Hallo Aila,
in Deutschland kann ich die Schwerhörigenschule wählen, wenn ein Kind
nicht genügend Lautsprache mitbringt und auf Gesten oder Gebärden
angewiesen ist.
Auf eine Sprachheilschule kann das Kind, mit genügend Lautsprache und ohne auf Gesten oder Gebärden angewiesen zu sein.
Bitte korrigiere mich, wenn das nicht der aktuelle Stand ist.
Dieses Thema hat uns schon schlaflose Nächte bereitet.
Wir verwenden GUK-Gesten und McGinnis-Buchstaben nur zur Unterstützung der Dyspraxie-Therapie. Die Motivation hält an und er hat
endlich das Gefühl, auch verstanden zu werden.
Deshalb müßte er nicht auf eine Schwerhörigenschule aber die Gesten
werden in einer Sprachheilschule wohl nicht weiter angewendet.?
Wie kennst Du das?
Somit ist das oberste Ziel, ausreichende und verständliche Lautsprache
zu erwerben durch kompetente Logopädie.
Also auf den Sprachheilschulen die ich kenne, werden z.B. auch lautunterstützende Gebärden benutzt, allerdings ist die "verbale" Sprache das Ziel. Ich würde mich sonst einfach an den Schulen umsehen und mal mit den Lehrern sprechen. Es kommt halt auch immer auf das Kind an.
Und ihr habt natürlich die Möglichkeit, weiterhin zur Logopädie zu gehen! Felix macht ja jetzt tolle Fortschritte und da werden auch noch mehr kommen!
Du warst ja schon so freundlich, mir einige Informationen in meinem Thread zum Thema "Taktkin" zukommen zu lassen.
Ich muss sagen, ich bin jetzt einigermaßen verwirrt ob der verschiedenen Ansätze, die in der Logopädie existieren. Übergreifende Beratung in dem Sinne, dass jemand wirklich kompetent mit mir verschiedene Therapiemöglichkeiten evaluieren würde, habe ich leider bisher nicht gefunden, aber vielleicht kannst Du mir ja helfen, hier Klarheit hineinzubringen?
Annabelle ist jetzt 3 1/2 (geb. Juli 2005). Sie ist global entwicklungsverzögert und ist erst mit 26 Monaten und viel therapeutischer Hilfe frei gegangen.
Ihr Hauptproblem liegt im Gleichgewicht und in einer Rumpfhypotonie, wobei ihre Wahrnehmung wohl generell nicht ganz so "funktioniert" wie sie soll.
Sie erhält seit 2 Jahren Logopädie nach Padovan und Castillo Morales, was mir immer sinnvoll erschien (zumindest hat mich die Logopädin überzeugt). Immerhin hat sich Annabelle von einem Kind, das mit eineinhalb Jahren hauptsächlich auf dem Rücken lag und keine Stückchen essen konnte, zu einem fröhlichen Racker entwickelt. Sie kann heute relativ normal essen, kaut auch - nicht supertoll aber doch - und lässt mich jetzt auch ihre Zähne mit der elektrischen Zahnbürste putzen, was vor kurzem noch unmöglich war!
Generell hatte sie im Sommer verschiedene "Durchbrüche" - wohl bedingt durch ihre Ende Mai eingesetzten Paukenröhrchen, durch die sie endlich ihre beidseitigen chronischen Paukenergüsse loswerden konnte. Neben der verringerten Empfindlichkeit beim Zähneputzen (und wohl generell im Mund) begann sie auch selbständig mit dem Löffel sehr viel zu essen, das war schön!
Sie wurde dann auch lauter und sagt heute Dinge wie "hamne in-el" (= haben Windel), man könnte also, mit gutem Willen, von Mehrwortsätzen sprechen. Auch "Mama, Mami" kommt immer wieder spontan sehr gut heraus - auf Aufforderung ist es auf "hni" und bei mehreren Versuchen, vor allem, wenn ich es ihr deutlich vorspreche, kann´s dann wieder zur "Mami" werden.
Allerdings sind ihre Lautäußerungen fast immer Variationen der Bewegung "hme" und nach wie vor recht undeutlich. Mehr als 2 Silben so gut wie nie!
Die von Dir beschriebenen Probleme mit der motorischen Planung in ihrer Sprache treffen wohl zu 100% zu. Hatte sie übrigens auch schon in anderem Zusammenhang - sie brauchte damals 6 Wochen um zu lernen, rückwärts aus dem Gitterbett herauszuklettern. Dann ging´s aber.
