Verfasst am: 29.02.2008, 16:33 Titel: Parken auf Behindertenparkplätzen
Muss man sich als Mutter eines behinderten Kindes alles gefallen lassen?
Durch unsere vielen Termin bei Ärzten, Therapeuten, Sanitätshäusern und der Krankenkasse bin ich, wie so viele andere Mütter besonderer Kinder viel mit dem Auto unterwegs.
Wie oft sehe ich Autos auf den extra großen und meist gut gelegenen Parkplätzen die extra für Menschen mit einer oder mehreren Behinderungen sind stehen, die keinen Ausweis für diese Parkplätze haben.
Ich spreche die Fahrer auch freundlich an, weise sie darauf hin, welchen Parkplatz sie sich ausgesucht haben. Die meisten fahren dann auch sofort weg, manche parken nur „kurz“ dort – auch das ist verboten.
Heute, meinem Sohn ging es nicht so gut, hatten wir wieder einen Termin. Da Weit und Breit kein anderer Parkplatz frei war, stellte ich mich auf einen Behindertenparkplatz – wir haben diesen blauen Ausweis, somit auch die Erlaubnis diese zu nutzen.
Als ich wieder ans Auto kam, stellte sich ein Taxi hinter mein Auto. Der Fahrer stieg aus, motzte mich an, dass dies ein Schwerbehindertenparkplatz sei. Darauf hin sagte ich, dass ich mir die Behinderung meines Sohnes ja nicht gewünscht hätte und bat ihn, ein Stück vor oder zurück zu fahren, sodass ich ausfahren konnte. In aller Ruhe packte er das Eingekaufte des Kunden ein und schrie und motzte mich an. Etliche Kunden des Kaufhauses sahen und hörten zu, aber keiner sagte was. Ich zeigte dem Taxifahrer unseren Ausweis. Ich dachte, nun würde er zumindest ruhig sein und vielleicht sich auch entschuldigen – nein, er schrie noch mehr und fragte mich, auf welchen Flohmarkt ich mir diesen Ausweis gekauft habe! Der Flohmarkt heißt Landratsamt, dort wird der bedarf genau geprüft!
Und leider auch manchmal abgelehnt, obwohl es nötig wäre.
bianca
leider gibts so viele ignorante leute in diesem land.
ich sage den meisten leuten die frech werden dann immer * ich wünsche ihnen von herzen dass auch sie zukünftig einen solchen parkplatz gerechtfertigter weise nutzen dürfen*....ist zwar böse...aber viele leute müssen es wohl so hören
bin ja eigentlich ein friedliches Menschenkind und versuch das meiste mit Humor zu nehmen, allerdings, wenn es sich bei mir genauso zugetragen hätte, dann wüsste ich aber, dass ich mir das Kennzeichen notiert hätte und Anzeige wegen Behinderung, Nötigung und Beleidigung erstattet hätte...
Frechheit sowas....
hallo,
kennzeichen brauche ich nicht, ich kenne das taxiunternehmen. das war der cheff. die haben zwillinge 15 jahre alt, der eine ist schon vater, die polizei geht ein und aus. denen wäre das doch egal.
habe den bericht mal so in die tageszeitung unter leserbriefe eingetragen, mal sehen, ob sie es drucken und ob jemand darauf antwortet. aber vielleicht hilfts??
werde wohl in zukunft auch nur noch frech antworten, hilft wohl nichts.
vielleicht werde ich mir auch noch einen aufkleber fürs auto kaufen, so dass man auch von hinten sehen kann, dass wir dort parken dürfen.
grüße bianca
Da hilft nur noch HAndy zücke, Polizei anrufen und das von DENEN gleich mal vor Ort klären lassen. Das war Nötigung, er hat Dich am wegfahren gehindert, plus die ganzen Beleidigungen. Zeugen hatte es genug, da wäre auch bestimmt der eine oder andere mutig genug gewesen, vernünftig auszusagen.
Unglaublich, was sich manche Menschen rausnehmen!
Vor allem dann noch bei vorhandenem Ausweis so zu reagieren..... Da kann man nur noch den Kopf schütteln....
Ich bin ja auch schon diverse Male angemacht worden von wegen "SOOOO behindert sehen Sie aber gar nicht aus!!!!" worauf ich dann grundsätzlich erst mal GANZ RUHIG antworte "Bin ich ja auch nicht." Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt....
LG Anja *entsetzt* _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Hallo, zusammen,
wir waren vor Weihnachten bei Mediamarkt. Natürlich war da die Hölle los und alle vier Behindertenparkplätze waren belegt von 'Normalfahrzeugen'. Wir warteten, bis der erste Fahrer dieser Wagen zurückkam - wir hätten auch einen anderen frei werdenden Parkplatz genommen, aber wir brauchen den Platz, um die Tür ganz öffnen zu können, sonst bekommen wir Justus mit seinen 40 kg nicht aus dem Wagen.
Also, der erste Fahrer kommt voll bepackt zurück zu seinem Fahrzeug, mein Lebensgefährte spricht ihn an, wieso er den Behindertenparkplatz besetzt, obwohl er ja offensichtlich zumindest keine körperliche Einschränkung hat , und der Typ droht sofort mit Schlägen!! Un-glaub-lich!! Wir blieben jedoch völlig unbeeindruckt, ich hab' noch gegrinst, dass Behinderungen eben unterschiedlicher Natur sein können, und sich eine ja wohl gerade deutlich gezeigt hätte, dann ist der Typ abgedampft.
Achja, einmal war an derselben Stelle ein Behindertenparkplatz durch ein Polizeifahrzeug belegt, der Polizist holte sich gerade eine Wurst vom Würstchenstand... (kein weiterer Kommentar)
LG Birgit XXX _________________ Birgit (1968) mit Tilman (1994) und Justus (1997), mehrfachbehindert ohne Syndromzuordnung u. unbekannter Genese, sehbehindert, fokale Epilepsie, Hemiparese, Balkenagenesie, Kolobome
am Mittwoch war ich in DO und habe versucht in Hauptbahnhof-Nähe einen Behindertenparkplatz zu bekommen. Das ging auch zum Glück nach etwas Suche direkt am Bahnhof. Allerdings sind in Richtung Innenstadt, wo ich eigentlich hinmusste (wir hatten Termin bei Dr. Sacher) im Prinzip immer alle Behindertenparkplätze belegt. Entweder liegt gar kein Ausweis drin oder es liegt einer drin und ich wundere mich, dass das Auto überhaupt nicht dem eines schwer gehbehinderten Menschen enspricht. Kein Rollizeichen/Rolliaufkleber auf dem Auto, ein winzig kleiner Kofferraum. Auch für einen Rollator wäre unmöglich Platz. Sind die gehbehinderten Menschen außer uns alle auf Krücken unterwegs?
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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hallo sabine,
viele ältere menschen haben ein *AG* im ausweis, man sieht es ihnen vielleicht nicht unbedingt an, aber sie leiden beispielsweise an lungenkrebs oder sonstwas. auch solche leute können sich nur mit mühe fortbewegen. ein freund von mir lebt inzwischen im 3.jahr nach lungenkrebsdiagnose, wenn er hier her kommt und die drei stufen die treppe rauf bewältigt hat dann ist er erstmal nicht mehr ansprechbar für die nächsten ca.20min....
das sollte jetzt nicht anklagend klingen, sondern ich wollte nur mal ne möglichkeit aufzeigen aus welchen gründen man sonst noch immobil sein kann.
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