Verfasst am: 09.05.2005, 14:39 Titel: Wie kommen eure Männer mit den Kleinen klar?
Hallo Ihr lieben,
wie ich ja schon einmal geschrieben habe, weiß mein Mann nicht, daß ich hier "aktiv" bin.
Obwohl er viel "Erfahrung" mit "Behinderten Menschen" hat (er hat seine Zivi und Studiums Zeit in den Alsterdorfer Anstalten in HH verbracht)
Kann er mit Mascha nicht richtig umgehen:
- er ist zu ungeduldig
- er hebt immer hervor, wenn die 2 Jahre jüngere Mascha einholt (zwar betroffen aber ...)
- ich habe das Gefühl er unterstützt mich zu wenig, wenn ich nach neuen Wegen für Mascha suche.
- Er belächelt meine Aktivitäten (Kiss...)
- Er fragt sich nur, wird sie eine gewisse Schulbildung schaffen.
- Wird sie ein eigenständiges Leben schaffen.
Gestern meinte er, ob es nicht möglich ist eine Diagnose zu bekommen und dann gibt es eine OP oder Tablette und alles wird gut???!!!
Wie gehen Eure Männer mit den kleinen um?
Unterstützen sie Euch in allem?
Liebe Grüße Cerstin _________________ Mascha 5/99 sensomotorische Wahrnehmungsstörung ADS-Träumer?, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ unsere Vorstellung
leider bin ich noch nicht lange im Forum aktiv. Deinen Bericht, dass Dein Mann nicht weiss, dass Du hier im Form schreibst, habe ich nicht gefunden. Darum die Nachfrage:
Welche Probleme hat er denn damit?? Denkt er daran, dass es eine Art Panikmache sein könnte - oder will er nicht, dass Du mit anderen drüber sprichst?
> Wie gehen Eure Männer mit den kleinen um?
Mein Sohn hat eine massive Sprachverzögerung. Mein Partner (der *nicht* der Papa ist), ist stets für ihn da, besucht mit mir zusammen die ganzen Untersuchungen, soweit er es sich zeitlich einrichten kann, bringt Julian morgens in den Kindergarten. Er gibt ihm allen Rückhalt - und dafür möchte ich ihm hier mal danken
Den Papa sieht Julian nur in den Ferien ober bei langen Wochenenden. Von seiner Seite her kommen auch keine Schuldzuweisungen o.ä., sodass ich unsere Patchworkfamilie als eingespieltes Team betrachten kann. _________________ Julian *4/99, sprachverzögert ohne eindeutige Diagnose; Bastian 5/95 alles ok
es ist sicherlich für beide elternteile erstmal nicht so ganz einfach, wenn man merkt, das das kind nicht ganz so ist, wie man es sich vielleicht gewünscht hat. ich dachte auch eine ganze zeit, das die ganzen krankheiten unseres minis an meinem mann irgentwie "vorbeiprallen", und das er das schneller weggesteckt hat, und "gut ist". dann ist mir, nach fast 2 jahren, die ich mit dem kleinen mehr im kh wie zuhause verbracht habe, auch aufgefallen, das es wohl auch so ein bisschen an der täglichen trennung lag. mein mann ging schön artig jeden tag zur arbeit, was natürlich abwechslung, ablenkung bedeutete, aber auch immer die möglichkeit bot, gespräche über die krankheit oder das kind "aus dem weg" zu gehen. irgentwann hatte ich dann das gefühl, das er das emotional noch nicht so richtig verarbeitet hatte, während ich 4x die woche zu festen therapieterminen düste, nebenbei noch diverse arztbesuche machte. irgentwann waren wir dann auch mal an dem punkt, den du jetzt hast, ich hatte das gefühl, das ich keine unterstützung hatte, er fühlte sich ausgegrenzt. dann ist es jemanden gelungen, meinem mann klarzumachen, das unser sohn keineswegs eine belastung ist, sondern eher eine lebensaufgabe und irgentwo auch eine chance.
seitdem (gut 3 jahre mittlerweile) klappt es prima. er hat die schwächen des kleinen akzeptiert, und macht sich somit auch selber das leben leichter. natürlich sind die aktivitäten etwas eingeschränkt, aber man findet schon was, was man machen kann. die frage "was ist in ... jahren" stellt sich bei uns nicht mehr.
auch wenn man eine diagnose hat (wir haben sehr wohl eine!) gibt es nicht immer hilfe gegen die krankheiten, sondern manchmal muß man dann auch noch machtlos zusehen. deswegen muß dein mann sich jetzt wohl mal damit beschäftigen, das euer kind vielleicht nicht ganz so ist, wie er es sich gewünscht hat. mascha ist nicht auf der welt, um so zu sein, wie er es haben möchte. vielleicht muß er mal mehr zeit mit ihr alleine verbringen? betreuung schafft nähem auch beim eigenen kind.
