natürlich soll kein anderes Kind gezwungen werden, sich mit Bastian zu treffen, das wäre Unsinn.
Und ich weiß, das alle Kinder inklusive aus wirklich katastrophalen Familien sich sozialer Verhalten und Freunde haben.
Bastian versteht einfach die Regeln nicht.
Dabei ist er hilfsbereit, teilt gerne wenn er bemerkt, das ein Kind Hilfe braucht. Und das ist der Punkt - er bemerkt es ja nicht.
Keiner soll gezwungen werden, mit ihm zu spielen, aber es muß doch eine Möglichkeit geben, das die Kinder ihn nicht auslachen (er würde niemals jemanden auslachen) oder schubsen und mit dem Finger auf ihn zeigen (würde er auch niemals tun), oder?
Und vielleicht können die Kinder doch noch lernen, das nicht jeder Mensch gleich ist?
Ich meine wenn sie es in der 2. Klasse nicht lernen können, wann dann?
Nicht als Freund müssen sie ihn haben (obwohl ein guter Freund tolwäre), aber einfach akzeptieren, das wäre toll!
Liebe Grüße
Ulrike _________________ Ulrike mit Bastian, geb. 2000, mein Sonnenschein: High Function Autist / Asperger-Syndrom, Hochbegabt, Allergien, Asthma, Herzkrank
ja, du hast recht, ich mache alles mal wieder zu kompliziert.
Ich frage einfach ob sie zum nächsten Elterngespräch zu uns kommen möchte.
In der Schule ist ja eh kein Platz (alle Räume belegt).
Und ja, Bastian ist zu Hause seeeeeehr anders, ist ja immerhin sein Terratorium
Das ich bei Aktionen mithelfe ist eh selbstverständlich. Nicht aus Pflicht, macht mir auch Spaß!
Liebe Grüße
Ulrike _________________ Ulrike mit Bastian, geb. 2000, mein Sonnenschein: High Function Autist / Asperger-Syndrom, Hochbegabt, Allergien, Asthma, Herzkrank
ich habe vor längere Zeit hier über das Thema Mobbing geschrieben. Mein Sohn hat das selber durchgemacht.
Vielleicht findest du da Lösungen für euer Mobbing.
ist ja schon viel geantwortet worden. Trotzdem möchte ich noch ein wenig mitmischen Schließlich sind wir bereits seit vielen Jahren "Mobbing-erfahren"
Mobbing direkt ist das ja noch nicht - zum Glück! -, aber dennoch nicht leicht zu ertragen.
Ich bin der Meinung, dass es ein MUSS ist, dass die Lehrer sich dafür einsetzen jedes Kind in der Klasse zu integrieren. Das ist ein hartes Stück Arbeit und geht sicher auch nicht von heute auf morgen.
Vielleicht wird es den Lehrern nie gelingen, dass das (autistische) Kind IN der Klasse steht, sondern nur am Rande (weil es das ja selbst auch selten zulässt), aber es ist durchaus möglich, dass dieses Kind TOLERIERT wird. Es ist nicht zu akzeptieren, dass ein Kind in einer Klasse permanent ausgelacht und gehänselt wird, dafür müssen sich die Lehrer einsetzen. Das bedeutet für mich, dass man den Kindern erklärt, weshalb nicht jedes Kind gleichermaßen daran interessiert ist sich mit anderen Kindern zu beschäftigen. Und dass es Menschen gibt, die hin und wieder einfach ihre Auszeit benötigen.
Und gerade in einer Klasse, die aus vielen unterschiedlichen Nationen besteht, ist Toleranz doch noch viel mehr angesagt und sollte auf jeden Fall in der Schule thematisiert werden. Es gibt für diesen Zweck auch unterschiedliche Kurzbücher für die Schüler, die im Rahmen des Deutschunterrichts bearbeitet werden können. Das hatten meine beiden Söhne in der Grundschule bereits.
Auch wenn ich nach wie vor viel kritisieren kann an dieser Schule, so ist es den Lehrern aber inzwischen doch gelungen, dass unser Sohn zumindest im Klassenverband toleriert wird.
Die Kinder bieten ihm an sich an ihren Aktionen zu beteiligen und er kann annehmen oder es eben lassen. Wenn er ablehnt, dann ist es auch in Ordnung und sie lassen ihn ihn Ruhe.
Das ist ein Lernprozess gewesen; von beiden Seiten. Oft ist es so, dass sie sich in der "Mitte" treffen. Das heißt, jeder geht einen Schritt auf den anderen zu; geht einen Kompromiss ein - das muss auch der Autist erst mal lernen.
Ich denke, dass man das auch bei Grundschülern hinbekommen kann.
Aber ohne Einsatz der Lehrkräfte kann das nicht funktionieren. Unsere Kinder sind gefundenes "Fressen" für andere Schüler, weil sie sich leider ab und an etwas merkwürdig benehmen.
