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Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie
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Inok
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Anmeldedatum: 23.10.2007
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BeitragVerfasst am: 23.10.2007, 21:07    Titel: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Unser Sohn ist 6.5 Jahre alt und hat Sprachschwierigkeiten. Die medizinische Diagnose lautet "verbale Entwicklungsdyspraxie". Die Symptome äussern sich so, dass er alles versteht aber nur ein paar Worte sprechen kann: Mama, Papa, Auto, Nein, ebenso die Vokale a,e,i,o,u. Dann wird schon schwierig für ihn. Alle Zischlaute sch, tz, etc. stellen ein grosses Problem für ihn dar. Es gibt noch ein paar weitere Worte die er undeutlich oder abgeändert sprechen kann z.B. spielen "Blihii". Die wenigen, die er spricht, sind praktisch immer nur zweisilbige Wörter. Bei dreisilbigen Wörtern hat er Mühe. Bei dreisilbigen Wörtern oder bei einem Satz verdreht er die Wortfolgen, teilweise auch die Buchstaben in einem Wort "mit" -> "tim". Die Diagnose hierfür lautet "Probleme beim Abstraktionsvermögen" und in der Sprachproduktion.
Er will kommunizieren, kann sich aber nicht artikulieren. Ihm fehlen schlichtweg die Worte. Um dies zu kompensieren hat er sich eine Zeichensprache entwickelt (ohne unser dazutun), die ihm eine einfache Kommunikation ermöglicht. Er macht unentwegt Laute, aber unverständlich. Wiederum fällt es ihm leicht, Melodien nachzusummen oder Tierlaute zu imitieren.

Die Ursache für die Störung soll genetischen Ursprungs sein.
Seit er 3 Jahre alt ist -bis dahin wurden wir vertröstet-, musste er diverse Untersuchungen, Hörtests, Entwicklungsuntersuchung (SON-R) und Logopädie (inzwischen 4 Logopäden) über sich ergehen lassen. Das Resultat ist ernüchternd, die Fortschritte sind sehr klein. Er war ein Jahr im Regelkindergarten mit heilpädagogischer Betreuung und ist jetzt in einem Sprachheilkindergarten.

Leider gibt es in unserer Umgebung keine Spezialisten für diese spezielle und seltene Behinderung und wir haben erst letztes Jahr herausgefunden, wie man die Behinderung nennt die unser Sohn hat: "verbale Entwicklungsdyspraxie"

Ein grosses Problem für uns ist: "Wir wissen nicht, wie wir die Behinderung einordnen sollen, wie sich unser Sohn entwickeln wird." Gibt es Kinder die mit diesen Symptomen zu einer normalen Sprache gefunden haben? In welchem Alter? Welches waren die Therapien? Wir schlittern von einer Überraschung in die Nächste. Niemand von den Therapeuten und Ärzten kann eine Aussage treffen und können uns auch keine Angaben über vergleichende Fälle oder Studien geben.
Auch nach unseren Recherchen gibt es nur wenige langzeit Studien und die sind relativ alt. Die meisten brechen ausserdem nach kurzer Zeit ab.

Wir sind dankbar über Erfahrungen Betroffener die ältere Kinder (> 7Jahre) mit denselben Sprachstörungen / Sprachfehlern oder eben einer verbalen Entwicklungsdyspraxie haben, bzw. Jugentliche die zu dieser Gruppe gehören / gehörten. Gibt es Kinder bei denen eine Therapie angesprochen hat und die jetzt "normal" Sprechen können? Wenn ja welche Therpien wurden angewandt, wenn nein, wie hat sich die Behinderung entwickelt ?
Ich weiss, das sind viele Fragen aber wir sind dankbar für jegliche Hinweise.
Danke!

Koni
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BirgitW
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 01:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Koni,

auf die Fragen, die du hast, kann ich dir nicht wirklich Antwort geben. Ich habe auch kein Kind, das aelter als 7 Jahre ist und kann dir auch solche Erfahrungen nicht weitergeben.

