Verfasst am: 18.09.2007, 15:43 Titel: Sind Hausaufgaben "Hausfriedensbruch"?
Hallo Ihr Zusammen,
ich habe einen interessanten Artikel im Internet gefunden:
Schule: Das Leid mit den Hausaufgaben
Für Renate Hendricks, ehemalige Vorsitzende des Bundeselternrates, ist schulische Nacharbeit „Hausfriedensbruch“.
Die Ausnahme und nicht die Regel: ein Kind, das ohne Hilfe der Eltern seine Hausaufgaben macht.
Köln. „Eltern dürfen die Kohle zum Grillfest besorgen, das Klassenzimmer streichen und das Schulfest besuchen. Ansonsten sollen sie sich nicht einmischen, daheim aber jenen Unterrichtsstoff vermitteln, den der Lehrer dem Kind nicht erklären konnte.“
Renate Hendricks weiß, wovon sie spricht. Die ehemalige Vorsitzende des Bundeselternrates ist Mutter von fünf Kindern, die sie durch das dreigliedrige deutsche Schulsystem begleitete und dabei die Erfahrung machte: „Das Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule ist schwierig.“
Wer zu Hause Unterstützung bekommt, hat die besten Chancen
Grundübel ist nach Ansicht der Sozialpädagogin die frühe Selektion. „Nach der Grundschule sind Eltern stets in Sorge, ihr Kind könnte abgeschult werden“, sagt Hendricks bei der Präsentation ihres Buches „Schicksal Schule“ auf der Bildungsmesse „didacta“ in Köln. Deshalb hätten Kinder, die zu Hause Unterstützung bekämen, die besten Chancen in der Schule.
Unterstützung heißt nicht zuletzt Hausaufgabenbetreuung. „Als Schule erwarten wir das“ habe ihr ein Schulleiter einmal gesagt. „Dieses Selbstverständnis von Schule haben wir wie selbstverständlich entstehen lassen“, so Hendricks.
Dabei sei übersehen worden, dass sich die gesellschaftlichen Bedingungen verändert hätten. „Mütter, die keinen Beruf ausüben, sind seltener geworden“, bilanziert die Expertin. Trotzdem sei die Halbtagsschule mit anschließendem Hausaufgabenprogramm die Regel.
Aus den Pisa-Daten geht hervor, dass 15-jährige Schüler hierzulande im Durchschnitt 4,5 Stunden wöchentlich allein für die Hausaufgaben in Deutsch, Mathematik und in den Naturwissenschaften aufwänden. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld. Hendricks zufolge sind viele Familien damit überfordert. Die Folge: weinende Kinder, verzweifelte Mütter.
„Ich will nicht wissen, wie viele Hausaufgaben von übermüdeten Eltern gemacht werden, damit der Schulfrieden garantiert ist.“ Deshalb kommt sie zu dem Schluss: „Viele Hausaufgaben sind schlicht und einfach Hausfriedensbruch.“ Unüberlegt aufgegeben, überforderten sie die Schüler und stellten keine sinnvolle Nacharbeit oder eine Vorbereitung des kommenden Unterrichts dar.
Eine Lehrerschelte liegt Renate Hendricks trotzdem fern. „Die Lehrer sind dem System ausgeliefert. Sie sollen immer mehr leisten, werden von außen aber nicht unterstützt.“ In Deutschland fehle eine Lernkultur.
Mir kommen da einige Sachen bekannt. Es kommt nämlich auch hin
und wieder mal vor das z. B Mathehausaufgaben von Dienstag bis
Freitag aufgegeben werden 6 DIN5-Seiten im kleinen Arbeitsheft.
Und zusätzlich im selben Fach im Mathebuch noch täglich Hausauf-
gaben dazu. Über andere Hausaufgaben in anderen Fächern sind
ja auch noch an der Tagesordnung. So was finde ich ziemlich sinn-
los. Das ist jetzt zwei Wochen her. Diese zusätzlichen Aufgaben
wurden dann auch erst abends erledigt. Manchmal wurde es sogar
20 Uhr. Das ist nicht in Ordnung, selbst in der 3. Klasse.
Hausaufgaben sind ok, aber mit Sinn und Verstand. Ich habe mir
das abgewöhnt, bei Jan ständig bei den Hausaufgaben zu sitzen.
