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Verfasst am: 28.09.2007, 11:47 Titel: Integrativ oder Förderschule?
Hallo,
der Nils muss im November zur Schule angemeldet werden. Ich weiß das das Schulamt aufgrund des Sonderpädagogischen Bedarfes die Schulform vorschlägt bzw. bestimmt. Soviel ich weiss haben die Eltern aber trotzdem an Anhörungs bzw. Mitbestimmungsrecht.
Wir sind uns zur Zeit ziemlich unsicher ob eine integrative Einschulung oder eine Förderschule besser ist. Werden die Kinder in der Förderschulen wirklich mehr gefördert??
Der Nils geht zur Zeit in einen "normalen" KiGa in dem er auch gut klarkommt. Er bekommt Logo und Frühförderung ausserhalb des KiGa. Da er eine geringe Frusttoleranzgrenze hat bin ich mir nicht sicher ob ich ihm mit der Int. Sch. einen gefallen tue. Er hat mit der Gruppengröße und dem KiGa-ablauf kein Problem.
Gehen die Kinder automatisch Ganztags in die Förderschule (so wie im Heilpädagogischen KiGa) Oder findet hier der Unterricht auch nur Vormittags statt.
Dazu kommt noch das unsere örtliche Förder Lernen Schule seit geraumer Zeit umgebaut wird und der Unterricht noch mindestens zwei Jahre in Behelfsunterkünften stattfindet.
Kann mir jemand sagen ob man ein Kind auch in einer anderen Schule als in der örtlichen Förderschule anmelden kann.?
Fragen über Fragen. Ich finde die Entscheidung leider mal wieder ziemlich schwierig.
bei uns ist es so,daß man die Kinder auf der zuständigen Regelgrundschule anmelden muß!Dort muß man dann gleichzeitig den Antrag auf "gemeinsamen Unterricht stellen"(wenn man dies in betracht zieht)!
Dies hängt dann von einem Schulpsychologen ab der dann sonderpädagogische Förderung feststellt oder auch nicht!Dieser erstellt dann ein AOSF(schulpsychologisches Gutachten),und empfielt dann die für ihn in Frage kommende Schulform!
Meiner Erfahrung nach, hängt viel an diesem Gutachten,ich meine das Schulamt entscheidet nach dem AOSF.
Aber ich bin da nicht so der Experte,berichte nur über meine Erfahrung!
Wenn das Schulamt denn das Gutachten auch liest
Bei uns kam von allen Seiten KB-Schule *wollten wir auch* und was entscheidet das Schulamt ? GB Die haben aber ein Tänzchen mitgemacht. Ging sogar ein Widerspruch von den Gutachtern zum Schulamt
Ihr solltet Euch schon im klaren sein, welche Schule Ihr wollt und notfalls in den Widerspruch gehen.
Wir sind mit unerer Entscheidung für die KB sehr zufrieden. Ich könnte mir im mom für Claus keine bessere SChule vorstellen.
@Ellen: ich habe so etwas auch schon gehört...ich sprach ja auch von dem richtigen normalen Weg!Es ist schon sehr fraglich, wie unterschiedlich es gehandhabt wird Und vor allen Dingen muß man hartnäckig bleiben,daß sieht man ja mal wieder an deinem Erfolg
Ich kenne deinen Sohn nicht und kann nicht beurteilen welche Schulform die beste für ihn wäre, aber meine allgemeine Meinung ist, dass ich nur bedingt "Integrationsfan" bin.
Behinderung und Behinderung sind 2 Paar Schuhe und man sollte von daher individuell schauen wo Integration hilfreich ist und wo nicht!
In Förderschulen sind Kinder mit Behinderungen zwar nur "unter sich" und in einem geschützen Rahmen, aber ich denke dass das auch ein Gefühl von Nicht-allein-sein und Gemeinschaft fördern kann. Sie sehen, dass es auch andere Kinder gibt die im Rollstuhl sitzen, die nicht reden können, die Anfälle haben, die anderst aussehen usw.
In der Integrationsschule sehen sie fast nur die gesunden Kinder, die ja meistens "besser" sind, das kann natürlich auch motivierend sein, aber vielleicht auch zu Komplexen führen.
