@ Sandra: Das stimmt! Ich lache auch obwohl mir nicht danach ist.
Ich erzähle auch sehr ungern über alles, weil es mir danach oft schlechter geht als vorher. Das zieht mich runter, weil mir dann wieder alles so bewußt wird!
Ich erzähle dann lieber etwas schönes was ich mit meinen Sohn erlebt habe.
Nur wenn ich eine schlechte Nacht hatte, dann k.... ich mich schon mal bei einigen darüber aus und bekomme da immer viel Verständnis entgegen gebracht. Und einmal antwortete ich: Wie soll es mir gehen? Behindertes Kind- Behinderte Mutter! Aber damit konnte derjenige nichts anfangen. Ich bin oft sehr gefangen in meinem Alltag und Sorgen, das ich oft vergesse andere zu fragen wie es geht . Ich muss mir dann immer mal wieder bewusst werden das es nicht nur meine kleine Welt gibt und andere auch Sorgen haben, eben andere, aber für die auch wichtige Sorgen!
Ich hoffe das ist jetzt nicht zu durcheinander
LG Kerstin _________________ Luca 03 Frühchen 24 SSW, blind, entwicklungsverzögert und Zwillingsschwester Emilia ein Sternenkind; emotionaler Mittelpunkt der Familie von Lissi 14, Maschi 23, Karo 23 und Mama *67 & Papa *62
wie gehts höre ich auch überwiegend als Floskel.
Ich kann mich erinnern, als Marvin ca. 3 Jahre alt war, da hatte er am Wochenende mal plötzlich hohes Fieber, so daß ich den Notdienst anrief. Der Arzt kam vorbei und untersuchte Marvin und als er fertig war und den Papierkram ausfüllte, guckte er mcih an und frug: "Und wie geht es Ihnen?"..Ich war damals total verdattert und hab nur irgendwas rumgestammelt "wie soll es mir schon gehen...ganz gut" Da kannte ich bis dahin nicht, daß das auch mal jemanden interessiert.
Sonst ist es so, daß meine Eltern oder Freunde halt höchstens mal nachfragen, wie es mir geht, wenn ich grad akut krank war (kam ja die letzen Jahre auch häufig genurg vor)....ansonsten kenn ich auch nur die variante "Wie du das schaffst?....wo nimmt man soviel Kraft her?.....Sie wirken so abgeklärt"
Ganz ehrlich...hätte ich aber auch keine Lust jedem dritten zu erzählen wie es mir geht. Eigentlich ist ja auch nach all den Jahren alles ganz normal und wenn es mir dann doch mal richtig schlecht gehen sollte, weiß ich wo ich jemanden finde, bei dem ich mich ausheulen kann, auch wenn sie mich nicht vorher fragen "wie geht es dir?"
LG Ela _________________ Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11
eigentlich bin ich der Meinung, geht es auch gar nicht unbedingt Jeden etwas an, wie es mir geht.
Wenn Andere hören, daß es mir nicht so gut geht, je nach dem, was halt gerade so passiert in meinem Leben, kann das ja auch eine tüchtiges Eigentor werden.
Ich bin da auch sehr vorsichtig geworden und kann auch schon mal ziemlich bissig reagieren.
Kommt ja auch oft vor , daß Jemand anruft, der etwas ganz Konkretes von mir will, und sonst nichts. Wenn dann zuerst die Frage kommt, wie es mir geht, könnte ich schon an die Decke gehen. Dann muß ich mich immer sehr zusammen reißen, diese Floskelfrage zu überhören und ganz direkt und deutlich zu fragen" Was wollen sie von mir?".
Kann gut sein, daß ich damit als unhöflich abgetan werde, aber so hat mich halt das Leben zurecht geschliffen.
Manchmal kam es auch vor, daß ich mich entschuldigen wollte, wenn mal Etwas nicht ganz nach Terminplan lief und ich wollte den Grund erklären. ( Meist ging es meinem Sohn nicht gut). Da bekam ich dann schon öfters zu hören, daß Dies Niemanden interessiert, Termin ist Termin.
also ich habe hier im Büro am laufenden Meter mit diesen "Floskel-Fragen" zu tun, und ich finde diese auch in Ordnung so,
ich stelle sie quasi auch selber - aber es kommt meist auf den Ton drauf an, wie ich jemandem eine Frage stelle,
und trotzdem bin ich auch bereit einzuhaken, würde mir jetzt jemand ernsthaft sagen - "mir geht es nicht so gut!"
Sicher besteht in einem Büro nicht die Möglichkeit alles dann auszusclachten warum es einem nicht gut geht - das ist auch sonstwo so derfall.
Aber ich finde diese Fragen schon auch wichtig für ein zwischenmenschliches Miteinander.
Mich stören sie nicht - ich habe mich daran gewöhnt und habe so meine Antworten.
In dem Fall erwartet auch niemand, dass man nun wirklich anfängt seinen wahren Zustand auf den Tisch zu legen.
Ich sage dann schon locker - "ach heute geht es mir nicht so gut - aber das wird wieder, ist nicht so schlimm!"
Das hat auch den Vorteil - man weiß dann ungefähr, dass man jetzt auch nicht unbedingt mit dem derbesten Spruch oder Witz ankommen sollte ......
