. Dafür übt man ja so viel und so oft wie möglich, um diese neuen Artikulationsmuster einzuschleifen. Wenn Annabelle tatsächlich ein sauberes "B" hinbekommt, kann es natürlich auch geübt werden. Durch die Buchstaben erkennt sie vielleicht auch schneller den Unterschied.
Was man allerdings anfangs vermeiden sollte: nicht diese ähnlichen Buchstaben in einer Übung vermischen! B und M sind nämlich auch sehr ähnlich - der einzige Unterschied ist, dass B ein Explosivlaut ist und M ein Nasallaut, ansonsten werden beide mit den Lippen gebildet und sind stimmhaft. Die Unterscheidung solch ähnlicher Laute erfordert Zeit und viel Übung, daher wird anfangs eher mit größeren Kontrasten gearbeitet.
das mit den zwischendurch falsch gesprochenen Lauten kenne ich - z.B. kann Annabelle "A" "U" relativ gut sagen, die Ansteuerung des "U" alleine geht aber nicht so gut. Ich lasse sie dann wieder das obige Muster sagen, dann kann sie den Laut auch wieder ganz gut isolieren!
Ein sauberes "B" - naja. Sie kann "wawawa" und "bababa" auf Aufforderung sagen - scheinbar hört sie den Unterschied zwischen diesen doch sehr ähnlichen Lauten. Es ist uns aber noch nicht gelungen, das "B" aus der Silbe herauszuholen.
Diese beiden Laute "W" und "B" haben sich von selbst ergeben, weil sie eben die Silbenketten lautiert. Ziellaut wäre eigentlich ein "T", aber da ist sie noch weit entfernt.
Wir üben halt mit der Zunge, und sie kann sie auch schon ein Stückchen herausstrecken und weiß auch vom Mundbild, wo sie hinsollte. Kann sie aber einfach noch nicht bis zu den Zähnen hinaufbringen.
Sie kann auch blasen bzw. Atem bewusst ausstoßen, aber die Kombination all dieser Dinge lässt sich schwierig an
Wir machen halt erst einmal brav weiter unsere Übungen hauptsächlich in den verschiedenenen Kombinationen von "A" und "M". Und stimulieren weiter den Mund, in der Hoffnung, dass Dieses und Jenes halt wieder kommt.
Noch eine Frage, die mich bedrückt: wieviel müssen wir in unserem kommenden Urlaub (so 5 Wochen) machen um zu vermeiden, dass sie alles vergisst? Ich dachte, eine tägliche oberflächliche Wiederholung müsste genug sein. Oder sollen wir doch ein bisschen üben?
Ich habe Angst, dass sie ihr mühsam erworbenes "Mama" wieder vergisst!
Ganz liebe Grüße aus dem heißen Wien, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
was das Üben angeht: natürlich wäre es gut jeden Tag ein bisschen zu üben (z.B. 5-10 Minuten). Das müssen aber nicht immer die Laute sein, sondern man kann ja auch die Mundmotorik / Sensibilität trainieren. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn man es mal vergisst, denn so schnell verschwinden in der Regel die einmal erlernten Laute nicht wieder
Kennst du eigentlich das Spiel "Gummibärchenwaschanlage"? Für euch wäre die Abwandlung "Gummibärchen fangen" sogar noch besser:
Man spießt ein kleines Gummibärchen auf einen Zahnstocher. Das Kind muss nun versuchen, mit der Zunge das Gummibärchen "zu fangen". Man berührt z.B. mit dem Gummibärchen den rechten / linken Mundwinkel / Oberlippe / Vorderzähne usw. solange, bis die Zunge es berühren kann. Hat das Kind es ein paar Mal geschafft, das Gummibärchen zu berühren, dann darf das Bärchen aufgegessen werden.
Der taktile und geschmackliche Reiz helfen sozusagen der Zunge sich in verschiedene Richtungen zu bewegen.
Im Übrigen ist das "T" wirklich ein schwerer Laut für Kinder, die in ihrer Mundmotorik so stark eingeschränkt sind. Ich würde eher versuchen, weitere Vokale oder z.B. das "F" anzubahnen. Manchmal muss man auch einfach versuchen und herumprobieren, was das Kind spontan am Besten hinbekommt. Was hat eure Logo denn dazu gesagt?
