Verfasst am: 31.08.2007, 23:42 Titel: Seit Tracheostoma erbrechen?
Julian hat seit vier Wochen ein Tracheostoma und eine PEG. Von Geburt an war er 8 Wochen intubiert (beatmet). Ab dem Zeitpunkt an dem er am Nasalen Tubus (CPAP) war, konnte ich Trinkversuche machen. Er schaffte 30 ml. Dann stellte man die Trinkversuche ein, da er gelegentlich erbrach und die Ärzte angst hatten, dass durch den Druck (Beatmung) das Erbrochene in die Lunge kommt und sich entzündet. Die Ärzte erklärten uns, dass das Erbrechen davon kommt, dass ja auch Druck in den Magen gelangt. Nach langen Diskussionen haben wir uns für das Tracheostoma und für die PEG entschieden, da die Ärzte uns unter anderem sagten, dass Julian dann ja auch selber trinken könnte und das was er nicht schafft über die PEG per Spritze (wie über nasale Magensonde) sondiert werden soll. Eine Woch nach der OP wurde Julian per Infusion ernährt, da er eine riesen Infektion hatte (Entzündungswert 27). Die PEG wuchs leider auch nicht so zu wie sie sollte. Daher wurde die in die PEG ein Schlauch bis in den Darm gelegt und die Ernährung läuft seit dem mit der Pumpe über 3 Stunden!!!! (weil er immer wieder bricht). Ich habe jetzt endlich erste Fütterungsversuche starten dürfen. Doch der Brei kamm leider wieder bei der Kanüle raus. Auch wenn er erbricht kommt es wieder aus der Kanüle raus. Jetzt behaupten die Ärzte, dass er ja schon längere Zeit Probleme hatte und haben die Fütterungsversuche wieder eingestellt (wg. Aspirationsgefahr). Ich frage mich nur wie er vorher dann 30 ml trinken konnte. Selbst wenn dabei auch was in die Lunge gelangt ist, dass meiste mußte er doch schlucken und jetzt kann er das angeblich nicht oder nicht mehr. Wer hat ähnliche Erfahrungen und kann mir sagen, wie ich Julian zu Hause zum Essen und Trinken bringen kann, wenn ich immer angst haben muß, dass was in die Lunge kommt? _________________ Julian geb. 18.01.07; 28/0 SSW 1090g. Ventrikelseptumdefekt, Atemnotsyndrom,Pneumothorax rechts, BPD,Lungenhypoplasie, Tracheostoma, derzeit CPAP beatmet, Krampfanfälle, Leistenbruch, Lungenbiopsie,Gedeistörung,deshalb PEG,Nov. 09 Reflux-op, seit April 09 ohne Beatmung mit Sauerstoff, Aug 10 Tracheostomaverschluß
Ich hoffe, dir kann noch jemand antworten, der Erfahrung mit Tracheostoma und PEG hat.
Hab ich dich richtig verstanden und ihr habt die PEG legen lassen und dann etwas später einen weiteren Schlauch durch die PEG bis in den Dünndarm vorschieben lassen? Das wäre dann eine Jet- PEG und damit habe ich Erfahrung. Dann dürfte Julian aber nicht mehr brechen! Der Magen wird ja umgangen. Und Ernährung über den Dünndarm bedeutet auch fast 24 Stunden Dauersondierung.
Entschuldige bitte, ich habe dich nicht so richtig verstanden, vielleicht kannst du es noch mal erklären? Irgendwie ist mir gerade nicht klar, wie ihr Julian überhaupt ernährt.
Lieben Gruß
Mandy _________________ Friedrich (04/04): unklare neurodegenerative Grunderkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie
in welcher Position fütterst du ihn denn? Felix isst nur im Liegen und eine andere Mama hat mir nun erzählt, dass ihrer Tochter das essen auch schwerfällt. Nun hat sie sie leicht hingelegt und es geht viel besser.
Ich würde eine Lageänderung versuchen, wenn er eh schon liegt, dann mehr ins aufrechte (durch Keilkissen)
Trinken und essen ist bei Felix völlig verschieden. Essen kann er relativ gut, trinken verweigert er eher und lässt auch nichts in den Mund, wir träufeln wasser über eine spritze ein. Also wundert es mich eher nicht, dass er schon gut trinken kann, aber noch gar nicht essen. Das müssen die Kinder wieder lernen. Vielleicht dann erstmal angedickte Flüssigkeit versuchen.
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
Hallo Mandy B.,
wir haben diese Jet-PEG (wußte nicht, dass das so heißt) und er ist 3 Stunden an der Pumpe und 1 Stunde ohne usw. Aber er bekommt zusätzlich 5 ml!!!!!! Milch und Antra in den Magen und das erbricht er (seltsamer weise ist es aber mehr als 5 ml., Die Krankenschwester meint, dass es Magensäure ist) _________________ Julian geb. 18.01.07; 28/0 SSW 1090g. Ventrikelseptumdefekt, Atemnotsyndrom,Pneumothorax rechts, BPD,Lungenhypoplasie, Tracheostoma, derzeit CPAP beatmet, Krampfanfälle, Leistenbruch, Lungenbiopsie,Gedeistörung,deshalb PEG,Nov. 09 Reflux-op, seit April 09 ohne Beatmung mit Sauerstoff, Aug 10 Tracheostomaverschluß
Das Julian mehr erbricht, liegt bestimmt an der Magensäure. Aber warum bekommt er denn die 5 ml Milch? Wegen dem Antra? Das kann (und sollte besser) als i.v. Präparat in den Dünndarmschenkel gegeben werden.
