Verfasst am: 22.10.2007, 14:01 Titel: Frage zu Linkshändigkeit
Hallo zusammen,
unser Sohnemann (5 Jahre und 5 Monate) macht von Anfang an, alles beidhändig. Meiner meinung nach war er früher mehr linksbelastet, dannn etwas mehr rechts und jetzt "ertappe" ich ihn ganz oft bei feinmotorischen Sachen (z.B. Bügelperlen) mit der linken Hand. Den Stift führt er meist aber rechts.
Nun habe ich mal bei G. Jauch nen test gesehen, wie man die Händigkeit feststellen kann (z.B. mit eben diesen Perlen). Dort würde er glatt als Linkshänder durchgehen.
Ich vermute mal, dass er sich bei den anderen kindern die rechte Hand abgeschaut hat und die erzieher wohl auch eher dahin tendieren. Ich bin jetzt etwas unschlüssig, ob ich ihn auf links "trimmen (bitte das Wort nicht falsch verstehen, mir fiel kein besseres ein!!!)" soll und auch die Erzieher in Kita und FF darum bitten soll?
Leider gibt es hier nicht sowas wie ne Linkshänderberatung oder so und die Ergo kann dazu auch nichts sagen. Wir sollen noch abwarten.
Im Hinblick auf die im nächsten Sommer losgehende Schule, würde ich aber schon gern, dass er sich langsam festlegt. Wenn man ihn fragt, meint er, er macht alles mit beiden Händen, mal so mal so.
Was meint ihr dazu? Bin für jeden Rat dankbar!
VG Fibi _________________ Fibi (*69), Papa(*65) und Sohn (*05/02); Frühchen 34.SSW--> mit mittelgradiger SH bds. versorgt mit HG's, schwacher Muskeltonus, Hauptbronchusstenose li., Vorhofseptumaneurysma, Skoliose, AD(H)S und überdurchschnittliche Begabung, Störung im Sozialverhalten, ND
Hallo Fibi,
unser Sohn ist auch "beidhändig". Er hat aber von Anfang an mit der linken Hand gemalt oder geschrieben. Werfen tut er mit der rechten Hand, genauso wie er auch die Computermaus mit rechts bedient. Essen tut er mit links.
Wir haben Lars nie irgendwelche Vorgaben gemacht, das hat er alles für sich entschieden. Hauptsache er fühlte sich wohl.
Allerdings bekommt Lars Ergo, weil er schlecht "über kreuz" arbeitet und auch ein schlechtes Gleichgewichtsgefühl hat.
Ich würde es Deinen Sohn einfach ausprobieren lassen. Spätestens in der Schule wird er mit der Hand schreiben, die für ihn am bequemsten ist. Mach Dir deshalb bloß nicht zu viele Gedanken, Dein Sohn macht es bestimmt richtig!
LG Heike _________________ Heike (02/68)mit Lars (06/97), Asperger Autist
wir hatten das gleiche "Problem". Meine Schwiegermutter (umerzogene Linkshänderin) sah sofort die Linkshändigkeit, obwohl er zu der Zeit eher beide Seiten abwechselnd ausprobierte. Ich (Rechtshänderin) sprach darauf hin mit der Dame von der Frühförderstelle, da mir die typischen Probleme des Linkhänders ja unbekannt waren und die meinte auch, er wäre momentan noch "beidhändig" und nicht auf eine Hand festgelegt. Wir sollten ihm z.B. die Malstifte in die Mitte legen, so dass er sowohl mit rechts als auch links den gleichen Weg zurücklegen muss. Das haben wir dann getan und zwischenzeitlich ist er definitiv Rechtshänder und probiert nur ab und zu mal aus, was/wie's mit links ist (zumeist wenn er diesbezüglich was gesehen hat).
Ich würd ihm einfach die Zeit geben, die er zum testen braucht. Beeinflussen kannst/willst Du es ja ohnehin nicht.
