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Rechtschreibung ist nicht mehr gefragt....
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Ilse B.
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BeitragVerfasst am: 18.10.2007, 18:40    Titel: Rechtschreibung ist nicht mehr gefragt.... Antworten mit Zitat

Hallo, ich habe einen 11jährigen Sohn, der auf die Realschule geht. Er hat seinen Weg gemacht, war auf der Sprachheilschule und dann auf der Grundschule. Er ist ein Ass in Rechtschreibung und es tut mir immer leid zu sehen, dass die Rechtschreibung heute im Deutschunterricht so wenig wert ist, nämlich nur 10 Prozent der Note ausmachen. In seiner Klasse ragt er was das angeht, heraus. Manche der Kinder hatten in der Rechtschreibung eine 6, andere eine 5.
Es frustriert ihn, dass er mit gutem Ausdruck (40%) und guter Rechtschreibung (10%) seine Noten nicht anheben kann. Das ist zwar toll für Legastheniker, aber eben nicht für ihn. Wem geht es auch so? LG
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Andrea1972
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BeitragVerfasst am: 18.10.2007, 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ilse,

Anna ging bis vor den Ferien auch in eine Realschule.
Dort wir SEHR grossen Wert auf die Rechtschreibung gelegt.

Z.B. in Aufsätzen dürfen nicht mehr als 4 Fehler sein,sind es 5 Fehler und mehr gibt es eine ganze Note schlechter.

Jetzt auf der Hauptschule wird auch sehr viel Wert auf die Rechtschreibung gelegt.
Ich persönlich finde es schon wichtig das man darauf achtet.

LG
Andrea

_________________
Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,10,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta

Bin freundlich..merkt nur keiner...
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Andrea5
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BeitragVerfasst am: 18.10.2007, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ilse,

bei uns in der 3. Grundschulklasse ist es genauso. Rechtschreibung nimmt
nur einen kleinen Bruchteil der Zensuren ein, so sagt es Jan seine
Klassenlehrerin. Ob das so gut ist, bezweifel ich. Was wird sein, wenn
ein jugendlicher Erwachsener einen Ausbildungsberuf ergreift, da
wo Wort und Schrift verlangt wird? Viele Ausbildungsbetriebe klagen
ja darüber, daß Bewerber immer weniger Allgemeinbildung aufweisen.

Wo wird Deutschland mit seiner Schulbildung bloß hingehen?

Lieber Gruß
Andrea
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ritap
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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Traurig, aber wahr. Seit der Rechtschreibreform macht jeder den Kram so, wie er will. Ich hab manchmal den Eindruck, dass sogar die Lehrer nicht mehr genau wissen, wie was geschrieben wird.

Mußt halt ne Tüte Deutsch kaufen, hat mir auch gehelft!
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Ursula M.
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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, Rechtschreibung ist nicht mehr in. Die Klassenlehrerin meines zweitältesten Sohnes sagte uns Eltern am ersten Elternabend, wir sollten bitte keine Rechtschreibung mit unseren Kindern üben, die Rechtschreibung kommt von ganz allein! Ich genieße diese Dame jetzt als Lehrerin bei meinem dritten Kind und lege mich da immer wieder mit ihr an, da ich bei diesem Kind von Beginn an darauf achte, dass er die Wörter richtig schreibt. Mein älterer Sohn übt jetzt sehr intensiv Rechtschreibung, da das auf dem Gymnasium natürlich gefordert wird. Ach so, er hat mit einer eins in Rechtschreibung die Grundschule beendet, das glaubt ihm auf dem Gymnasium niemand.
Ich finde es so traurig, dass im Schulbereich - und da besonders in den Grundschulen - ständig irgendwelche neuen Erkenntnisse an den Kindern ausprobiert werden. Ständig gibt es neue Methoden, neue Bücher, immer ist es das Neueste vom Neuesten. Und natürlich immer viel besser als Alles, was jemals dagewesen ist. Komisch, früher haben die Kinder die Rechtschreibung besser beherrscht. Waren die alten Methoden nicht vielleicht doch besser? In der Medizin dürfen neue Medikamente nicht so einfach ohne Prüfung auf den Markt geworfen werden - zum Glück.

Ich oute mich jetzt mal auch als Grundschullehrerin (zur Zeit nicht im Dienst). Aber auf der neuesten Methodenwelle, von der man nicht weiß, wohin sie führt, wollte ich und will ich auch in Zukunft nicht mitschwimmen.

Noch etwas: Ich kenne sehr viele Grundschullehrer, die selber keine Kinder haben. Vielleicht leben die zu weit abseits von der Lebenswirklichkeit. Denn immer das zu Hause aufzuarbeiten, was die Schule verpasst hat, dient nicht wirklich dem Familienfrieden.