Also selbst in der Floskel kann man versuchen zu erspüren wie ich mit dem anderen grade umgehen kann.
Es gehört zum sog. Smalltalk-Bereich, den ich vom Typ her auch nicht ganz so haben kann, aber eigentlich gehört es ein bisschen zur Höflichkeit dazu.
Ich weiß nicht, was Herr Knigge dazu nun sagen würde - mit solchen Fragen umzugehen, wäre doch mal interessant.
Ich selber mache es eigentlich sehr selten, dass ich anrufe ohne nicht vorher die Frage zu stellen ....., bevor ich mit meinem Anliegen komme, ist quasi auch eine entspannte Einleitung ......
Schönen Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Tja, , dann bin ich weder Small Talk noch Knigge geeigent.
Für mich sind gestellte Fragen, deren eventuelle Antwort eigentlich Niemanden wirklich interessieren, schlichtweg unehrlich und ich habe einfach keine Lust mehr auf so was.
Hat vielleicht auch mit meinem Alter zu tun und weil mir nicht all zu viel Zeit bleibt, war irgendwann einfach da , sie Antipathie auf Floskeln.
Macht mir auch absolut nix mehr aus, wenn mich nicht Alle lieb haben deswegen.
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Verfasst am: 04.09.2007, 18:01 Titel:
Oh, wie ich lese, gibt es auch noch Leute, deren Freunde sich fühlen als hätten diese keine Probleme, weil gemessen an unseren, kleine Probleme.
Mich hat das mal sehr geschockt, als ein Freund von mir mir unvermittelt vorwarf, ich würde immer so tun, als ob seine Probleme Peanuts wären. Genau so hat er sich ausgedrückt "Peanuts". Dabei haben wir uns eigentlich immer ausgetauscht und ich selbst habe nie gedacht, dass seine Probleme meinen gegenüber "Peanuts" sind. Das sind alles die Dinge, die so in uns rein interpretiert werden. Ebenso wie das mit der übermenschlichen Stärke - das bekommen wir ja offenbar fast alle widergespiegelt.
Hallo Zusammen, mir ist es in den ersten sehr sehr schweren Jahren mit Janosch ganz anders als den meisten von euch hier gegangen mit den Reaktionen meines Umfeldes, weil ich ganz laut und vernehmlich und gar grauslig geflucht habe über die überfordernde Situation. Ich habe mir nicht die geringste Mühe gegeben, stark und fröhlich zu wirken, wenn ich mich schwach und wütend fühlte. (Doch, vor Janosch habe ich mich schon sehr verstellt, denn er konnte ja nichts dazu, so dass ich nach 5-6 Jahren erst das Gefühl entwickeln konnte, als er sich stabilisierte, auch mal authentisch mit ihm sein zu können.)
Da fast niemand ein Auge für Janoschs Auffälliekgkeiten jahrelang hatte, wurde ich dann wohl eher als hysterische Mutter oder als Mimose gesehen. Auf keinen Fall als Jemand, die alles mit links wuppt.
Seit dann klar war, dass Janosch schwerbehindert ist, da kam dann die nacheilende riesige und auch echt gemeinte, Anerkennung.
Und allgemein zu der Frage unter Kollegen und Bekannten, wie es mir geht, stehe ich so wie Isolde. Es ist eine Umgangsform und wie es mal ein Freund schnodderig sagte: "Da soll doch bloß niemand drauf antworten, wie es ihm geht, das will ich doch gar nicht wissen.... ". Ich empfinde es eher als penetrant, wenn ich das Empfinden habe, dass es die Bekannten oder Kollegen nicht bewenden lassen mit einer freundlich-oberflächlichen Antwort auf eine freundlich-oberflächliche Frage.
Bei Freunden oder hier im Forum ist das natürlich etwas Anderes.
Liebe Grüße! Marianne
(Hach, ist das schön, nach 3 Wochen Urlaub hier wieder zu schreiben.) _________________ Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind
There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)
Das kenne ich auch. Ich war mit meiner Tochter 3 Wochen lang in Essen in der Klink das ist 670 km entfernt von unserer Heimat. Wir mussten sehr um ihr Leben bangen und ich war alle da und hab um sie gekämpft. Bei meinem Mann daheim haben sich alle erkundigt wie es unserer Tochter geht. Als wir dann wieder daheim waren, meldete sich keiner mehr. Und mich hat auch niemand gefragt wie es mir in der Zeit ging und wie ich es so überstanden habe. Ich bin dann innerlich in ein häftiges Loch gefallen, das mir immer noch sehr zu schaffen macht.
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Wohnort: Berlin
Verfasst am: 04.09.2007, 23:11 Titel:
Hallo Bianca,
das kenne ich auch. Nach einer OP an Andis Kopf vor zwei Jahren oder auch so sind die Termine in den Krankenhäusern oft so aufreibend und zerren an den Nerven. Ich habe es schon so oft festgestellt, dass ich dann die nächste freie Minute nutze und mir etwas kaufe. Schmuck oder Klamotten oder ein neues Hörbuch. Irgendwas, das mich ablenkt und mir selbst eine Freude macht. Ob ich es mir gerade leisten kann, oder nicht.
Liebe Grüße
Karin _________________ Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus
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