Verfasst am: 28.09.2008, 15:30 Titel: Beschäftigung für geistig behinderten 3-Jährigen?
Hallo Ihr Lieben,
mein Sohn Hannes ist 3 Jahre alt, geistig behindert und kann nicht sprechen. Er hat eigentlich auch fast gar kein Sprachverständnis und ist autistisch. Er fängt gerade an zu laufen. Er spielt nie etwas kontrolliertes, sondern klopft den lieben langen Tag mit allen möglichen Gegenständen auf den Boden, gegen die Wand, gegen die Türen oder Glasscheiben. Ich zerbreche mir den Kopf, womit man ihn sinnvoll beschäftigen könnte, aber mir fällt dazu nicht mehr viel ein. Er will nur mit harten Gegenständen spielen, weiche Sachen interessieren ihn überhaupt nicht. Er haut alles nur in der Gegend herum und so hat er vieles schon ruiniert, auch die Wohnung hat schon ihre Schrammen abbekommen. Ganz abgesehen davon, macht micht das Geklopfe den ganzen Tag echt wahnsinnig.
Was ihn auch noch kurzfristig interessiert sind alte Zeitungen, die er mit Hingabe zerreißt. Und er spielt gerne mit allem, was Räder hat, z. B. Spielzeugautos, aber nach kurzem hin- und herschieben, fängt er auch damit wieder an zu klopfen.
Bilderbücher interessieren ihn überhaupt nicht und auch sonst mag er keine Spiele, die man zusammen machen könnte.
Ich gehe viel mit ihm raus, lasse ihn öfters schaukeln oder fahre ihn im Wagen spazieren, das war aber schon alles, was man mit ihm machen kann.
Habt ihr irgendwelche Ideen, wie man ihn sinnvoll (und geräuscharm bzw. nervenschonend ) beschäftigen kann?
Bin für jeden Tipp dankbar.
LG Bianca _________________ Bianca ('71) & Jochen ('68) mit Milena (6/01, gesund), Hannes (7/05, Tuberöse Sklerose, Epilepsie, autistische Züge, keine Sprache), und Nele Matilda (12/07, gesund)
Hallo,
bekommt ihr eigentlich Frühförderung Krankengymnastik oder so etwas? Die haben doch bestimmt Ideen, ich glaube so pauschal kann man das als Außenstehender gar nicht sagen weil wir deinen Sohn ja gar nicht kennen und nicht wissen wo seine Entwicklung steht. Wenn ihr so etwas noch nicht bekommt wird es meiner Meinung Zeit mit so etwas zu beginnen.Da habt ihr auf jeden Fall beide was von, dein Sohn wird gefördert und du lernst auch nebenbei mit dem aktuellen Entwicklungsstand entsprechend zu reagieren.
LG Ilona _________________ 1 Sohn mit ADS, ehemaliges Frühchen aus der 30SSW,Entwicklungsstörungen leider in allen Bereichen, vor allem in der Wahrnehmung
Asthma aufgrund einer BPD
Kugelbahn fällt mir ein. Ist zwar auch nicht unbedingt leise, aber vllt. bleibt Hannes da mal dran? Gibt doch verschiedene Arten, wir haben hier noch einen Clown stehen (14 Jahre inzwischen) und das Teil wird bespielt, bespielt, bespielt... Da dieser Clown mit großen und auch kleinen Kugeln/Murmeln betrieben werden kann, fiel mir das spontan ein.
Oder eben eine aus Holz. Die sind auch Klasse.
LG - Angela _________________ unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom
Tom ist in dem alter ähnlich drauf gewesen wie Hannes. Wir haben dann eine Motorikschleife besorgt. Mitlerweile haben wir so um die zehn Stück davon, wenn man die bei Oma dazuzählt. Tom findet die großen sowie die kleinen gut.
Bei ebay gibts die auch
LG
Torsten _________________ Torsten * 72 und Petra*66 mit Sohn Tom *01 / Frühkindlicher Autismus f 84.0, keine Sprache
das mit der Motorikschleife ist eine gute Idee! Das war auch unser erstes Spielzeug, an dem sich Jan überhaupt verweilt hat. Er war damals auch ca. 3 Jahre alt und hatte weder Spielfähigkeit, noch Sprachverständnis und besitzt bis heute autistische Züge- er kann auch bis heute nicht sprechen.
Anschließend wurde ein Winnie-Puh-Telefon interessant, das blinkte und Musik und Sätze von sich gab. Wobei er hier aber nur ständig 3 bestimmte Tasten drückte.
