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HILFERUF: Asperger Syndrom und Kindergarten
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anna h.
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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Sonja,
nimm Deine Tochter so schnell wie möglich daraus. Offensichtlich haben die Erzieherinnen dort leider keine Autismus-Erfahrungen.
Oder hast Du das Gefühl, die sind dort offen für eine Beratung von außen, dann laß jemand fachkundigen dort hospitieren.
Kopoere Dir mal eine Autismus-Seite von Bonner Eltern hier rein mit vielen nützlichen Adressen und AnsprechpartnerInnen:
http://www.autismus-bonn.de/40098/home.html

Kennst Du Frau Scherer? Wäre für mich die 1. Wahl für eine Ansprechpartnerin.
Gruß
Anna H.
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Sonja Luzia
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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 22:59    Titel: Geeignete Mitkinder Antworten mit Zitat

Liebe Julia,

ich glaube, im Moment gibt es keine "geeigneten Mitkinder". Joscha läßt erwachsene Betreuer gut an sich heran, Kinder durchschneiden ihr die Wahrnehmung, die räumliche Orientierung (weil sie viel schneller sind), überfordern Joscha schlicht durch ihr Vorhandensein, was eskaliert, wenn sich eines der Kinder an sie wendet oder eine akustische Überreizung da ist (schlichtes Singen und Geräuschspielzeuge rufen massive Panik hervor).
Ein geeignetes Mitkind ist vorerst eines, was Joscha in Ruhe läßt und ignoriert. Wenn sie sich dann in ihrem Tempo annähern kann, ist es gut.
Eine Betreuerin müßte zunächst nichts anderes leisten, als Joscha zu schützen und rauszuziehen. Keine sonstigen Angebote.

Heute wieder Fieber, Erbrechen, Krämpfe. Ich habe sie daheimbehalten, es ist keine Lösung. Ich habe Aneurysmen und ein Angiom im Hirn, schiebe es seit einem Jahr vor mir her, mich (nach zwei OPs) weiter operieren zu lassen.

Ich möchte mich einfach bedanken für Deine Antworten und die der anderen.

Herzlich

Sonja

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Ein Mädchen, geb. 12-2003, Kleinhirnhypoplasie und Balkenagenesie, Tetraparese, Asperger Syndrom und ein wundervolles, starkes, schönes, gutes, liebenswertestetestes (!) Mädchen. Das allerbeste Kind - was sonst.
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Sonja Luzia
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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 23:39    Titel: Große Fragmichzeichen Antworten mit Zitat

Liebe Kaja,

ich hab natürlich Angst; einfach Angst, zuviel zufrüh zuschnell oder: zulangsam, zu spät usw. - Heute hat mein Kind wieder gewürgt ohne Ende, ich wußte nicht, ob es mit der Erkältung zusammenhängt (Joscha kann den Schleim nicht "kanalisieren"), dann hatte sie einen Krampf, dann habe ich gesagt, sie bleibt zuhause, dann hat sie tausend mal gefragt, heute ist frei? Dann habe ich sie wegen der Würgerei und einem kleinen Spucken baden lassen, dann sagte sie selber Kindergarten und kotzte in die Wanne. Neues Wasser, neues Glück. Dann wiederholte sich das: das Wort Kindergarten und dann das Erbrechen. Neues Wasser, der halbe Tag war gelaufen.

Angst, daß ich zu früh kapituliere oder sie zu lange quäle. Wohin mich wenden. Von allen Seiten wird man bequatscht. Mein Gespür sagt mir, daß es nicht geht, so sehr ich mir auch wünsche, daß es geht. Joscha war vor dem Kindergarten reif für andere Kinder, neugierig, offen. Das ist jetzt futsch.

Kaja, ich denke da ist ein Dschungel an Möglichkeiten und Unmöglichkeiten. ATZ, Jugendamt, Kindergartenwechsel, Einzelbetreuung, und und und. Es ist so schwer zu sortieren, selbst wenn man seiner Intuition folgt und halbwegs bei Verstand ist. (Ich bin durch meine eigene Hirnerkrankung und die Schmerzen dauerhaft auf Halbmast.)

Mit Eurer Hilfe versuche ich mich zu sortieren, habt Dank, keine Floskel

Sonja

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Sonja Luzia
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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Anna,

kennen wir uns von der Autismus-Selbsthilfegruppe? - Und: Bitte hilf mir auf die Sprünge: Frau Scherer? Der Name kommt mir bekannt vor, aber: Kopfschmerzen, Grippe, Aufgewühltsein, ich kann ihn nicht mehr einsortieren.

Grüße aus Nacht und Bonner Nebel

Sonja

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Kaja
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BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 06:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sonja,

Zitat:
Angst, daß ich zu früh kapituliere oder sie zu lange quäle.


wir wissen alle nicht, ob sich die Entscheidungen, die wir heute treffen, morgen wirklich als richtg erweisen. Aber nach dem, was ich über eure Situation gelesen habe, scheint für Joscha nur ein Kindergartenwechsel die einzig richtige Lösung zu sein.

Zitat:
Joscha war vor dem Kindergarten reif für andere Kinder, neugierig, offen. Das ist jetzt futsch.


Wenn Joscha immer mehr von ihren Fähigkeiten verliert, was soll ihr denn dieser Kindergarten bringen?

Zitat:
Ich habe sie daheimbehalten, es ist keine Lösung.


Versuche dich zu einer Entscheidung zu einem Wechsel durchzuringen und sag ihr dann das. Wenn Joscha die Gewissheit hat, nie wieder in diesen Kindergarten zu müssen, in dem sie sich offenkundig nicht wohlfühlt, denke ich, wird es Joscha schon deutlich besser gehen.

