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Wie gehe ich mit der Religion um?
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Andrea5
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BeitragVerfasst am: 17.05.2008, 19:54    Titel: Wie gehe ich mit der Religion um? Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

mein Sohn Jan geht in die 3.Klasse der Grundschule. Dort ist hat er
auch Religionsunterricht. Heute fragte er mich: Mama, ist Gott wirklich
der Vater von Jesus? think . Das ist eine schwierige Frage für mich.
Zumal ich seit ewigen Zeiten aus der Kirche ausgetreten bin.
Was soll ich dazu sagen? Ich denke, mein Sohn muß seine eigene
Weltanschauung finden. In religiösen Dingen möchte ich absolut
neutral bleiben.

Was meint Ihr?

LG
Andrea

_________________
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), AVWS,
LRS, hypoton /Ben 01/04 KISS(KIDD) , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, starke Sprachverzögerung, Hyperakusis
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Claudia Z.
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BeitragVerfasst am: 17.05.2008, 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen.
Bei uns hier treffen drei Religionen bei 4 Familienmitgliedern zusammen Wink und ich habe es bisher so gehalten, dass ich mich möglichst sachlich-neutral zu religiösen Fragen meiner Adoptivtochter gegenüber verhalten habe.
Was mir immer wichtig war: nicht zu werten, sprich: es gibt keinen "besseren" und keinen "schlechteren" Glauben.
Wenn es Glaubensfragen bei ihr gab, die ich "nicht glaube", habe ich möglichst neutral geantwortet (..."auch wenn es schwer vorstellbar ist, aber es ist auch nicht beweisbar, dass es nicht so ist...., bilde Dir selbst Deine Meinung dazu."

Meine Adoptivtochter hat nun zwei Glaubensrichtungen bisher hautnah miterlebt und es zeichnet sich eine Tendenz ab.
Mal sehen, wie es weitergeht.
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NiRe
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BeitragVerfasst am: 17.05.2008, 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die religionen sind immer ein schwieriges Thema, vor allem wenn man als Elternteil nicht gläubig ist.

Bei uns siehts auch so aus. ich glaube nicht an Gott..

mein jüngster allerdings hat großes interesse an der Kirche.

Immer wenn eine Frage kommt dann antworte ich mit.. es gibt menschen die denken/glauben...
und
jeder muss für sich selber entscheiden ob er das auch glaubt..


mein ältester hat mit der Kirche gar nix am hut, obwohl ich es bei beiden gleich gehalten habe.

ich versuche den beiden von allen religionen zu erzählen.. manchmal weiss auch ich nicht weiter.. aber dafür gibs ja das internet

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Alex82
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BeitragVerfasst am: 18.05.2008, 00:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn ihr in religiösen Darstellungen neutral bleiben wollt, wäre es wohl am besten einfach zu erklären, was früher das bedeutet hat... und wie man es deuten kann.

Zum Beispiel stand früher das Wort Jungfrau einfach nur für junge Frau - und nicht wirklich in dem Sinne wie es heute verstanden wird.
Der Bezeichnung Sohn Gottes wurde im Alten Testament auch für gottesfürchtige Juden und auch für das ganze erwählte Volk Gottes gebraucht - also bedeutet nicht, dass er Vater war im Sinne wie wir es heute verstehen würden.
Diese beiden Punkte bedeuten, dass man eben diese Stellen auch ganz anders verstehen kann... - aber man könnte es auch wörtlich verstehen und dadrin besteht für mich der Reiz der Bibel.

Ich muss gestehen, dass ich gerade Formulierungen wie es gibt die Leute die Glauben sehr unbefridigend fand, weil dann ja auch ein Teil der Wissenschaft Religion wäre - weil wir auch häufig nur glauben bzw. kein Gegenbeweis haben, wieso Sachen so sind.

Ich glaube z.B. ein Gott, aber nutze die Bibel als ein Buch zum Nachdenken und nicht als eins in dem ich alle Worte so lesen muss wie sie da stehen - eben, weil man viele Aussagen auch auf die heutige Zeit transferienen kann, wenn man sich mal damit beschäftigt, wie es gemeint sein kann. Die Bibel ist eben ein Buch, was man nicht wortwörtlich lesen darf... einfach weil sich dafür die Sprache zu sehr geändert hat.