gruß jessie _________________ "wir können die kinder nach unserem sinne nicht formen. so wie gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben, sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren." (j.w. von Goethe)
Hallo Cerstin,
du sprichst nicht zufällig von "meinem" Mann ? *grins* Ne im ernst, ich musste meinem Mann gestern auch sagen, dass er anders mit Tobias umgehen muß - er ist ein liebevoller Vater, die Kinder lieben ihn, er unternimmt auch was alleine mit den Kids, er hilft im haushalt und er "bezahlt" stumm ohne viel Fragen wieso weshalb warum, die Therapien die ich anleiher. Ich mach dann schon mal Ausdrucke aus dem Internet und bitte ihn zu lesen, er scheint es nicht wirklich zu tun.
Ja manchmal meine ich auch irgendwie steh ich da alleine da,.... oder ist es ein unbewußter Schutz vor der "Wahrheit".
Hallo Cerstin!
Mein Mann belächelt auch meine diversen Internet-Aktivitäten in Bezug auf Marius Behinderung mit dem Satz "Du mußt ja Zeit haben!!!". Wenn ich alternative Behandlungskonzepte habe oder eine zweite, dritte oder vierte Meinung über Marius´Gesundheitszustand haben möchte, dann wirkt er genervt, weil ich eigentlich möchte, dass er bei solchen Terminen dabei ist. Den letzten Termin in Heidelberg habe ich mit meinem Vater absolviert und jetzt im Juni haben wir einen Termin in Aschau. Wenn mein Mann Urlaub hat, dann geht er auch nicht mal mit zu KG oder zur Ergo...nein, er hat ja Urlaub und muß ausschlafen. Wenn er Marius beaufsichtigt, wenn ich bedienen gehe oder mit einer Freundin ausgehe, dann hält er mir immer vor, dass er ja so super mit ihm klar kommt und Marius nie zickig ist, auch wenn er aufräumen soll. Klar, das ist aber nicht der Alltag...das ist eine Ausnahmesituation. Wir haben für Marius einen Behindertenparkausweis, aber wenn der Papa dabei ist, dann wird auf diesen Parkplätzen nicht geparkt, da läuft er lieber 10 Minuten länger. Überhaupt sind Aktivitäten mit Kind und Vater fast nicht möglich, da mein Mann sich unter so viel normal entwickelten Kindern mit Marius... wie soll man es sagen...schämt?! Deshalb gehen wir nie in den Zoo oder ins Schwimmbad. Ich will mein Kind aber integrieren so gut es geht und wenn ich ihn vor jedem Tiergehege aus seinem Rehabuggy rausnehme. Ich habe Marius auch schon in einem vollen Delphinarium 30 Minuten lang auf den Schultern gehabt, weil kein gesunder aufgestanden ist und ich mit dem Rehabuggy relativ zu letzt reingekommen bin. Frage nicht, wie es meinem Rücken ging, aber Marius hat es Spaß gemacht und wäre der Papa dabei gewesen, so wäre geteiltes Leid halbes Leid gewesen.
Ich werde so wütend bei dem Thema....manchmal möchte ich wirklich mit meinem Mann tauschen; er bleibt zuhause und schmeißt Therapie, Üben zuhaus und Haushalt und ich geh wieder arbeiten. Dann kann er mitreden!
Ich wünsche uns allen starke Nerven, vor allem den Müttern!
Liebe Grüße, Iris
Hallo Iris,
das ist nicht einfach, mein Mann macht schon viel mit und für die Kinder, nur halt eher so wie bei Cerstin, es interessiert ihn relativ wenig das ich vor dem PC sitze und nach Lösungen, Hilfen suchen, d.h. doch er hat sich vor einem halben Jahr gekümmert dass DSL ins Haus kommt und ein Virenschutz "ich sei ja soviel am PC".