Ich oder mein Mann sind in Rufweite, wenn dabei Probleme auf-
tauchen. Wir sehen die Hausaufgaben nur nach, wenn Jan es möchte.
Ich denke Hausaufgaben sind eine Sache zwischen Lehrer und Schüler.
Gewisse Hilfestellung von den Eltern (z. B Hinweise geben, Vokabeln
abfragen) in Ordnung. Aber wenn ich dann den Lernstoff von weiter-
führenden Schulen (Gymnasium, Realschule) heute sehe, bin ich als
Elternteil damit überfordert, spezielle Hilfestellung zu geben.
@ Andrea; Wünschenswert wäre wenn alle Eltern ihre Kinder so selbständig arbeiten lassen könnten wie ihr das tut und die Kinder da auch mitziehen.
Leider klappt das in den seltensten Fällen.
Und wenn ich verhindern will das mein Kind schulisch und sozial abrutscht werde ich mich als Eltern wohl oder übel darum kümmern müssen das die Hausaufgaben gemacht sind und das der Stoff für Klassenarbeiten gelernt ist..das ist das was ich meinem Kind mitgeben kann...
Ich würde es mir auch anders wünschen..aber da bleibt vermutlich der Wunsch der Vater des Gedanken. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
@ Andrea: Im Grunde stimme ich dir voll zu,doch leider klappt es in Wirklichkeit nicht immer wie man es gerne hätte.
Ich habe mit Robin schon seit der Grundschule Probleme(stundenlanges vorsitzen,Mama ich kann das nicht) mit den Hausaufgaben.
Jetzt in der Gesamtschule hat es sich verbessert,diese Form ist super für Robin.
Nachdem wir,als Elternschaft, uns im letzten Jahr über zuviel Hausaufgaben beschwert haben,bekommen die Kinder in diesem Jahr viel weniger auf und meistens so das sie es in den Arbeitsstunden in der Schule schaffen.
Unsere Lehrer vertreten die Meinung,daß die Kinder alleine arbeiten sollen,doch natürlich werden bei uns bei Nichtwissen auch mal Opa,Onkel oder Kollegen angerufen.
Zusätzlich bekommt Robin Nachhilfe in Mathe,Englisch und angedacht ist jetzt auch in Deutsch.Er bekommt zwar seit fast einem Jahr LRS-Förderung doch einen wirklichen Vortschritt sehe ich dadurch nicht.
Liebe Grüße
Nicole _________________ Nicole 7/73' alleinerziehend
mit David(1/93' Atypischer Autismus,Globale Entwicklungsstörung,Sprachentwicklungsverzögerung,Intelligenzminderung)
mit Robin (6/96' LRS und Asthma)und
mit einem Sternchen im Herzen *21.09.91 ca.14. SSW
Gib jedem Tag die Chance der schönste Deines Lebens zu werden(Mark Twain)
Aber wenn ich dann den Lernstoff von weiter-
führenden Schulen (Gymnasium, Realschule) heute sehe, bin ich als
Elternteil damit überfordert, spezielle Hilfestellung zu geben.
