Verfasst am: 13.12.2008, 18:34 Titel: Werscherberg + Ergo vs Sprachheilkindergarten
Hallo Ihr Lieben,
ich frage einfach mal hier, denn ich bin etwas verwirrt. Mein Sohn (3 Jahre) geht seit einiger Zeit in eine I Gruppe. Es war klar das er hier nur zum Übergang bleibt, denn er soll in den SprachheilKiga. Die nehmen aber meist nur Kinder ab 4 Jahren, ausser es besteht ein Hörproblem. Das besteht nicht.
Nun soll er evt schon zum 01.02. einen Platz in dem SprachheilKiGa bekommen und darüber bin ich total froh, denn das wäre weit vor seinem 4. Geburtstag.
Nun sagte man mir aber:
1.) werden dann die Kosten für Werscherberg nicht übernommen, wenn er in den SprachheilKiGa geht
2.) auch nicht die Ergo EXTERN, wobei Intern auch keine wirkliche Ergo stattfindet: "Sondern viel gebastelt und geklebt wird"
Ich kann mir im Bezug der Ergo nicht vorstellen, dass das bei meinem Sohn ausreicht, da er aktuell 2x Woche Ergo erhält. aber da lass ich mich gerne überraschen.
Die Krankenkasse sieht darin keine Probleme? War aber auch nur die Hotlineauskunft.
in Werscherberg habe ich auch Kinder gesehen die in eine Sprachheilschule gehen.
Auf Deine zweite Frage weiß ich leider keine Antwort, sollte aber auch kein Problem sein eigentlich...
Liebe Grüße,
Tanja
oje da kann ich dir leider gar nicht helfen, aber frag doch einfachmal in der klinik nach, ruf an oder schreib eine email. wenn es einer weiß dann die. ich drück dir die daumen das du eine positive antwort bekommst. _________________ ------------------
Liebe Grüße
Steffi mit kim malina (20.03.2003) sprachenwicklungsverzögert, grund: unbekannt und mia aline (12.08.2007) gesund
eine Reha wird ja nur gewährt, wenn die ambulanten Behandlungen vor Ort nicht ausreichend sind. Erfolgt nun ein Wechsel in den Sprachheilkindergarten, dann kann der Kostenträger der Reha argumentieren, dass nun eine neue ambulante Maßnahme begonnen wurde und man nun erst einmal schauen muss, wieviel diese bringt. Wenn jedoch auch der Sprachheilkinderkindergarten nicht die gewünschten Erfolge bringt, so wird man deinem Sohn die Reha in Werscherberg nicht verwehren können. Schlimmstenfalls verliert ihr durch den Wechsel in den Sprachheilkindergarten bis zur Fahrt nach Werscherberg einige Zeit - ein grundsätzlicher Ausschlussgrund ist der Sprachheilkindergarten aber nicht.
Ähnlich ist es bei der Ergo. Erfolgt die Maßnahme im Kindergarten, so darf nach den Heilmittelrichtlinien grundsätzlich keine gleichartige externe Therapie verordnet werden. Viel spielen und basteln gehört eigentlich zum normalen Kindergartenalltag und ist deshalb keine Therapie, es sei denn, diese Maßnahmen werden durch eine ausgebildete Ergotherapeutin durchgeführt. Aber auch dann kann eine zusätzliche externe Ergo verordnet werden, wenn die Maßnahmen im Kindergarten nicht ausreichend sind, der Arzt dies auch so begründet und die KK das genehmigt.
unser Sohn hat bis Frühjahr dieses Jahres einen Sprachheilkiga besucht.
Es ist tatsächlich so, dass die KK neben dem KiGa keine Ergo übernimmt, weil sie mit einem Kostenbeitrag an den KiGa-Kosten beteiligt ist.
Bitte überlegt gut, ob ihr eine gute Ergo gegen die Ungewißheit der Förderung im Sprachheilkiga tauschen wollt, bzw. notfalls die Ergo selbst zahlen (bei uns waren es 33,-- € / Stunde)!!!!!!!!!!!!!