Gruß Uschi _________________ Anja und Tobias, 10.03.1999, 33. SSW + 0, Kaiserschnitt, Tobias entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörungen, ADHS
Hallo zusammen, mein Mann ganz gut damit klar. Klar macht er sich auch viel Gedanken, wie es mit Marcel weitergeht. Denn er ist schon 14, man sieht ihm zwar seine Behinderung nicht an. Mein Mann ist davon überzeugt, dass er sogar den Hauptschulabschluß schafft. Ich wiederum kann es mir nicht vorstellen. Mal sehen was die Zeit bringt. Aber ich habe die volle Unterstützung von meinem Mann
Mein Mann ist auch ein sehr schwieriger Fall. Mit Jania versucht er so gut es geht umzugehen, aber er drückt sich auch gerne davor. Erst allmählich dümmert ihm, dass ich nicht alleine die Eltern bin, aber ich glaube das wäre bei einem gesunden Kind genauso. Bisher war es so, dass er alleine wichtig war, z.B. auch ich die Nacht mit Janina durchgemacht habe, erzählt er mir nach 7-8 Stunden Schlaf, wie müde er doch noch ist(sehr einfühlsam). Aber die beste Situation war als ich Magen-Darm-Grippe hatte und soviel Flüssigkeit verloren hatte, dass ich zusammengeklappt bin, hat er mir nicht hochgeholfen, nein, er war sauer, weil er nicht weiterschlafen konnte, sondern sich um die schreiende Janina kümmern mußte.Echt schrecklich, oder?
Ich hab auch schon ein paarmal überlegt, ob Janina und ich ohne ihn nicht besser dran sind, aber das würde im Moment auch nicht funktionieren. Naja.
Bei ihm hat das aber alles nichts mit der Behinderung Von unserer Kleinen zu tun.
Ich hoffe, ich habe ihn jetzt nicht zu schwarz gemalt, denn zur Zeit bemüht er sich schon ein bißchen mehr.
LG Betty _________________ Betty(05/80) mit Janina(08/04)hypoxisch-ischämische Encephalopathie III°,Entwicklungsstand eines Säuglings,Epilepsie,PEG, verstorben:16.01.08; und Pascal(04/06)
es ist bei ihm nicht so, daß er nichts mit den Kindern macht. Er geht auch mal alleine mit ihnen ins Schwimmbad, Spielscheune usw. aber jedesmal höre ich dann... es ist schon ein eklatanter Unterschied zwischen H und M...
H kann dies, H kann jenes... und dabei ist sie doch 2 Jahre jünger...
Ob Mascha das auch mal kann... ob Mascha jenes kann...
Wenn er Urlaub hat muß ich trotzdem arbeiten (hab nämlich nie Urlaub )
Und er macht alles mit den Kindern, am Fr hat er Mascha zur Ergo gebracht.
(Meinst Du das bringt was...?)
Er surft auch mal im Internet, aber nie um etwas über Mascha und was ihr hilft herauszufinden.
Ich war gerade vor zwei Wochen wieder bei Dr. Koch (KISS). Morgens um 6 Uhr los, um 8 Uhr da um 10.30 zurück sie machte wieder gute Fortschritte, 3 Tage später macht er mit ihr eine Radtour, sie fällt auf´s Kinn (meiner Meinung nach alles wieder für die Katz), ich meinte zu ihm: "ich glaube ich muß wieder hin." seine Antwort nur: "wieder so viel Geld ausgeben..., meinst Du wirklich..., Glaubst Du wirklich das bringt so viel..."
Es ist zum aus der Haut fahren.
Er liebt sie über alles, aber es kommen von ihm keine Impulse und ich habe das Gefühl er blockt. Sein Lieblingsspruch... "wenn Du für alles so viel Zeit und Geduld aufbringen würdest wie für Mascha..., ist das denn wissenschaftlich belegt... GRR
Liebe Grüße Cerstin _________________ Mascha 5/99 sensomotorische Wahrnehmungsstörung ADS-Träumer?, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ unsere Vorstellung
Auch ich hatte das Gefühl, mein Mann nimmt mich nicht "für voll". Irgendwie war es immer, als ob ich mir einbilden würde, daß Stefan nicht gesund ist (noch dazu ist mein Mann die ganze Woche auf Montage, er bekommt also wirklich nicht so viel mit). Ich habe oft mit ihm deshalb gehadert, weil ich immer dachte, er stünde nicht hinter mir. Allerdings war er wundersamerweise immer da, sobald es um Diagnostik oder anderes Wichtiges ging, auch um mich zu aufzufangen, wenn es mal wieder zu extrem wurde - was für ihn wirklich nicht immer einfach ist (seine Arbeitsstelle ist 500 km entfernt). Da habe ich dann doch gemerkt, daß es ihm doch wichtig war. Nur konnte er es einfach so nicht äußern. Und im nachhinein bin ich ganz froh, daß doch einer da war, der den Überblick und die Objektivität behalten hat!
Laß den Kopf nicht hängen, es gibt auch genügend Väter von gesunden Kindern, die keinen "Draht" zu ihrem Nachwuchs haben!
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