ich bin damals auch nach der 4ten aufs Gym gekommen.
Natürlich werden heute lieber Abiturientinnen in allen möglichen Berufen genommen, weil das Niveau der Realschule so "abgenommen" hat und woran liegt das? Bestimmt nicht, weil sie zuviel lernen müssen... weil es in den letzten Jahren einfach zu wenig war!
Mein Sohn hat auch von 8 - 13 Uhr Schule, weil er in einer verläßlichen Halbtagsschule ist, jedoch wird nicht die ganze Zeit Unterricht gemacht. Sie haben Pausen, so wie wir früher auch, aber gefrühstückt wird während der Schulzeit. Sie haben Spielstunden und mehr Musik oder Bastelstunden, als wir es früher hatten.
Auf dem Gym. hatten wir 5 + 6te Klasse 30 Std., später dann 31/32 Stunden und das war auch nicht zuviel! Natürlich habe ich mich manchmal geärgert, wenn meine Nachbarn schon draußen waren und ich noch Franz. büffeln mußte. Aber niemals bin ich auf die Idee gekommen zu sagen: ich habe nur diese eine Kindheit - laßt mich spielen... Auch mein Nachmittag war erfüllt mit 2 x WO Fussball, 1 x Gitarre und 1 x Schülerzeitung, aber das habe ich alles aus Spaß gemacht - das war meine Freizeit!
LG
Susann _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
Also ich hatte in der Grundschule schon 6 Stunden und trotzdem noch genug Zeit für allerlei Hobbys.
Und es ist einfach so das die Grundbildung die die Kinder zu Schulbeginn mitbringen mittlerweile eine Kathastrophe ist.
Und das was im Elternhaus in den ersten 6 Jahren versäumt wurde kann die Schule nicht mehr aufholen.
Und mit Grundwissen meine ich keine großartigen Dinge sondern so einfach Dinge wie
Einkaufen gehen ( ja Vorschulkinder können alleine beim Bäcker Brötchen holen ect), Basten, Kochen, malen, Picknick machen, wandern und dabei die Natur erklären, Tisch decken (dabei kann man das Zählen üben) ect...
Aber all die Dinge werden ja gar nicht mehr mit den Kindern gemacht.
Und sagt jetzt nicht die Eltern müssen arbeiten..das mußten viele Eltern früher auch schon. Sowohl meine Mutter wie auch meine Großmütter waren immer Berufstätig. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
Hi Anja,
jo, ich hab auch nicht alleine einkaufen dürfen, ganz einfach weil mein Vater noch in der Army war und die Amerikaner sehr sehr strikt sind was Kinder und alleine lassen angeht.
Ich war mit 13 das erste mal alleine zuhause.
Und mein Kind über die Bundesstraße zum Bäcker - sorry, die Idee find ich nicht wirklich mega prickelnd.
Man braucht nicht betüteln... aber alles muss dann auch nicht sein.
Kalkulierbare Risiken - bin ich für.
LG
Jenny _________________ Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen......
Kind1 (F84.0, F90.0) Kind2(M41)
nun habe ich mich durch einen Wust von 19 Seiten gelesen, vielem kann ich nur beipflichten, manches sehe ich kritisch.
Wenn man sagt den Kindern wird weniger abverlangt, sie seien verwöhnt, dann empfinde ich das als irreführend. Denn allein die Tatsache, das Englisch als Unterrichtsfach hinzu gefügt wurde, zeigt ja schon das es mehr ist. Dafür wird dann an den Fächern Deutsch und Mathe gespart, aber nur an der Stundenzahl, nicht am zu bewältigenden Stoff. Wenn dann die Kinder nicht mehr mitkommen, weil die Klassen zu unruhig sind, nach Hause kommen, ohne Hefteintrag aber mit einem Berg Hausaufgaben, dann erteile ich faktisch meinem Kind Hausunterricht.
Wehe der Mutter die berufstätig ist, sie muß das dann abends nach ihrem Arbeitstag erledigen, tut sie es nicht, bleibt ihr Kind hintendran. Nun könnte man ja sagen, dann soll sie eben Nachhilfe ordern, die kostet aber Geld, nur sie geht ja nicht nur für die Nachhilfe ihres Kindes arbeiten, sondern weil das Geld ohnehin knapp ist.
Ich war bis vor drei Jahren auch kein Fan der Ganztagsschule, bin inzwischen aber auch so weit, sie zu fordern, aber nur deshalb, damit Lehrer selber erleben, was sie den Kindern mit ihren Hausis antun.
Es gibt ja inzwischen einige Ganztagsschulen, nur was dort unter dem Begriff Ganztagsschule angeboten wird, erscheint mir eher als Betreuungsprogramm, nicht aber als Förderung der Schüler. Denn, wenn schon Ganztagsschule, dann sollte dort eine Hausaufgabenbetreuung stattfinden, die es eben nicht mehr erforderlich macht, dann zu Hause noch lernen zu müssen, es sei denn es handelt sich um die Festigung von Grundwissen. Eben lesen üben oder Einmaleins.