Waren meine Eltern auch, aber ein Problem war das eigentlich nicht. Meine Mutter hat bei mir lediglich in der Grundschule als Schreibhilfe fungiert und mir später die Vokabeln diktiert, die ich dann selbst korrigierte - dazu mußte sie keine Fremdsprache können. Sinn von Hausaufgaben ist nicht unbedingt alles richtig zu haben, sondern sich ausgiebig mit dem Thema auseinander zu setzen. Im Zweifelsfall fragt man eben einen Mitschüler, der in dem Fach besser ist - wo ist da das Problem? Hausfriedensbruch sind zumindest vernünftig gestellte Hausaufgaben bestimmt nicht und Hausaufgabenstunden in der Schule finde ich, da zwei Jahre selbst erlebt, geradezu kontraproduktiv, da bei dem allgemeinen Geräuchpegel in einer Klasse ein konzentriertes Arbeiten mir zumindest nicht möglich war. Wenn ein Kind in der seinen Fähigkeiten entsprechenden Schulart ist, wird es höchstens ein Fach haben, in dem es alleine absolut kein Land sieht. Das läßt sich durchaus mit Teamarbeit mit Klassenkameraden auffangen. Sieht es überall gar kein Land, dann sollten die Eltern sich vielleicht doch mal überlegen, ob ihr Kind wirklich Abitur oder Mittlere Reife braucht, um glücklich zu werden.
@ LIsa Maier: Das setzt immer auch ein gewisses Interesse des Kindes/Jugendlichen vorraus.
Nur es gibt genügend die einfach keinen "BOck" auf Schule und lernen haben...
diese Kandidaten kann man ja nicht sich selbst überlassen.
Hätte meine Mutter nicht in der Pubertät so massiv hinter uns gestanden und dafür gesorgt das wir was tun...wir hätten beide unsere Abschlüsse heute nicht. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
@ Lisa Maier: Das setzt immer auch ein gewisses Interesse des Kindes/Jugendlichen vorraus.
Nur es gibt genügend die einfach keinen "BOck" auf Schule und lernen haben...
diese Kandidaten kann man ja nicht sich selbst überlassen.
Hätte meine Mutter nicht in der Pubertät so massiv hinter uns gestanden und dafür gesorgt das wir was tun...wir hätten beide unsere Abschlüsse heute nicht.
Siehst du es also als Aufgabe der Schule an, dafür zu sorgen, dass die Schüler die Hausaufgaben machen? Die "Null-Bock-Haltung" hat ja nichts mehr damit zu tun, ob die Hausaufgaben sinnvoll gestellt sind oder die Kinder überforden - diese Kandidaten machen nie Hausaufgaben. Mein Bruder ist so ein Exemplar - der hat inhaltlich keine Probleme, aber ihn zum HA-Machen zu bewegen, ist fast unmöglich...
Die Schule hat aber nur bedingte Möglichkeiten, die Schüler zum HA-Machen zu bringen. Klar kann man Sinn und Wichtigkeit erklären, Belohnungssysteme einführen, Strafen/ Sechsen für nicht gemachte HA usw., aber manchmal zieht das nicht und dann müssen Schule und Elternhaus zusammenarbeiten und die Eltern hinterher sein, dass ihr Kind die HA macht (wie es z.B. auch kleine Aufgaben im Haushalt erledigen muss o.ä.) Ziehen die Eltern nicht mit bzw. können sie es nicht (z.B. berufstätig), hat man allerdings ein massives Problem (und ich weiß auch nicht, wie es sich - außer mit der Ganztagsschule - lösen lässt, da viele Eltern halt berufstätig sind, und das ist ihr gutes Recht und hat ja auch oft finanzielle Grüde). Dies bezieht sich jetzt aber alles ausschließlich auf das MACHEN der HA, nicht auf inhaltliche Hilfen. Diese sollten sich natürlich in engen Grenzen halten.
Um genau diese geht es aber, wenn ich es richtig verstehe, im obigen Text. Selbstverständlich sollten HA so gestellt sein, dass die Schüler sie alleine bearbeiten können, und meistens habe ich es auch so erlebt. Sicher kommt es auch anders vor (hatte vielleicht einfach Glück), aber zum Teil haben die Eltern einfach überzogene Erwartungen. Nicht jede Aufgabe muss 100% richtig sein. Kommt ein Schüler mit einer Aufgabe überhaupt nicht klar, ist wohl in der Schule etwas schiefgelaufen... kann am Lehrer liegen (erklärt nicht/ nicht gut/ zu wenig) und/ oder am Schüler (passt trotz verschiedener Bemühungen der Lehrkraft nicht auf - hab gerade solche Kandidaten...) Die Rahmenbedingungen (Zeitmangel) verstärkten das uU noch.