Aber zurück zum Thema: Im passiven Verständnis ist sie - auch laut unserer Logopädin - sehr gut. GUK-Gesten setzt sie mit Begeisterung ein (wir haben vor etwa einem Monat angefangen, und sie kann schon fast 50 Gesten, die sie teilweise von mir gelernt und teilweise selbst erfunden hat). Sie kombiniert Gesten und Lautierungen - hat also offensichtlich ein starkes Bedürfnis sich mitzuteilen.
Sie ist auch sehr musikalisch: vor 2 Tagen spielte sie plötzlich "Alle meine Entlein" auf dem Klavier, wir waren ganz erstaunt! Über Musik hatte ich immer einen guten Zugang zu ihr - ich singe nach wie vor sehr viel, weil ich dadurch auch gut ihre Aufmerksamkeit wecken und halten kann.
Ich würde mir jetzt also in der Logopädie wünschen, einerseits ihr bei der motorischen Planung ihrer Sprache zu helfen (also eine Therapie für die Dyspraxie zu finden) und ihr andererseits vielleicht auch über einen musikalischen Zugang zu helfen (habe das in einem anderen Beitrag in diesem Thread erwähnt gesehen - weiß eigentlich nicht, ob eine Musiktherapie unter Logopädie fällt?!)
Bezüglich der Wahrnehmung arbeiten wir schon mit einer sehr guten und qualifizierten Ergotherapeutin, die sich auch mit dem Mund beschäftigt, allerdings hätte ich bei so einem "schweren Fall" wie Annabelle schon gerne eine Therapie, die sich ausschließlich mit der Förderung des Mundes bzw. dem Erwerb der Lautsprache beschäftigt.
Was mich zusätzlich beschäftigt (habe das erst später eingefügt): Annabelle hat ja auch Wahrnehmungsprobleme im Mund - laut Logopädin ist sie z.B. auf der Oberlippe total überempfindlich und dafür hinten, im Rachenbereich sehr unterempfindlich - deswegen stopft sie auch oft zu große Mengen Essen und idealerweise auch noch ihre Finger hinein, damit sie endlich etwas spüren kann . Welche Therapie wäre da angebracht?
Ich habe auch von der Myofunktionellen Therapie zur Korrektur einer orofacialen Dysfunktion gehört - da geht es um Unebenheiten im Muskelgleichgewicht im Mund, was höchstwahrscheinlich (wenn ich mir so ein laienhaftes Urteil erlauben darf) auch zutrifft.
Wäre es sinnvoll, da z.B. einer TAKTIN-Therapie eine andere Therapieform vorzuschieben um den Mund sozusagen vorzubereiten? Oder würde diese ohnehin die Probleme aller Art "mitziehen"?
Tut mir leid, dass es gar so lange geworden ist, aber das Thema ist mir einfach superwichtig und ich kenne mich noch gar nicht gut aus. Vielleicht hättest Du auch eine Buchempfehlung zur VED?
Ganz herzlichen Dank und lg, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
ich weiß leider nicht, wie die Logopädenausbildung bei euch in Österreich ist. Aber ich gehe mal davon aus, das auch dort die verbale Entwicklungsdyspraxie noch relativ unbekannt ist. Ihr müsstet aber einen Verband der Logopäden haben und auf deren internetseiten findet man auch ein Verzeichnis der Praxen. Bei unserem deutschen Verband (dbl) sieht man unter "Logopädensuche" nicht nur die Adressen, sondern auch die Schwerpunkte der Therapeuten. Vielleicht findest du so etwas bei euch in Österreich auch und kannst dir dann gezielt eine Praxis raussuchen.
Literatur für Sprechapraxien bei Erwachsenen findet man häufiger, aber über verbale Entwicklungsdyspraxie kaum (sind meist nur einzelne Artikel). Wenn du über google suchst, müsstest du einen Artikel von Friedrich Michael Dannenbauer finden: "Verbale Entwicklungsdyspraxie - eine noch wenig verstandene Entwicklungsstörung kindlichen Sprechens". So hat man zumindest eine theoretische Einführung. Aber Literatur gezielt zur Therapie oder Übungsvorschläge gibt es meines Wissens noch nicht.