Da die Förderung und Therapien im Sprachheilkiga bei uns nicht so toll waren, mal vorsichtig umschrieben .... haben wir eine Reha in Murnau bei der Rentenversicherung beantragt und auch nach einem Widerspruchsverfahren genehmigt bekommen. Als ich dies im KiGa mitteilte bekamen wir einen Tag später mündlich die Kündigung durch den KiGa-Leiter.
Die genaue rechtliche Situation habe ich nicht mehr geklärt, mich geärgert und die Kündigung hingenommen. Juli fühlte sich dort nicht wohl, die Therapien waren nicht besonders, öfter kam er verletzt nach Hause. Ehrlich, wir sahen keinen Grund ihn weiter dorthin zu schicken.
Wenn der Sprachheilkindergarten bereits im Vorfeld so viel als "unerwünscht" benennt, wäre ich sehr vorsichtig. Wir haben leider erst im Laufe des Jahres gemerkt, was dort alles "unerwünscht" war!
Es hängt sehr viel von der Einrichtung ab. Wenn du die Möglichkeit hast, hospitiere ein oder zwei Tage dort bevor du eine Entscheidung triffst. Auch wenn die Hospitation von dort abgelehnt wird, kannst du ja deine Schlüsse ziehen.
Es gibt auch noch den "sozialen" Aspekt: euer Kind muss sich in eine vollkommen neue Umgebung eingewöhnen, seine bisherigen Kontakte im Kindergarten gehen verloren. Die bisherigen Therapeuten werden nicht mehr da sein.
Viele Grüße
Chrissi _________________ unsere Kids: Zwillis * 01; Frühchen 34; Sohn Entwicklungsverzögerung in vielen Bereichen, ohne Diagnose
Es ist tatsächlich so, dass die KK neben dem KiGa keine Ergo übernimmt, weil sie mit einem Kostenbeitrag an den KiGa-Kosten beteiligt ist.
Inwieweit ist die KK an der Finanzierung des Platzes in einem Sprachheilkindergarten beteiligt? Ich kenne nur die Bezuschussung im Rahmen der Eingliederungshilfe. Unser Sohn besucht einen Sonderkindergarten für körperbehinderte Kinder - dafür zahlt die KK nichts dazu.
chrissi hat folgendes geschrieben:
haben wir eine Reha in Murnau bei der Rentenversicherung beantragt und auch nach einem Widerspruchsverfahren genehmigt bekommen.
Wie empfandest du die Sprachförderung in Murnau? Ich frage deshalb, weil wir überlegen, ob nach den im Ergebnis geringen Erfolgen der Reha in Murnau ein Antrag auf eine Reha in Werscherberg sinnvoll ist.
Ansonsten sprichst du mit deinem Beitrag genau das aus, was in der Realität leider oft geschieht. Durch die "Fachkräfte" in einigen Spezialkindergärten erfolgt eine Bevormundung von Eltern, die m.E. nicht mehr zeitgemäß ist.
ich habe die Auskunft von der Eingliederungshilfe bekommen, dass die KK jeden Monat einen Beitrag zahlt. Grund diese Auskunft zu hinterfragen hatte ich erst mal nicht.
Die Sprachförderung in Murnau fand ich bei beiden Aufenthalten gut, beide Therapeutinnen hatten großes Fachwissen, waren engagiert und haben mir alle Fragen beantwortet. Ich konnte bei den Elterngesprächen über unsere Sorgen reden und habe Tipps zur Förderung sowie Empfehlungen zur Fachliteratur bekommen. Juli hat Fortschritte erzielt und wir konnten auch noch einige Zeit nach der Rückkehr beobachten, wie sich die Sprache verbessert hat. Er spricht viel verständlicher, sein Wortschatz ist altersentsprechend, hat nur noch mittleren bis leichten Dysgrammatismus.