Bei uns war es dann eher so, dass er entweder im Zimmer ziellos hin- und herrannte oder dann als Ausgleich auf dem Boden lag und sich irgendwelches Papier laufend über den Kopf schob.
Den Bewegungsdrang nutzte ich dann mit Trampolinspringen (auch gut für den Blickkontakt üben) und einem riesigen Sitzsack zum Hineinspringen (vom Stuhl und Tisch) und einem zusätzlichen Bällebad aus. Außerdem war er fasziniert von Wasser und ich ließ ihn deshalb auch lange am Waschbecken mit Wasser spielen. Das gab zwar so manche "Überschwemmung", war mir aber dann egal, Hauptsache er machte mal was anderes als wie irre rumrennen oder stundenlang auf dem Boden liegen.
Bis heute ist er eher an Spielzeug interessiert, dass Musik macht und blinkt und leuchtet.
Das Sprachverständnis ist einigermaßen vorhanden, seit er ca. 4 Jahre ist, sprechen tut er aber noch nicht. Die allgemeine Spielfähigkeit ist besser geworden, aber erst seit er in den Kindergarten seit Anfang Januar geht, in dem er speziell gefördert wird.
Kugelbahn kann ich auch nur empfehlen. Wir haben eine von Eichhorn, mit ziemlich großen Kugeln, die man leicht greifen und platzieren kann.
Wie sieht es denn mit Bechern aus, die man ineinander stapeln kann oder mit denen man etwas hin und her sortieren/schütten kann? Oder ein ganz einfaches Formen-Steckspiel. Oder ein Kinder-Xylophon aus Holz (da er ja gerne Krach macht ).
Du beschreibst gerade meinen Felix. Bei ihm kommt noch eine Vorliebe zu elektronischen Spielzeug dazu.
Bei uns wird es jetzt besser seit wir THEACCH Förderung mit ihm machen und damit wenn auch nur Kurz am Tisch beschäftigen.
Heißt wir üben Sahcen( bausteine, Kugeln, Korken) in Dosen und Schachteln zu werfen, Soundwürfel zusammen zuschieben (die findet er richtig klasse) Pyramiedenringe zu stapeln ect..
Also schau dich mal beim Babyspielzeug um und üb dann mit ihm erst mit Handführung..bis es immer besser geht.
Habt ihr ein Bobbycar/Therapierad? Felix ist auch erst mit 3,5 Jahren gelaufen aber bereits mit 3 Jahren Therapierad gefahren und das richtig gut. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
vielen Dank für eure Tipps. Kugelbahn und Motorikschleife habe ich gleich vom Dachboden geholt und ausprobiert. Aber das einzige Interesse daran ist - damit klopfen und in der Gegend rumwerfen. Es ist echt zum Verzweifeln.
@Anja: Was ist den THEACH-Therapie? Hört sich ja interessant an. Und ein Therapiefahrrad habe ich auch noch nie gesehen, hast du ein Foto für mich?
Vielen Dank an alle und liebe Grüße
Bianca _________________ Bianca ('71) & Jochen ('68) mit Milena (6/01, gesund), Hannes (7/05, Tuberöse Sklerose, Epilepsie, autistische Züge, keine Sprache), und Nele Matilda (12/07, gesund)
gib ihm Zeit. Setz Dich die nächsten Tage mit hin, und laß die Kugel immer wieder runterrollen, führ die Hand dabei - er muß es doch auch erst lernen!
Wenn er bisher nur geklopft und geworfen hat, woher soll Hannes wissen, wie es "richtig" geht?
Hallo Bianca!
Unser Matthias hat auch ähnliche Sachen, seit der Frühförderung bringen wir ihn schon länger immer an was ran, Steckspiele, Dinge die in einer Schachtel oder Sack sind raussuchen.
Angela hat recht, gib ihm die Zeit bei unserem Stritzi wars auch so, die Methode, welche ich viel anwende zurerst mit Handführung zeigen miteinander dauert zwar manchmal ziemlich lang und ist langwierig aber irgendwann klappts dann doch1
Was hälts du von Plastelin, dass haben wir selber gemacht zuerst muß Matthias es aus einer Dose herauspadeln und dann kann er es erst schmeisen oder nudeln.
Bis dann Maria _________________ Matthias 03/2005 Ataxie, Rumpfhypotonie, an Taubh. grenzender Innenohrschwerhörigk.-CI-Träger,Microceph.,Kom. mittels Gebärden,Epilepsie mit Myoklonien
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