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Schulgesetz Schleswig-Holstein: I-Klasse? Präventionsklasse

 
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ehemalige Userin
Gast





BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 11:45    Titel: Schulgesetz Schleswig-Holstein: I-Klasse? Präventionsklasse Antworten mit Zitat

Hallo,

unser Sohn kommt nächstes Jahr zur Schule. Er ist aufgrund einer Hörbehinderung stark sprachverzögert und wird derzeit in der Internatsschule für Hörgeschädigte in Schleswig betreut. Er wird eine Regelschule besuchen, allerdings wird er entsprechend umgestaltete Räume brauchen.

Ich habe eben erfahren, dass die ehemalige I-Klasse an unserer Grundschule in eine Präventionsklasse umgewandelt worden ist. Klassenstärke ist 18 Kinder. Als ich im Februar mit dem Schulleiter sprach, war davon noch keine Rede. Nun finde ich im Netz nichts über Präventionsklassen, keine Definition oder so, nicht ein Mal in Kiel.

Bisher dachte ich, Präventionsklassen ersetzten die ehemalige "Ehrenrunde" im Kindergarten, seien also schulvorbereitende Einrichtungen mit flexibler Eingangsphase. Das scheint ja nicht der Fall zu sein.

Kann mir jemand helfen, ggfs. mit sinnvollen Links?

Vielen Dank,

Barbara
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*Martina*
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Beiträge: 4298

BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

da kann bestimmt *Beate* helfen!!

Liebe Grüße,

Martina
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ehemalige Userin
Gast





BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, die ist aber im Moment nicht da. Ich habe schon mit Kiel und auch unserem Förderzentrum gesprochen, aber so ganz hat sich das nicht geklärt, es scheint so, als ging die I-Klasse in eine Präventionsklasse über, es wird also innerhalb dieser Klasse behinderte Kinder geben, die einen ganz gewöhnlichen I-Platz haben, und dann noch solche, deren Förderbedarf aber noch nicht feststeht, so wurde es mir erklärt, also sprachlich oder visuell. Nun frage ich mich, wieso man bei einem sechsjährigen Kind den Förderbedarf noch nicht absehen kann??? Sind die noch nicht erfasst? Haben da die Eltern geschlafen? Mir ist es eigentlich nicht so ganz Recht, dass die Förderung für die I-Kinder die nicht diagnostizierten Kinder mitschleppt. Vermutlich habe ich da etwas missverstanden.
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Anan
Stamm-User
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Anmeldedatum: 24.06.2005
Beiträge: 548

BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Barbara,

die Förderzentren in Schleswig-Holstein übernehmen prinzipiell drei Aufgaben:

- nämlich die Betreuung der Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in einer Regelschule (Integration)
- die Betreuung der Kinder, die von Behinderung bedroht sind und daher keinen festgestellten Förderbedarf haben, die aber mit entsprechender Förderung diesen auch längerfristig voraussichtlich nicht benötigen (das ist die Prävention - das können Sprachintensivmaßnahmen sein, Beratung für Lehrkräfte, begrenzte Unterstützung der Schüler, sonstwas, ...)
- und drittens (teilweise) auch die Betreuung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf innerhalb eines Förderzentrums (das ist die interne Beschulung).

Ich weiß nicht genau, was eine Präventivklasse ist - aber diesem Satz von dir:
Zitat:
Mir ist es eigentlich nicht so ganz Recht, dass die Förderung für die I-Kinder die nicht diagnostizierten Kinder mitschleppt.
kann ich nicht so ganz zustimmen... Prävention liegt ganz klar im Aufgabenbereich der Förderzentren; teilweise, zum Beispiel im Bereich der Sprache, nimmt sie sogar einen sehr großen Teil der Arbeit ein.

Dein Sohn ist vermutlich im Rahmen der Betreuung durch die Schule in Schleswig auch schon präventiv gefördert worden.

Einen Gruß,
Anna.
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Madeleine
Gast





BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Barbera,

ich glaube nicht das Du das allzu falsch verstanden hast, ich würde eher sagen, das Du den Sinn genau richtig interpretiert hast.

Schleswig-Holstein schmeißt meiner Erfahrung nach alle Kinder in einen Topf, ob körperlich oder seelisch behindert, ob lernschwach oder verhaltensauffällig.

Ich denke Du hast es nur nicht richtig formuliert... Nicht diagnostiziert war etwas unglücklich gewählt.

Dasselbe Problem habe ich mit meinem Sohn gehabt (allerdings sehbehindert).


