Verfasst am: 17.09.2007, 16:43 Titel: Konfirmation - mit Pastor gesprochen
Hallo Ihr lieben,
hatte eben mal wieder unseren Pastor als Kunden bei mir hier im Laden und...
habe Ihn gleich mal gefragt, was er eigentlich macht, wenn Eltern mit Besonderen Kindern auf Ihn zukommen und wollen, dass Ihre Kinder Konfirmiert werden?!
Hatte er bisher noch nicht ??? Aber er will sich mal umhören, in den Nachbargemeinden ob es nicht sinnvoll wäre eine Gruppe ins Leben zu rufen. Ich meinte es müsste ja vielleicht nicht jedes Jahr sein, sondern alle zwei Jahre, falls es zu wenige sind (was ich mir nicht vorstellen kann)
Er war ganz erstaunt... scheint sich noch niemand getraut zu haben, einfach mal Nachzufragen?
Wollen die anderen Eltern nicht, dass die Kinder einen "normalen" Alltag haben?
Ich bin der Meinung ich kann Mascha das nicht vorenthalten, nur weil ich der Meinung bin, dass sie in einer Gruppe mit 50 Konfirmanten (so viele sind es dieses Jahr wieder) nicht mithalten kann.
na, er hat ja noch ein bisschen Zeit, Mascha ist ja erst 8 aber er kann sich ja ruhig schon mal Gedanken machen
Traut Euch einfach mal zum Pastor zu gehen, vielleicht "sehen" sie die Notwendigkeit nur nicht und müssen mit der Nase gestuppst werden.
Würde mich freuen zu hören wie es bei EUch ist.
Lieben Gruß Cerstin _________________ Mascha 5/99 sensomotorische Wahrnehmungsstörung ADS-Träumer?, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ unsere Vorstellung
Also meine Konfirmation liegt erst 3 Jahre zurück. Habe mich seeeeehr auf diesen Tag gefreut.
Also bei mir war es so, dass der pastor von der gehbehinderung alles wusste. Am tag der Konfirmation haben wir morgens nochmal alles durchgesprochen,mit wem ich in die Kirche geh,mit wem ich aufgerufen werde,wegen Segen und knien und so. Ich habe gesagt, dass ich mit meiner besten Freundin nach vorne gehen will. ich konnte mich bei ihr einhaken und sie hat mich gestützt,als wir den Segen bekommen haben.
Liebe Grüße,
Laura _________________ Laura (10/88) Kloakenfehlbildung, inkompl. VACTERL-Syndrom, caudales Regressionssyndrom, Sacrumdysplasie, Hysterektomie (12/06), Mitrofanoff-Stoma (08/08), chron. Nierenversagen(Stadium V) seit 3/10 dialysepflichtig, hochgrad. Latexallergie
Ihr lacht über mich, weil ich anders bin- Ich lache über Euch, weil ihr alle gleich seid.(K.Cobain)
ja ja die Kirche.Ich empfinde sie als Feind gegenüber Besonderen Kindern/Menschen.
Anna hat vor 14 Tagen ihre Konfi geschmissen.
Wir haben 2 Pfarrer.Der erste meinte er stelle sein Konfijahr nicht um.Also wechselte Anna die Konfi Gruppe.
Wir haben 2 Kirchen im Ort,eine Sommerkirche auf dem Berg und eine Winterkirche im Ort.
Aber beide Kirchen sind für Gehbehinderte Menschen fast unmöglich zu erreichen.Für einen Rollifahrer überhaubt nicht.
Der 2. Pfarrer war am anfang erst mal kooperativ.Aber dann meinte er er müsste mir mal meinen Alltag planen.
Er schickte mir eine Kinderkrankenschwester die solle sich doch mal Anna annehmen das sie mit dem Kathetern selbstständig wird.
Halloooooooo,das hat nichts mit wollen zu tun,nein sondern mit Annas starken Hüftkontrakturen in der Hüfte und den Knien.Ist ihm egal,sie kommt trotzdem.Also die Tante erst mal rausgeschmiessen.
