Verfasst am: 02.11.2007, 09:05 Titel: Einsetzen der hemiparetischen Hand
Guten Morgen allerseits,
meine Charlotte ist jetzt knapp 19 Monate alt und benutzt ihre rechte Hand nur im Notfall (wenn sie ihren Ball durch die Gegend schleppt oder Kekse "parken" will).
Ihre Ergotherapeutin sagt, das sie die rechte Hand nur als Halte/Hilfshand nutzen wird.
Nun denke ich, das je älter sie wird, umso bewusster wird sie die Hand einsetzen. Ist das so??? Wie ist das bei euren Kindern?
Wir turnen nach wie vor 3xtägl. nach Vojta. (Therapeutin und ich sind sehr, sehr zufrieden mit ihren Fortschritten)
Ergotherapie ist im Moment nicht so fruchtbar, denn Lotte hat das Hochziehen und Stehen für sich entdeckt und hat somit gar keinen Bock auf stillsitzen und mit kleinen Steinen usw. zu "spielen".
Freue mich über eure Antworten
LG Anja _________________ Anja (12/80), Stefan (07/79), Charlotte (04/06) Hemiparese rechts
Hallo Anja, meine Lara hat auch eine Hemiparese links. Sie läuft und benutzt ihre linke Hand auch nur unterstützend . Sie kann aber Dinge von der rechten Hand, in die linke Hand übergeben . Grobmotorisch funktioniert sie gut ,aber Feinmotorik wird nicht besser . Was aber denke ich normal bei einer Hemiparese ist.
Turnt weiter und holt alles raus ,ich weiss das sich die ganze Mühe lohnt. Wir haben auch ganz viel geschafft
LG Astrid
nein, es ist nicht so- sie wird nicht ihre hand benutzen, nur weil sie älter wird.
sie wird ihre hand (körperhälfte) benutzen lernen, wenn ihr und eure therapeuten gute arbeit leisten.
mein kleiner hält hin und wieder sogar den pudding becher in seiner hemihand- freiwillig!
bei uns gibt es einen mundmaler, der würde gern seine hände benutzen .... _________________ paul (2005) mit hydrozephalus internus, platt-, senk- und spitzfuß, hüftdysplasie, entwicklungsverzögert, sprachverzögert, hemiparetische diplegie.
... es kommen mir halt immer wieder solche Gedanken in den Kopf ( Hoffnung stirbt zuletzt! )
Komme gerade vom Kinderarzt und habe Lottes festen Stuhlgang (hat sie schon immer ,trinkt fast 2l am Tag) angesprochen.
Die Kinderärztin meint, das durch die Hemi auch die Darmfunktion etwas eingeschränkt sein kann. ( immer wieder was Neues, )
Erst nach und nach setzt sich bei mir das Puzzle zusammen, was alles durch die Hemi verursacht/beeinträchtigt ist.
Will hier nicht jammern! Aber hier, in diesem Forum denke ich, werde ich einigermaßen verstanden. (im Gegensatz zum Freundeskreis/Familie)
Bin unheimlich stolz auf meine Tochter!
LG Anja _________________ Anja (12/80), Stefan (07/79), Charlotte (04/06) Hemiparese rechts
Hallo Anja,
Sarah setzt ihre rechte Hand auch nur als Hilfshand ein. Ein wahrhaftiges Greifen kann man das im Vergleich zu "gesunden" Kindern nicht nennen. Dafür hat sie in der linken Hand eine Feinmotorik, die manch 10-jähriges Kind noch nicht hat.
Sarah ist trotzdem in der Lage, die Zügel beim reiten zu halten, Fahrrad fahren ohne Stützräder etc.. Fazit: Durch die Therapien hat sich die rechte Körperhäfte enorm verbessert. Nur die Feinmotorik in der rechten Hand ist eben beeinträchtigt und wird es bleiben.
Deine Kleine wird die beeinträchtigte Hand voraussichtlich nie so einsetzen können, wie die "gesunde". Aber durch Deine Hilfe und Therapien ist sehr viel zu schaffen.
LG Monika _________________ Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib
ja, das mit dem festen Stuhlgang kenne ich von Stefan auch! Er hatte damals massiv Probleme mit, aber irgendwie wollte sich kein Arzt festlegen, ob das mit der Hemi zu tun hatte. Meine heimliche Meinung war das aber schon immer! Er hatte oftmals nur alle 10 Tage Stuhlgang! Mittlerweile hat sich das aber gebessert, er hat nur noch selten mal Probleme mit. Hängt aber, glaub ich, auch damit zusammen, dass er irgendwann mal kapiert hat, dass Bauchweh und Stuhlgang machen müssen zusammen gehört. Und seit er bewußt eben auf Toilette geht, ist es besser.