Außerdem muss man sich die Frage stellen wie es mit den Therapiemöglichkeiten aussieht. Ich habe noch nie in einer I-Schule gearbeitet, aber ich bezweifle, dass Unterricht wie Logopädie, Hippotherapie, KG, Schwimmen, Musiktherapie etc. auf den Stundenplänen stehen und dort gut ausgestattete und ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.
Für Kinder die relativ "fit" sind und die viel durch Nachahmung lernen finde ich Integration allerdings eine tolle Sache.
Ich selber bin mit behinderten Kindern aufgewachsen und kann sagen dass ich nur davon profitiert habe.
Die Kinder können gegenseitig etwas voneinander lernen, das ist eine tolle Sache von der "beide Seiten" etwas haben.
Ich persönlich arbeite lieber in der Betreuung und Pflege von Schwerstbehinderten Kindern.
Als mögliches Arbeitsfeld betrachtet wären Integrationseinrichtungen nichts für mich.
Schönes Wochenende an alle und lg,
...Saskia... _________________ Saskia, 22 Jahre alt, staatlich anerkannte Sozialassistentin und Heilerziehungspflegerin.
Bin in einer Schule mit dem Schwerpunkt der körperlichen und motorischen Entwicklung tätig.
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Verfasst am: 28.09.2007, 17:06 Titel:
Danke für Eure Antworten.
Zitat:
In der Integrationsschule sehen sie fast nur die gesunden Kinder, die ja meistens "besser" sind, das kann natürlich auch motivierend sein, aber vielleicht auch zu Komplexen führen.
Das Problem ist das wir das z. Zt. leider überhaupt nicht einschätzen können. Im KiGa hat er sehr von den "normalen" Kindern profitiert. Aber ich denke das das auf der Schule auf einer ganz anderen ebene abläuft. Dadurch das im KiGa Kinder von 3 - 6 sind fällt es sicherlich nicht so auf, alls wenn alle andern Kinder Lesen lernen und er noch nicht. Bei den kleinen wöchentlichen "Hausaufgaben" der Frühförderung ist es nur schon jedesmal ein ziemlicher Angang das er überhaupt bereit ist, diese zu machen und wenn er merkt er kann es nicht, hört er sofort auf.
Leider ist es im Moment ziemlich schwer abzuschätzen wie fit er ist. An den einem Tag kann er Dinge die er am nächsten Tag nicht mehr kann. Weder die Frühförderung noch das SPZ möchten zur Zeit eine Empfehlung abgeben. Sie haben uns geraten alle drei Schulen anzusehen. (intgr., FG und FL). Das SPZ wird im Februar einen erneuten Test zur Absicherung durchführen. Ich habe die Befürchtung das er bei der ganzen Schultesterei mal wieder dicht macht und nicht mehr mitarbeitet.
Bei der KiGa-Wahl hatte ich noch die Hoffnung das sich die Verzögerung angleicht, mittlerweile zeichnet sich aber ab, das das vermutlich nicht der Fall sein wird.
könnt Ihr ihn nicht zurückstellen und an der Förderschule ein Jahr in die SVE geben Erstens hat er dann noch ein Jahr Zeit sich zu entwickeln , außerdem sehen ihn seine Lehrer über ein ganzes Jahr . Danach lässt sich sicher besser einschätzen was für Nils das beste ist . Die Lehrer beurteilen die Kinder nach meiner Erfahrung sehr treffend und liegen meist richtig mit ihrer Beurteilung.
Wir hatten Fabian auch an der SVE und anschließend im Förderzentrum , wir sind mit unserer Schule sehr zufrieden und Fabian hat dort sehr gute Lernfortschritte gemacht.
Aufgrund sehr engagierter Lehrer haben die Kinder dort ein sehr umfangreiches , interessantes und anregendes Lernfeld (z.B. regelm. Schwimmuntericht bis alle das Seepferdchen hatten , Blockflöte (arme Lehrer),Inline-Kurse, ab Nov. Schlittschuh laufen , Trommelkurs , Koch / Backtage , Ausflüge zur Polizei , Rotem Kreuz , Altersheim... , Museumsbesuche , Projektunterricht uvm. )
Das wäre an einer Regelschule nie möglich , außerdem wird der Grundschulstoff dort wesentlich gründlicher erarbeitet . Sogar Fabians großer Bruder ( 5.Kl. Realschule ) meinte unlängst : Gott sei Dank bin ich nicht an Fabians Schule , da müsst ich ja viel mehr lernen
Auch die Kinder an Fabians Schule sind alle ganz nett und überhaupt ist die Schule toll !!! Also nicht jede Förderschule ist gleich soooo schrecklich wie manchmal in der Öffentlichkeit verschrien !!!!
