Verfasst am: 10.07.2004, 12:31 Titel: Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Schädigung beim Kind!
Hallo!
Da es hier ja viele User gibt, die keine Diagnose für ihr Kind haben, hier noch mal ein Hinweis bezüglich Toxoplasmose-Erkrankung in der Schwangerschaft. Jährlich erkranken allein in der Bundesrepublik 2000 (!) Schwangere an Toxoplasmose - mit zum Teil verheerenden Auswirkungen auf das Ungeborene.
Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit und kann Menschen aller Altersgruppen treffen. Sie verbreitet sich durch Übertragung des Einzellers Toxoplasma gondii. Der Mensch dient dabei nur als Zwischenwirt, der Hauptwirt sind Katzen. Im Darm der Katze vermehrt sich der Parasit und entwickelt Vorstadien (Oozysten) die dann über den Kot in großer Zahl ausgeschieden werden. Nach einem bis vier Tagen Reifung an der Luft werden die Oozysten infektiös und bleiben dies einige Monate lang.
Die Oozysten werden hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Besondere Bedeutung hat hierbei der Verzehr ungenügend erhitzten oder rohen Fleisches (Tartar) und der Verzehr von Lebensmitteln, die mit Katzenkot verunreinigt sind (Gemüse, Obst). Auch die Schmierinfektion, also die direkte Übertragung des Erregers nach Kontakt mit Katzen oder ihren Exkrementen (Katzenstreu), von der ungereinigten Hand in den Mund ist möglich.
Schwangere mit einer Toxoplasmose-Infektion stecken ihr ungeborenes Kind in etwa der Hälfte der Fälle an. Das Tückische an dieser Infektion ist, dass sie bei Personen mit einem gesunden Immunsystem in über 90 Prozent der Fälle beschwerdefrei verläuft. Dies gilt auch für schwangere Frauen! Wird das ungeborene Kind durch die Mutter angesteckt, hängen die Symptome vom Zeitpunkt der Infektion ab. Infektionen in der Frühschwangerschaft führen zu schweren Veränderungen vieler Organe, vor allem des Gehirns, und gelegentlich zur Fehlgeburt. Infektionen in der Spätschwangerschaft zeigen nur leichte Veränderungen, jedoch können 50 Prozent der Kinder, die bei der Geburt keine Krankheitszeichen zeigen, im weiteren Verlauf Spätfolgen wie geistige Verlangsamung oder Entwicklungsstörungen zeigen.
Lieben Gruß,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Ja, wir sind so ein Fall. Unsere Tochter hat konnatale Toxoplasmose und ohne eine Bluttransfusion (in die Nabelschnurarterie) während der Schwangerschaft und Medikamente, die das Ausbreiten das Parasites verringern, wäre sie wohl gar nicht bei uns. Mich hat nie jemand auf Toxoplasmose getestet, als ehemaligen Rohfleischesser und Katzenbesitzer mit viel Gartenarbeit und ungewaschenem Gemüse. Ich habe meine erste Toxoplasmose in meiner dritten Schwangerschaft ganz unbemerkt bekommen. Es ist nicht selbstverständlich,dass Schwangere auf Toxoplasmose getestet werden. Für Thea war das sehr schlecht. Das toxoplasma gondii hinterläßt die schwerwiegendsten Schäden im Gehirn und an den Augen. Mikrophtalmie, Netzhautablösung und ein Hydrocephalus sind wahrscheinlich. Durch entstehende Verkalkungen werden Krampfanfälle ausgelöst. Bleibt die Infektion unerkannt kann der Parasit noch nach Jahren Schlimmes auslösen, Netzhautablösung etc. _________________ mit Caja 01/98, Vico 08/01 und Thea 03/04, 34.SSW, konnatale Toxoplasmose, Hydrocephalus internus, VP-Shunt, Epilepsie, schwere Sehbehinderung und Mick 05/06
eigentlich gehört ein Toxoplasmose-Test in der Schwangerschaft doch heute zu den Standard-Untersuchungen. Wie alt ist denn deine Tochter heute?
