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Immer mehr lernen in kürzester Zeit Teil 2(Alltag Gymnasium)
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Andrea5
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 20:30    Titel: Immer mehr lernen in kürzester Zeit Teil 2(Alltag Gymnasium) Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe im Internet einen älteren Bericht aus dem Jahr 2006 gefunden,
der aber weiterhin sehr aktuell ist. So sieht ein Tag einer Schülerin
aus der 6. Klasse Gymnasium aus, die in 12 Jahren ihr Abi macht.

(FOCUS-Online)
30.04.06, 14:03Druck

G8-Reportage
Evas 51-Stunden-Woche
Von FOCUS-Online-Autor Hardy Prothmann
„Nur die Besten bekommen einen Studienplatz“http://www.focus.de/schule/schule/unterricht/G8-reportage

Mod-Edit: Text wegen Urheberrechtsverletzung gelöscht und stattdessen verlink. Gruß Nellie

Sind das etwa die Konsequenzen von PISA? In NRW Einführung des
Samstagsunterrichtes, damit das Abi in 12 Jahren paßt? Was kommen
denn noch für Vorstellungen der Politiker, vielleicht noch Einschulung
mit 4 Jahren, damit alle die gleich Chance haben? Vielleicht ist Deut-
schland, was Schulbildung anbetrifft einen Irrenhaus geworden.
Hut ab vor diesem Mädchen, daß es alles so gebacken bekommt in
ihrem Alltag (wo ich viele Sachen die auf dem Terminkalender stehen
zuviel finde, irgendwo muß man in diesem Alter noch Kind bleiben
und auch bei der vielen Arbeit auch noch etwas Muse finden).

Aber vielen Kindern auf dem Gymnasium fällt es nicht so in den
Schoß, auch wenn sie nicht schlecht sind. Vielen fällt es nicht ein-
fach so zu. Die sitzen noch länger an den Hausaufgaben und für
andere schulische Vorbereitungen (Klassenarbeiten, Referate usw.)
Hobbys und Freunde treffen ist dann ganz passe und so etwas hört
man auch immer wieder.

Was sagt ihr dazu?

Gruß
Andrea
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Gisi
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

hallo andrea,

da hab ich eine ziemlich feste meinung zu Very Happy
wer auf dem gym überfordert ist gehört da nicht hin.

frag mich jetzt nicht nach zahlen, aber es ist ja inzwischen so das das gym
eher zur "normalen" schule geworden ist. und das kann ja auch nicht sein.
früher, also so vor geschätzten 100 jahren (ja wie alt bin ich denn Shocked )
waren doch die wenigsten schüler auf dem gym. und das lag nicht daran das
es von den eltern nicht gewollt war. sondern weil einfach viel mehr nach
leistung sortiert wurde. und die wenigsten kinder wurden mit nachhilfe durch
die schule geschleust.

lg gisi

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Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
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_Katha_
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea

meine Gymnasiumzeit ist nicht lange her und ich fand es ok...

Unterricht war schon recht lange, aber die Pausen zwischendurch sind auch lange... Man überanstrengt sich sicher nicht... Laughing

Die Fächer waren teilweise eher zum Schlafen, andere kapiere ich bis heute nicht wirklich.. Embarassed

Gelernt habe ich selten... Gerade Latein ist ein sehr einfaches Fach. Stupides auswendig lernen und schon hat man eine Eins.. Nichts Nachhilfe.. Rolling Eyes

Was man in seiner Freizeit macht ist Jedem selbst überlassen. Der eine packt sich die Freizeit voll und entspannt sich beim Fußball, der Nächste macht nichts und liest ein Buch. Auch gut...

Den Vergleich von Vater und Tochter "Arbeitszeit" finde ich sowas von übertrieben!... Rolling Eyes Hat der Vater denn auch alle 45 Minuten eine Pause? Rolling Eyes

Naja... Meiner Meinung nach liegt das Problem an der gesamten Aufteilung von Realschule und Gymnasium.. Aufs Gymnasium kommt man recht leicht und manche Eltern sind besessen davon ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken... Rolling Eyes

Sicher ist das von Schule zu Schule unterschiedlich. Ich war auf einem Dorf-Gymi und es war gut mitzukommen, man musste aber schon ab und an mal lernen und wenn es nur Vokabeln waren. Hausaufgaben waren teilweise schon recht schwer, aber das lag dann eher daran, dass man nicht aufgepasst hat. Very Happy

Ich kenne auch genug Leute, die ein ABI haben ohne jemals dafür gelernt zu haben... "Man darf ja das Tafelwerk nehmen, da steht ja alles drin."