ABER, vielleicht kann ich dir doch ein paar Ideen geben, die nuetzlich sein koennten.
Unser kleiner Sohn spricht kein einziges Wort, weil er unglaubliche Probleme mit der Mundmotorik hat. Das ganze hat wohl mehrere Ursachen, aber den genauen Grund?...
- Gabriel hat Wahrnehmungsstoerungen, und das ist selbstverstaendlich ein Problem. Wenn ich ohne hinschauen nicht weiss, wo ein Koerperteil ist, dann wirds schwierig. Denn wie soll ich dann beispielsweise mit der Zunge irgendwelche Uebungen nachahmen koennen, wenn ich nicht wirklich merke, was meine Zunge wirklich tut.
- Gabriel hat als Baby die orale Phase nicht durchgemacht (haengt sicher mit oben zusammen), hatte deswegen eine Sonde, was auch nicht wirklich half, und kann immer noch nicht kauen - das hilft auch nicht. Haengt aber natuerlich alles zusammen.

Das ist in etwa die Problematik, die wir haben. Ich sage jetzt nicht, dass eure aehnlich ist, ich weiss es ja nicht.

Jedenfalls, viel wichtiger, das ist das was wir tun, und vielleicht gibt es da Dinge, die auch deinem Sohn helfen koennten:

- Mundmotorikuebungen: Beissen, Kauen, Floete blasen, im Mund den Mundraum anregen mit Massagen, etc.

- ich mach mit ihm die Padovanuebungen. Es gibt Logopaeden mit Padovan Zusatzausbildung, du kannst auch mal googlen im Internet, und sehen, ob das was fuer euch ist.

- Ich hab jetzt auch angefangen, die Massageuebungen nach Castillo Morales mit ihm zu machen. DAS find ich, hat viel gebracht. Als wir in Oesterreich waren, bin ich 4 Wochen lang 3x die Woche zu einer Logopaedin mit Castillo Morales Ausbildung. Wieder zurueck in Canada begannen wir wieder mit den anderen Mundmotorikuebungen, und ploetzlich kann unser Sohn die Floete spielen!!!!!!!!!!!!! (das hat ein ganzes Jahr Exclamation Exclamation Exclamation gedauert, er hats bisher einfach nicht gscheid gespuert, wie es geht; ploetzlich spuert er es besser, hurraa!!)

- Unsere Logopaedin hin in Canada macht diese Mundmotorikuebungen nach dem Talk Tools Konzept (alle diese Uebungen haben eine Hierarchie, von leicht bis schwer, nur ein Beispiel: die erste Floete geht schon los bei nur ein ganz kleines bisschen blasen, die letzte Floete, puhh, da muss sogar ich voll reinblasen, damit sich was tut) und ausserdem noch PROMPT.

Das koennte ich mir sehr gut vorstellen, dass das was fuer euch waere. Soviel ich weiss hilft das bei Dyspraxia.
Mit ihrer Hilfe kann Gabriel naemlich ein paar Buchstaben sagen. In Deutschland und Oesterreich ist dasselbe Konzept glaub ich als "TAKTKIN" bekannt, wenn ich mich nicht taeusche.
Die Therapeutin hilft dabei dem Kind, indem es ihm mit den Fingern "cues" gibt, hmm, was ist da das richtige deutsche Wort Embarassed. Ein Beispiel veranschaulicht das wahrscheinlich besser:
fuer "m" hilft sie dem Kind mit Zeigefinger und Mittelfinger (flach entlang den Lippen gelegt) den Mund zusammenzuhalten, gleichzeitig haelt sie den Daumen an ein Nasenloch
fuer "b" wieder beide Finger entlang den Lippen, aber indem sie sie nur kurz hinhaelt und dann loslaesst/mit den Fingern "wegspringt" (bin ja ein Laie, und weiss auch nicht, wie ich das besser beschreiben soll) wird dem Kind klar, was es mit den Lippen machen soll fuer ein "b".

Und noch etwas interessantes: ich hab vor ca. 2 jahren ein Buch gekauft "The Late Talker". Sehr gutes Buch, indem folgendes vorgestellt wurde (natuerlich disclaimer, dass es noch zu wenige Studien gibt, aber immerhin gaebe es genug Hinweise, dass sie es den Eltern nicht vorenthalten wollen): Fischoel, oder genauer gesagt Omega-3, -6, -9 Fettsaeuren.
Ist ja nicht wirklich ein Geheimnis, dass diese gut fuer Herz und Gehirn sind... Jedenfalls bekommt Gabriel auch diese Fettsaeuren.

Auch gehen wir mit Gabriel zur Osteopathin, und die behandelt auch den Mundbereich. Ich finde es sehr gut, aber da muss natuerlich auch jeder selbst herausfinden, was er davon haelt.