Zur Konfistunde musste Anna ins Gemeindehaus.Vorne rein geht nicht,15 Stufen.Hinten rum sind es dann "nur" 6 Aussenstufen.Ok Mama kann sich ja einen abschleppen.Was macht Herr Pfarrer?Er steht oben und hält die Tür auf.
Der nächste Hammer,der halbe Kirchenvorstand steht vor meiner Tür.Ich bin ja ein freundlicher Mensch,also hab ich mit iht anliegen angehört.
Kam doch tatsächlich die Frage ob Anna nicht doch einige Meter laufen könnte.
Ich dacht ich dreh durch.Nein Anna kann nicht laufen.Also auch die raus geschmissen.
Der Oberhammer war dann als der Pfarrer Annas Physiotherapeutin fragte ob Anna denn wirklich so viel Therapie braucht.
Nein braucht sie nicht,ich mach das mit ihr damit mir nicht Langweilig ist.
Boorrrr,Kirche ist für mich ein rotes Tuch geworden.Wasser predigen aber Wein s...
Sorry aber das Thema schickt mich drauf ohne ende.
Ach übrigens,in unserem Ort ist seid 20 Jahren kein Besonderes Kind zur Konfi gegangen.Woran das wohl liegt?
LG
Andrea _________________ Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,10,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta
@ Andrea
Das tut mir leid, dass ich so schlechte Erfahrungen machen musstet. Ich hoffe, dass das bei anderen nicht die Regel ist.
@all
Ich hatte meinen Konfirmandenunterricht an meiner Schule (KB-Schule). Mein Religionslehrer war auch gleichzeitig mein Pfarrer, der mich dann auch konfirmierte.
Es waren mit mir 4 Schüler in der Gruppe, davon 3 Rollstuhlfahrer, einer davon sehr stark mehrfach behindert. Der Eingang der Kirche war zugänglich (hinten).
Wir waren ganz normal mit der "normalen" Gruppe (ca. 30 Leute) in der Kirche. Der andere Pfarrer wurde auch informiert und es war gar kein Problem. Auch der sehr schwer behinderte Junge gehörte ganz normal dazu.
Er konnte leider nicht teilnehmen, weil er ins Krankenhaus musste, aber der Pfarrer, der gesunden Schüler fragte sogar: "Wo ist denn Markus, er wird doch heute auch konfirmiert?", obwohl er für uns gar nicht "zuständig" war. Markus durfte dann an einer anderen Konfi-Gruppe teilnehmen und wurde später konfirmiert.
Der einzige Unterschied war, das "unser" Pfarrer eben uns 3 konfirmiert hat und der andere Pfarrer eben die anderen 30. Aber es war eine gemeinsame Zeremonie, nur das halt beide Pfarrer vorne standen. Ich habe meine Konfirmation als sehr schön in Erinnerung. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
wenn ich das so höre... Da geht mir echt der Hut hoch!
Es kommt echt immer auf den einzelnen "Herrn Pastor" an- je nachdem wie sehr er sich als nächstenliebender Christ begreift
Ich kenne das auch so, dass die Schüler in der Schule ihren Konfiunterricht haben und dan auch gemeinsam konfirmiert werden. Für die G- Kinder finde ich das nicht allzu schlecht, aber es sollte ihnen offen stehen, ob sie nicht lieber am regulären Unterricht teilnehmen wollen. Bei einigen, die ich kenne, wäre das jedoch echt ne Überforderung gewesen und sie hätten nichts mitnehmen können- außer wahrscheinlich blöde Witze
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Hallo,
also Daniel ist auch in unserer Gemeinde konfirmiert worden. Wir hatten in der Zeit zufällig einen jungen engagierten Aushilfspastor, der so etwas zwar auch noch nie gemacht hatte, aber offen und experimentierfreudig war.
Da es keinen Sinn machte, Daniel mit in den Konfi- Unterricht zu schieben, kam die Gruppe einfach zu uns nach Hause. Bei Chips und Cola haben die mir dann Löcher in den Bauch gefragt, wie das Leben mit einem so schwer behinderten Kind wohl ist......ich habe "die Ohren mit Schwung angelegt" und nur gestaunt ......da kamen Fragen, die mir Erwachsene noch nie gestellt hatten - einfach toll !!!
