Verfasst am: 14.10.2008, 00:32 Titel: Ein Tag mit Symbolen - oder wie läuft das bei euch?
Nein, bei uns läuft bei weitem nicht der ganze tag mit symbolkarten, vieles ist einfach unkomplizierter gleich mit den beiden dingen zu zeigen, aber die Oberbegriffe zB Computer oder Bilderbuch mache ich schon mit den Karten, dann lasse ich sie aber meistens direkt zwischen den PC-Spielen oder den Bilderbüchern entscheiden …aber es läuft schon vieles über den Talker – ganz wichtig Essen ….und Gefühle, das hat sie schnell kapiert …
In sachen Kern-und Randvokabular bin ich eher schlecht informiert … wir haben einfach mal mit Begriffen angefangen, die für Isabella wichtig waren …
@Talker: ich wollte eben genau diese EwigeZeit mit den Symbolkarten vermeiden, denn da muß ich doch auch immer raten, welche karten ich ihr grad anbiete, beim talker hat sie immer alle möglichkeiten (anfangs natürlich nur wenige, das steigert sich von selber dann, das vokabular wächst) zur verfügung, wenn sie das system mit den Ebenen kapiert hat à und das hatte sie sehr schnell!
Warum wir auch sehr schnell zum talker gegangen sind, war der grund, dass symbolkarten halt nicht sprechen können … wenn ich nicht sehe, dass sie auf die karte zeigt, die beim Bücherregal hängt „Buch lesen“, dann hat sie auch nichts davon – drückt sie aber beim talker auf diese taste, hat sie gute chancen, dass ich sie höre (wenn ihre beiden schwestern nicht zu laut krawall machen) und dann auch mit ihr buch-lese oder zumindest auf ihren Wunsch (wie auch immer) reagieren kann. – das hat auch angelika koch-buchtmann sehr gut in ihrem buch beschrieben, das und auch das persönliche gespräch mit ihr und auch marc westphal hat mich eigentlich nach erlangen wirklich dazu motiviert, JETZT schon mit einem Talker zu beginnen.
Außerdem nervt mich das system mit dem ausdrucken-laminieren-klettverschluß drauf – am talker ist der boardmaker drauf, wenn ich eine neue seite oder taste brauche, dann ist das in max 3 min erledigt, direkt mit dem gerät noch die sprache dazu aufgenommen und schon funkt das … den laminator aufzuzeizen dauert alleine schon 10 min …. mal abgesehen von ausdrucken-auschneiden-fummel-fummel …. Und unsere Isabella ist ja so eine wilde …. Da hält Klettverschluß nicht immer, das was er verspricht ….
Was aber schon ist, bei uns kommen die verschiedenen Symbole einfach oft vor: zB ich habe Bilderbücher für sie gemacht, wo es zB um ihre Ferien geht, was sie da gemacht hat, oder auch wie wir Weihnachten gefeiert haben, und da drinnen sind dann halt immer wieder Symbole „versteckt“, einfach damit die da auch noch mal vorkommen…
Oder zB am PC im Klick-Tool (oder Fotokuckifon) hat sie eine Einstellung, wo sie alle Symbole und Fotos von Personen, die wir in Verwendung haben anschauen/anhören kann, das macht sie auch sehr gerne und ich denke mir das ist bei ihr sehr hilfreich zum lernen der Symbole, weil sie soooo gerne am PC spielt.
Oder auch auf ihrer Jausendose für den KiGa ist das Symbol für Essen drauf, beim Frühstück steht ihre Tisch-Flip-Chart mit dem Tagesablauf drauf, damit sie weiß, heut ist KiGa oder heute fahren wir zur Hippotherapie, oder heut ist Wochenende ... usw. …
Wenn wir mit ihr Auto fahren, dann hat sie oftmals (auch nicht immer) das passende Symbol vor ihr am Vordersitz hängen, in ihrem Blickfeld zB wir fahren Reiten, dann hängt da eben die symbolkarte (aus Plexiglas aus dem Baumarkt – unkaputtbar – eine für uns geniale Symbol-Methode) Autofahren und reiten, damit sie weiß, wo wir hinfahren.