Ich wünsche euch einen schönen, erholsamen Urlaub!
Grüße
Aila
Das Gummibärchenspiel ist eine gute Idee - nette Variante zum Eisstäbchen, das auch immer Annabelles Zunge herauslockt, ihr in der Zwischenzeit aber schon langweilig ist.
Ich lasse sie jetzt öfters schreien "AH", wobei auch öfters einmal die Zunge herauskommt!
Diese Dyspraxie ist wirklich ein seltsames Ding: "mamama" bringt sie ja jetzt problemlos auf Aufforderung heraus. Wenn ich dann sage "sehr gut, aber ich heiße nur Mama", kann sie die 2 Silben, wenn sie sich sehr konzentriert, auch produzieren. Aber sie kommen viel leiser und in einer anderen Betonung heraus - sie muss sich scheinbar total konzentrieren und plagen!
Unsere Logopädin macht gerade mit Annabelle und einem anderen Kind ihre ersten Erfahrungen in der Behandlung einer Dyspraxie über Ko-art, hat eigentlich für uns das Seminar besucht und ist selbst noch am Experimentieren. Wobei ich sie sehr gut finde und eminent froh bin, sie zu haben!
Jedenfalls hat sie das "F" überlegt und sich dann für das "T" entschieden.
Annabelle kann jetzt auch ein "H" produzieren, das möchte ich heute zur Einbindung in die Übungen vorschlagen (wir sind am Nachmittag bei der Logo).
Zusätzlich haben wir uns leider neulich bei der Entscheidung "W" oder "B" für das "W" entschieden, weil die Kleine "WAWAWA" kann, allerdings tut sie sich mit dem isolierten "W" wieder recht schwer. Die Logopädin meinte, ich solle es vorerst mit ihr als Silbe üben.
Sie kann auch "BABABA" lautieren und meint damit "PAPA", wobei es noch ein ganz weiches "B" ist, oft in der Nähe von "W". Auch das "B" zu isolieren, fällt ihr sehr schwer.
Bei den Vokalen kommt das "A" und das "Ä" ganz klar. Wir üben jetzt den runden Mund, und Annabelle bringt ein "Ö" heraus. Wenn sie in der Tonlage variiert, wird´s manchmal auch ein "U" oder ein "Ü". Sie versucht da schon nachzuahmen, aber ihre Möglichkeiten sind halt noch sehr begrenzt.
Wobei wir schon beide Spaß haben, wenn wir unsere Einzellaut- und Silbenketten probieren, oft nur nach Gehör und ohne methodische Unterstützung.
Wenn sie versucht ein "I" zu produzieren, quietscht sie ganz begeistert in der Gegend herum.
Ich höre jetzt lieber auf, sonst schreibe ich noch stundenlang weiter.
Fährst Du auch auf Urlaub? Kräftetanken ist ganz wichtig - da kann einmal ich Dir einen Rat geben .
Werde jedenfalls heute Nachmittag ganz ausführlich mit unserer Logopädin reden. Und hänge 2 Bilder an, damit Du den kleinen Quälgeist einmal siehst.
Ganz liebe Grüße!!!
Simone
_________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
Danke für die Fotos! Die Annabelle ist aber wirklich eine ganz Süße!
Ich finde das richtig toll, dass ihr sprachlich immer weiter ausprobiert und gerade dieses Laute oder Silben sprechen "rein aus Spaß ohne Methode" ist auch ganz wichtig!
Übrigens gehören diese Schwierigkeiten wie z.B. isolierte Laute korrekt, gleichmäßig und sauber zu sprechen oder auch die sensomotorischen Einstellungsprobleme (Stimme, Atmung, Lautstärke, Intonation korrekt einzusetzen) zu den typischen Merkmalen einer verbalen Dyspraxie.
Und du hast es ganz richtig beobachtet: es macht Annabelle sehr viel Mühe und sie muss wirklich ihre ganze Konzentration aufwenden.