Die Hand: Stefan hat im Moment einen Gipsarm am - gesunden - linken Handgelenk. Glaub mir, er benutzt lieber seine gegipste, schmerzende Hand, als mit der rechten hinzulangen! Allerdings muß ich sagen, Stefan benutzt seine rechte Hand sehr gut als Hilfshand. Sie hängt auch nicht mehr einfach nur so "in der Gegend rum". Auch hier galt: sobald ihm bewußt war, dass er diese Hand eben auch hat, hat er sie wahrgenommen und mit einbezogen. Stefan beschreibt seine Situation immer so: "Die Hand ist wie eingeschlafen!" Manchmal sagt er auch: "Ich kann die blöde Hand nicht leiden!".
Bei uns war es halt einfach so: die Bewegungen mit der Hemi-Seite, die Stefan bewußt richtig beigebracht wurden, hat er halt als Bewegungsmuster auch so behalten. Muster, die er sich falsch beigebracht hatte, die gibt es auch heute noch und die lassen sich nur seeeeehr schwer ausbessern. Er ist beispielsweise auf dem Handgelenk gekrabbelt, das tut er heute noch (natürlich nur, wenn er sich mal in dieser Fortbewegungart befindet ) Auch der Handstütz ist fast noch immer auf dem Handrücken!
Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben!? Wenn Du Fragen hast, nur her damit!!!
Hallo,
das ihr mit Vojta gut zurecht kommt ist toll! Gerade bei Hemiparesen ist es wichtig frühzeitig an die Armfunktion zu denken. Es ist aber auch deswegen wichtig, da man bei der Entwicklung des Kindes nie weiß, ob die eingeschränkte Armfunktion nicht Konsequenzen für die Aufrichtung der Wirbelsäule hat und die Stabilität des Rumpfes beeinträchtigt.
Ich halte es immer so, dass ich dem betroffenen Arm/Hand einen Namen gebe und das Kind dann darauf anspreche, was denn diese "Person" macht oder was sie nicht macht. Beispielsweise, wenn die Hand nicht mit in den Stütz genommen wird, dann frage ich danach, ob - sagen wir mal "Anton"- Urlaub hat oder ob das Kind ihn vergessen hat. Das bringt dem Kind oft unheimlich Spass und es ist oft stolz wie Oskar, wenn es "Anton" zeigen kann.
Gruß und weiterhin viel Erfolg,
Tobias _________________ Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut
>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
Du bist ein Wunder<<<
Andreas Bourani "Wunder"
Hallo Anja,
auch bei unserm Sohn ist es so gewesen, das er eine Hemiparese re. hatte/hat. Auch unsere KG hat 3 mal die Woche mit ihm nach Vojta geturnt. Die Parese hat sich aber leider weiterentwickelt. Seine daraus resultierende Spastik haben wir jetzt in Barcelona nach der Ulzibat- Methode operieren lassen. Mit ganz grossen Erfolg übrigens. Wenns interesiert www.insmicort.com oder hier unter Ulzibat nachschauen.
Heiner _________________ mit Kai 26.S.S.W., massivste Hirnblutung, Mediainfarkt li., Ductus Botolli Verschluss, BPD, Hemiparese re.,Spitz und Sichelfuss re. operiert nach ULZIBAT
Hallo Anja !
Martha ist inzwischen 3 Jahre alt und hat auch eine Hemiparese ! Mir ging es anfangs genauso, fühlte mich recht blauäugig, als ich plötzlich hier im Forum von anderen Kindern las... Im Nachhinein war es aber genau richtig: Anfangs wäre ich noch nicht bereit gewesen für solche Infos und als ich bereit war, habe ich sie mir hier geholt !
Aber du hast recht, die Hoffnung stirbt zuletzt ! Ich finde sie auch durchaus berechtigt ! Als Martha 1,5 Jahre alt war, hat sie ihre Hand nur benutzt wenn es überhaupt nicht anders ging, mitlerweile setzt sie sie auch häufiger (oder auch ab und zu) spontan ein ! Sie hat da ganz tolle Fortschritte gemacht !!! Außenstehende merken es ihr nicht auf Anhieb an, nur wenn sie sie in bestimmten Situationen beobachten !
Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne melden !!!
Uli _________________ Martha (09/04) mit spastischer Hemiparese rechts und Hannah (09/02)
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