Ich glaube, die Kiddis haben in dieser Stunde alle viel gelernt - die zweite Gruppe wollte dann auch noch gern kommen.... fand ich klasse.
Ansonsten wurde von den Kids für Daniel ein T-shirt mitgestaltet und sie kamen im Sommer nochmal zum Eisessen.
Am Tag der Konfirmation gehörte Daniel dann ganz selbstverständlich dazu - leider ist er aber nicht mit auf dem Foto wegen - Anfall......schade, aber nicht ändern....
LG Heike
Hallo,
ich habe gerade die Beiträge gelesen, welche Probleme es geben kann, wenn man ein besonderes Kind konfirmieren will. Ich denke, dass es auf beide Seiten ankommt. Ich fände es schon gut, wenn man auch vorher mit den Kindern zum Gottesdienst geht, den Pfarrer/in kennen lernt und Kontakt herstellt. Ich glaube schon, dass viele Menschen bereit sind, auch die Stufen hoch zu helfen, wenn man sie fragt. Ganz oft herrscht Unsicherheit bei Nichtbetroffenen, dies sollte man nicht vergessen. Mit unserem Sohn wurde unser naachbarmädchen (gehörlos) konfirmiert und es war sehr schön, denn mit ihr wurde ein Rollenspiel gemacht, doch dafür braucht man auch die Eltern. Ich finde es unfair, dass einfach alles platt gemacht wird, was mit Kirche zu tun hat, dort arbeiten auch nur Menschen. Ich hoffe, dass mich niemand falsch versteht, doch es gibt immer zwei Seiten der Medaille.
Liebe Grüße Tonga
Anna ist bis das sie nicht laufen kann Topfit.
Wir haben auch kein Problem zu fragen ob uns jemand helfen kann.
Aber ich frage nicht hundert mal nach.Und ich lass mir auch nicht vor schreiben was ich zu tun und zu lassen habe.Schon garnicht von einen Pfarrer.
Unser Pfarrer kennt Anna schon seid der Kiga zeit.Und in der Schule hat er sie auch in Religion unterrichtet.
Ich persönlich habe mit diesem aktuellen erlebnis der Kirche den Rücken komplett zu gedreht.Ich freue mich für jeden der positive Erfahrungen mit der Kirche macht,aber für mich ist das Thema durch.
Und wie oben schon geschrieben,in unserem Ort wurde seid 20 Jahren kein besonderes Kind Konfirmiert.Alleine das gibt mir zu denken.
LG
Andrea _________________ Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,10,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta
Ach übrigens,in unserem Ort ist seid 20 Jahren kein Besonderes Kind zur Konfi gegangen.Woran das wohl liegt?
.... weil man lieber der Kirche den Rücken kehrt,
liebe Andrea,
als dass man sich dafür wirklich ernsthaft und friedlich einsetzt, dass mein Kind zur Konfirmation, Kommunion oder Firmung gehen kann, sei es in der Katholischen oder der Evangelischen Kirche.
Kämpfen für mein Kind und den Pfarrer immer wieder damit konfrontieren, bis ER mit seiner Gemeinde eine Lösung findet.
Da würde ich durch alle Gremien einer Gemeinde gehen - bis ich mein Ziel erreiche.
Und wenn das nicht gelingen würde, würde ich doch schlichtweg die Presse einschalten.
Wie gesagt - man kann kämpfen, oder man kann der Kirche den Rücken kehren.
In der Bibel steht irgendwo: "Lasst ALLE Kinder zu mir kommen .......!"
Und das nehme ich doch für bare Münze und mein fester Glaube verbietet mir, die Flinte ins Korn zu werfen - das hat Jesus auch nicht getan.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ja das mag schon stimmen,da widerspreche ich dir nicht.
Aber wenn die Kirche,sprich der Pfarrer versucht mir in mein Leben ein zu greufen hört es auf.
Desweiteren habe ich für mich wichtigere Baustellen.Gegen die ich an kämpfen muss.
LG
Andrea _________________ Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,10,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta
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