Lisa Maier hat folgendes geschrieben:
Sinn von Hausaufgaben ist nicht unbedingt alles richtig zu haben, sondern sich ausgiebig mit dem Thema auseinander zu setzen.
Jaaaa, genau! Was habe ich davon, wenn 33 Schüler in der Klasse die perfekten Aufgaben haben?!? Ich denke, alle können es und mache weiter... In den meisten Bundesländern dürfen HA nicht mal mehr benotet werden, da nicht klar ist, wer die Leistung erbracht hat
Die Dauer der HA ist auch immer wieder ein Streitthema... Das Problem ist halt, wenn jeder Lehrer Rücksicht auf Nachmittagsunterricht nimmt und dann z.B. keine oder wenig HA gibt, kann weniger geübt werden. Evlt. heißt es noch, Hauptfächer (können durchaus 5 Stück sein) haben Vorrang vor Nebenfächern. Ergebnis: Man kommt in der Schule nicht voran, weil gerade die Einübung ein wichtiger Punkt ist, den man nicht voll im Unterricht ableisten kann, ebenso können Texte auch zuhause vorbereitet/ gelesen werden. Ich denke da gerade an eine 6. Klasse, in der ich im Mathe-Unterricht dabei bin - die Kinder haben an allen 3 Tagen (Mo, Di, Do), wo Mathe ist, Nachmittagsunterricht und der verständnisvolle Lehrer gibt die HA immer erst auf nächsten Montag. Endet damit, dass du mit der HA von Montag am Di oder Do nicht rechnen kannst (aber die Inhalte eigentlich bräuchtest), aber am nächsten Montag HA besprechen musst, die längst überholt sind.
Von daher kann ich auch irgendwie Lehrer verstehen, die z.B. auf Nachmittagsunterricht keine Rücksicht nehmen, auch wenn es für die Kinder natürlich blöd ist. Ehrlich gesagt fällt mir auch keine sinnvolle Lösung ein, ich würde wohl versuchen, wenig aufzugeben, aber ganz ohne kann es nicht gehen. Bloß kann es mir dann halt passieren, dass ich irgendwann mit dem Stoff hinterherhinke und dann auch wieder Ärger bekomme. Ich finde dieses Thema aus Lehrersicht ziemlich schwierig... Die Elternsicht ist relativ klar, gerade was die Dauer betrifft (mir ist sie ja auch klar)
Das Wort "Hausfriedensbruch" finde ich aber doch sehr übertrieben...
Dass Problem, dass die Eltern dafür sorgen müssen, dass die HA überhaupt gemacht werden, ließe sich natürlich mit der (echten!!!) Ganztagsschule lösen, das Zeitproblem aber auch nur bedingt.
Ist jetzt etwas länger geworden als beabsichtigt, aber ich finde das Thema gerade sehr interessant - falls also jemand Vorschläge hat, wie man (unter den aktuell gegebenen Umständen) die beiden genannten Probleme lösen kann, bin ich sehr dankbar! _________________ Liebe Grüße, Elke
(Hashimoto, Depression, soziale Phobie mit selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitszügen, V.a. Asperger...)
an der Schule meiner Tochter gibt es keine festen Hausaufgaben.
Sie sind angehalten 5 Hausaufgaben pro Woche (mindestens 1 in Deutsch und Mathe) anzufertigen. Diese können sie sich frei aus einem Ordner auswählen. Auch mal eine Kuchen backen, was stricken, oder ein Buch lesen gilt als Hausaufgabe.
Man könnte auch einen Kosmos Kasten nehmen und den als HA einreichen, der Phantasie sind eine Grenzen gesetzt.
Hier in Berlin arbeiten immer mehr Schulen an dieser Art von Unterricht.