Eure Lehrerin scheint ja sehr bemüht zu sein. Vielleicht spricht sie noch mal mit der Klasse darüber.
Gruppenarbeiten bzw. Partnerarbeiten sind nach wie vor ein großes Problem. Für unseren Sohn war es eine Erleichterung, dass er nur mit bestimmten Personen - die er gewählt hatte - arbeiten darf. Dies war dann aber bindend, das beudetete für ihn, dass er sich dann nicht verweigern durfte. Diese Schüler wussten Bescheid (das haben die Lehrer umschrieben, also nicht Autismus erwähnt) und dann klappte das auch einigermaßen. Naja, also von Seiten der Mitschüler aus - was mein Sohn dann daraus macht/e, ist wieder eine andere Sache. Wir üben noch!
Schwierig ist dabei das unterschiedliche Leistungsniveau, was du ja auch von Bastian beschreibst.
Bei Marcel ist es oft so, dass er entweder alles alleine - dann perfekt - macht oder aber machen lässt, weil er sich mit den anderen Schülern nicht auseinander setzen möchte. Dann bekommt er eine schlechte Note und ist dementsprechend gefrustet, weil er weiß, dass er es auf jeden Fall besser hätte machen können.
Das ist auch ein langer Lernprozess bei ihm. Er muss einerseits seine persönlichen Ansprüche ein wenig herunterschrauben und tolerieren, dass nicht jeder - also auch nicht die Schüler, die an seinem Projekt beteiligt sind - perfekt sein kann. Und andererseits muss er lernen nicht gleich einen Rückzieher zu machen, wenn ein Mitschüler äussert, dass er keine Ahnung haben kann, weil er doch sowieso blöd ist. SELBSTBEWUSSTSEIN !
Elterngespräche zuhause führen? Das hatte ich 1x im Kindergarten
Jetzt im Gymnasium kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Das könnte ich den Lehrern ehrlich gesagt auch gar nicht anbieten
In der Schule gibt es spezielle Eltern/Lehrer/Schüler-Konferenzräume. Dort finden sämtliche Gespräche statt.
Als ich allerdings meinen Rheumaschub hatte, hatte mir die Klassenlehrerin sogar angeboten, dass sie zum Gespräch zu uns nach Hause kommen würde......naja, das war noch vor dem Eklat.....
Das Ganze hier hat aber noch lange nichts mit Freundschaft ausserhalb der Schule zu tun.
Die Klasse kann ihn tolerieren, aber eine Freundschaft wollen sie dann doch nicht eingehen.
Ab und an kommt mal ein Junge zu Besuch. Oft war es so, dass ihn monatelang keiner besucht oder angerufen hatte. Wenn sich dann mein Sohn mal zu einem Anruf durchringen konnte (was selten vorkommt), dann hatten die anderen Kinder auch meist irgendeine Ausrede parat.
Wenn ich jetzt von mir selbst ausgehe - und das kann ich auch bei Marcel beobachten -, ist ein sozialer Kontakt ab und an durchaus gewünscht. Ich möchte auch nicht komplett alleine für mich sein, brauche auch mal einen Gesprächspartner. Aber es darf nicht zu viel sein. Ich möchte mich nicht so verplanen lassen.
Das ist auch ein Grund weshalb Marcels Freundschaften auseinander gegangen sind. Die Kinder wollten dann immer zu oft mit ihm spielen und dann zieht er sich automatisch zurück.
Es gibt nur einen Jungen, der das nicht persönlich nimmt und ihn so akzeptiert. Sie kennen sich seit 3 Jahren und treffen sich sporadisch. Kann sein, dass wochenlang kein Treffen stattfindet und dann plötzlich wieder ein bisschen intensiver.
Er hat da seinen ganz eigenen Rhythmus. Damit kommt vielleicht auch nicht jede Person klar.
Bei mir ist das wie gesagt genauso. Meine Bekannten (von Freunden spreche ich eher selten) akzeptieren das auch - alle anderen haben sich natürlich verabschiedet. Die sind es gewöhnt, dass ich mich mal ein Vierteljahr lang nicht melde und keiner nimmt es mir übel.
Wenn Marcel monatelang keinen Kontakt ausserhalb der Schule hatte, war er nicht direkt traurig darüber. Ich weiß nicht, ich glaube nicht, dass er gelitten hatte. Er hat es irgendwie hingenommen. Wenn sich dann endlich wieder ein Kontakt ergeben hatte, war er aber sehr glücklich und genoß es in vollen Zügen. Nur merke ich dann immer, wenn es ihm doch allmählich zu "eng" wird, dass er nervöser/aufgeregter/hibbeliger wird. Dann ist der Zeitpunkt seines Rückzugs nicht mehr fern.
Oje, ich komme mal wieder vom Zehntel zum Zehntausendstel...
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