Hoppla, jetzt haette ich fast was ganz wichtiges vergessen: ihr solltet euren Sohn in seinen Versuchen zu kommunizieren mit Gebaerdensprache unterstuetzen. Es ist echt gar nicht so schwer, "richtige" Gebaerdensprache zu lernen (und das ist auch sinnvoller als erfundene, denn sie wird von mehr Leuten verstanden).
In D gibts diese GuK Karten, aber es wurde ueber unterstuetzte Kommunikation auch schon viel diskutiert. Das ist sicher leicht zu finden.
Unser kleiner Sohn kennt beispielsweise inzwischen ueber 100 Zeichen, und zu seinen Lieblingsgebaerden gehoeren jene fuer die Buchstaben. Beim Zahenputzen muss ich immer das "ABC" Lied singen, und das sagt er mir indem er gebaerdet "A" "B" "C", und das wirklich schnell hintereinander. Die Kleinen sind da fix drauf Wink


Ich hoffe du findest ein paar Ansaezte, die du interessant findest.

Aber ich muss dir leider auch noch sagen: "DIE" Therapie gibt es nicht. Wichtig ist, dass ihr euch genau informiert, viel am Internet lest, andere Eltern fragt (da seid ihr eh schon auf dem besten Weg dazu Laughing ), und dann muesst ihr euch auf was einigen und im Prinzip es einfach ausprobieren. Sehen, was passiert. Ihr findet schon das richtige, nur nicht aufgeben und am Ball bleiben!! Very Happy

Ich wuensch euch viel Erfolg!!

Liebe Gruesse,
Birgit

_________________
Mama von Gabriel (*2002, Sauerstoffmangel waehrend der Geburt; allgemeine Entwicklungsverzoegerung; komplexe Wahrnehmungsstoerung: Magensonde zw. 15 Monaten und 2,5 Jahren; derzeit non-verbal, aber verwendet Gebaerden) und Julian (*2004, gesund) und Florian (*gerade noch 2008 ;o) und ein gesundes, ganz liebes und braves Baby)
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susi15
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 07:45    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Koni, leider kann ich dir deine Fragen auch nicht beantworten. Aber evtl. hat mein Sohn genau dasselbe. Er ist 4 Jahre alt und spricht mal gerade 25-30 Wörter. Meistens alles in Einwortsätzen. Wenn Zweiwortsätze kommen, dann immer nur die selben, wie z. B. Mama auch. Er wurde im SPZ getestet und seine Sprachentwicklung liegt bei 15 Monate. Der Rest, wie Motorik, Geistik und sprachliches Verständnis, liegt nur ein Jahr zurück. Er geht seit einem Jahr in eine integrative Kita, wo er natürlich auch Logo, Ergo und Physio bekommt. Seine Logopädin meinte letztens zu mir, sie vermutet, dass er eine Dyspraxie im Mundraum hätte. Müßte ja eine "verbale Entwicklungsdyspraxie" sein. Naja, ich will das auf jeden fall überprüfen laassen. Allerdings ist der Logopäde vom SPZ gerade in Urlaub, kommt aber nächste Woche wieder und wird dann direkt, für einen Termin, von mir kontaktiert. Das Ärgerliche ist nur: Wir waren anfang August im SPZ zur Entwicklungskontrolle. Dabei waren wir natürlich auch bei dem Logopäden. Ich verstehe nicht, warum er das nicht direkt untersucht hat, nein er hat nur überprüft, auf welchen stand mein Sohn ist, aber nicht, welche Ursache dass evtl. haben könnte. Mad

