Verfasst am: 14.09.2007, 12:05 Titel: Wie läuft der Wechsel vom Kiga in die Schule?
Hallo!
Ich habe gleich mehrere Fragen. Wir tappen ziemlich im Dunkeln und versuchen, unserere Vorgehensweise ein wenig zu koordinieren.
Unser Sohn Ruben wird im nächsten April sechs Jahre alt. Er ist entwicklungsverzögert, hat aber Dank der guten Arbeit im integrativen Kindergarten wahnsinnig aufgeholt. Auf Rat der Leiterin des Kindergartens (Heilpädagogin) suchen wir nun eine Förderschule. Wir wohnen im rechtsrheinischem Rhein-Sieg-Kreis uns werden uns in den nächsten Wochen die Schulen einmal anschauen. Unsere Favoriten sind die Jonnnes-Schule in Bonn oder die neu gegründete Franziskus-Schule in Neunkirchen Seelscheidt.
Ist zufällig jemand hier, der sein Kind dort eingeschult hat?
Hat man Anspruch auf einen Fahrdienst?
In Bonn werden wir im Oktober hospitieren, dann wissen wir wahrscheinlich mehr.
Aber, wie läuft das jetzt konkret?
Soweit ich das richtig verstanden habe, muss ich meinen Sohn erst mal bei der Grundschule im Bezirk anmelden. Die machen dann einen Sondervermerk für Förderschule und leiten das ans Schulamt weiter. Und dann? Dann gibt es doch bestimmt nochmal eine amtsärztliche Untersuchung???
Parallel dazu werden wir ihn ab Oktober wieder im SPZ vorstellen.
Also, ich hoffe, ich klinge nicht zu verwirrt und bin jetzt schon dankbar, für Eure Antworten.
Viele Grüße
Dani _________________ Mit Ruben (04/02) kombinierte Entwicklungsstörung und den Zwillingen Arved und Bela (02/05)
ja, Du bist schon auf dem richtigen Weg, so schlimm ist das alles garnicht, zieht sich aber unendlich lange hin, sicherlich bis zu den nächsten Sommerferien, dann kommt als allerletztes das Schreiben des Schulamtes aus dem geht hervor, in welche Schule Dein Sohn dann gehen kann.
Aber von Anfang an: Du bekommst eine Aufforderung, dass Dein Sohn schulpflichtig wird und meldest ihn dann an Eurer Grundschule an, dort kannst Du schon angeben, dass Du einen Antrag zur Eröffnung des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs (VSOF, früher AOSF oder umgekehrt??)stellen möchtest. Diese Schule setzt sich dann mit einer Sonderschullehrkraft der in Frage kommenden Schule in Verbindung und je ein Lehrer/ eine Lehrerin der beiden Schulen setzen sich mit Euch in Verbindung, der Sonderpädagoge überprüft dann das Kind diagnostisch, gibt sein Ergebnis ans Schulamt und irgendwann kommt dann das o.g. Schreiben, das ist das Ende des Verfahrens. Zwischendurch kommt noch eine Aufforderung, das Kind beim Gesundheitsamt vorzustellen, da müssen alle hin.
Ps. Alle Beteiligten sind dankbar für Berichte, Diagnosen, halt alles, was ihr schon habt.
Viel Erfolg
Cornelia _________________ Paula, 16, Asperger
Du wartest einfach ganz normal den Bescheid ab, dass Dein Kind schulpflichtig wird und gehst dann damit zur zuständigen Regelgrundschule zum Test-Termin. Dort wird dann der Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gestellt - hilfreich ist vielleicht, wenn Du zu diesem Termin schon vorhandene Arztberichte / -briefe mitnimmst, aus denen hervorgeht, dass die Beschulung auf einer Förderschlue empfohlen wird.
Ich kannte die zuständige Rektorin schon, weil meine großen diese Regelschule besuchen, sie hat mich dann angerufen und gefragt, ob sie Louisa erst testen soll, oder ob wir den Antrag direkt stellen. Vielleicht kannst Du ja auch schon im Vorfeld, also sobald die Einladung zur Schule da ist, dort anrufen und den Sachverhalt schon mal telefonisch klären - macht es vielleicht ein wenig einfacher.