Wenn deine Kleine Castillo Morales (der Therapeut muss dafür eine Zusatzausbildung haben!) bekommt, ist das schon super - hier wird nämlich an der Verbesserung des orofazialen Muskelgleichgewichtes (am und im Mund) gearbeitet. Dann müsste sich die Logopädin ja auch mit "Ess- und Trinktherapie" bzw. der Behandlung von Sensibilitätsstörungen im Mund auskennen. Eine "myofunktionelle" Therapie ist etwas anderes, das braucht eure Tochter nicht.
Noch wichtiger als Ergotherapie ist Physiotherapie! Denn nur wenn der gesamte Köpermuskeltonus "normal" ist, wird sich auch der große Erfolg in der Therapie beim Sprechen zeigen.
Musiktherapie ist etwas anderes als Logopädie, allerdings arbeiten viele Logopäden auch mit Musik und Rhythmus, da Musik- und Sprachempfinden eng beieinander liegen. Von daher ist es ganz toll, wenn du mit deiner Tochter viel singst oder Fingerspiele und Kinderreime machst.
Was die Dyspraxie anbetrifft, musst du nicht unbedingt einen "TAKTIN" oder "PROMPT"-Therapeuten haben - auch McGinnis ist eine mögliche Methode. Es ist leider nur schwierig, so jemanden zu finden. Am Besten, du hörst dich um bzw. rufst in den Praxen an und fragst ganz gezielt nach diesen Methoden.
Damit eure Tochter weiterhin die Chance hat sich mitzuteilen, würde ich zunächst die GUK-gesten weiter benutzen. Annabelle scheint die ja sehr schnell umzusetzen und will ja auch gerne kommunizieren! Und so hat sie zumindest die Möglichkeit dazu.
So, jetzt ist es bei mir auch lang geworden - hoffe ich habe jetzt nichts vergessen Wenn du noch Fragen hast, dann immer her damit!
danke für Deine rasche Antwort. Fragen habe ich doch noch bzw. Anmerkungen: Unglücklicherweise gibt es derzeit österreichweit nur 2 Therapeuten, die die Zusatzqualifikation "TAKTKIN/Prompt" eingetragen und so über die Suchseite auffindbar sind - davon ist einer auf geriatrische Patienten spezialisiert und die zweite Dame kenne ich schon - ist ziemlich weit von Wien entfernt ansässig und war bis vor kurzem in Karenz. Aber immerhin eine Person gibt es ja.
Danke für den Tipp mit dem Artikel - werde ich suchen und mit Interesse lesen. Deine Erklärung passt einfach total (abgesehen davon hatte ich schon vor einem Jahr, als ich zum ersten Mal über TAKTKIN las, das Gefühl, dass das DIE Methode für Annabelle ist. Nur halt bisher keinen Therapeuten gefunden).
Castillo Morales fand ich von der Beschreibung her gut - unsere Logopädin ist halt schon etwas älter und neigt dazu, den Dingen ihren Lauf zu lassen, sprich: von einer "aggressiven" Therapie keine Rede. Aber dann ist es ja nicht Schuld der Therapie, wenn sie nicht wirkt .
Myofunktionell: bin mir nicht sicher, inwieweit der Tonus meiner Tochter im Mund "korrekt" ist. Durch eine genetische Veränderung ist da alles drinnen. Sie ist laut Logopädin "sicher nicht hypoton, eher das Gegenteil", aber eine definitive Aussage habe ich da nicht - kann jedenfalls auch ein Thema sein.
Physio: hatten wir lange Zeit, dann sind wir - aufgrund der Wahrnehmungsstörungen - eher zur sensorischen Integrationstherapie übergegangen. Da turnen die Kinder auch viel, wobei explizit auf die Wahrnehmung geachtet wird. Ich nehme immer unendlich viele Tipps mit - ist also keine herkömmliche Ergo.
Du hast recht - ich werde offensiv einfach eine Praxis nach der anderen anrufen. Bzw. versuchen, Frau Birner-Janusch zu kontaktieren, da ich weiß, dass sie in Graz Seminare hält. Vielleicht weiß sie ja einen Rat wie ich zu einem guten Therapeuten kommen kann?!
Ist McGinnis also eine valide Alternative zu Taktkin? Wie sieht die Methode aus - ich habe nicht viel gefunden (muss noch mehr suchen). Gibt es Gründe, die eine oder andere Methode (eben Taktkin oder McGinnis) in einem speziellen Fall zu bevorzugen?
Danke für Deine Geduld - ich lerne gerade viel.
lg, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
Hallo Simone,
ich freue mich, das Annabelle gute Fortschritte macht!
Zu Deinen Fragen: Taktkin kommt in Frage, wenn das Kind direkt
am Hals Berührungen zuläßt.