Ich habe z.B. heute noch die Marotte, das Glas/die Tasse im Vergleich zum Rest der Welt auf der linken Seite zu wollen und grundsätzlich auch mit links trinkt sowie mit links die Haare dreht, während sie gleichzeitig mit rechts schreibt .
also Experte bin ich dafür leider auch nicht, habe aber eine Tochter, bald 5, die sich auch nicht entscheiden kann.
Ich lasse es erstmal noch auf uns zukommen.
Wenn die Schule dann näher rückt und sie weiterhin mit links malt, werde ich einen Füller für Linkshänder kaufen und den Rest kann die Schule erledigen.
Nicht falsch verstehen, ich habe es ihr auch schon oft erklärt, aber sie kann sich nicht entscheiden und ich werde ihr da nicht rein reden.
Wenn es dann ans Schreiben geht, wird sie sich sicher entscheiden müssen...!?
Wenn sie jetzt ihren NAmen schreibt, ist es oft noch Spiegelverkehrt oder auf Kopf....nur ich finde dieses Experimentieren wichtig und gut.
LG Jessika _________________ Jessika (32), Frank (35), Anna Julie 9 Jahre und unser Fynn *01. Mai 2006 Down Syndrom
kann nur abraten vom umerziehen egal in welche Richtung.
Mein Ältester schreibt links macht sonst alles rechts.
mein Zweiter macht alles links,
Mama macht alles links nur schreiben rechts ( durch damalige umerziehung was heute noch ein prob ist, wobei ich kann mit beiden händen schreiben
Völlig egal mit welcher Hand er was macht, ich mach wie gesagt alles links und hab nicht ein einziges Utensiel für Linkshänder , es geht alles mit links.
komischerweise hatte neulich jemand geschrieben das dies bei Scheren nicht so ist, ich hab bisher in den ganzen Jahrzehnten noch nie eine Schere erwischt mit der ich nicht links schneiden konnte.
Fazit: lass es ihn machen wie er das denkt - macht er schon intuitiv richtig
ich selbst bin auch Linkshänder.
Bitte laß Deinem Sohn für die feinmotorischen Dinge die linke Hand nehmen.
Ich bin in der Schule vor 30 Jahren auf rechts getrimmt worden.
Da tut meiner Schrift heute gar nicht gut.
solange keine Umerziehung auf die rechte Hand erfolgt, würde ich ihn auch erst mal machen lassen. Ich bin Linkshänderin durch und durch, sollte aber auf rechts umerzogen werden. Darauf reagiert das Gehirn nicht so gut. Was man jedoch bedenken sollte: bei einer unklaren Händigkeit kann es zu Schulproblemen verschiedener Ausmaße kommen. Vielleicht hat sich das Problem bis dahin aber auch schon von selbst gelöst .
lg. Birgit _________________ Christopher*08/00 Microcephalus, Intelligenzminderung, Asperger Syndrom, u.a.
Tobias*11/02 ein paar "Kleinigkeiten"
da ich in meiner Familie 1,5 Linkshänder habe (mein älterer Sohn ist eindeutiger Linkshänder, der jüngere auch "Beidhänder"), habe ich mich auch mit dieser "Problematik" befassen müssen. Geholfen haben mir dabei zwei Bücher:
Sattler: "Das linkshändige Kind in der Grundschule" (ISBN 3-403-02532-2)
Weber: "Linkshändige Kinder richtig fördern" (ISBN 3-497-01729-9)
Frau Weber schreibt zum instabilen Handgebrauch (so der Fachbegriff), das dies ein Ausdruck der Entwicklungsverzögerung sein kann. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Kind ohne Entwicklungsverzögerungen sich auf eine Hand spezialisiert, tut es das Kind mit Entwicklungsverzögerung NOCH nicht.
Deshalb wird in beiden Büchern gesagt, dass der effektivste Weg zur Spezialisierung einer Hand eine Intensivierung der Entwicklungsförderung sei. Aber ich denke, das werdet ihr auch ohne diese Information schon tun.
