Verfasst am: 19.09.2007, 13:15 Titel: Hilfe bei Essproblemen in Bayern gesucht
Hallo!
Hätte mal eine Frage: Gibt es außer dem Kinderzentrum in München noch eine bayrische Einrichtung, die Kindern beim Essenlernen hilft?
Lukas wurde letztes Jahr im Mai das letzte mal an seiner Gaumenspalte operiert. Er trinkt aber immer noch seine Flasche (mit nun 4 1/2 Jahren). Das Einzige was er ißt sind diese Fertiggläschen ab dem 15.Monat und Fruchtzwerge...
Seit Oktober 2006 ist er im Kindergarten der Lebenshilfe bei uns in Neumarkt, die beruhigen mich immer wieder, dass das mit dem Essen schon noch wird; das er momentan keine Zeit hat zum Kauen- und richtig Schluckenlernen.
Was mich wundert und was mir auch keiner erklären kann - er kaut auf Spielsachen jeder Art rum, aber wenn ich ihm ein Stück weiches Brot geben will, fängt er zum Schreien an und geht. Er kaut auch auf Salatgurken rum - die schluckt er dann mit einem großen Schluck Wasser runter, was ihm dann natürlich weh tut.
Nun hab ich ja schon viel über das Kinderzentrum in München gehört. Sowohl positiv als auch negativ. Stimmt es wirklich, dass die Kinder dort zum Essen gezwungen werden, bzw. so lange hungern müssen, bis sie von selbst zum Essen anfangen?? Das wäre bei Lukas eine total Maßnahme, da er dann alles verweigert, was er bis dato gegessen hat.
Deshalb meine Frage: gibt es hier in Bayern noch eine Klinik oder ähnliches, die sich mit solchen Kindern auskennen und deren Methoden etwas harmloserer Natur sind?? Das es nicht einfach ist, bestreite ich nicht, aber Zwang ist in meinen Augen verkehrt.
Es gibt ja in München noch eine Klinik die sich darauf spezialisiert hat.
Das ist Klinik in München Harlaching bei Dr. Hofacker. Die haben dort eine andere Methode wie die im Kinderzentrum.
LG
Steffi _________________ Stephanie(38) Luca 2001 und Tim 2004 Niereninsuffizienz nach Behandlungsfehler in der Schwangerschaft.
Entwicklungsverzögert.
bekommt Lukas eigentlich Logopädie? Ich kenne leider kein Zentrum zum Essen lernen, aber die Problematik ein bisschen. Wir wollten Felix wieder an die Flasche gewöhnen, aber es geht garn nicht. Er weigert sich irgendetwas an Aufsatz in den Mund zu nehmen, schnullert aber hingebungsvoll. Auch ein widerspruch. Logopädinnen arbeiten viel mit dem Mundraum. Unsere hat ihn da stimuliert und gefördert, das war ganz toll.
So wie du es beschreibst, "fühlt" er nicht, dass er dinge zerkleinern soll. Die Glässchenkost ist extrem weich und enthält viel Wasser. Und ist natürlich auch sehr fein geschnitten. So könnte Logopädie da schon helfen.
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
LG
Steffi _________________ Stephanie(38) Luca 2001 und Tim 2004 Niereninsuffizienz nach Behandlungsfehler in der Schwangerschaft.
Entwicklungsverzögert.
Verfasst am: 19.09.2007, 13:38 Titel: Re: Hilfe bei Essproblemen in Bayern gesucht
TanjaM hat folgendes geschrieben:
Stimmt es wirklich, dass die Kinder dort zum Essen gezwungen werden, bzw. so lange hungern müssen, bis sie von selbst zum Essen anfangen?? Das wäre bei Lukas eine total Maßnahme, da er dann alles verweigert, was er bis dato gegessen hat.
Hallo liebe Tanja,
wer hat Dir denn sowas erzählt?
Also ich kenne das Kinderzentrum nun wirklich sehr gut und war mit Jonathan dort viele Wochen gewesen,
und genau auch dort wo eben diese Kinder mit Essproblemen sind, auf der Kinderstation.
NEIN - ich möchte klar sagen - Nein,
so wie Dir das erzählt wurde, so ist das dort nicht.
Kein Kind wird dort hungern müssen - das möchte ich erleben, welches Kind da hungern musste.
Hast Du selber Kontakt mit dem Kinderzentrum aufgenommen und mit denen mal geredet?
Da könntest Du Dir das allerbeste Bild davon machen, wie da gearbeitet wird.
Das Kinderzentrum hat seine Therapieansätze; die liegen einem oder sie liegen einem nicht.
Aber ein Kind solange keine Nahrung geben, bis es evtl. alleine anfängt zu essen - nein, das ist nicht die Methode des Kinderzentrums.
Da wurde was missverstanden.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ja, Lukas bekommt seit nun 1 1/2 Jahren Logopädie. Vorher hatte er bei unserer Krankengymnastin auch schon Castillo-Morales - hat er total abgelehnt. Zu dem Zeitpunkt durfte ihm keiner ins Gesicht langen (liegt wohl auch an der langen Sondenzeit).
Die Logopädin meinte, dass er sich schon aufrappelt, im Moment aber noch sehr überempfindlich ist im gesamten Mundbereich. Er hat ja Interesse am Essen, so ist das ja nicht. Die Logo hat ihm schon gewaltig geholfen, das stimmt! Seit er sie im KiGa regelmäßig hat, fing er an zu sprechen, bildet mitlerweile auch ganze Sätze und auch Außenstehende verstehen ihn immer besser. Vielleicht brauch ich nur noch etwas mehr Geduld...