VG Ursula
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Ilse B.
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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula, da bin ich ja beruhigt, dass Fachleute das genauso sehen. Meine Schwägerin ist Grundschullehrerin, die hat neulich auch erzählt, dass inzwischen viele Lehrer keine eigenen Kinder mehr haben weil die "zu teuer" wären.
Besonders ärgerlich finde ich dieses Verfahren, bei dem Kinder erst schreiben sollen, wie sie es hören und dann, in der 3.Klasse kommt plötzlich der große Hammer, wird alles angestrichen.
Unser Sohn war 7 (!) Jahre bei einer Logopädin, hat Rechtschreibung von der Pike auf gelernt. Und selbst die hat, wenn er Texte schrieb, immer gefragt, ob man es denn so schreibt. Deshalb ist er eben in Rechtschreibung so sicher.
Inhalt 3, Rechtschreibung 2 und Ausdruck 2 macht insgesamt 3. Das fand er richtig blöd, obwohl eben eine 3 auch noch eine gute Note ist. Er sah aber nun die 2en und war enttäuscht, obwohl ich ihn gelobt habe. Und dann versuch mal, ihm zu sagen, dass er sich (der sehr ehrgeizig ist) daraus nichts machen soll. LG
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kachiya
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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

auch ich habe trotz eines noch nicht schulpflichtigen Kindes bemerkt, dass Rechtschreibung und auch Grammatik in den Schulen nicht mehr so wichtig zu sein scheint. In der KITA meines Sohnes sind immer Praktikanten der pädagogischen Fachschule. Für die Ausbildung zum Erzieher ist mind. ein Realschulabschluss erforderlich. Die neue Praktikantin hat sich auf einem Plakat den Eltern vorgestellt. Ihr Text hatte so viele Fehler im Bereich Grammatik und Rechtschreibung, dass ich wirklich froh bin, dass meinem Sohn in der KITA kein Schriftdeutsch beigebracht wird. Auch die meisten anderen Erzieher haben klare Schwächen im Bereich Rechtschreibung.
Arbeitskollegen mit älteren Kindern haben mir berichtet, dass ab der 7. Klasse in Aufsätzen die Rechtschreibung nicht mehr in die Bewertung mit einfließt. So ist es ja klar, dass die Schüler sich in diesem Bereich nicht entwickeln können, wenn sie feststellen, dass es egal ist, wie sie schreiben. Auch viele Erwachsene können ohnehin nicht mehr richtig schreiben, ob das ein Ergebnis der neuen Rechtschreibung ist weiß ich nicht. Ich habe auch oft Probleme damit und muss dann nachgucken und schreibe wohl auch oft mal was falsch. Ich hatte eigentlich gehofft, das ich dann mit meinem Sohn dann in drei Jahren zusammen alles noch einmal lernen kann. Hoffentlich wird das was.

LG,

_________________
Katja mit Sohn (*01/04, zart, klein und nicht so stark wie andere Kinder)
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Diana-Therese
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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, bei uns auf dem Gymnasium wird sehr auf die Rechtschreibung geachtet!! Auch in den Nebenfächern. Unser Nils hat LRS und es ist für ihn verdammt schwer das alles immer hinzubekommen!! Er bekommt schon seit Jahren LRS-Förderung. Er schreibt Arbeiten die vom Inhalt, Grammatik usw super sind, nur halt die Fehler. In der Grundschule haben die Kinder aber auch nicht so die Regeln gelernt wie bei dieser Förderung. Bei unserem großen und der kleinen werden die Fehler aber mit einbezogen.

L.G. Diana-Therese
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Ilse B.
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BeitragVerfasst am: 20.10.2007, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana-Therese, darum ging es mir auch nicht. Klar, wenn Dein Sohn eine anerkannte LRS hat, muss das berücksichtigt werden, gar keine Frage. Aber wenn es nun mal die besondere Stärke eines Kindes ist, fast fehlerfrei zu schreiben, sollte das auch anerkannt werden. Mein Sohn aber sagte es mir gestern noch einmal, dass er sich schlecht behandelt fühlt, wenn es nicht anerkannt wird.
Klar, der Rektor hatte bei der Vorstellung seiner Schule auch gesagt, dass Rechtschreibung bei ihnen einen besondere Rolle spielt. Aber nach dieser Arbeit kann ich das so nicht sagen. Unser Sohn ist so ein kleiner Perfektionist und sehr ehrgeizig. Er hat in anderen Bereichen Schwächen, so z.B. im sozialen Umgang miteinander. Deshalb ist es ja für ihn so wichtig dass das, was gut ist, auch anerkannt wird.
Er erlebt es jetzt seit zwei Jahren, dass seine Schulleistungen (obwohl er in der GS fast dieselben Noten schrieb wie Gymkinder) nicht richtig anerkannt werden. Angeblich hat er sich - laut Klassenlehrer damals- aktiv im Unterricht beteiligt, aber hat dann doch die Noten bekommen (und sogar noch eins schlechter) die er in den Tests hatte. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie deprimierend es für ein Kind ist, wenn ihm das immer wieder passiert. Irgendwann heißt es dann: "Warum strenge ich mich überhaupt noch an?" LG
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Lois
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BeitragVerfasst am: 21.10.2007, 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich halte es für Quatsch, dass "die richtige Rechtschreibung von alleine kommt". Das, was amn als erstes lernt prägt sich meiner Meinung nach auch am intensivsten ein- und komisch auch, dass die meisten, die nach dem "alt hergebrachten" System gedlernt haben eine meist gute Rechtschreibung haben, viele Jugendliche (auch bei solchen, die ein Gymnasium besuchen) aber eine haben, die man nur noch als gruselig beschreiben kann.

Ich lege auch Wert auf richtige Rechtschreibung, mein Großer (Regelgrundschule) hat aber immerhin das Glück, dass schon Ende der 1. Klasse damit begonnen wurde und jetzt in der 2. Klasse schon ein Hauptaugenmerk darauf liegt.

LG,
Lois
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