Ich bereue keine Sekunde das mein Sohn an eine Förderschule geht , so happy wie er momentan ist und die gewaltigen Fortschritte die er gemacht hat sind echt unglaublich . Natürlich würde ich mich freuen wenn er es dann irgendwann zurück an eine Regelschule schafft , aber gerne lasse ich ihn noch eine Weile in diesem geschützten Rahmen und dann sehen wir wie es weitergeht.
Manchmal entwickeln sich die Dinge , anders als erwartet , mal positiv , mal negativ aber man muss halt trotzdem immer durch !
Ich hoffe Ihr findet den besten Weg für Euer Kind , viel Glück Petra
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Verfasst am: 28.09.2007, 18:59 Titel:
Hallo,
SVE?? Ist das eine Art Vorschulklasse in der Förderschule?? Kenn ich gar nicht. Hört sich aber sehr interessant an und wäre in unserem Fall sicherlich genau das Richtige. Ist das eine "richtige" Rückstellung oder wird das Kind dafür ganz normal an der Förderschule angemeldet ? Ein Rückstellung (ein Jahr länger im KiGa) sah das SPZ leider als nicht sinnvoll an. Ich muss mich mal erkundigen ob es das bei uns auch gibt.
Eure Förderschule hört sich toll an. Leider hat unsere keinen guten Ruf und ist auch nicht so engagiert. Was aufgrund der derzeitigen Unterbringung in Behelfsunterkünften auch sicherlich schwierig ist. Der Umzug in das neue Gebäude soll erst in zwei Jahren stattfinden und wurde aufgrund div. Schwierigkeiten auch schon mehrfach verschoben.
LG
Sabine _________________ Sabine mit Arne (09/99) und Nils (11/01 Wahrnehmungsstörung, leichte geistige Behinderung nach perinataler Reanimation)
ja das ist eine sogenannte Schulvorbereitende Einrichtung , d.h. dort sind nur Vorschulkinder oder zurückgestellte Kinder . Der Ablauf dort ist wesentlich straffer als im Kindergarten organisiert , es gibt zwar auch Freispielzeiten , ein Großteil der Zeit ist aber auch die sog. Freiarbeit , dort müssen die Kids spezielle Arbeitsaufträge selbständig erarbeiten z.B. mini-Lük , Logico ,Arbeitsblätter etc.
Die Kinder haben Wochenpläne und müssen alle Arbeiten bis zum Ende der Woche erledigen . Natürlich gibt es auch den Stuhlkreis , bei dem div. Themen erarbeitet werden. Außerdem gehört die SVE als spezielle Fördermaßnahme zum Schulsystem und ist daher Gebührenfrei.
Wenn du noch mehr wissen willst schreib mir halt eine PN , dann kann ich deine Fragen vielleicht genauer beantworten.
Eigentlich sollte Euer SPZ aber wissen , dass es SVE's gibt und euch vielleicht drauf hinweisen.
Also dann ciao-ciao Petra
Wie wäre es denn mit einer Sprachheilschule für Dein Kind? Deiner Vorstellung nach könnte das sehr gut passen.
Mein Sohn besucht ne Förderschule Lernen, und mit der Lösung sind wir recht glücklich. Er hat Halbtagsunterricht, die Klassen sind kleiner (max. 14 Kinder), in Mathe und Deutsch gibt es eine klassenübergreifende Einstufung nach Können und Leistungsfähigkeit, und die Lehrer sind speziell geschult, um mit Kindern mit Problematik umzugehen.
Integrativplatz könnte ich mir für ihn nicht vorstellen, überhaupt ist der ganze Integrationsunterricht an der benachbarten Grundschule ein ziemlicher Witz. Es mag gute Beispiele für integrativen Unterricht geben. Aber ich kenn nur Negativbeispiele. Die besonderen Kinder sind ja immer diejenigen, die auffallen, nicht einer von vielen, der einfach ganz (un-)normal sind. Und nach der 4. Klasse ist sowieso meist Schluß mit Integration. Warum dann nicht von Anfang an eine Schule suchen, die besser passt?
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