Aber auch in Murnau ist ja vieles abhängig von der jeweiligen Therapeutin.
Es stimmt, was zu der Bevormundung schreibst. Genauso haben wir es leider erleben müssen. Ich werde sogar noch jetzt wütend, wenn ich nur darüber schreibe.
Aber schlimm fand ich die m. E. zu geringe therapeutische Förderung. Das war ganz anders als mir im Vorfeld von der Einrichtung selbst erklärt wurde.
Wir sind sehr froh, dass dieses Kapitel für Juli abgeschlossen ist.
Viele Grüße
Chrissi _________________ unsere Kids: Zwillis * 01; Frühchen 34; Sohn Entwicklungsverzögerung in vielen Bereichen, ohne Diagnose
Die Sprachförderung in Murnau fand ich bei beiden Aufenthalten gut, beide Therapeutinnen hatten großes Fachwissen, waren engagiert und haben mir alle Fragen beantwortet. Ich konnte bei den Elterngesprächen über unsere Sorgen reden und habe Tipps zur Förderung sowie Empfehlungen zur Fachliteratur bekommen. Juli hat Fortschritte erzielt und wir konnten auch noch einige Zeit nach der Rückkehr beobachten, wie sich die Sprache verbessert hat. Er spricht viel verständlicher, sein Wortschatz ist altersentsprechend, hat nur noch mittleren bis leichten Dysgrammatismus. Aber auch in Murnau ist ja vieles abhängig von der jeweiligen Therapeutin.
ich hatte den Eindruck, dass die vier Therapieeinheiten Logopädie für unseren Sohn quantitativ zu wenig waren, um dauerhafte Erfolge zu erzielen. Die Therapeutin war sehr nett und, soweit ich das als Laie einschätzen kann, auch kompetent, aber hörbare Erfolge gab es erst, als die Logopädin die Therapieeinheiten für die im Urlaub befindliche Ergotherapeutin übernahm. Nach Rückkehr der Ergotherapeutin verschwanden aber die wenigen Erfolge leider sehr schnell.
Uns wurde gesagt, dass Erfolge sich erst zu Hause einstellen werden. War das bei Juli auch so? Und wie groß ist der Zeitraum bis zur Verbesserung der Sprache nach der Rückkehr?
Ich überlege, ob ich nach diesen Erfahrungen doch noch einen Versuch Werscherberg starten soll, weil dort der auch der quantitative Anteil der Sprachförderung höher sein soll. Aber noch einmal einen solch großen Aufwand für ein verhältnismäßig so geringes Ergebnis möchte ich nicht betreiben.
chrissi hat folgendes geschrieben:
Es stimmt, was zu der Bevormundung schreibst. Genauso haben wir es leider erleben müssen. Ich werde sogar noch jetzt wütend, wenn ich nur darüber schreibe.
Aber schlimm fand ich die m. E. zu geringe therapeutische Förderung. Das war ganz anders als mir im Vorfeld von der Einrichtung selbst erklärt wurde. Wir sind sehr froh, dass dieses Kapitel für Juli abgeschlossen ist.
Es ist schade, dass grundsätzlich so wichtige Einrichtungen wie Sprachheilkindergärten so viel von ihren möglichen positiven Wirkungen verlieren, nur weil einige der dort angestellten Fachkräfte andere mit mindestens gleichwertigem Wissen nicht neben sich ertragen können. Dabei ist es für die Kinder doch viel besser, wenn man alle Möglichkeiten, die man durch das Wissen aller Beteiligten herausfinden kann, dem Kind nutzbar zu machen. Eigentlich sollte nämlich nicht das Ego von Erzieherinnen im Mittelpunkt stehen, sondern die optimale Förderung unserer Kinder. Schade, dass das nicht immer so ist.
Wenn es der Sprachheilkindergarten nicht mehr ist - welche Lösung habt ihr dann für Juli gefunden?
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