LG Madeleine
Bei meinem Großen breche ich nach 30 min. HA ab. Das ist genug, auch nach Ansicht seiner Klassenlehrerin (er geht in die 2. Klasse einer Regelgrundschule). Voraussetzung ist, dass er diese 30 min. konzentriert arbeitet. Ich finde die Menge an HA oft erschreckend; ich kann mich nicht erinnern, HA in diesem Umfang gemacht zu haben (meine Mutter übrigens auch nicht...)
Wichtig sind sie schon, da dies eine Vorbereitung für später ist, wo es ohne HA gar nicht geht. Nur: wenn ich nicht weiß, wie heute manche Aufgaben angegangen werden (vor den Zahlenmauern stand ich erstmal ziemlich ratlos, da keine Erklärung drunter stand und ich die nicht kannte), wie soll ich da etwas erklären?! Nachdem ich nachgefragt hatte und mir das System klar war- kein Problem, aber das muss man ja auch erstmal wissen.
Der Kleine braucht noch mehr Hilfe (Eingangsklasse Sprachheilschule) und da sitzt man locker eine Stunde mit den Kindern am Küchentisch (sie machen sie getrennt, da sie sich sonst ablenken) und das kann hart sein, wenn ich Nachtdienst hatte und auch müde bin. Hinzu kommt, dass Jan um 7 Uhr morgens mit dem Bus fährt, als um spätestens 6:10 Uhr aufstehen muss und (wenn er 6 Stunden hat) erst um 14:15 Uhr nach Hause kommt. Das ist ein langer Tag und er ist dann einfach auch müde und geschafft! An solchen tagen müssen doch nicht unbedingt noch 2-3 Arbeitsblätter gemacht werden
Unser ganzes Schulsystem ist nicht so, wie es eigentlich effektiv wäre, da hakt es nicht nur an der Hausaufgaben-Situation. Das sehe ich schon an meinem Großen, der mit 31 anderen Kindern in einer Klasse ist (an Gruppentischen) und sich anhand des Lärmpegels nicht gut konzentrieren kann, was m.E. auch kein Wunder ist! Einerseits wird gejammert, dass immer weniger Kinder geboren werden, andererseits stopft man aber Klassen bis zum es geht nicht mehr voll und wundert sich dann, wenn die Leistungen nicht die sind, die man sich wünschen würde. So könnte ich stundenlang weitermachen, aber das ist ja auch eigentlich nicht das Thema...
ich bin eine Hausaufgabengeplagte Mutter....geplagt, weil Hausaufgaben ein täglicher Kampf hier in der Familie auslöst.
Meine Tochter -- hochbegabt -- sieht Hausaufgaben als Bestrafung an. Sie dazu zu bewegen, die Hausaufgaben zu machen, kostet Zeit und oft muss sie es diese unterbrechen, weil sie einfach nicht mehr kann (nicht konzentrationsmässig, sondern weil es für sie zu langweilig ist). Resultat: 1 1/2 Stunden konzentriertes (!!!) Arbeiten bei ihr in der Summe ist keine Seltenheit. Das in der 3. Schulklasse.
Mein Sohn -- 4. Schulklasse -- sitzt wesentlich weniger lange an den Hausaufgaben dran, hat aber auch wesentlich weniger auf. Gleiche Schule!
Dann "verlangen" die Lehrer, dass man mit den Kindern noch lernt. Dass sie regelmässig Sport treiben. Bei momentan durchschnittlich 3 (!!) Klassenarbeiten pro Woche ist das fast unmöglich, zumindest, wenn noch Therapien anstehen (Logopädie wegen Schluckstörung bei meiner Tochter, Ergo wegen Motorikprobleme bei meinem Sohn, demnächst auch Lese-Förderung, da inzwischen eine massive Leseschwäche festgestellt wurde). Täglich lesen sollen wir auch.. mindestens 20 min.
Nunja.. ist ja nicht so, dass die Kinder -- wie ich es früher -- um 12 Uhr zu Hause bin. Nein, die Schule endet immer erst kurz vor 2 Uhr, so dass die Kinder um 14 Uhr zu Hause sind und dann Essen können. Dann ist es jedoch gleich schon mal 14:30 Uhr, wenn das Mittagessen im Magen ist.