Ich habe ja gerade unseren zweiten Sohn bekommen und wurde in der Frühschwangerschaft auf Tox. getestet - leider habe ich nach wie vor keine Antikörper, musste um jede Katze einen Bogen machen, habe keine Gartenarbeit gemacht und nur völlig durchgebratenes Fleisch gegessen. Diese Aufpasserei war schon sehr nervig .
Auf einen weiteren Kontrolltest musste ich allerdings auch erst selbst hinweisen - sonst hätte man den nicht gemacht. Beide Tests haben mich zusammen fast 50 EUR gekostet !
Es ist traurig, dass anscheinend immer noch nicht alle Schwangeren auf diesen gefährlichen Virus hin untersucht werden. Bei euch war das ja auch nicht der Fall.
Lieben Gruß,
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unsere Tochter ist 13 Monate alt. So richtig aufpassen kann aber auch nicht. Wie soll man den jeden möglichen Einzeller von einem Salat waschen? Und angeblich reicht es auch aus wenn man mit Menschen Kontakt hat, die eine Katze haben. Also entweder völlige Panik oder laufende Tests wenn man nicht immun gegen Toxoplasmose ist.
Gruß Stella _________________ mit Caja 01/98, Vico 08/01 und Thea 03/04, 34.SSW, konnatale Toxoplasmose, Hydrocephalus internus, VP-Shunt, Epilepsie, schwere Sehbehinderung und Mick 05/06
da hast du wohl Recht. Ich habe fast vier Jahre lang eine Katze in Pflege gehabt, mit der ich immer intensiven Körperkontakt hatte. Leider hat sie mich nicht mit dem Virus infiziert . Dabei war sie ständig draußen und eigentlich halb wild... Falls ich noch einmal schwanger werden sollte, geht die Aufpasserei also von vorne los .
Vielleicht sollte ich dann vorher ganz viel Hackepeter essen und jede Katze knutschen, die mir über den Weg läuft....
Lieben Gruß,
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Hallo,
wollte euch nur mitteilen, dass der Toxoplasmose-Test laut Mutterschaftsrichtlinien in der Schwangerenvorsorge beinhaltet ist. Man muß ihn auch nicht selbst bezahlen. Ist der erste Test in der Frühschwangerschaft negativ, sollte der Test mehrfach widerholt werden um eine frische Infektion sofort zu erkennen und auch zu behandeln. Die Untersuchung ist der sogenannte TORCH-Test, der beinhaltet Toxoplasmose, Others (Lues, Listeriose), Röteln, Cytomegalie, Hepatitis, Herpes und HIV(auf Wunsch). Behandelt wird bei Infektion in der Frühschwangerschft mit Spiramycin und in der Spätschwangerschaft mit Sulfonamiden.
Es ist auch nur die Erstinfektion in der Schwangerschaft gefährlich, deshalb wird ein Titer bestimmt. Die Klebchen sind vorne bei den Laborergebnissen (Blutgruppe)
drin.
Habe gerade nochmal in meinen Unterlagen nachgesehen: die Toxoplasmosekontrollen bei negativem Titer werden alle drei Monate empfohlen. Übrigens machen die meisten Hebammen die Kontrolle wesentlich häufiger. Umsonst!
Bei meinen Laboraufklebern sind keine solchen dabei. Ich habe auch langsam das Gefühl, dass jeder ausser mir auf Toxoplasmose getestet wurde. Das ist echt zum kotzen.
Schönen Abend von Stella _________________ mit Caja 01/98, Vico 08/01 und Thea 03/04, 34.SSW, konnatale Toxoplasmose, Hydrocephalus internus, VP-Shunt, Epilepsie, schwere Sehbehinderung und Mick 05/06
also ich musste selbst auf die Toxoplasmose-Tests hinweisen und sie auch selbst bezahlen! Ich hatte den Eindruck, dass längst nicht alle Schwangeren darauf getestet werden.