Ich biete ihr halt so oft wie möglich und zu allem möglichem einfach Symbole an, und hat sie sich dann zB beim spielen ausgesucht „Bällebad“ dann klett ich ihr das Symbol für Bällebad ins Bällebad selber noch hinein, in ihr Blickfeld, damit sie auch nach der Auswahl die Verbindung Symbol-Tätigkeit noch mal hat und das auch über einen Längeren Zeitraum, dh die ganze Zeit, wo sie halt im Bällebad sitzt, oder auch am PC, wenn sie „Abrakadabra“ spielt, dann stell ihr die CD in Sichtweite (aber nicht in Greifweite …)
Auch wenn wir mit BigMacks arbeiten, versuche ich IMMER ein Symbol drauf zugeben, einfach damit sie weiß, was da auf dem Taster jetz drauf ist, zB das Kindergartenlied, oder „Maaammaaaa, die Kasette ist aus“ …
Naja, und unser Kindergartenbuch mit den Symbol-Etiketten, mit dem sie erzählt, was sie im KiGa oder am Wochenende-daheim gemacht hat, möcht ich euch auch noch vorstellen: http://malzer-family.de.tl/Kindergartenbuch.htm --> das liebt sie und wenn sie nur sieht, daß ich es aus dem KiGa-Rucksack heraushole freut sie sich schon ... das muß jeden Tag angeschaut werden!!! und wehe - es steht nix neues drinn!!!
was oder wie macht ihr das??
ich freue mich auf Eure Berichte und Erzählungen! _________________ Romana mit Rett-Mädchen Isabella (*2003)
besuch doch Isabellas blog: www.isabella-online.blogspot.com
inzwischen Beraterin für UK-Hilfsmittel bei Lifetool Linz
mag mir keiner was berichten? _________________ Romana mit Rett-Mädchen Isabella (*2003)
besuch doch Isabellas blog: www.isabella-online.blogspot.com
inzwischen Beraterin für UK-Hilfsmittel bei Lifetool Linz
habe schon öfter von Dir hier im Forum gelesen und finde es sehr beachtlich, was Ihr mit Eurer ja noch relativ kleinen Tochter schon alles in Sachen UK macht! Hut ab!
Meine Tochter ist 9 Jahre alt und seit ca. 7 Jahren machen wir unterstütztend auch UK. D. h. wir fingen mit einfachen Fotos, dann Bildkarten (auch Metacom ) und später dann Step-by-Step und Go-Talk an und nun seit 2 1/2 Jahren arbeiten wir mit dem Small-Talker.
Ein Tag mit UK sieht bei uns mittlerweile so aus:
Morgens beim Frühstück spreche ich ihr auf den S-b-S auf, was sie am Nachmittag/Abend vorher oder am Wochenende gemacht hat und dies erzählt sie dann in der Schule. Nach dem Frühstück schauen wir gemeinsam auf den Stundenplan, der aus lauter UK-Symbolen besteht, was an diesem Tag so ansteht (z. B. Hauswirtschaft oder Turnen in der Schule oder Therapie etc.).
Wenn Katharina Wünsche oder Bedürfnisse hat, die sie nicht verbal ausdrücken kann (es wird aber immer besser mit dem Sprehen ) benutzt sie ihren Small-Talker.
Manchmal benutzt Katharina auch Gebärden.
Immer montags und manchmal auch unter der Woche bringt Katharina ihr Erzählbuch mit in die Schule. Dies ist ein kleiner Din-A-5-Ordner mit kurzen Beschreibungen und Fotots von z. B. Tierparkbesuch oder anderen Ereignissen, die somit die auf den S-b-S gesprochenen Erzählungen unterstützen. Also quasi mit Bild und Ton die Möglichkeit zum Erzählen.
Wenn wir etwas vorhaben, dann machen wir es ähnlich wie ihr und zeigen Katharina auch immer die Bildkarte zu der folgenden Aktivität und das Gesprochene noch bildlich zu unterstützen.
So, nun hoffe ich, dass Du Dir einen kleinen Einblick in unseren UK-Alltag machen kannst, der ja sehr ähnlich dem Euren ist.
Falls Du aber noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne nochmals melden.
Alles Gute für Dich und Deine Familie!
Liebe Grüße _________________ Evi mit Katharina, *01/99, globale Entwicklungsverzögerung/geistige Behinderung; eingeschränkte aktive Sprache jedoch relativ gutes Sprachverständnis und immer ein Strahlemäuschen
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