Verfasst am: 07.06.2008, 19:58 Titel: Sabine (Logopädin und Castillo-Morales-Therapeutin)
Hallo,
ich bin Sabine, Logopädin und Castillo-Morales-Therapeutin aus Leidenschaft.
Ich bin durch eine Mutter eines meiner Therapiekinder auf REHA-Kids aufmerksam geworden und habe dann erst mal fasziniert gelesen. Allerdings hatte ich dann immer öfter das Bedürfnis, auf Beiträge zu antworten oder einfach zu sagen: Wenn Ihr eine Frage habt, fragt mich...
Also, hier bin ich.
Noch kurz etwas zu meiner Arbeit:
Ich arbeite in einer Praxis in Frankfurt/Main und werde von meinen Chefinnen fast die gesamte Arbeitszeit an die Frankfurter Schule für körperbehinderte Kinder "geschickt". Ich arbeite dort mit Kindern von 6 bis 18 Jahren, in der Praxis allerdings auch zunehmend mit jüngeren Kindern. Meine jüngste patientin aktuell ist 9 Monate alt.
Toll, daß Du Dich hier angemeldet und vorgestellt hast
Leider wohnen wir weit weg von Frankfurt und müssen feststellen, daß hier nur wenige Logos nach Castillo-Morales oder überhaupt mit unseren schwerbehinderten Kindern (zum Beispiel fürs Essen) arbeiten. Wir haben eine sehr engagierte KG mit Castillo-Morales-Ausbildung im Nachbarort, aber dann gehen unsere KG-Stunden fürs "Essen" drauf, das hilft nicht. Für meine Jungs habe ich dagegen eine wunderbar große Therapeuten-Auswahl mit nur geringen Wartezeiten. Für Jessy müßte ich zu einer geeigneten Logo weit fahren und käme in den nächsten 12 Monaten nur 1/monatlich dran.
Bin gespannt, von Dir zu lesen, wenn ich auch z.Z. keine konkrete Frage auf dem Herzen habe - es ist gut zu wissen, wo ich sie stellen könnte
Grüßle
Ursula _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
herzlich willkommen hier in unserem Forum,
und auch ich freue mich schon sehr, das eine und andere von Dir zu lesen.
Jaja, Castillo Morales - damit haben wir jahrelange Erfahrung,
schon als mein Sohn sehr klein war, damit die Mundmuskulatur gestärkt wird, weil er nicht richtig saugen konnte, der Mundschluss eben nicht toll war,
und auch heute nicht immer so super ist.
Dann haben wir es eine Weile unterbrochen, und ich habe später nochmals für 2 Jahre fast weiter gemacht,
aber da war Jonathan schon in einer Situation, dass er sich nicht mehr so gerne im Gesicht anfassen ließ,
heute ist das fast noch unmöglicher geworden.
Aber Dr. Limbrock, hier vom Kinderzentrum in München, hat letztens noch gemeint, es müsse auch nicht mehr sein,
da war ich doch erleichtert,
nur wenn Jonathan sich ganz arg auf eine Sache konzentriert oder ein bisschen die Kontrolle verliert, dann speichelt er noch.
Das Essen ist immer noch etwas problematisch, aber eher die andere Richtung, man muss ihn immer ausbremsen, weil er sehr gerne stopft.
Ich wünsche Dir hier mit uns einen guten Austausch,
und sicher können auch wir Dir noch Einiges an Informationen geben, die Du für Deine tägliche Arbeit im Umgang mit besonderen Kindern benötigst.
Alles Gute für Dich,
lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ja, ich hoffe darauf, hier viele interessante Infos und Hilfen zu lesen, die ich dann auch an "meine" Eltern weitergeben und/oder in der Therapie umsetzten kann. Und Eure Seite werd ich weiterempfehlen, viele Eltern werden begeistert sein .
Hallo Sabine ,
auch wir fahren mit unserer kleinen Patientin (13 Monate etliche KM für eine gute Castillo Moralis Therapie .