Vielleicht kann die Ergotherapeutin Franz in einigen Therapiestunden filmen und dabei die Benutzung der Hände in verschiedenen Situationen analysieren. Das gibt vielleicht schon einige Anhaltspunkte. Diese Ergebnisse kann sie dann in ihre Arbeit einbauen.
Wichtig ist, dass, wie schon von Sandra geschrieben, die Gegenständ immer von der Mitte her gereicht werden, damit Kinder, die ein "Über-die-Mitte-Greifen" noch nicht mögen, nicht in eine falsche Richtung gepolt werden. Diesen Ratschlag sollten auch die Erzieher im Kindergarten beherzigen.
Wenn das alles noch keine verwertbaren Ergebnisse bringt, gibt es noch die Möglichkeit, die telefonischen Linkshändersprechstunden zu nutzen. Frau Sattler hatte früher mal eine, ob es die noch gibt, weiß ich leider nicht. Dort kann man euch auch sagen, wo es die nächst erreichbare Sprechstunde gibt. Eine Entscheidung sollte in jedem Fall VOR der Einschulung allen, weil es sonst zu (ungewollten) Händigkeits-Umschulungen kommen kann
Viele Grüße _________________ Kaja mit Sohn (2003) - Mikrodeletion 8p23.1 (u. a. Herzrhythmusstörung, Epilepsie, Apnoen (Monitor), Entwicklungstörung im motorischen und sprachlichen Bereich), hochgradige Schwerhörigkeit, HFA, div. Nahrungsmittelallergien, ehemaliges Frühgeborenes (30. SSW)
erst einmal ganz leiben Dank für eure Tipps. Ich will ihn ja nicht in irgend eine Richtung Umerziehen, ich versuche aber zu vbermeiden, dass er aus Unwissenheit vom Links- zum Rechtshänder mutiert.
Au´f jeden Fall werde ich mit der Ergotherapeutin und auch den Erzieherinnen nochmal reden.
@Kaja: Mensch Kaja, du hast ja wohl echt in jeder Lebenslage Hilfe parat . Vielen lieben Dank! Werde mir die Bücher besorgen. Ist bei dem Angebot ja immer schwierig, dass passende zu finden. Da ist es immer schön, wenn schon jemand Erfahrungen hat.
Habt ihr eure Kinder auch irgendwie "getestet" insbesondere den kleinen?
LG fibi _________________ Fibi (*69), Papa(*65) und Sohn (*05/02); Frühchen 34.SSW--> mit mittelgradiger SH bds. versorgt mit HG's, schwacher Muskeltonus, Hauptbronchusstenose li., Vorhofseptumaneurysma, Skoliose, AD(H)S und überdurchschnittliche Begabung, Störung im Sozialverhalten, ND
Bei mir ist es so, daß ich auch mit links alles mache, außer die PC-Maus zu bewegen. Die bediene ich mit rechts, wahrscheinlich, weil ein PC so eingerichtet wird. Ich habe es mal mit links probiert, das kam mir komisch vor. Der Rest, wie gesagt, alles mit links: Essen, Trinken, Schreiben. Bei mir liegt es aber an der Spastik, die rechts stärker ausgeprägt ist als links. Meine Eltern waren Anfang der 90er Jahre mal in Paris mit mir zur Tomatis-Therapie, dort wurde festgestellt, daß ich Rechtshänder wäre, hätte ich die Spastik nicht.
Mein Vater ist ein umgetrimmter Linkshänder, kann beidseitig schreiben, welche Hand er bevorzugt, bin ich mir gerade unsicher.
Meine Tochter ist eindeutig Rechtshänderin, wenn sie bei mir die linke Hand beim Essen sieht, will sie es testen, was nicht so gut geht. Dann sage ich, sie soll den Löffel rechts halten, was sie dann auch macht.
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