MCGinnis ist eher fürs Lesen und Sprechen lernen.
Die Musiktherapie wird von einem Musiktherapeuten durchgeführt,
um ein melodisches und rhythmisches Sprachgefühl und eine weitere
Ausdrucksmöglichkeit zu erwerben.
Es ist wichtig und gut, wenn jetzt eine Dyspraxie-Therapie anfangen kann. Felix macht mit GUK und MC Ginnis zur Zeit auch super Fortschritte.
Gut, dass wir die Logopädin Aila an unserer Seite haben!
Vielen Dank, Aila , für Deinen beispiellosen Einsatz für uns!
Viel Erfolg, Simone und Alles Gute!
Daniela _________________ Vorstellung: Mama, Papa, 2 Kinder (7u.9 Jahre alt)
F.: Sprech-u. Motorik-Dyspraxie, ZKS, Muskelhypoton, V.a.Temporallappenepilepsie
Schließe mich Dani und Feli an (bezüglich der Anerkennung für Aila)! Herzlichen Dank für Eure lieben Wünsche und für die vielen Informationen, die ich hier bekommen kann. Ich verspreche, dass wir sie nutzen werden !
Alles Liebe auch für Felix, dessen Beschreibung der Annabelles nicht unähnlich klingt, bis darauf, dass bei ihm offensichtlich keine genetische Veränderung festgestellt wurde.
Noch eine Frage: macht es Sinn, McGinnis in Kombination mit Taktkin anzuwenden? Wieviel therapeutische Unterstützung benötigt man für beide - dauerhaft oder punktuell? Ich habe schon gelesen, dass eine Userin ihrem Sohn Wörter "vorprompted" - klingt so, als könne ich es einmalig erlernen und dann eben anwenden. Frage deswegen, weil wir in Österreich einfach zu diesem Thema therapeutisch nicht abgedeckt sind, und ich z.B. einen Aufenthalt in Werscherberg in Betracht ziehe. Zeitlich begrenzt und einmalig, hoffe ich halt .
lg und dankeschön, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
Also Simone - ich bin gerade etwas geschockt...ich kenne mich ja nicht mit der Logopädenausbildung/Praxendichte bei euch in Österreich aus, aber das es nur 2! Therapeuten geben soll...
Kontakt mit Frau Birner-Janusch aufzunehmen ist eine gute Idee; sie müsste dir eigentlich Therapeuten nennen können.
Was die "myofunktionelle Therapie" angeht hier mal eine kurze Erklärung:
So wie du eure Annabelle beschrieben hast, bräuchte sie eine "Mund- und Esstherapie" - eine mögliche Methode ist hier z.B. Castillo Morales, ich selber arbeite nach Bobath, aber es gibt noch andere funktionelle Therapien und Hilfsmittel.
Bei einer myofunktionellen Therapie geht es um die Korrektur/Verbesserung von fehlerhafter Kau-/Schluck- und Gesichtsmuskulatur.
Man versucht also, das Gleichgewicht der orofazialen Muskeln wieder herzustellen, sodass beim Schlucken die Zunge z.B. nicht mehr nach vorne zwischen den Zähnen durchdrückt (nennt man infantiles Schluckmuster - bei einem Säugling ist das normal).
In der Therapie muss das Kind z.B. viele Übungen zur Stärkung der Mundmuskulatur machen und es muss lernen, seine Zunge an einem bestimmten Platz (Zungenruhelage) halten zu können. Die herkömmlichen Methoden sind aber für Kinder mit Behinderung und für kleine Kinder nicht wirklich geeignet.
Bei einer Ess- und Trinktherapie/Mundtherapie geht es um das Normalisieren/Verbessern der Nahrungsaufnahme, der oralen Sensibilität und Reflexe.
Damit verbunden ist natürlich auch die orofaziale Muskulatur, aber viel mehr wird am ganzen Schluckakt (abbeißen, kauen, runterschlucken), an der Mundsensibilität und an den Reflexen im Mundbereich gearbeitet. In dieser Therapie geht es also nicht nur um die willkürliche Motorik beim Schluckvorgang, sondern auch um die reflexartigen Vorgänge.
Hoffe das ist verständlich?
Was die VED-Therapie angeht: egal welche Methode - man braucht viel Zeit und punktuelles Arbeiten bringt nichts! Eine Dyspraxie-Therapie dauert meist mehrere Jahre (besonders wenn zusätzliche Behinderungen/Entwicklungsverzögerungen vorliegen).