Toll das du so angagiert bist
Alles Liebe Alex _________________ Alex 09/74Von Willebrand Jürgens Syndrom ,Albert01/73, Jannik9/96, Max 10/97 WPW Syndrom Alisa 11/99, Leonie 9/00 , Sina 9/04Schwerhörig(Hörgeräte versorgt) , Joshua 7/05(HämophilieB) und Nele 4/07 Multiple Organschäden,EVZ ,Ziliendyskenesie,Grosswuchssyndrom und ihrem Zwilling tief im Herzen.,und Rafael 7.4.09
auch ich möchte mich in den "Castillo-Fanclub" einreihen-es gibt keine Therapie, die mich in den vergangenen zehn Jahren so überzeugt und unser Leben so verändert hat wie die ORT. Und so freue ich mich, von Dir zu lesen und darüber, dass Du Deine Arbeit "mit Leidenschaft" tust.
Liebe Grüße,
Daniela mit Jakob
herzlich Willkommen auch noch von mir - ich hoffe, du fühlst dich hier wohl
Ich habe auch gleich mal eine Frage an dich. Weiß nicht, wo ich sonst Antwort finden soll
Ben wird im September 3 Jahre. Als er so 6-9 Monate war, hat er wunderbar unt total süß vor sich hingebrabbelt. Wenn du magst, kannst du dir das auf unserer HP unter Videos (Selbstgespräche) mal anschauen. Er hat auch schon mit ca. einem Jahr klitzeklitzekleine Marmeladen- oder Leberwursthäppchen gegessen.
Alles vorbei Er mag nur Gläschen und es darf kein Bröckchen dabei sein. Trinken geht am besten nur im Liegen mit Sauger. Und das Allerschrecklichste seit ein paar Monaten ist seine Kreischerei Nix mit liebevollem Gebrabbel - NEIN immer wieder nur krelles furchtbares Quieken/Kreischen. Es ist kaum zu ertragen. Wir sagen ihm immer wieder, dass er das lassen soll und schimpfen auch, aber es ist kein Ende in Sicht. Warum macht er das??? Was will er damit aussagen? Ich weiß echt nicht mehr weiter. Sehne mich so sehr nach putzigen Silbenketten
Weißt du Rat?
Viele liebe Grüße,
Mandy _________________ Ben *21.09.2005, part. Monosomie 3p25-p26 und part. Trisomie 8q24.3
Amy *06.09.2009, Träger, aber kerngesund
Lea *16.02.2011, genetisch unauffällig
war gerade auf Bens Homepage... Euer Kerlchen ist ja supersüß.
Das mit dem Brabbeln hab ich mir auch angehört. Das klingt, für seine damals 6-9 Monate ziemlich gut. Warum sich dass geändert hat...
Hätte dazu noch ein paar konkretere Fragen:
Wann hat denn das "brabbeln" aufgehört?
Wie ist das mit dem "Kreischen"? Kommt das nur, wen er sich unwohl fühlt oder immer?
Und benutzt er es "für sich" oder um zu Kommunizieren?
Ohne weitere Informationen würde ich Euch raten, auf jeden Fall das Hören überprüfen zu lassen, so fern das noch nicht geschehen ist. Allerdings braucht Ihr dazu einen guten HNO-Arzt, am besten wahrscheinlich eine Pädaudiologen, der kompentent ist, zu entscheiden, welche Untersuchungen sinnvoll und notwendig sind...
Das mit dem Essen hört sich ziemlich stressig für Euch alle an. Habt Ihr mal dran gedacht, deshalb zum Logopäden zu gehen? Müsste allerdings jemand sein, der spezielle Fortbildungen hat. (So eine wie ich zum Beispiel ).
So, leider alles ein bisschen allgemein, aber ohne Euren Süßen zu sehen geht das leider nicht besser...
Grüße Sabine _________________ Sabine, Logopädin und Castillo-Morales-Therapeutin aus Leidenschaft
"Man muß das Unmögliche Versuchen, um das Mögliche zu erreichen."