Auf Cytomegalie wurde ich auch nicht getestet. Es gab dann zum Ende der Schwangerschaft mit Tim-Henrik noch einige Aufregung, weil Jan-Paul möglicherweise mit dem Cytomegalie-Virus Kontakt gehabt hatte. Die Krankheit verläuft ja auch oft völlig unbemerkt und er hätte mich auch anstecken können. Ich hätte die Infektion möglicherweise auch nicht bemerkt, aber sie hätte massive Schädigungen bei Tim-Henrik auslösen können! Das Fatale: Cytomegalie ist nicht meldepflichtig!!
Ich habe mich dann aber nicht testen lassen, denn ich hätte eh nichts gegen die Krankheit ausrichten können. Ich ging einfach davon aus, dass eine Ansteckung über diverse Umwege dann doch recht unwahrscheinlich ist.
Wer mit Cytomegalie infiziert ist, muss sich übrigens nicht beim Gesundheitsamt melden! Die Ansteckung erfolgt über Schmier- und Tröpfcheninfektion. Steckt sich eine Schwangere mit dem Virus an, hat das für sie kaum oder gar keine Folgen. Sie hat vielleicht erkältungsähnliche Symptome. Das Ungeborene kann dagegen schwerste Behinderungen davon tragen.
@Stella: Was hat denn dein Frauenarzt seinerzeit zu der Infektion gesagt? Hast du ihn im Nachhinein nicht zur Rechenschaft gezogen?
Lieben Gruß,
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Verfasst am: 25.05.2005, 15:12 Titel: Toxoplasmose positiv in der Schwangerschaft
Hallo an allebesorgte Mütter!!!
Ich habe ein riesen grosses Problem!! ich bin in der 25 Woche schwangerund habe frische Toxoplasmose-Infektion.In der ersten Schwangerschaft war ich negativ, obwohl der Arzt hat mich auch nur ein Mal drauf getestet (in der 10 SSW)und dann nie wieder!!!Obwohl ich die ganze Untersuchung selber bezahlt habe!!!
Inder 11 SSW hat er diesmal den Test gemacht und der war damals schon positiv,nur keiner hat mich drauf angewiesen!! Nach 3 Monaten hat er jetzt einen wiederholungstest gemacht,der logischerweise auch positiv ist. Jetzt hat er angefangen sich Sorgen zu machen(sofort Antibiotikatherapie,weitere Bluttests,Vorstellung in einer Spezialklinik...)
Hat jemand auch noch damit Probleme gehabt oder hat die immer noch???
Bitte meldet euch , ich mache mir sehr grosse Sorgen!!Ich habe mich auch schon ausfürlich drüber informiert(über eventuelle Risiken des Kindes,gesundheitliche Schäden usw...)
das ganze kommt mir aber sehr dubios vor! Bist du sicher, dass du den Arzt richtig verstanden hast? Normalerweise wird man direkt nach Vorlage des positiven Ergebnisses angerufen und in die Praxis zitiert, wo dann sofort mit einer Antibiotika-Therapie begonnen wird. Das hätte dann bei dir wenige Tage nach dem Test sein müssen. Außerdem hätte der Arzt dir eine Fruchtwasseruntersuchung vorschlagen müssen, denn anhand des Fruchtwassers kann mit großer Wahrscheinlichkeit erkannt werden, ob der Fötus eine Schädigung davongetragen hat oder nicht. Sollte der Arzt sich tatsächlich so verhalten haben wie du es schilderst, hat er sich strafbar gemacht und riskiert seinen Job! Außerdem könntest du ihn "im Falle eines Falles" verklagen und Schmerzensgeld für dein Kind einfordern.
Am besten rufst du noch mal dort an und fragst nach. Eine Toxoplasmose-Infektion muss nämlich auch im Mutterpass vermerkt werden - wurde das bei dir denn auch nicht gemacht???
Ich denke mal, deine Infektion ist schon älter (du hättest dann schon vor der Schwangerschaft die Infektion gehabt) und er will nur noch mal auf Nummer sicher gehen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen - so leichtsinnig kann doch kein Arzt sein. Es sei denn, er will mit Gewalt ins Gefängnis kommen
Lieben Gruß,
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