LG
Alex

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Marc6892
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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 02:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

ich würde dir folgende Antwort vorschlagen ( ich hoffe ich krieg das jetzt als Gläubiger möglichst neutral hin ):

Der Glaube an Jesus gehört zum Christentum, und die Grundlage dafür bietet wiederum die Bibel. Also nehmen wir uns doch die Antwort einfach aus der Bibel:

Ein Beispiel: In Joh. 17 spricht Jesus zu Gott:

Zitat aus der Bibel (NL - Neues Leben): Johannes 17:1-6
1 Nachdem Jesus all das gesagt hatte, blickte er zum Himmel auf und sagte: "Vater, die Zeit ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit er dich verherrlichen kann. 2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen auf der ganzen Welt gegeben. Er schenkt allen, die du ihm gegeben hast, das ewige Leben. 3 Und das ist der Weg zum ewigen Leben: Dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast. 4 Ich habe dich hier auf Erden verherrlicht, indem ich alles tat, was du mir aufgetragen hast. 5 Und nun, Vater, verherrliche mich mit der Herrlichkeit, die wir schon teilten, ehe die Welt erschaffen wurde. 6 Ich habe deinen Namen diesen Menschen offenbart. Sie waren in der Welt, doch dann hast du sie mir gegeben. Sie haben dir schon immer gehört, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.

Jesus selbst spricht also Gott mit Vater an und bezeichnet sich als Sohn.
Nicht nur an dieser Stelle - aber das sollte als Beispiel zunächst genügen.

Die Bibel spricht aber nicht davon, das Gott eine Frau hätte. Oder das Gott oder Engel wie Menschen Kinder zeugen. Wie könnte das also gemeinst sein?

Eine schöne Erklärung gab z.B. Paulus in seinem Brief an die Kolosser.
Zitat aus der Einheitsübersetzung: Kolosser 1:15-1715 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. 16 Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. 17 Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand.

Jesus ist das von Gott zuerst erschaffene Wesen, bzw. das allererste was er erschaffen hat. ( Da Gott ohne Anfang ist, ist das für uns Menschen mit begrenztem Denken natürlich schwer vorstellbar, bzw. greifbar). Alles andere hat er mit ihm zusammen erschaffen. Warscheinlich leben die beiden schon Millionen oder Milliarden von Jahren zusammen, und Jesus hat bereits während der Rebellion Satans seine Treue bewiesen. Daher ist das Verhältnis zwischen Ihnen wie Vater und Sohn.

Auf Wunsch könnt ich dir noch weitere Bibelstellen dazu zitieren, aber ich wollte es jetzt nicht zu lang machen - hoffe es hilft dir weiter. Wie gesagt, das ist die Erklärung der Bibel.

----

@Aleks: Die Sprache mag heute moderner geworden sein, was aber nicht heisst, dass sie besser ist. Die Sprache der Bibel würde ich aber als zeitlos gültig bezeichnen. Sind dir einige Ausdrücke wie z.B. Lobpreisen einfach zu veraltet, weil sie heute keiner mehr gebraucht? Letztlich ist der Inhalt zeitlos und heute noch aktuell. Die Bibel selbst behauptet von sich zu unserer Unterweisung und Lehre geschrieben zu sein ( 2. Tim. 3:16 ).

Ist es also richtig oder konsequent, sich nur das beste aus der Bibel rauszupicken - das was einem gerade in den Kram passt? Wenn du es veraltet findest, gib doch mal ein Beispiel. Vielleicht aber in einem neuen Thread besser, denn das geht sonst vom Thema ab.

----------

P.S.: Kostenlos Online Bibelübersetzungen findet ihr z.B. auf www.bibleserver.com ( wer keine im Haus hat Wink

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Alex82
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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 08:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

also erstmal vielen Dank für den Link - den kannte ich gar nicht Smile

Ich meinte eher, dass man manche Sachen von zwei Seiten aus sehen kann. Ich habe noch in der Schule gelernt, dass ich über den Hermeneutischen Zirkel an die Bibel gehen soll bzw. damit sie besser verstehe und das tue ich. Damit picke ich mir nicht das beste raus, aber ich wage es zu behaupten, dass eben das Wort was dort steht nicht immer wörtlich gemeint ist.

Bsp:
Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. - wie kann man das verstehen?
Man kann es zum einem wörtlich verstehen, aber es gibt auch noch eine zweite Deutung. Diese behauptet, dass eben der Mensch mit beiden Seiten vone einem Partner (die positive wie negative) leben muss.