Aber das ist nicht so leicht, wenn ein gesundes Kind mit am Tisch sitzt und fröhlich vor sich hinmampft...
Hallo Tanja, da klingt aber nach riesigen Fortschritten! Das macht er ganz super. Ja, ich würde dir raten, lass ihm Zeit. Er muss ja nicht nur die Sondenzeit wegstecken, nehme ich mal an.
Mund ist bei Felix auch absolut heikel. Manchmal putze ich einfach seinen Zahn und er beschwert sich furchtbar. Dabei habe ich dann nur vergessen, vorher zart über den Mund zu streichen, dann macht er ihn von ganz alleine auf Mamas und der hektische Alltag eben...
Aber der gute Esser am Tisch ist doch das beste Vorbild!
Felix hat auch 4 Jahre nur die Glässchen gegessen und war gesund ernährt lt seiner Kinderärztin. Wie stehts denn mit Süßkram, z.B Milchschnitte? Aber Felix tut auch bei Sahne so, als ob wir ihn vergiften würden wat der buar nich kennt...
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
Hallo Maren,
ja doch, er macht Fortschritte
Und neben der Sondenzeit ist schon noch so einiges wegzustecken..
Zähenputzen geht bei uns gar nicht - das macht er alleine, soll heißen er kaut auf der Zahnbürste rum, bis die Zahnpasta weg is...
Dass seine Schwester zum Essvorbild wird, erhoffen wir uns natürlich schon sehr. Vor allem weil sie ihm auch immer wieder anbietet und mit ihm teilen möchte, nur er will nicht
Gesund ernährt ist Lukas bestimmt, da er zu den Gläschen ja hochkalorische Zusatznahrung bekommt, da er auch so schlecht zunimmt. Das trinkt er dann aus der Flasche. Süßes ist für ihn ein Fremdwort. Er hatte mal ne Zeit, da kaute er auf Gummibären rum, aber das war mal... So wird bei uns also kaum genascht, ich darf keine Osternester oder Nikolausstiefel füllen... Aber das ändert sich hoffentlich irgendwann einmal...
Wie hast Du denn Felix von den Gläschen weggebracht oder wollte er die selber nicht mehr?
@Isolde: also ich hab das bei uns in der Kinderarztpraxis mitbekommen. Selber im Kinderzentrum hab ich mich noch nicht schlau gemacht, da uns die Logopädin rät noch ein wenig abzuwarten, ob der "klick" nicht doch noch von selber kommt. Aber irgendwie konnte ich mir das auch nicht vorstellen, dass hier jemand Kinder hungern lässt (aber die Mutter die`s erzählte schien es ernst zu meinen).
@Isolde: also ich hab das bei uns in der Kinderarztpraxis mitbekommen. Selber im Kinderzentrum hab ich mich noch nicht schlau gemacht, da uns die Logopädin rät noch ein wenig abzuwarten, ob der "klick" nicht doch noch von selber kommt. Aber irgendwie konnte ich mir das auch nicht vorstellen, dass hier jemand Kinder hungern lässt (aber die Mutter die`s erzählte schien es ernst zu meinen).
Das ist das was ich meine, wenn ich sage,
liebe Tanja,
man muss eben beide Seiten betrachten,
wie gesagt - dem einen liegt der Therapeiansatz des Kinderzentrums und dem anderen nicht,
so würde es an der Haunscher Klinik nicht anders sein, wie an einer sonstigen Klinik.
Aber ich denke die Logopädin hat recht - so wie Du es hier erzählt hast, ich würde vielleicht auch noch ein bisschen auf den "Klick" warten, manche Kinder brauchen da auch vielleicht länger,
und Dein Kind macht doch schon schöne Fortschritte, auch wenn es bis zu einer Normalität noch so weit weg ist.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Hallo Tanja,
Ich denke, das Gefühl, daß Du Dein Kind hungern lässt, hättest Du genauso in Graz (wo wir unsere Sondenentwöhnung gemacht haben). Es ist tatsächlich so, daß er irgendwann nichts mehr über die Sonde kriegt und das nehmen soll, was ihm angeboten wird - oral (wobei die Auswahl sehr groß ist). Und da er Hunger hat, macht er es auch irgendwann. Also kann man das "hungern lassen" nennen. Nur... die Ärzte schauen sich das Kind 2mal am Tag an, und wenn es ihm schlecht geht, oder er zuviel abnimmt, dann wird er doch wieder über Sonde ernährt, verhungern wird er natürlich nicht.
Und in Graz sehen sie es nicht so, daß sie das Kind zwingen, sondern daß sie ihm die freie Wahl wieder geben, die er durch die Sonde nicht mehr hat, eben zu entscheiden, ich will oder will nicht essen. Und die Eltern sollen diesen Willen respektieren....
Ist aber eine schwere Zeit für alle, ganz eindeutig. Wenn Ihr es also ohne schafft, um so besser!!
Ist in Maulbronn nicht auch eine berühmte Klinik, wo es speziell um's Essenlernen geht?
Viel Glück bei Euren weiteren Versuchen!
LG
Sylvie _________________ Sylvie, mit Axel (*2004, hypoton, versch. Fehlbildungen u.a. operierte Klumpfüsse, keine Diagnose) Unsere Vorstellung
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