das figürliche Zeichnen erfordert ein hohes Abstraktionsvermögen. Etwas Dreidimensionales auf die Fläche zu bringen, ist eine große Leistung. Meine Tochter hat auch noch nie etwas anderes gemalt als Kritzel - sie ist allerdings auch erst vier. Ich fördere bei ihr die Freude am Tun. Sie erfreut sich an den Farben. Ich gebe ihr Wachsblöcke und lasse sie mit Aquarellfarben malen. Buntstifte bekommt sie auch manchmal. Das malen mit Aquarellfarben, gerade auf nassem Papier entspricht ihrem Entwicklungsalter denke ich am ehesten. Wie Angie schon schrieb, kann man der Farbe ihren Lauf lassen, die Bilder wachsen ganz organisch, es entstehen auch Formen, die die Phantasie der Kinder anregen und über die man sprechen kann, wenn das Kind so weit ist. Anfangs sind die Kinder aber noch so im Tun, dass das Bild sobald es fertig ist uninteressant wird.
Schlimm ist natürlich, wenn im Kindergarten von Deiner Tochter erwartet wird, dass sie bestimmte Sachen kann und dann auch noch getadelt wird wenn sie es nicht kann!
Ich bin mir nicht sicher, woran es bei meiner Tochter liegt, dass sie immer noch so malt wie Kinder zwischen 1,5 und 2 Jahren. Sicher hat es mit ihrer wenig ausgeprägten Körperwahrnehmung zu tun, mit ihrer allgemeinen Entwicklungsverzögerung, mit ihrer Feinmotorik usw. Ich denke auch, dass man das Kind insgesamt fördern sollte, also Körperwahrnehmung, Vernetzung beider Gehirnhälften, Motorik usw. usf. Singen, Musizieren, Bewegen, mit den Elementen arbeiten - Wasser, Sand, Erde..... Dann werden Dinge wie das figürliche Malen sicher kommen. Es sind bei unseren Kindern einfach noch nicht die Vorraussetzungen für diesen Schritt vorhanden.
der Saft meines Laptops ist gleich alle, deshalb nur kurz: zum Beispiel Figuren auf Papier "malen" und mit Sand bestreuen und dann mit den Fingern abfahren. Große Bauklötze ausleihen, wie sie auch die Ergos benutzen, und ausprobieren, wie es sich damit baut, man darauf schläft &c. Kekse backen in Form von Dreiecken, Kreisen, und so weiter. Einen Rundgang durch Haus machen und in einem Körbchen alles sammeln, was rund ist, am nächsten Tag das, was viereckig ist und so weiter. Sehr gut sind die Bücher "Ich sehe was", Jonathan liebt sie immer noch, obwohl er alle Verstecke kennt. Ein Geometriebuch oder LÜK besorgen und einfach mit den Formen experimentieren. Es gibt Bastelsets mit geometrischen Formen, die man zu Figuren zusammen kleben kann, wie es einem gefällt.
Trotzdem: Nimm's locker! Sie macht doch gute Fortschritte. Oder Ihr geht doch Mal zu einer Kunsttherapeutin wie Steffi, damit das Kind die Lust am Malen nicht verliert bzw. wieder aufbaut.
ich bin so froh, daß ich hier wieder so nette Antworten und tolle Ideen bekomme. Lieben Dank euch allen.
Liebe Dagmar, ja es ist frustrierend, daß meine Tochter leider im Kindergarten so negative Erfahrungen gemacht hat. Umso mehr bin ich froh, daß wir dort nun draußen sind und der Spaß am malen und basteln wieder da ist. Es ist schon manchmal ganz schön schwer, Geduld aufzubringen und Wege zu finden.
Daß Malen eine Ausdrucksform ist glaube ich auch. Ich habe mal mit meiner Tochter, als sie noch im Kiga war ein Clownbild mit Schnipseln geklebt und sie hat dem Clown ein weinendes Gesicht gemacht, das hat mich damals ganz schön schockiert.
Die Idee mit der Siebtechnik finde ich sehr nett, das habe ich schon als Kind gemacht.
Liebe Thea, auch deine Idee mit der Hand und dem Ring ist super. Wir haben sowas schonmal gemacht, aber eine Wiederholung wäre bestimmt toll.
Liebe Steffi, was du schreibst ist sicher 100 % richtig. Auch bei meiner Tocheter ist die Körperwahrnehmung sehr schlecht gewesen, inzwischen wird es besser, sie hat echt schöne Fortschritte gemacht. Daher werde ich auch dran bleiben. Das Aquarellieren, was ja auch Angie schon schrieb, werde ich jetzt mal verfolgen. Ich habe auch mit einer Freundin, deren Sohn dies mit Begeisterung tut, darüber gesprochen und sie hat mir noch mal erklärt, wie es geht, was mir bisher noch nicht so klar war. Morgen will ich mal Papier und Farben besorgen und dann geht es los.
Liebe Barbara, danke für deine Erklärung, das mit dem Sand gefällt mir sehr gut und auch die Körbchenidee. Ich werds versuchen, locker zu nehmen, jetzt hab ich ja erst mal ganz tolle Anregungen und weiß einen Weg und dann muß man halt wieder mal abwarten. Für Weihnachten werden wir bestimmt tolle Bilder gestalten. Ich bin mir schon sicher, daß es kommen wird, es geht halt nur so langsam.
Leider machen wir Mütter uns ja immer viel zu viele Sorgen und Gedanken.
Der Austausch hier und Eure liebe Unterstützung haben mir aber wieder mal gut getan. Vielen Dank.
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