Verfasst am: 18.06.2008, 09:09 Titel: Extrem schüchtern oder mutistisch?
Mein Lütti ist entwicklungsverzögert, auch seine Sprachentwicklung ist verzögert, er fing sehr spät an zu sprechen (allerdings ging ein schwerer Asthmaanfall voraus, wo er wohl Sauerstoffmangel hatte und auch Sauerstoffzufuhr bekam über mehrere Tage, er lag ziemlich "auf der Kippe").Mittlerweile hat er sehr aufgeholt, was seine Sprachentwicklung betrifft, seine Aussprache ist zwar noch sehr verwaschen und er stottert auch, aber im Gegensatz zu vor einem Jahr ist das ne Wahnsinnsleistung was er geschafft hat!
Was mir nun Anlaß zur Sorge gibt ist, er spricht nur mit bestimmten Personen (Mama, Papa, Geschwister, Oma, Opa und im Kindergarten), da spricht er für seine Verhältnisse auch sehr gut, mit Fremden spricht er überhaupt gar nicht und mit "neuen" Mneschen, mit denen er zu tun hat, dauert es teilweise bis zu 3 Monate, bis er mit ihnen spricht.
Er war von Geburt an schon so, daß er zu niemand anderen auf den Arm wollte und sich nur auf meinem Arm beruhigte, die Fremdelphase bei ihm dauerte ewig (bzw. es scheint, als würde sie noch andauern! und das seit 3,5 Jahren), er ist sehr scheu und schüchtern.
Wenn wir z.B. zur Tante fahren und zu den Cousins (väterlicherseits, der Papa und ich sind getrennt, ich habe aber zu seiner Familie noch recht guten, aber sporadischen Kontakt, so daß wir nicht soo oft da sind), dann klebt er förmlich auf meinem Schoß und spricht auch mit mir nur im Flüsterton oder mit sehr hoher fiepiger Stimme, spricht ihn jemand an, versteckt er sein Gesicht und spricht gar nicht mehr, erst nach 2-3 Stunden taut er auf und spricht zumindest mit mir mit normaler Stimme.Ähnlich ist es auch,wenn wir zu Verwandten oder Bekannten fahren, die nicht so häufig sehn, die er aber kennt.
Und nun frage ich mich, ist das noch schüchtern oder geht das schon in die Richtung selektiver Mutismus? (wir lassen das noch abklären, aber momentan stehen wichtigere Untersuchungen an wegen seiner dauernden Atemnot, das geht vor, ich möchte mir aber gerne von Betroffenen Informationen holen).
edit: letzte Woche war der med. Dienst der Pflegekasse da, die fragte mich nach ner Stunde, ob Lütti stumm wäre oder ob er sprechen kann, der Kleine hat kein Wort gesagt während der ganzen Zeit, nichts.Genauso wars, als die von der Frühförderung da waren, da hat er dann anschließend 3 Monate gebraucht, um dddort zu sprechen, vorher hat er nicht gesprochen dort.
sehr interessantes Posting. Marie verhält sich sehr, sehr ähnlich...ich habe das bisher immer als Schüchternheit abgetan, weil es ja nach einiger Zeit ging...aber ich bin gespannt, was hier noch geantwortet wird.
@Sabine, danke, am 3.7. gehts wieder los, dann gehts wieder ins Krankenhaus, ich bin aber als Begleitperson mit dabei.Ich bin auch gespannt, was so noch an Antworten kommt, mein Bauchgefühl sagt mir, das ist nicht nur Schüchternheit, aber obs tatsächlich schon mutistisch ist oder mit seiner Entwicklungsverzögerung zsuammenhängt, das weiß ich auch nicht.
ich habe mal gerade bei Wikipedia geschaut.
Bei Marie liegt ja eine Schwerhörigkeit vor, so dass es sein kann, dass daher die Probleme kommen. Von Mutismus redet man ja dann, wenn halt keine Defekte an Hör- und Sprechorgan vorliegen.