Etwas Pause -- dank pädagogischen Ratschlag -- soll ja nötig sein, d.h. vor 15 Uhr sollten keine Hausaufgaben angefangen werden. So... 1 Stunde bis 1 1/2 Stunden Hausaufgaben (Deutsch, Mathe täglich, optional Sachunterricht, Englisch und Religion) -- konzentriert arbeiten, ohne Unterbrechung -- sind bei uns Standard. Ich rechne mal netterweise mit einer Stunde. Dann zeigen die Zeiger der Uhr bereits 16 Uhr.
Dann noch zweimal die Woche Sport -- und der Tag ist gelaufen. Dann noch einmal die Woche (pro Kind) Förderung ... und drei Tage die Woche sind vorbei. Mein Sohn bekommt noch Nachhilfe ... zweimal die Woche. Die Woche ist dann für ihn erledigt. Meine Tochter spielt Flöte und bekommt Unterricht... ist nötig, weil sie sonst intellektuell gar nicht gefördert werden würde ... und folglich schaut es bei uns so aus, dass alle Wochentage (bis auf Freitag) mit Schule und Hausaufgaben drauf gehen. Zeit zum Lernen gibt es bei uns am Wochenende. Toll, oder?? Die Kinder haben einen Arbeitsplan für die Schule von 8 Uhr morgens, bis 16 Uhr nachmittags, mit einer Stunde unterbrechung für Mittagessen und Mittagspause. Und das bereits in der Grundschule!!!!!!!!!!
Das kann doch echt nicht mehr normal sein, dass die Kinder -- wie Erwachsene -- einen 8 - Stunden Tag ablegen müssen. Und das bereits mit 8 bzw. 9 Jahren. Tendenz steigend.
Hallo zusammen,
früher hätte ich dem voll zugestimmt. Hausaufgaben ist Hausfriedensbruch.
Mitlerweile aber nicht mehr.
Ich denke es kommt ganz auf die Situation an die sich zu Hause ergiebt. Bei meinem großen war es die ersten 4 Jahre ganz schlimm. Ich musste jeden Tag neben ihm sitzen und ihm helfen, erklären. Wir hatten einige schwere Zeiten in den ersten 4 Jahren. Im 5 Schuljahr, er geht auf die Gesamtschule, ging es besser. Ich habe gesagt, du wirst jetzt groß und musst mal alleine dadurch. Wenn du was nicht verstehst, dann helfe ich dir gerne, werde aber nicht mehr neben dir sitzen.
Und was soll ich sagen. Jetzt im 6. Schuljahr geht er auf sein Zimmer und macht die Hausaufgaben. Super kann ich da nur sagen.
Obwohl die Kinder sehr viele HA auf haben. Sie haben in der Schule nur 2 Stunden Arbeitsstunde in denen sie die HA machen können. In der Woche.
Kevin steht morgens um 6 Uhr auf, verlässt um 7.10 das Haus, und wenn er nachmittags mit dem Bus fahren muss ist er vor 17.00 -17.30 nicht zu Hause. Und muss dann noch HA machen. Da er auch noch Eishockey spielt und dort noch im NRW-kader ist, hat er auch noch 4 mal die Woche training. ganz schön hart.
Ich finde HA ganz gut im den Lernstoff zu vertiefen. Aber wie gesagt, in einer angemessenen Menge und auch das richtige. Was nützt es wenn die Kinder zu Hause alles alleine erarbeiten müssen, und evt. auch noch den Inhalt der Arbeiten nicht verstehen kann.
lg.
sandra _________________ Sandra (68), Uwe (´64), Kevin (´95) ADHS, Robin (´99) Microzephalie, Lissenzephalie, Dustin (´01) ADHS.
Wer nicht den Mut hat zu Träumen, hat auch keine Kraft zu Kämpfen.
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