Zum Thema Jungfrau oder junge Frau gibt es diese Aussage:
Professor Hans Küng, Stiftung Weltethos, über Marias Empfängnis:
"Ich bin immer der Meinung, man soll die Bibel ernst nehmen, aber eben auch genau hinsehen. Wenn man genau hinschaut, fällt auf, dass die ganze hebräische Bibel von keiner 'Jungfrau' redet. Es heißt eben nicht 'die Jungfrau soll gebären', sondern 'eine junge Frau soll gebären', 'alma' auf Hebräisch. Ich habe nichts gegen dieses Ursymbol, das bedeutet natürlich etwas. Aber man sollte es nicht als biologisches Faktum nehmen." http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0.....1872,2282393,00.html?dr=1

Ich kann kein hebräisch, also kann ich die zweite Aussage nicht prüfen. Auf den Spruch bekam ich die neue Sicht über unseren Pfarrer als wir darüber sprachen. Ich muss gestehen, mir gefällt es deswegen die Sache immer aus ein paar Perspektiven zu beurteilen.

Ich hoffe du verstehst wie ich das meine. Ich möchte aber mit der Aussage nicht die Bibel abwerten. Sie ist für mich ein sehr wichtiges Buch und ich lese häufig in ihr drin. Gerade zu Schulzeiten hatte ich mich noch viel mehr darin vertieft, weil ich eben eine Lehrerin hatte, die uns dazu brachte, dass wir über die Aussage nachdenken bzw. überlegen wie sie gemeint sein könnten.

LG
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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

huhu

so ganz detailliert wollte Neele das noch nicht wissen
das zu erklären hätte ich auch meine Probleme
aber sie sieht das auch eher symbolisch, sie erklärt auch allen wir sind Gottes Kinder und meint damit nicht, dass er der leibliche Vater von uns wäre.

Ich glaube Kindern detailliert etwas erklären zu wollen schlägt fehl wenn man nicht total dahintersteht.
Ich bin Christ und glaube auch nicht an die jungfräuliche Empfängnis sondern eher an die symbolische Aussage die darin steckt. Und das kann man ab einem gewissen Alter auch so nahebringen
die Konfirmanden heute bekommen auch anders als wir damals wirklich erklärt was die Geschichten bedeuten sollen, warum sich manche widersprechen und was dahintersteckt.

Wie das bei den Katoliken aber ist weiss ich nicht...

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Alex82
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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

danke für den Thread - er passt gut zu dem was ich auch noch meinte.

übrings... das fiehl mir eben noch ein - um christ zu sein muss man keiner kirche angehören.... daran muss ich immer denken....

LG
Alex

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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea

kannst du nicht einfach deinem Sohn ganz ehrlich sagen , dass du selber nicht an Gott glaubst, und darum die Frage auch nicht mit "Ja" oder "Nein" beantworten kannst? Aber dass Christen tatsächlich glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Und dass er (dein Sohn) ruhig weiter für sich auf die Suche nach Antworten gehen darf, obwohl du zum heutigen Zeitpunkt nicht gläubig bist?

Ich persönlich glaube ganz klar, dass Jesus Gottes Sohn ist. Mit dieser Tatsache steht oder fällt eigentlich das ganze Christentum. Wenn Jesus nicht Gottes Sohn wäre, wäre er nur ein einfacher (guter, vorbildlicher) Mensch und hätte sein Tod am Kreuz keinen Sinn.
F¨r mich ist es auch absolut kein Problem zu glauben, dass Maria Jungfrau war, als sie schwanger wurde. Für Gott ist das doch eine Kleinigkeit! Wenn Er das nicht könnte, wäre er nicht Gott. Wink

Lieben Gruss

Renate

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Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

Wenn ich die Männer der Wissenschaft sagen höre, dass sie Gott nicht sehen könnten, so staune ich. Für mich ist's unmöglich, ihn nicht zu sehen. C.H.Spurgeon
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Marc6892
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BeitragVerfasst am: 19.05.2008, 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

renate roosemont hat folgendes geschrieben:
Hallo Andrea

Für mich ist es auch absolut kein Problem zu glauben, dass Maria Jungfrau war, als sie schwanger wurde. Für Gott ist das doch eine Kleinigkeit! Wenn Er das nicht könnte, wäre er nicht Gott. Wink



Kurz und knapp - aber eben sehr treffend formuliert - dem kann ich mich nur anschliessen.

---
@ Aleks: Lies das ganze doch mal im Kontext, und zwar sehr gut geeignet dafür Lukas Kapitel 1 die Verse 26-38 ( hervorzuheben der Vers 34 ).
Genügend Bibelübersetzungen hast du ja jetzt Wink

Auch mit dem Scheiden ist der Kontext interessant:
Matthäus, das Kapitel 19: Verse 6-9
Danach können wir das gerne noch mal näher vornehmen, wenn du meinst.

Wollte dich übrigens nicht falsch verstehen, aber beim ersten Post klang es etwas in diese Richtung.

Grüsse

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