Bei Lütti kann es sein, dass die Sprachentwicklungsverzögerung, das Stottern und auch die verwaschene Aussprache Ursache ist, warum er sich halt nicht traut vor Fremden den Mund zu öffnen und zu sprechen. Man darf auch nicht vergessen, dass er erst 4 Jahre alt ist!
Was denkt denn die Logopädie darüber?
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
Er bekommt seit einem Jahr Sprachtherapie im HPK, vorher hatte er ein halbes Jahr Frühförderung in einer Kleingruppe (weil eben die Hoffnung war, daß er in einer Kleingruppe mit weiteren Kindern eher mit anderen spricht, als wenn er alleine mit einer anfangs fremden erwachsenen Person ist, nach ca. 3 Monaten sprach er dann auch mit den Kindern, zum Schluß auch mit den Erwachsenen).Im Kindergarten ist das Problem bekannt, die haben sich sehr viel Mühe gegeben, daß er sich dort sehr gut eingelebt hat und auch spricht, er fühlt sich dort sehr wohl.
Sein Hörvermögen ist ok (er hatte zeitweise dieses Jahr einen Paukenerguß, der aber wieder weg ist).Bei der U-Untersuchung war dann schon sehr auffällig, daß er die Fragen des ihm bekannten Kinderarztes kaum beantwortete und das macht dem Kinderarzt, genauso wie mir, Sorgen.Bei veränderten Situationen spricht er auch nicht, egal mit wem, es kann dann auch eine bekannte Person sein.
Mit der Logopädin muß ich nochmal drüber sprechen, was sie jetzt darüber denkt.
ich war ja mal 5 tage in werscherberg mit nina. in unserem haus war auch ein
mädchen was mutistisch war. das mädchen hat am anfang auch nur im flüsterton
mit der mama gesprochen wenn andere dabei waren. nach einiger zeit schon etwas
lauter
auch hatte das mädchen ein sehr eigenwilliges essverhalten. die mutter hat oft
selber gekocht. weil das mädel sonst nix angerührt hätte.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Eigenwilliges Eßverhalten? Auha, davon hab ich gleich 2 Kinder beide Jungs.Junior ißt nur weiche Sachen mit gaaanz viel Geschmack und Lüttis
Essensauswahl ist sehr begrenzt, er ißt immer nur dasselbe, im Kindergarten
ißt er nur eigene Sachen, ganz selten mal das, was dort angeboten wird, und
Kartoffeln und Nudeln dürfen keine Soß drauf haben.Dafür futtert meine Große alles.
@ marion, die mutter sagte mir damals. bevor ein mutistisches kind was anderes
isst würde es lieber verhungern
ich weiß nun nicht wieweit das zwingend ein merkmal von mutismus ist. fande aber
das mutismus sehr viel ähnlichkeit mit Autismus hat. _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
rehi
also wenn das tatsächlich eine Form von Mutismus sein sollte und die autistischen Züge von Junior eine Form von Autismus, dann haben diese beiden Erkrankungen eine gewaltige Ähnlichkeit miteinander, nur mit dem Unterschied (zumindest bei meinen beiden Jungs, die aber nicht diagnostiziert sind) daß Junior sich kaum für Menschen interessiert, Lütti wiederum aber wohl (aber eben auf stumme Art).Zum Vergleich meine Große dazu, die ist sehr kontaktfreudig, sabbelt überall dazwischen (zum Leidwesen ihrer Lehrerin), diskuttiert notfalls auch mal jemanden platt (ihre Brüder aber nicht!, sondern auf Gleichaltrige oder ältere bezogen), sie ist total offen, freundet sich schnell an, usw. Auch hat sie nie Sprachprobleme gehabt, im gegenteil, die war immer voraus, bei mir betriffts "nur" die Jungs.
@ marion, ich habe keine ahnung. mir ist das mutistische kind nur in erinnerung
geblieben, weil ich sowas vorher gar nicht kannte.
aber ich denke mal das eine gute logopädin euch da weiterhelfen kann. _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
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