Darum schalte ich als Therapeut die Eltern auch als CO-Therapeuten ein, das heißt, sie lernen unter meiner Anleitung, wie man die Übungen durchführt, welche Übungen speziell für dieses Kind gerade gemacht werden müssen und worauf man achten muss. Das ist eine Menge Arbeit und ein immer fortlaufender Prozess.
Und da Eltern nun mal keine ausgebildeten Therapeuten sind, können hier unbeabsichtigt viele Dinge falsch laufen (z.B. erlernt das Kind Laute falsch, beginnt sich zu Hause komplett zu verweigern, Übungen die man vielleicht von irgendjemandem bekommen hat passen gar nicht zu dem eigenen Kind usw.) Darum ist es so wichtig, immer nur das zu machen, was der Therapeut einem gezeigt hat - die Eltern müssen auch bei mir in der Therapie "üben und vormachen", damit ich eventuell Hilfestellung oder Korrektur geben kann.
Ausserdem kann es bei so langen Therapien auch mal sein, das Kinder eben NICHT mit Mama üben wollen und zu Hause dann einfach verweigern - das ist aber auch normal! Ich finde immer, das man das Kind dann in Ruhe lassen muss, denn zu Hause sollte immer "Schutz-Zone" bleiben, wo ein Kind sein darf wie es ist und ohne dass es immer Leistung zeigen muss. Dann können die Kinder lieber auf mich genervt reagieren - ich bin dann die doofe Logopädin, bei der sie heute mitmachen müssen, obwohl sie keine Lust haben Damit kann ich super leben und das Kind auch (zum Glück kommt das äußerst selten vor)
Ach ja, zu deiner Frage welche Methode man nehmen soll:
Es kommt darauf an wie Annabelle darauf reagiert. Bei Methoden wie TAKTKIN/PROMPT muss Annabelle sich "anfassen lassen" können. Ich selber kenne nur PROMPT bei Erwachsenen - Laute werden mit manueller Hilfestellung angebahnt und fixiert, damit der Patient weiß, was er z.B. mit seinen Lippen machen muss, wenn er ein "o" bilden will.
Ich habe auch Kinder in Therapie, die zuerst mit Taktkin therapiert wurden, aber dann mit dieser Methode nicht mehr weiterkamen. Die brauchten dann eben den Wechsel zum Dyspraxieprogramm, bei dem man mit Hilfe von Lautbildern/Buchstaben sprechen lernt. Es ist immer sehr unterschiedlich, wie Menschen reagieren und welche Fortschritte man erreichen kann, darum gibt es ja zum Glück unterschiedliche Methoden.
zu später Stunde trifft man sich bei REHAkids! Ich hoffe, ich nerve noch nicht mit meinen vielen Fragen:
*) Leider habe ich keine Mailadresse von Frau Birner-Janusch gefunden: weißt Du da vielleicht etwas? Sonst werde ich eventuell noch einmal suchen bzw. einen getrennten Aufruf im Forum starten.
*) Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass so wenige Therapeuten diese Qualifikation haben, aber laut der Suchseite des Logopädieverbandes ist es so.
*) Einen Aufenthalt in Werscherberg, z.B., könntest Du uns eher empfehlen oder nicht?!
*) Annabelle braucht also eine funktionelle Therapie, ok. Bobath klingt für mich sehr gut, weil das unsere Physiotherapeutin auch verwendet hat - mir war nicht bekannt, dass es da eine logopädische Variante gibt. Soll ich also danach suchen?
*) Wer könnte denn tatsächlich die VED feststellen? Ein Logopäde oder eine übergeordnete Vereinigung?
*) Bezüglich VED-Therapie: mit Dyspraxieprogramm meint Du McGinnie? Oder wiederum eine andere Methode? Und würde diese in Kombination/im Wechsel mit der funktionellen Therapie angewendet werden?
Ich bin wirklich leicht verzweifelt, weil ich Hilfe am Horizont sehe und nicht weiß, wie ich an Dyspraxie-erfahrene Therapeuten in unserer Umgebung herankommen soll (dabei wohnen wir in Wien: man sollte es nicht glauben!)
Aber immerhin habe ich durch Dich ein paar Ansatzpunkte. Werde dann berichten.
lg, Simone _________________ Simone 07/1970, Roberto 04/1969, Sophie 12/1998, Annabelle 07/05 partielle Monosomie 3p.25 - global entwicklungsverzögert, macht aber ständig Fortschritte
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