LG Madeleine
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ehemalige Userin
Gast





BeitragVerfasst am: 05.09.2007, 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,


vielen Dank für die Antworten. Tut mir Leid, falls ich mich schlecht ausgedrückt habe, mir war das System selbst nicht klar.

Ich habe ihn am Montag in der für uns zuständigen Schule abgemeldet, die zufällig auch noch das größte Förderzentrum im Süden Schleswig-Holstein ist (Sandesneben). Die Schule ist nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt. Ich wusste also, dass es schwer würde, ihn von weg zu bekommen, obwohl sie keinen Schwerpunkt Hörbehinderung haben, er wäre dann vermutlich bei den Lernbehinderten hängen geblieben (als hochbegabtes Kind, der Mist kommt außerdem noch dazu). Es ist schwer, dies neutral auszudrücken, ich will damit keinesfalls Lernbehinderte abwerten, natürlich nicht. Wir haben nur halt dieses Doppelproblem, dass er geistig viel Futter braucht, man aber aufgrund der Hörstörung Kommunikationsprobleme hat. Das macht es doppelt schwierig. In einer Umgebung, die auf Lernbehinderungen abgestellt ist (wir hatten das schon in der Frühförderung) wird er zunehmend unruhig und genervt - kann man ja auch verstehen.

Er wird eine Regelschule besuchen, eventuell sogar ohne I-Platz (das wird das Gesundheitsamt festlegen). Wir werden weiterhin durch Schleswig betreut, und die Förderung durch das Zentrum fällt weg. Die hätten sowieso die zwei Hörgeschädigtenlehrer aus "unserer" Regelschule abgezogen. Insofern sind die sogar ganz froh, dass die Verantwortung nun da liegt, wo sie hingehört. So weit, so gut.

Die Klasse war immer eine I-Klasse und wird auch weiter in den Akten so geführt. In die Klasse kommen zusätzlich alle Kinder mit Auffälligkeiten, die noch nicht durch das Frühfördersystem erfasst sind oder bei denen sich die Probleme verfestigt haben, ohne dass bisher eine Diagnose erfolgte. Insofern stimmt es schon, dass die I-Kinder die anderen mit "durchschleppen". Es ist allerdings eine kleine Klasse von maximal 18 Schülern. Das haut schon hin. "Präventiv" deshalb, weil für alle Schüler, auch die Regelschüler, Förderunterricht fest eingeplant ist, und wenn sie nur Psychomotorik machen. Das finde ich eigentlich ganz gut, und die ersten Rückmeldungen aus der ersten Klasse dieser Art sind sehr positiv. Es ist also nicht so, dass sie die wenige Zeit, die den Kindern mit ihren I-Bertreuern verbleibt, auch noch teilen müssen. Mich erstaunt, dass sie diese Förderung außerhalb des Zentrums anbieten, aber da sie entsprechend geschultes Personal haben, spricht ja nichts dagegen.

Ja klar, wir haben seit Jahren Frühförderung, er wird drei Jahre Therapie(n) hinter sich haben, wenn er zur Schule kommt. Das hat aber nichts mit dem Schulsystem zu tun. Präventiv ist hier nicht zu verstehen als präventive Förderung, sondern als Präventivmassnahme, falls das (bisher nicht registrierte) Kind gar nicht zurecht kommt, dann ist es gleich da, wo es Hilfe bekommen kann. Das ist eine Präventivklasse. Im Schulgesetz kann ich das aber nicht wiederfinden. Ich vermute, dass sie sich das so gestrickt haben, um dem Förderbedarf einen Namen zu geben.

Jedenfalls sind wir sehr zufrieden mit der Lösung. Dass Schleswig-Holstein alle Kinder in einen Topf schmeißen soll, habe ich noch nie gehört, ist auch weder unsere Erfahrung noch die anderer Leute aus drei Jahren Frühförderung. Im Gegenteil geben die sich hier sehr viel Mühe, und wenn ich unsere Fördermöglichkeiten mit denen in Hamburg vergleiche, was nicht weit ist, stehen wir hier medizinisch und von den sonstigen Möglichkeiten sehr viel besser da. Ich kann es nur im Bereich Hörbehinderung vergleichen. Ich bin zwar Hamburgerin, aber auf das Gesundheitssystem in SH lasse ich nichts kommen. Wir haben damit nur gute Erfahrungen gemacht.

Vielen Dank noch ein Mal für Eure Mühe,

Barbara
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