Gruß Susi

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Susi(28) (im Reha-Chat fabismama81)und Sven(30) mit Fabian(29/09/2003) verbale Entwicklungsdyspraxie (VED), Entwicklungsverzögert und Verdacht auf LRS
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic18393.html
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann Dir direkt nicht weiter helfen, habe aber möglicherweise einen Tipp für Dich: In Niedersachsen gibt es eine sehr gute Kommunikationsklinik, Werscherberg (http://www.klinik-werscherberg.de). Die Anträge für die Reha laufen über die Krankenkasse oder die Rentenversicherung. Es waren schon mehrere Leute aus dem Forum dort, wir haben auch einen Antrag gestellt. Weiterhin kann ich Dir raten, per E-Mail mit dem Zentrum für Sprach- und Entwicklungsförderung in Geesthacht Kontakt aufzunehmen (http://www.zfse.de/). Möglicherweise sind Kinder unter den dort betreuten, die die selbe Diagnose haben oder hatten. Ich kenne ein Kind von dort, das definitiv diese Störung hatte. Vielleicht können Sie Dir per E-Mail ein paar Hinweise geben oder möglicherweise sogar Kontakt zu anderen Betroffenen herstellen. Es ist einen Versuch wert! Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche nach anderen Betroffenen, Barbara
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inkapust
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ist dein Sohn schon auf auditive wahrenhmungsstörungen untersucht worden? Wie ist sein Sprachverständnis?
Andre hat auch lange nicht gesprochen einmal aufgrund der muskulären Hypotonie, hatte er Schwierigkeiten aber nach 5 HNO-Ärzten wurde endlich eine Hörverarbeitungsstörung festgestellt. Nach einer Tomatis-Therapie konnte er seine Sprache und sein Sprachverständnis seinem Entwicklungsstand anpassen. Ich weiß nicht ob es bei euch als Ursache in Frage kommt. Wir brauchten sehr lange für diese Diagnose, weil sein peripheres Gehör immer gut war, im Gegenteil er war sehr geräuschempfindlich, hat auf Sprache aber schlecht reagiert.

Lieb Grüße
Inka

_________________
Andre (14.01.1998) leichte geistige Behinderung, muskuläre Hypotonie, schlechtes Schlaf EEG mit Ospolot eingestellt, V.a. Unspezifisches
Dysmorhiesyndrom, seit 2006 AD(H)S Diagnose
Malina (24.08.2001) bisher normale Entwicklung
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Inok
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen

Danke für die zahlreichen Info's. Ich gehe hier gleich auf alle obigen Beiträge kurz ein.

Birgit: Störungen der Mundmotorik hat unser Sohn ebenfalls (habe ich nicht erwähnt) und diesbezüglich haben wir schon gute Fortschritte gemacht. Er konnte z.B. zu anfangs die Zunge nicht an den Gaumen legen, was wir dann zuhause schlichtweg durch Üben (Zunge mit dem Finger hochheben) in den Griff bekommen haben! In der Logo werden auch Blasübungen und Lautbilder eingesetzt zur Übung der Feinmundmotorik. Die Lautbilder würde ich analog zu den von Dir beschriebenen Fingerfiguren setzen.
Gebärdensprache wird zur Zeit im KIGA nach dem Ansatz von Anita Portmann eingesetzt. Wir haben noch keine Erfahrung / Resultate damit, ich bin aber etwas skeptisch und die Einführung der Gebärdensprache ist auch der Auslöser, dass ich hier nach der Entwicklung von älteren Kindern frage. Die Einführung der Gebärdensprache kann auch eine Resignation/Überforderung des Therapeuten bedeuten!!


Susi: Im SON-R Test wurde eine breitbandige leichte Entwicklungsverzögerung ca -0.5 Jahre mit starkem selektiven Defizit in der Sprachproduktion ca. -2 Jahre festgestellt. Wir haben sehr sehr lange gebraucht bis ein Therapeut uns sagen konnte wie der Fachbegriff für die Behinderung lautet. Die meisten kennen schlichtweg die Symptome nicht bzw. deuten sie falsch.

Barbara: Danke für die Links, ich werde sie kontaktieren.

Inka: Ja wir haben Ihn mehrmals untersuchen lassen, das Sprachverständnis ist soweit ausgebildet, dass er einfache, leise Aufforderungen versteht, auch wenn Störgeräusche vorhanden sind. Aber das Problem ist, dass er abstrakte Aufforderungen nicht interpretieren kann. Ich werde das aber nochmals genauer Beobachten.


Grüsse an alle
Koni
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BirgitW
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Koni,

ihr habt eh schon einiges gemacht, super! Du wirst sehen, solange ihr als Eltern so dahinter seid und mit eurem Sohn taeglich uebt, dann wird er auch ganz gewaltige Spruenge machen! Very Happy

Zu deinen Zweifeln wegen der Gebaerdensprache wollte ich dir folgendes mitgeben: das Einfuehren der Gebaerdensprache ist kein Aufgeben, ganz im Gegenteil. Es gibt genug Studien, die zeigen, dass die Gebaerdensprache die orale Sprachentwicklung foerdert!!! Ich habs bei meinem juengeren Sohn gesehen: als wir die Gebaerdensprache mit Gabriel begannen, da schnappte Julian natuerlich auch einiges auf, und gleichzeitig ist seine orale Sprache und sein Sprachverstaendnis explodiert. Und was kann es praktischeres geben, wenn man eine Milch will und den Mund voll hat... da kann man einfach die Gebaerde fuer Milch machen! Laughing (das macht Julian uebrigens heute noch)