LG Katha

-> Schulsystem Sachsen, davon rede ich Wink
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mama123
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
mein Sohn ist heute (wir wohnen in Bayern) in die 8. Klasse Gymnasium (G8) gekommen.
Er geht jeden Tag (wie in den letzten drei Jahren auch) um kurz vor 7.00 Uhr aus dem Haus und fährt mit dem Bus in die ca. 12 km entfernte Stadt, wo sein Gymnasium ist. Der Unterricht beginnt dort um 7.50 Uhr.
Sein Stundenplan für dieses Schuljahr sieht nun so aus:
Montags bis 13.50 Uhr Schule, der Bus fährt aber erst um 14.45 Uhr, so dass er erst so gegen 15.10 Uhr zu hause ist.
Dienstags bis 12.50 Schule, Bus fährt um 13.25, zuhause ist er kurz vor 14.00 Uhr.
Mittwochs bis 16.15 Uhr Schule, Bus fährt um 16.45 Uhr, daheim ca. 17.10 Uhr
Donnerstags und Freitags wie Dienstags.

Essen hat er in der Schule, aber Hausaufgaben müssen dann noch zuhause gemacht werden.
Mein Sohn hat keinerlei Probleme in der Schule und geht auch sehr gerne hin. Er braucht auch zuhause relativ wenig zu lernen, aber so gut haben es eben nicht so viele.
Für mich ein großes Problem am G8 ist vor allem für Fahrschüler wie mein Sohn, das Hin- und Herfahren von zuhause in die Schule. Ich habe deshalb extra mal die Schulschlusszeiten und die Busfahrzeiten aufgeführt, so dass deutlich wird, wie viel Freizeit eigentlich verloren geht, weil der Schülertransport nicht ideal ist.
Unsere Verkehrsgesellschaft hier hat beim letzten Fahrplanwechsel im Dezember nachmittags Busse gestrichen, so dass nun nur noch alle Stunde eine Bus fährt. Angeblich wären die Busse nicht genügend ausgelastet. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Es kommen nun jedes Jahr immer mehr-G8 Schüler dazu, also steigt auch die Zahl der Schüler die Nachmittagsunterricht haben. In der Stadt, in der das Gymnasium meines Sohnes ist, gibt es noch drei andere Gymnasien, unter anderem das drittgrößte von Bayern, d.h. es sind jede Menge Schüler nachmittags mit Bussen unterwegs. Und dann werden Busse gestrichen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Und da sehe ich neben der Stofffülle das größte Problem für Fahrschüler im G8, denen das Lernen eben nicht so leicht fällt. Sie verlieren jede Menge Freizeit, weil sich der öffentliche Nahverkehr nicht auf die Situationen einstellt.

Das sind meine Erfahrunge mit dem G8.

LG
Dagmar

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Dagmar mit Ehemann Michael, Simon (5/94), Benedikt (09/97, Syringomyelie, Inkontinenz, mittlerweile nur noch leichte Motorikprobleme), Miriam (01/2000, Absencen-Epilepsie)
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_Katha_
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

GISI du hast es drauf! Genau das meine ich!!!.. Konnte mich nur nicht so kurz fassen... Embarassed

Bei uns gab es auch viele Beispiele von eher Hauptschule, aber der Papi hatte halt Einfluss und zack waren sie auf dem Gymi.. nur 4 + 5 + 6 unter den Arbeiten, aber es gibt ja Nachhilfe.... Rolling Eyes

Wenn man mehr Nachhilfe braucht als man in die Schule geht, dann gehört man nicht aufs Gymi. So ist es. (Was im Übrigen keine Schande ist!)

LG Katha, die unheimlich stolz auf Gisi ist.. Laughing
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Gisi
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Katha Laughing Laughing Laughing ja du darfst stolz auf eine hauptschülerin sein Wink
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

unter heutigen Bedingungen könnte ich wohl kein Abi mehr machen. Ich war erst auf einer sehr guten, anspruchsvollen Realschule, sodass ein Wechsel aufs Gymn. nach der 10. Klasse erstens kein Problem war und zweitens das elfte Schuljahr noch als Orientierungsjahr genutzt werden konnte. Das geht heute alles nicht mehr, da erstens die Anforderungen an der Realschule drastisch gesunken sind und zweitens das Abitur ja schon nach 12 Schuljahren erfolgen soll. Da kann die dritte Fremdsprache nicht mehr "nachgelernt" werden. Insofern: Früher war das Schulsystem durchlässiger, ist heute nicht mehr so.