Und gerade darum dauert die Therapie ja auch manchmal sehr lange und man braucht sehr viel Geduld. Aber wenn ich (als Aussenstehende) z.B. lese, was Annabelle für enorme Fortschritte gemacht hat, dann bin ich mir sicher, dass ihr auf dem richtigen Weg seid.
Und in einem Punkt muss ich dir auch Recht geben: Kräfte tanken ist sehr wichtig. Darum mache ich jetzt erst mal 2 Wochen Urlaub
Annabelle hat im Sommer sehr viel gelernt. Es machte ihr Spaß, die neuen Laute zu üben. Kombinationen zu erlernen war und ist oft schwierig für sie: wir brauchten z.B. Tage um M und O zu einem MO zu kombinieren.
In der Zwischenzeit fällt es ihr leichter, Laute, die man lang dehnen kann (wie eben z.B. das M) mit anderen zu kombinieren - die Probleme hat sie z.B. beim Anlaut B. Sie kann problemlos B und A einzeln lesen, sie sagt für "Baden" auch deutlich "BA", wenn sie aber B und A in Kombination lesen soll, steigt sie aus. Auch ein Bär - BEA - ist für sie B Pause EA, wenn sie das Wort liest.
Wenn ich es vorsage, kann sie´s aber manchmal richtig nachsagen.
Sie hat in der Zwischenzeit einen Wortschatz von 10, 15 Wörtern - MAMA, OMA, OMM HEA (komm her), MEA (mehr oder Meer), BABA (verwenden wir in Wien als Gruß), OA (Ohr), WEH, WAM (warm), EAME (Therme), HAMA (Hammer), BABO (italienisches "Babbo" für Papa), MOMO (Name eines Kuscheltiers) und viele Silben oder Einzellaute - BA für Baden, MA für Malen, MO für Maus (AU kann sie noch nicht), WA für Wanne, A für Annabelle, O für Sophie uvm.
Sie kommuniziert jedenfalls intensiv.
Als Laute sind W (jetzt richtig) und F dazugekommen bzw. das E, das aber oft einem A ähnelt.
Es wäre schön, wenn jetzt (endlich) Laute der 2. Artikulationszone dazukämen, weil das natürlich viel mehr Möglichkeiten zur Bildung neuer Wörter ermöglicht. Das F ist übrigens so neu, das wir noch gar keine Wörter damit gebildet haben. Anzustreben wäre z.B. "MOFA", aber das ist ihr noch zu schwierig.
Unsere Logopädin möchte jetzt mit oraler Stereognose beginnen - ich habe da so ein Set mit Griff bestellt - und übt mit ihr Orientierung im Mund durch Tippen mit Eis. Sie muss dann auf einer Zeichnung zeigen, wo sie die Berührung gespürt hat.
Ich bin nach wie vor sehr angetan und glücklich über Annabelles Fortschritte, aber es ist nicht immer einfach. Oft verweigert sie jetzt das Üben, und ich habe gleichzeitig Sorge sie zu überfordern und auf der anderen Seite, dass sie das mühsam Erlernte wieder vergessen könnte.
lg, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
ich war schon ein Weilchen nicht mehr im Forum und bin daher wirklich baff, was Annabelle für enorme Fortschritte gemacht hat!
Das ist eine ganze Menge in der relativ kurzen Zeit
Verweigert Annabelle die Übungen nur zu Hause? Wie oft und wie lange übt ihr denn? Bitte vergiss nicht, dass Annabelle auch Zeit braucht, um das Erlernte zu verarbeiten! Da kann es schon mal sein, dass ein Kind sich gegen neue Übungen / andere Lautkombinationen sperrt. Das ist aber nicht schlimm. Um eine Überforderung zu vermeiden, sollte man ganz oft (über viele Wochen) mit den gleichen Lauten üben! So hat sie die Chance, die Laute wirklich korrekt zu automatisieren, durch das Abwechseln von 2 oder 3 Lauten trainiert man die motorische Sprechplanung / Koartikulation und dies wiederum erleichtert dann später das Silben und Wörter sprechen.
Und noch viel wichtiger: Durch Wiederholungen von bekannten Übungen schafft man nicht nur Sicherheit, sondern auch immer wieder Erfolgserlebnisse!
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