Die Foerderung der Sprache mit Gebaerden geht uebrigens so weit, dass hier in Nordamerika "Baby Sign" Kurse noch und noecher angeboten werden, gerade und insbesondere fuer komplett gesunde Kinder. Es ist aber auch faszinierend, wenn z.b. ein 7 Monate altes Baby "schlafen" gebaerdet, weil es muede ist...

Deswegen: unterstuetz das, es wird deinem Sohn sehr helfen!!

Und wegen der auditiven Wahrnehmungsstoerung, die hier jemand erwaehnt hat. Dem wuerde ich auch nachgehen und das von jemanden ueberpruefen lassen, der sich damit auskennt (ein Experte auf dem Gebiet der sensorischen Integration). Und wenn's nur dazu dient, dass du es ausschliessen kannst. Wink Denn sollte er dieses Problem doch haben, dann ist das nicht gerade foerderlich, und bevor das nicht zumindest ein bisserl im Griff ist, kommt der Rest auch nicht.

Liebe Gruesse,
Birgit

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BeitragVerfasst am: 25.10.2007, 08:14    Titel: Antworten mit Zitat

Inok hat folgendes geschrieben:
Er konnte z.B. zu anfangs die Zunge nicht an den Gaumen legen, was wir dann zuhause schlichtweg durch Üben (Zunge mit dem Finger hochheben) in den Griff bekommen haben! In der Logo werden auch Blasübungen und Lautbilder eingesetzt zur Übung der Feinmundmotorik. Koni



Genau das Problem hat unser Sohn auch. Seine Logopädin versucht dann z.B. mit Leberwurst, seine Zunge jeweils an die Orte (über den Mund und rechts und links vom Mund) zu kriegen.
Sie würd ja auch Eis oder Nutella dafür nehmen, aber mein Sohn ißt beides nicht.

LG Susi

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BeitragVerfasst am: 25.10.2007, 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Koni,
mein Sohn ist zwar auch jünger als deiner, aber das Problem kenne ich auch. Max hat ein sehr gutes Sprachverständnis aber die aktive Sprache will nicht so ganz. Er spricht auch nur einzelne Wörter und da hauptsächlich Nomen und Namen und er geht auch nicht über zwei Silben hinaus. Zwei-Wort-Sätze oder Drei-Wort-Sätze sind eher im Stil eines 18 Monatigen.
Uns kann auch kein Arzt oder Therapeut sagen, ob er jemals richtig sprechen wird.
Max hat auch manche Gebärden, die er sich selber ausgedacht hat und wir arbeiten stark mit den GuK-Karten. Wie auch schon Birgit gesagt hat, die Kinder lernen über die Gebärden auch sprechen. Bei Max gibt es schon einige GuK-Karten, die ich schon auf die Seite legen kann, da er nun auch das Wort sprechen kann.
Es ist für unsere Kinder sehr wichtig, dass sie mit allen Sinnen "sprechen". Die Motorik ist unheimlich wichtig, um sprechen zu lernen.

Wisst ihr denn schon, auf welche Schule dein Sohn gehen soll?
Denn mit dieser Frage beschäftigen wir uns auch gerade, da ich eine geeignete SVE für das kommende Schuljahr suche.

LG
Barbara

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Max, *1-2003, Polymicrogyrie links mit daraus resultierender Hemiparese rechts und fokale Epilepsie, rezeptive und expressive Sprachentwicklungsstörung
Carla-Maria *3-2000, 36 SW.; 1930g, 44cm - ADHS
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susi15
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BeitragVerfasst am: 25.10.2007, 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maximama,
wir sind natürlich auch am überlegen, auf welche Schule unser Sohn gehen soll. Vielleicht wäre eine Sprachheilschule oder eine Schule für Taubstumme nicht verkehrt. Bei der Taubstummenschule würde er natürlich direkt die Gestensprache lernen und das wäre evtl. gar nicht so verkehrt, weil uns im Moment ja noch keiner sagen kann, ob unser Sohn jemals richtig sprechen lernen wird.

LG Susi

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