Verfasst am: 26.09.2007, 13:31 Titel: Anna Migusch, Ausgrenzung
Hallo zusammen,
Userin "Anetteb" möchte das Buch von Anna Migusch "Ausgrenzung" vorstellen.
"Es ist ein fiktiver Roman, doch die Autorin beschreibt die Gefühle der Mutter mit einer sensiblen Intensität, als hätte sie das alles selber durchlebt. Vielleicht ist sie aber auch nur eine geniale Schrifstellerin und zudem noch eine perfekte Beobachterin und Menschenkennerin. Ich konnte mich sehr gut mit Marta identifizieren. Am Ende bleiben doch nur immer wieder zwei übrig: Sie und ihr Sohn, den sie über alles liebt, der aber gleichzeitig ihr Leben zerstört. Das Buch ist weit weg von schlecht geschriebener "Betroffenheitsliteratur", hier werden Gefühle geschildert, die zumindest mir nicht fremd sind."
Ausgrenzung (Roman)
Jakob, ein zartes Kind mit großen blauen Augen, ist anders als andere Kinder. Er hat andere Begabungen und Fähigkeiten als die, die man von einem Kind seines Alters erwartet. Er reagiert nicht, oder anders als erwartet, wenn er angesprochen wird. Die Wörter, die er sagt, formen sich nicht zu Sätzen, sondern werden, wie seine Spiele, zu rhythmisch wiederholten Ritualen, die seiner Mutter Marta wie ein Zeichen für etwas Unbekanntes erscheinen. Er ist zurückgeblieben, verhaltensgestört, sagen die Leute, autistisch, sagen die Fachleute. Seine Mutter, die ihn mit qualvoller Innigkeit liebt, sieht sich von einer verständnislosen, feindseligen Umwelt umgeben. Mit den Schuldzuweisungen, die sich unzählige Male wiederholen, mit dem Versuch, den „Fall“ Jakob durch eine zweifelhafte Diagnose in ein System zu zwingen, beginnt der verhängnisvolle Prozeß der Ausgrenzung, der völligen Isolierung zweier Menschen. _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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eine kleine Korrektur (falls das Buch jemand sucht): Die Autorin heißt Waltraud A. Mitgutsch. (Nicht böse sein, bitte!)
Ich habe das Buch schon vor vielen Jahren geslesen. Ich fand es sehr beeindruckend - hatte damals allerdings auch noch nicht viel mit behinderten Menschen zu tun. Aber es wirkte auch sehr düster und traurig auf mich.
Ich habe mich auch gefragt, ob Frau Mitgutsch eigene Erfahrungen mit autistischen Menschen hat oder ob sie "nur" recherchiert hat. Weiß das zufällig jemand?
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Verfasst am: 26.09.2007, 14:49 Titel:
Hallo,
Waltraud Anna Mitgutsch ist eine international bekannte österreichische Autorin. Sie hat einen autistischen Sohn, weist aber Vermutungen, dass sie in ihrem Buch "Ausgrenzung" persönliche Erfahrungen verarbeitet hat, strikt zurück. Bei ihren neueren Romanen hat sie das "Waltraud" weggelassen.
danke für die Info. Bekannt ist mir Frau Mitgutsch schon, aber ihren familiären Hintergrund kannte ich nicht.
Im I-Net findet man das Buch "Ausgrenzung" allerdings noch unter WALTRAUD A. Mitgutsch, deshalb hatte ich darauf hingewiesen! (Und ich sag ja: nicht böse sein! )
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