LG
Sabine

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Gisi
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

@ sabine, du kannst aber immer noch alles nachholen. ich hab nach der
hauptschule die handelsschule gemacht, wäre dann weiter gegangen aufs WG
hätt man mir nicht eine lehrstelle nachgeschmissen.

handelsschulen und fachgymnasien gibts auch heute noch.

achja, und wer auf der real überfordert ist gehört da auch nicht hin Wink

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Elke07
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich finde das G8 auch nicht so schlimm, wie immer behauptet wird. Bei uns war es anfangs ein Riesenwirbel von wegen Überforderung usw., aber jetzt (die ersten G8-ler sind jetzt in der 8. Klasse) hat sich das schon weitgehend gelegt, die Anmeldezahlen fürs Gymnasium steigen (statt wie von vielen Politikern erwartet (und erhofft - hier kriegen gerade sämtliche Gymnasien Anbauten Laughing) zu sinken) und die Quote derer, die wiederholt, die Schule wechselt oder Nachhilfe hat, ist meines Wissens auch nicht oder nicht viel gestiegen.

Ich sehe auch ein großes Problem in den Eltern, die ihr Kind unbedingt aufs Gymnasium bringen wollen und dann womöglich noch Höchstleistungen in der Schule sowie in 10 außerschulischen Aktivitäten erwarten (gut, etwas überspitzt, aber es trifft erschreckend oft zu).
Allerdings würde ich das mit den außerschulischen Aktivitäten durchaus etwas differenziert sehen: Für einen guten oder sehr guten Schüler, der vielleicht in der Schule - trotz G8 - nicht richtig gefordert und gefördert wird, können diese quasi lebenswichtig sein, weil er damit insgesamt einer Unterforderung entgehen kann. Keine Ahnung, ob das auf das Mädchen aus dem Artikel zutrifft, aber könnte ja sein Wink
Und gegebenenfalls muss man halt entscheiden, ob man noch sechs Zusatztermine in der Woche möchte oder sich lieber mit Freunden trifft und dafür vielleicht nur drei Zusatztermine hat...
Zumal es ja auch im G9 Nachmittagsunterricht gab, grob geschätzt würde ich sagen, dass es jetzt jedes Jahr jeweils ein Nachmittag mehr als im G9 ist (liegt natürlich auch den einzelnen Schulen, wie sie die Stunden auf die Jahre verteilen).

Wichtig finde ich allerdings die Rahmenbedingungen:
Arrow ein sinnvolles Konzept (Essen, Betreuung, Spielangebot usw.) für die Mittagspause - was bei uns gerade erst langsam im Kommen ist
Arrow selbiges setzt Räumlichkeiten voraus, die oft nicht vorhanden sind, und Personal, das natürlich möglichst nichts kosten soll (also am liebsten Eltern und ältere Schüler, die das ehrenamtlich machen - finde ich in gewissen Grenzen ok, aber manchmal nimmt es schon überhand Rolling Eyes) - schließlich soll immer alles "kostenneutral" laufen
Arrow einen sinnvollen ÖPNV-Fahrplan, damit man nicht um 5.30 Uhr aufstehen muss und unnötig Zeit verliert

_katha_ hat folgendes geschrieben:

Gerade Latein ist ein sehr einfaches Fach. Stupides auswendig lernen und schon hat man eine Eins..

Aber nur, wenn du die gesamte für die Klausur in Frage kommende Lektüre auswendig lernst Very Happy Ich hab noch nie erlebt, dass man in einer Lateinklausur mit Auswendiglernen gut sein kann (nur in den Vokabeltests). Ich halte Latein nicht für schwieriger als andere Sprachen, aber reine Auswendiglernerei ist es bestimmt nicht (ich hatte selber 9 Jahre Latein).

@ Sabine: Zumindest in BW ist das System auch mit G8 noch sehr durchlässig, allerdings ist bei uns üblich, dass man mit Realschulabschluss nicht auf ein allgemeinbildendes Gymnasium, das mit der 5. Klasse beginnt, geht (kommt ganz selten aber schon vor), sondern auf ein berufliches Gymnasium oder ein Aufbaugymnasium - diese beginnen mit der 11. Klasse und sind in erster Linie für Schüler mit Realschulabschluss da und auf diese ausgerichtet.

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Liebe Grüße, Elke
(Hashimoto, Depression, soziale Phobie mit selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitszügen, V.a. Asperger...)
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Jaqueline
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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich bin während meiner gesamten Schulzeit ganztags beschult worden. Also fast nie vor 15:30 Uhr oder 16:00 Uhr Schule aus (Grund- und Förderschule bis 15:00 Uhr)! Außer freitags bis 12:45 Uhr wegen Heimfahrt (Internat) Und Hausaufgaben gab es trotzdem jeden Tag! Geschadet hat mir das nicht. Allerdings hatten wir den Vorteil, dass ja alle im Haus gewohnt haben und man keinen Heimweg hatte (die externen Schüler natürlich schon) und für Aktivitäten danach alle schon da waren.
Ich bin auf diesem Weg gut zum Abitur gekommen. Nur waren unsere Frühstücks- und Mittagspause länger, weil die meisten Schüler (KB-Schule) das für die Pflege/ Essen benötigt haben.

_________________
LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)

Nur wahre Freunde hinterlassen Spuren im Herzen.
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