Ja, es macht mich unendlich traurig, dass er nicht mehr so süß brabbelt, aber auch er hat sich entwickelt - ist ja nur "Babysprache" gewesen Es klang halt nur so schön
Ben quiekt/kreischt eigentlich mehr aus Langeweile bzw. wenn er was möchte. Aber es ist so schwer raus zu finden, WAS es grad ist. Und dieser Ton bringt einen fast zur Verzweiflung. Ich denke nicht, dass er schlecht hört, weil er sehr wohl auf unser Ansprechen reagiert. Neu ist, wenn wir sagen "komm doch mal her" dann kullert er sich zu uns Also versteht er etwas oder eben dieses "winkewinke", "wie groß..." usw. hat er auch schon gelernt und kann es unterscheiden. Bin echt ratlos.
Viele sage, dass die Sprache sich entwickelt, wenn das Kind mit Gehen beginnt oder andere sagen, wenn es mit Essen beginnt. Ist da echt was dran?
Wir waren neulich zur entwicklungsneurologischen Untersuchung und die Ärztin meinte, Logo würde noch nix bringen. Ich zweifle da aber dran. Was meinst du? Logo mit Schwerpunkt Castillo-Morales? Ich würde dem Zwerg so gern mehr Gutes tun, aber ich weiß nicht was bzw. wo ich weiter machen soll. Er bekommt ja schon 2xKG, 1xSehfrühförderung und jetzt 1xHippo die Woche.
Schade, dass Frankfurt so weit weg ist
Danke für deine Fernunterstützung.
Viele liebe Grüße,
Mandy _________________ Ben *21.09.2005, part. Monosomie 3p25-p26 und part. Trisomie 8q24.3
Amy *06.09.2009, Träger, aber kerngesund
Lea *16.02.2011, genetisch unauffällig
o.k., das mit dem hören scheint gut zu sein, so wie Du das beschreibst...
Und das er auf Eure Sprache reagiert... super.
dabei fällt mir ein (will nicht "pessimistisch" klingen, aber) reagiert er auf reine Sprache oder auf die Situation? Z.B.: wie groß ist der Ben mit Gesten oder nur gesprochen?
Denke nicht, dass das hören DAS problem ist... Wichtig ist es aber natürlich schon.
Tja, das mit der Logo, das hören wir oft. Wann denken denn die Leute, soll man damit anfangen? Ich bin der Meinung, je früher sich ein Logopäde o.ä. ein Kind anschauen kann, desdo besser. und wenn es dann nur heißt, o.k., da ist alles in ordnung, kommen sie wieder, wenn das und das passiert. Oft kann man allerdings schon viel machen. Gerda die kleine sind oft sehr aufnahmefähig.
Die Zusammenhänge mit dem laufen/Essen und Sprechen sind auf jeden Fall da.
Z.b. die Aufrichtung, die das Laufen bringt und die Körperspannung, die helfen im Mundbereich natürlich auch, die Spannung zu verbessern. Das Schlucken wird begünsrigt von einer guten kopfkontrolle, die wiederum besser wird, wenn die Aufrichtung besser ist... u.s.w.
Allerdings gibt es sehr wohl auch Kinder, die nicht oral Essen und laufen, wohl aber sprechen können (und anders ja auch) Ein allgemeines Bild gibt es da also nicht...
Ich würde an Eurer Stelle schauen, ob ihr einen Termin für eine Diagnostik bekommen könnt bei einem Castillo-Morales-Therapeuten. Dann würde ich mit den verschiedenen Therapeuten zusammen schauen, was aktuell Priorität hat, also was man als Basis für andere Therapien nutzen kann oder wo evtl. ein Therapeut etwas mit "einbeziehen" kann.
Denn Du hast Recht, es sind ja schon einige Therapien, irgendwann muss ja auch mal "frei" sein
Also, ich hoffe, Du kommst damit etwas weiter, ansonsten melde Dich wieder.
Grüße Sabine _________________ Sabine, Logopädin und Castillo-Morales-Therapeutin aus Leidenschaft
"Man muß das Unmögliche Versuchen, um das Mögliche zu erreichen."
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