Wisst ihr warum Julian so schlimm erbricht?
Lieben Gruß
Mandy _________________ Friedrich (04/04): unklare neurodegenerative Grunderkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie
Hallo Andrea1,
das ganze hört sich ja unglaublich heftig an. Was ist denn da los???
Also, wenn ein Tracheostoma gelegt wird, dann wird die Luftröhre zum Stoma modelliert und die Speiseröhre davon getrennt gelegt. Das bedeutet, dass beim Erbrechen auf keinen Fall etwas durch das Stoma (Luftröhre) austreten kann. Ist während der Tracheostoma-OP ein Ventil mit gelegt worden (für spätere Phonation)? Schließt das nicht evtl. nicht komplett? Also eigentlich dürfte nach meinem Wissen keine Nahrung durch das Stoma austreten. Ich wälze aber gerne noch mal meine Fachliteratur ob ich was finde. Das einzige was ich mir vorstellen kann ist, dass durch das Stoma Sekret aus der Lunge hochkommt.
Was ich auch nicht verstehen kann ist das Sondieren von 5ml Milch. Zunächst bindet Milch die überschießende Magensäure, führt aber zu vermehrter Produktion von Magensäure. Eine Sondierung über die Jet kann nicht für das Erbrechen verantwortlich sein. Es sei denn es gelangt noch etwas in den Magen.
Ohje, das ist ja ganz kompliziert und verzwickt. Also ich werde mal meine Bücher befragen um dir noch bessere Infos geben zu können.
Erstmal viel Kraft- S. Dödtmann _________________ Fr. Dödtmann, Logopädin in stationärer Intensivreha für besondere Kids, UK- Fachberaterin
@Sandra: Ich denke nicht, dass es ein direkter Zugang ist. Es ist aspirierte Nahrung!
Bei Linn kommt auch bei fast allen Fütterversuchen es zum Stoma wieder heraus. Sie hat allerdings schon immer stark aspiriert und oft erbrochen.
Das mit den 5 ml Milch versteh ich auch nicht. Wozu dient das?
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Hallo an alle,
Julian hat vor dem Tracheostoma 60 ml per Magensonde(Nase) bekommen bzw. 80 ml, bei denen er aber schon gelegentlich erbrochen hat. Die Erklärung der Ärzte war, dass der Druck über den Nasalen Tubus auch in den Magen gelangt und Julian deshalb erbricht. Dies sollte dann nach der Tracheostomaanlage nicht mehr passieren. Er hat zusätzlich eine PEG bekommen. Diese ist aber leider nicht richtig zugewachsen, deshalb hat er eine JEG-PEG bekommen. Eigentlich nur bis die PEG richtig zugewachsen ist. Wenn ich dass richtig verstanden habe, soll damit die Magensäure gebunden werden und der Magen weiterhin arbeiten, da ja angedacht ist die Nahrung wieder in den Magen zu geben.
Was ist eigentlich der Vorteil von einer PEG mit Button? _________________ Julian geb. 18.01.07; 28/0 SSW 1090g. Ventrikelseptumdefekt, Atemnotsyndrom,Pneumothorax rechts, BPD,Lungenhypoplasie, Tracheostoma, derzeit CPAP beatmet, Krampfanfälle, Leistenbruch, Lungenbiopsie,Gedeistörung,deshalb PEG,Nov. 09 Reflux-op, seit April 09 ohne Beatmung mit Sauerstoff, Aug 10 Tracheostomaverschluß
bricht Julian denn jetzt immer noch so viel? Wie kommt er mit dem Stoma zurecht?
Ein Button hat den Vorteil, dass du den Schlauch abnehmen kannst. Dann hast du nur den Stöpsel vorne und das Kind kann nicht dran ziehen und man bleibt nicht hängen, oder die PEG hängt so unglücklich an der Windel, dass es beim sitzen Druckstellen gibt und wehtut (hatten wir alles schon)
Da Felix nicht dran kommt haben wir die normale PEG gelassen, weil wir doch oft zwischendurch Flüssigkeit geben und so nicht immer den Schlauch wieder dran basteln müssen.
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
Hallo MarenRuth,
Mit dem Erbrechen ist es Momentan besser (nur noch gelegentlich kleine Schwapper). Nachdem ich angesprochen habe, das die Jet-PEG nur bis zur Heilung angedacht war und er ja fast dauersondiert ist, haben sie die Ernährungspumpe auf 2 Std. eingestellt . Nachdem Julian fast vor der Entlassung stand wollten sie kein Risiko mehr eingehen und haben daher keinen Nahrungsaufbau über die PEG mehr machen wollen. Nachdem das jetzt wohl noch ein bischen dauert werden sie hoffentlich jetzt doch noch einen Versuch starten hoffentlich klappts!!!. Ein Gerät weniger wär schon klasse. Aber ich wäre ja auch schon zufrieden, wenn man die Laufzeit der Pumpe reduzieren könnte. Habt ihr eigentlich Sondennahrung ? _________________ Julian geb. 18.01.07; 28/0 SSW 1090g. Ventrikelseptumdefekt, Atemnotsyndrom,Pneumothorax rechts, BPD,Lungenhypoplasie, Tracheostoma, derzeit CPAP beatmet, Krampfanfälle, Leistenbruch, Lungenbiopsie,Gedeistörung,deshalb PEG,Nov. 09 Reflux-op, seit April 09 ohne Beatmung mit Sauerstoff, Aug 10 Tracheostomaverschluß
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