Danach geht eigentlich alles automatisch seinen Gang, das scheint im Detail aber etwas unterschiedlich zu sein in den einzelnen Städten. Eigentlich wird dann ein Gutachten erstellt, aus dem dann schlußendlich hervorgeht, WELCHE Förderschule empfohlen wird. Auch hier haben wir von vorne herein schon gesagt, dass uns von allen beteiligten Seiten eine Körperbehinderten Schule empfohlen worden ist und dann ist auch entsprechend eine Lehrerin von dieser Schule am Gutachten beteiligt gewesen. Ich denke auch hier kann es nur von Vorteil sein, wenn man schon weiß, wo das Kind beschult werden soll, das vereinfacht die Sache ein wenig.
Zur Erstellung des Gutachtens hatten wir verschiedene Termin, einmal zur IQ-Testung, einmal zur schulärztlichen Untersuchung (die fand bei uns in der KB-Schule statt) und dann nochmal einen Termin zur Besprechung des Gutachtens. Ich hoffe, ich habe jetzt keinen vergessen...... Aber uns wurde wirklich bei jedem Schritt gesagt, wie es jetzt weiter geht, wir hätten an jeder Stelle immer Einwände erheben können, ich fand es im Nachhineine gar nicht soooooo komliziert, wie ich mir das zunächst vorgestellt hatte...
Falls Du noch weitere Fragen hast - einfach stellen, irgendjemand findet sich in diesem Forum IMMER, der sie beantworten kann !
GLG Anja
Edit: Da war Cornelia etwas schneller als ich -- na egal, dann steht´s halt zweimal hier.... _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Hallo und Danke für Eure Nachrichten.
Das hilft mir schon mal wahnsinnig weiter. So hab ich mir das auch schon vorgestellt. Aber es ist natürlich mal wieder Neuland, das man erst mal für sich erobern muss. Aber wir werden uns schon durchwurschteln.
Viele Grüße
Dani _________________ Mit Ruben (04/02) kombinierte Entwicklungsstörung und den Zwillingen Arved und Bela (02/05)
wenn der sonderpädagogische Förderbedarf dann festgestellt ist, wird der dann jährlich geprüft ? Wenn ja, wieder durch das Gesundheitsamt oder durch
eine - unabhängige- Sonderschullehrerin ?
Mein Sohn geht seit 2 Wochen auf eine G- Schule (ist ein Grenzfall zwischen LB und G) und das Schulamt möchte zum Ende des Schuljahres einen Entwicklungsbericht haben. Wie geht das dann weiter ?
Uns hat man gesagt, dass dieser Bedarf jährlich wieder getestet wird, auch und wahrscheinlich auch gerade weil diese Schulplätze ja auch eine Menge Geld kosten. Das würde aber schulintern gemacht. Genaueres weiß ich auch noch nicht. Jedenfalls wird jedes Jahr aufs Neue über den sonderpädagogischen Förderbedarf entschieden.
Allerdings werden wir unsere Maus gegen Ende diesen Jahres noch mal von den Psychologen im hiesigen SPZ testen lassen, um besser auf individuelle Stärken und/oder Schwächen eingehen zu können.
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Der Förderbedarf wird tatsächlich jährlich neu festgestellt. Aber besonders getestet wird dabei nicht, schon gar nicht durch ne unabhängige Lehrkraft. Meist ist das Zeugnis und die dazugehörigen Klassenarbeiten und Beobachtungen schon Beleg genug. Sollte Dein Kind so gut sein, dass es wirklich Regelschule schafft, wird die Lehrerin Dich schon separat ansprechen.
Ob der Bericht immer zum Schulamt geschickt wird, weiß ich nicht genau. Vermute aber mal, dass da zumindest eine Meldung erfolgt. Wenn ja, dann macht das die Schule automatisch. Und solange es von keiner Seite aus Zweifel an der Beschulung des Kindes gibt, wird man auch nicht gehört.
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Hallo,
bei uns in München ist es so, dass die Förderschul-Plätze schon vergeben sind, wenn der normale Schultest stattfindet.
Man muss sich da schon früher drum kümmern.
Ich würde ein paar Wochen nach den Ferien bei der Wunsch-Schule anrufen.
Gruss, Christiane _________________ Christiane mit Michael (9), außerhalb der Familie übermäßig schüchtern, angepaßt, zurückhaltend, soziale Unsicherheit bei chronisch-rezidivierenden Paukenergüssen, ADHS. Hat sich in den letzten Monaten sehr gut entwickelt und viele Entwicklungsrückstände aufgeholt. Besucht Klasse 3 einer Kooperationsklasse der Grundschule.
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen