Verfasst am: 20.06.2005, 14:03 Titel: Hüftluxation und alternative Heilmethoden?
Hallo alle zusammen,
Bei unserer Tochter Solveig (*12.1.05) hat der Kinderarzt bei der U2 eine schwierige like Hüfte festgestellt. Der Orthopäde hat uns zwei Wochen Tübinger Schiene verschrieben. Solveig war inzwischen acht Wochen alt. Bei der Kontrolle nach zwei Wochen hat uns der Orthopäde in die Düsseldorfer Uniklinik geschickt. Die haben uns gleich für vier Wochen stationär aufgenommen: Hüftluxation Typ III, Extensionsbehandlung mit Overheadextension und Spreizung. Anschließend erfolgte die Anlage des Fettweis-Gipses unter Narkose mit Artrograpjie und MRT zur Kontrolle. Nach drei Wochen sollte wegen sehr instabiler Hüfte bereits der erste Gipswechsel erfolgen. Dabei stellte der Arzt fest, dass die Hüfte nicht mehr luxierte aber immernoch instabil war. Vier Wochen später beim erneuten Gipswechsel saß der Hüftkopf schön zentriert in der Pfanne und war stabil. Keine Artrographie und MRT mehr nötig. Wir haben jetzt nur noch vier Wochen Gips vor uns. Danach soll Solveig wieder die Tübinger Schiene bekommen für ca. 6 Wochen bis 3 Monate. Die anderen Gipsgirls aus der Klinik, alle ein bis zwei Monate älter bekommen die Hoffmann-Daimler-Schiene, weil die Kinder sich damit angeblich besser bewegen und sogar drehen und laufen lernen können. Krankengymnastik wird uns nicht empfohlen. Einziger Kommentar der Ärztin bei Konfrontation mit dem Thema Kinderkrankengymnastik und Osteopathie für Kinder: "kann nicht schaden".
Mir erscheint die Immobilisierung auf solange Zeit zweifelhaft.
Hat jemand Erfahrungen mit gezielter Bewegungstherapie für so einen Fall? Kann man das parallel zur schiene machen? Wenn ja, welche Schiene eignet sich besser? Oder kann man ganz auf die Schiene verzichten bei entsprechender Therapie?
es gibt Homöopathen, die behaupten, sie können mit klassischer Homöopathie in Kombination mit Osteopathie für Kinder die Hüftlux heilen, auch ohne Gips? Wir haben keine Erfahrung gemacht mit Homöopathie und mein Mann ist sehr skeptisch! hat jemand da auch Erfahrungen gemacht?
es gibt hier in diesem Forum einige Beiträge, die sich mit dem Thema "Hüftdysplasie" beschäftigen. Du kannst diese im Krankengymnastik Forum alle nachlesen!
Zu dem Thema als solches gibt es eine sehr vernünftige Internet-Seite, die ich dringend empfehlen kann: http://www.kinderhueftdysplasie.de.
Auf dieser findest Du alles zum Thema Schienen etc.
Zur Therapie:
Zitat:
Oder kann man ganz auf die Schiene verzichten bei entsprechender Therapie?
Das geht leider nicht, außer es werden dem Kind rund um die Uhr stetig die richtigen Übungen angeboten....
Zitat:
es gibt Homöopathen, die behaupten, sie können mit klassischer Homöopathie in Kombination mit Osteopathie für Kinder die Hüftlux heilen, auch ohne Gips?
...ich kenne selbst einige Homöopathen, aber solch gewagte Versprechen würde keiner von diesen machen! Auch die Osteopathie ist da nur begrenzt einsetzbar!
Das Problem: was hält/bewegt die Hüfte? =>die Muskulatur!
daher liegt es nicht nur auf der Hand sondern ist praktisch vorgegeben, dass man mittels Aktivität der Hüftmuskeln einen physiologischen Einfluss auf die Hüfte nehmen kann! Hier bietet sich V.a. die Vojta-Therapei an, die ich wie keine andere in diesem Zusammenhang empfehlen kann!!! Jede Hüfte ist etwas anders, aber ich kann in meiner Praxis von einer mittleren Verweildauer von 3-6 Monaten sprechen, die die dysplastischen Hüften gebraucht haben unter dieser Therapie. Das ist KEIN Versprechen und KEINE Garantie und es hängt sehr von der Mitarbeit der Eltern ab.
Vielleicht schon mal eine kleine Hilfe für's Erste...bei weiteren Fragen hier im Forum.....!
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Andreas Bourani "Wunder"
Hallo Tobias,
Danke für Deine schnellen Antworten. Natürlich kenne ich die Webseite der Kinderhüftdysplasie schon auswendig. Ich verstand nur bisher nicht, wieso zur Therapie im Krankenhaus nicht auch anschließend Krankengymnastik gehört (z.B. Vojta), wo es doch auf der Hand liegt, dass die Muskulatur die Hüfte hält. Mich erschreckt, dass die Klinik das Problem der Hüftlux als ein rein "mechanisches" ansieht (O-Ton der Oberärztin).
Die Düsseldorfer Uniklinik arbeitet nur mit zwei Schienen: der Hoffmann-Daimler-Schiene und der Tübinger Schiene. Weißt Du welche Gründe bei der Entscheidung, welche Schiene anzuwenden ist, eine Rolle spielen? Gibt es eine Schiene, die in Kombination zur KG besonders geeignet ist? Kennst Du Therapeuten, die im Düsseldorfer Raum Erfahrung mit Hüftlux gemacht haben?... oder muß ich Dich dafür privat kontaktieren ?
Gruß Isabel
Ich verstand nur bisher nicht, wieso zur Therapie im Krankenhaus nicht auch anschließend Krankengymnastik gehört (z.B. Vojta), wo es doch auf der Hand liegt, dass die Muskulatur die Hüfte hält
...das habe ich auch noch nie verstanden, wenn ich ehrlich bin
Zitat:
Mich erschreckt, dass die Klinik das Problem der Hüftlux als ein rein "mechanisches" ansieht (O-Ton der Oberärztin).
...das erschreckt mich auch!!! Aber: das Problem liegt bei uns Physiotherapeuten! Wir erklären nicht gut genug, was wir machen!
Zitat:
Du welche Gründe bei der Entscheidung, welche Schiene anzuwenden ist, eine Rolle spielen?
...da gibt es verschiedene Gründe. Der gägiste ist aber das Wissen des Arztes und die Art und Weise, wie er es gelerbt hat. Aber es geht wohl auch nach Hüfttyp und Alter....
Zitat:
Gibt es eine Schiene, die in Kombination zur KG besonders geeignet ist?
...ja, ich denke die Erlanger (von Herrn Ströhlein)....
Zitat:
Kennst Du Therapeuten, die im Düsseldorfer Raum Erfahrung mit Hüftlux gemacht haben?... oder muß ich Dich dafür privat kontaktieren
...nein musst Du nicht. Aber wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich das nicht! D ist einfach zu weit weg aus meinem Einflussbereich. Ich kann aber versuchen mich mal schlau zu machen....
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Andreas Bourani "Wunder"
Hier eine Antwort an Isabell aus Hochdahl bei Düsseldorf:
Hallo isabell, Deine persönliche Nachricht hat mich erreicht, aber irgendwie klappt es nicht mit der Antwort. Also versuche ich es auf diesem Wege. Unsere Tochter paßte mit dem Gips nur mit Tricks in den Autositz (Sitzfläche erhöhen, Gurte verlängern) und auch das nur bis sie mit dem Kopf über das Rückenteil hinausragte. Mit der Tübinger Schiene geht es sehr gut.
Transportieren konnte ich sie sowohl mit Gips als auch mit Schiene, ich war auch dauernd unterwegs mit ihr.
Zum Windelwechseln muß man die Schiene abmachen. Aber die Hüfte kann nicht rausrutschen, denn im Gips hat sich die Pfanne schon gut ausgebildet. Schick mir ruhig nochmal eine persönliche nachricht mit Deiner telefonnummer, dann können wir auch gerne telfonieren. Ich habe in der Düsseldorfer Uniklinik noch drei weitere Gipsgirls und ihre mamis kennen gelernt und wir halten regen Kontakt. Du kannst Dich uns gerne anschließen, wenn Du willst.
Ich hoffe, ich habe Dir ein bißchen Mut machen können.
herzliche Grüße,
isabel
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