So aber werden AGS angeboten, der Sportunterricht findet dann statt, man holt ehrenamtliche Kräfte um den Nachmittag abzudecken, das sind dann Leute die nicht mal über pädagogische Kenntnisse verfügen, Lehrer sind oft nur noch stundenweise zu sehen.
In den höheren Schulen haben wir ja fast schon Ganztagsunterricht, nur die Mittagsmahlzeit fällt oft genug aus, denn der Vormittagsunterricht geht bis 12.40, weiter geht es um 14.00 Uhr, was macht dann ein Fahrschüler? Der bekommt kein Essen, wie soll er sich konzentrieren mit leerem Bauch? Denn eine Schulmensa gibt es in den wenigsten Schulen.
Zu unserer Schulzeit waren wir 40 Schüler in der Klasse, es konnten täglich Extemporalien geschrieben werden in jedem Fach, das hat uns beim Lernen bei der Stange gehalten, Klassenarbeiten waren lange voraus terminlich festgelegt, man hat sich bemüht nicht mehr als zwei Areiten in der Woche zu schreiben.
Aber uns war klar, wenn wir Mist gebaut hatten, kam der berühmte blaue Brief, dann setzte es zu Hause gegebenenfalls Ohrfeigen, Ausreden führten eher zu einer verschärften Reaktion, denn die Eltern gaben den Lehrern recht.
Der Lehrer hatte also mit weniger Disziplinlosigkeit zu kämpfen, denn er hatte noch Erziehungsmittel in der Hand.
Zudem waren wir weniger abgelenkt, im Fernsehn gab es nur drei Programme, Computer waren noch unerschwinglich und reine Arbeitsgeräte.
Wir waren draussen und hatten noch Zeit Bücher zu lesen, wir fuhren mit unseren Lehrern in ein Landestheater, um Musical,Oper und Operette kennen zu lernen.
Was aber ganz wichtig war, uns hat man noch gezeigt wo wir Wissen suchen und finden können, in Büchern nämlich.
Nicht alles war besser, auf Schlüsselwerfende Lehrer kann man gut verzichten, genauso auf alkoholisierte Lehrer, aber nach wie vor ist es unmöglich solche Pädagogen aus dem Schuldienst zu entfernen, denn der Beamtenstatus verhidert dieses. Ich finde es gut, wenn auch Lehrer nur noch Angestellte sind, beweisen müssen, das sie etwas leisten, zur Fortbildung verpflichtet sind.
Die Privatschulen haben nur solche Verträge, ein Lehrer der nicht gut ist, wird seinen Platz räumen müssen oder sich bessern müssen.
Es gibt auch in den Regelschulen gute Lehrer, leider muß man sie mit der Lupe suchen, manch einer entpuppt sich aber nach einer Weile, als genauso grausig wie seine Kollegen, denn auch hier gibt es eine ganze Menge toller Selbstdarsteller.
Wenn ich mir die sogenannten Vergleichsarbeiten ansehe, die eigentlich geschrieben werden, um zu überprüfen wie viel Stoff in zwei Jahren hängengeblieben ist, ohne vorher zu nochmal zu üben, was aber faktisch unterlaufen wird, weil man sechs Wochen vorher anfängt wie bescheuert mit den Kindern zu üben, ihnen Arbeitshefte zur Stoffvertiefung besorgt, die sie dann eben zu Hause noch rasch mal abarbeiten sollen, zusätzlich zu dem eigentlichen Stoff, dann läuft hier etwas schief. Unsere Kinder lernen nur noch im Kurzzeitgedächtnis, es wandert viel zu wenig in ihr Langzeitgedächtnis, wo soll dann aber das viele Wissen bleiben, es wird ja permanent wieder mit Neuem zugeschüttet.
Das war jetzt lang, aber das mußte raus, vielleicht mag sich noch jemand dazu äußern.
noch eins zu den Hausis. Die hängen oft davon ab, ob sich ein Kind
nachmittags verabreden kann oder nicht. Mein Sohn Jan hat am
Anfang dieser Woche ein Gedicht für den nächsten Tag aufbekommen
(was sich überhaupt nicht reimt, zwar nur 2 kleine Absätze). Er soll
es auswendig lernen. Da habe ich schon gleich gesagt, Verabreden ist
nicht, weil ich genau weiß, daß Jan lange brauch um dieses Gedicht
zu lernen. Das kommt leider vor. Fürs Gedichteauswendiglernen habe
ich früher mehr Zeit gehabt (für so etwas 2 Tage, zusätzlich zu den
Hausis). Immer nur alles schnell, schnell. Es fehlt manchmal auch
wirklich die Zeit zum eigentlichen Lesen mit dem Kind, was oftmals
bitter notwendig ist.
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