Momentan sind Semesterferien. Dann kannst du die Studentinnen, mit denen Joscha gute Erfahrungen gemacht hat, bitten, deine Tochter länger zu betreuen. Gehe zum Jugendamt und stelle einen Antrag auf Integrationshelfer. Suche dann einen passenden Kindergarten. Auf der Internetseite, die Anna dir genannt hat, sind einige verzeichnet, bei denen das ATZ gute Erfahrungen mit der Integration von autistischen Kindern gemacht hat. Auch du hast einige aufgezählt. Wenn der städtische Kindergarten nur das Problem hat, dass Joscha mit dem Frühstücksbüffet überfordert ist, wer sagt denn, dass sie sich nicht mit ihrem Integartionshelfer in einen separaten Raum zum Frühstücken zurückziehen darf.

Zitat:
Ein geeignetes Mitkind ist vorerst eines, was Joscha in Ruhe läßt und ignoriert. Wenn sie sich dann in ihrem Tempo annähern kann, ist es gut.
Eine Betreuerin müßte zunächst nichts anderes leisten, als Joscha zu schützen und rauszuziehen. Keine sonstigen Angebote.


Du weißt doch, was Joscha gut tut. Genau das solltest du im Gespräch anbringen. Wenn du einen Kindergarten findest, der sich darauf einlässt und mit dir gemeinsam Wege findet, Joscha den Aufenthalt im Kindergarten so angenehm wie möglich zum machen, dann ist das der richtge Kindergarten.

Deine Selbstzweifel sind nachvollziehbar, helfen Joscha aber langfristig nicht. Nur eine grundsätzliche Veränderung der Betreuungssituation wird dazu führen, dass es euch besser geht. Und dazu, dass du dich um deine Gesundheit kümmern kannst. Auch das ist wichtig - Joscha braucht dich.

Viele Grüße

_________________
Kaja mit Sohn (2003) - Mikrodeletion 8p23.1 (u. a. Herzrhythmusstörung, Epilepsie, Apnoen (Monitor), Entwicklungstörung im motorischen und sprachlichen Bereich), hochgradige Schwerhörigkeit, HFA, div. Nahrungsmittelallergien, ehemaliges Frühgeborenes (30. SSW)
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Sonja Luzia
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BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Anna,

Telefonnummer von Frau Scherer ist notiert, morgen ist der Termin im KiGa mit der Autismus-Therapeutin. Die KiGa-Leitung hat sich gegen den Termin gesträubt (die ist Heilpädagogin, wir auch, was soll das; ungeachtet der Tatsache, daß sich die Frau seit 23 Jahren ausschließlich mit autistischen Kindern befaßt). Viel wird’s nicht bringen, aber morgen bringt Joschas Vater sie in den Kindergarten, weil sie mich auch auf eine bestimmte Art und Weise mit Erbrechen und Krämpfen "erpreßt". (Sie hat gehört, wie ich den KiGa abgesagt habe und sagte: Und morgen habe ich wieder einen Krampf.) Die letzten beiden Tage habe ich sie zu Hause behalten.

Hab Du Dank für Deine Hilfe,

herzlich (mit Fieber und unter Zeitdruck)

Sonja

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Sonja Luzia
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BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Kaja,

ich kann nichts übers Knie brechen. Versuche, besonnen zu bleiben und nichts radikal zu verwerfen, obwohl ich ein sehr emotionaler Mensch bin, der zu schnellem (manchmal vorschnellem) Handeln neigt.

Du und andere hier im Forum helfen mir derzeit, stolprig eine Strategie zu entwickeln, wie mit der Sache umzugehen ist. Die Auseinandersetzung mit Euren Meinungen und meiner Sicht auf die Dinge und dem, was Joscha mir vermittelt, wird helfen.

Joscha war heute mit einer der studentischen Betreuerinnen im Museum König. Dort sind sie zufällig einer Kindergärtnerin begegnet. Maike berichtete, Joscha habe sich sichtlich unwohl gefühlt. Die Kindergärtnerin sagte zu Maike: Joscha wird nichts übrig bleiben, als sich an die Gruppe zu gewöhnen. Oder so ähnlich. Oder: Joscha muß sich an die Gruppe gewöhnen.
Joscha meinte, daß sei Frau Hentschel gewesen, die Kindergärtnerin, die sie eigentlich mag.

Mein Kopf dröhnt, ich verstehe was Du meinst, aber ich kann noch nicht handeln. Die beiden studentischen Betreuerinnen sind auch nur bedingt zur Verfügung trotz Semesterferien, andere Jobs, andere Kinder. Die, die Joscha am meisten liebt, geht im Oktober nach Guatemala. Ich bin untröstlich. Immer verliert Joscha die Menschen, denen sie vertraut. Das ist wohl das Leben, aber im Leben eines autistischen Kindes ist es wohl noch schlimmer.

Kaja, halt mir die Stange: Damit meine ich, sei mir auch nicht böse, laß mich und Joscha auch nicht fallen, wenn ich nicht so schnell bin im Entschluss. Morgen bin ich gespannt auf die Einschätzung der Therapeutin. In den nächsten Tagen will ich dann an die Institutionen herantreten.

Ohne Floskel: Ich achte Dein Engagement hier im Forum wie bei Deinen Kindern. Habe noch nicht mal gefragt, wie es Dir und dem jüngsten geht. Wenn man so fertig ist, kriegt man noch nicht mal den eigenen Horizont verdaut.

Herzliche Grüße

Sonja

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